Bei der Aufstellung sollte man etwas Platz einplanen, damit sich der Sound auch richtig entfalten kann. Eingeklemmt in Ecken fühlen sich die Lautsprecher weniger wohl, was aber eigentlich für viele Standlautsprecher der Welt gilt... Eingeschränkt beim Abstand zwischen den beiden Lautsprechern ist man nur durch das Kabel. Es liegt ein fünf Meter langes Link-Kabel bei. Wer ein Längeres benötigt, findet im Online-Shop eine sieben Meter-Variante. Der sogenannte Master-Lautsprecher kontrolliert das gesamte System und muss rechts aufgestellt werden. Das muss zwecks der Kabelverlegung bedacht werden.
Die „passive“ Box wird zwar auch komplett aktiv betrieben, bekommt aber nur die Signale über ein Pairing-Kabel zugespielt. Diese Verbindung wird über einen hochwertigen, vier-poligen Stecker realisiert, der etwas Ähnlichkeit mit einem XLR-Anschluss hat und für eine sichere Verbindung verschraubt wird. Eine App-Steuerung gibt es nicht, die Klanganpassungen werden über vordefinierte DSP-Settings vorgenommen. Hier kommen dann die überzeugenden Klangmodi Voice+ und die mehrstufige Wide-Funktion zum Vorschein, die wir in der Vergangenheit u. a. bei der nuPro AS-3500 und nuBoxx AS-425 max schätzen gelernt haben. Diese sind in der Praxis äußerst effektiv und verändern den Klang hörbar. Dazu aber gleich nochmal mehr.
Die akustische Darbietung sollte man, wenn man sich im Nubert-Universum umsieht, dahingehend betrachten, dass unsere Testgeräte eher zur kleineren Gattung an Lautsprecher zählen. Das hält sie dennoch nicht davon auf, ausgewogen und solide gezeichnete Klang-Präsentation der jeweiligen Songs aufzulegen. Die Beschreibungen sind keinesfalls despektierlich gemeint, eher versteht sich die nuJubilee 50 als kleinerer Standlautsprecher, der auch gar nicht die akustische Vehemenz vermitteln möchte, wie größere Ableger. Dennoch bekommt man als Hörer eine facettenreiche Präsentation im Auflösungsverhalten geboten, die harmonisch in einer breiten Bühnenstaffelung mündet. Die Lautsprecher müssen dazu auch nur ganz marginal zum Hörplatz hin eingewinkelt werden, um den Sweet Spot zu erzielen. Wer es etwas ruhiger mag, der bekommt einen angenehmen Spielpartner an die Hand, der wohl dosiert alle Frequenzbereiche transportieren kann.
Soll es dann wieder etwas mehr sein, verstehen die Nubert aber auch, wie man richtig zupacken kann. Das rückwertige Bassreflexsystem gibt da nochmal etwas Handlungsspielraum bei der Aufstellung und der Präsenz des Tieftonanteils. Bauartbedingt gibt es aber eine gewisse Limitierung, die keinesfalls schlimm ist, eher wirken die „kleinen“ gut abgestimmt und nicht übersättigt, wenn es in Film-Titeln bspw. mal actionreich hergeht und die Fetzen fliegen.
Jenes Verhalten lässt sich aber auch viel zahlreiche Musik-Genres herunterbrechen, oftmals kränkeln zahlreiche, neue, Abmischungen daran, viel zu basslastig zu sein. Sollte das der Fall sein, kann man in den DSP-Einstellungen ja glücklicherweise auch die Pegel anpassen. Das gilt natürlich auch für die Wide- und Voice+ Funktion, die in zahlreichen Bereichen spürbare Verbesserungen erlangen können. Keinesfalls pauschal, hier muss man einfach selbst testen, aber sie bieten einen deutlichen Vorteil.
Insgesamt präsentiert sich der Lautsprecher als homogen abgestimmter und keinesfalls zu präsent auftretender Schallwandler, der für seine Baugröße stimmigen als auch punchigen Tiefgang bieten kann. Ob nun in dialoglastigen ARD-Beiträgen oder Action-geladenen Tripple-A-Filmtiteln, die klangliche Mischung weiß sehr gut zu gefallen und bietet dank DSP-Presets noch etliche Anpassungsmöglichkeiten. Eine App zum Anpassen dieser Parameter habe ich im Praxistest im Übrigen nicht vermisst. Weniger ist manchmal eben mehr…
Die zentrale Steuereinheit ziert inzwischen viele Aktiv-Produkte aus dem Hause Nubert. Wie nachfolgend abgebildet, ist die Sichtbarkeit der Leuchtindikatoren deutlich erkennbar. Die Funktionsweise ist recht schnell erklärt, mittels Druckes wechselt man quasi die Modi, also Eingangsquelle <-> Lautstärke, um dann dort in diesem „Submenü“ entweder den Pegel oder das Eingangssignal zu ändern. Blau steht in diesem Fall für das Volumen und wird je nach Pegel, auch visuell dargestellt / angepasst.
Die jeweiligen Eingangsquellen werden verschiedenen Farben signalisiert, welche sich wie folgt staffeln:
Der Drehregler selbst agiert, wenn man das mal auf die Pegelsteuerung reduziert, in 1,5 db Schritten und hat ein spürbar haptisches Feedback. Drückt man den Knopf 3 Sekunden lang, schaltet sich das Gerät entweder ein oder aus. Kommen wir nochmal zu den Farben zurück, auch bzgl. aktuell zugespielter Tonspuren erfolgt eine Signalisierung. Bei Dolby Digital ist dies Rosa, bei DTS ist dies Orange und beim PCM-Signal leuchtet die entsprechende LED weiß. Um ehrlich zu sein hätte gerade mit Berücksichtigung dieser Faktoren ein Display deutlich besser zu Gesicht gestanden, so muss man leider erst eine Farbskala auswendig lernen.
Aber auch bei den Bass- und Höhenparametern lassen sich auf dem bereits beschriebenen Weg Anpassungen vornehmen, die sich jeweils im Bereich von +/- 10 dB in 0,5 dB-Schritten befinden. Alle Anpassungen lassen sich natürlich auch über die mitgelieferte Fernbedienung vornehmen, die Steuerung über den Drehregler sollte man daher eher als Zusatz sehen. Eine nochmals andere Lichtindikation ruft die Voice+ und Wide-Modi hervor. Dabei präsentieren sich bei den Wide-Einstellungen zwei angedeutete Kreise (jeweils Links und Rechts) in drei Abstufungen. Die Voice+ Funktion wird mit zwei Punkten an den Seiten und drei oben signalisiert.
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