Natürlich stellt man sich zu Beginn die Frage, was solch ein Wummer und auch zu diesem Kurs den der Hersteller haben möchte, zu leisten im Stande ist. Nun gut, wenn man sich am Markt einmal umschaut, gibt es im hoch- bzw. höherpreisigen Segment schon einige Vertreter am Markt. Zu nennen wären hier sicher die Partybox-Lautsprecher von JBL, die in den letzten Jahren maßgebliche Vorreiter in diesem Segment waren und inzwischen jeder große Hersteller solche Ableger mit im Programm hat. Die Boombox 3 selbst ist weniger sperrig, aber mindestens genauso großspurig unterwegs und kann ordentlich Wumms in Form einer Partybeschallung bieten.
Also raus ins Outdoor-Gewühle, na jedenfalls in die abgesteckte Fläche der Eigenverwaltung (…) Wasser von oben oder von unten jucken der Boombox 3 keinesfalls. Sollte ein Pool zur Verfügung stehen, vergesst nicht den Lautsprecher spätestens nach 30 Minuten vom Grund zu fischen. Denn länger hält die Wasserdichtung laut Zertifizierung nicht aus.
Gehen wir mal direkt ins designierte Genre hinein, langhubige Bass-Parts aus dem Hip-Hop genießt die Boombox 3 wie eine Hot Stone Massage und breitet sich somit in alle Bereiche aus, die physisch angesprochen werden können. Um nur ein Beispiel zu nennen, der Song 2002 von Sido feat. Apache 207 bedient vermutlich exakt die Zielgruppe, welche damit Beats pumpen will. Um es mal ein bisschen fachlicher auszudrücken, die Tiefton-Passagen sind exakt auf den Punkt gebracht und prägen sich gemäß der Physik auf einige Distanzen noch wesentlich deutlicher aus. Stellt man den Lautsprecher ein wenig ins Off und ist nicht direkt auf 1–2 Meter an den Membranen dran, entfaltet sich der Klang nochmals deutlich angenehmer. Denn die beiden 20 mm Hochtöner strahlen lediglich nach vorn und die Bühnenbildung findet effektiv erst ab 3-4 m statt und verbessert sich zunehmend mit der Erhöhung des Abstands zum Lautsprecher. Die Stimmenwiedergabe ist als glasklar zu bezeichnen und bereitet Spaß beim Zuhören.
Regen oder Wasser von Außen? Kein Problem - alles geschützt!
Richtig toll und satt agiert der Lautsprecher aber auch in vielen anderen Bereichen, sodass ggf. eine stationäre Aufstellung als primäres Anwendungsgebiet angedacht werden kann und die mobile Nutzungsweise eher sekundär betrachtet werden kann / sollte. JBL verschiebt hier gewissermaßen die Betrachtung auf den Lautsprecher, der weniger als mobiler Krachmacher bezeichnet werden sollte, sondern dank der vielen Multiroom-Schnittstellen in den eigenen Wänden genutzt und bei Bedarf mit nach draußen genommen werden kann. Auch Titel wie Thinking Bout You von Dua Lipa werden eloquent und präzise dargeboten, ohne hier den Anschein zu erwecken, man wolle nur einen möglichst großen Tiefgang erreichen. Dank des Dreiband-Equalizer ist es ohnehin möglich, die die drei wichtigsten Bereiche feinjustieren zu können.
Oftmals hat man auch gerade bei schnelleren Rock-Titeln das Problem, dass die Drumset-Einlage als Tieftonmatsch dargeboten werden. Die Bässe bei Metallicas - Now Thats we`re dead werden wirklich punchig und dröhnend in den Raum transportiert, aber auch die Stimmeneinlage vom Frontmann James Heatfield zeigen sich abermals angenehm losgelöst von den Schallwandlern. Um es kurz zu machen, die Boombox 3 ist rockbar – ohne Wenn und Aber! Selbstredend habe ich mich durch weitere Rock-Tracks meiner Favoritenliste gehört, aber alle zu sezieren macht wohl wenig sinn.
Kommen wir nun zur App, die eine sinnvolle Funktionserweiterung des Lautsprechers darstellt. Die JBL One App bietet im Zusammenhang mit der Boombox 3 Wi-Fi einige Funktionen, die diese Software nicht als loses Beiwerk dastehen lässt, sondern einen nützlichen Mehrwert bieten soll und auch schon von den Soundbar-Produkten wie einer JBL BAR 1000 (zum Test) bekannt ist. Die Einrichtung ist simpel und klappte sofort. Beim ersten Startprozess wird befehlsgetreu der entsprechende Lautsprecher gesucht und gefunden, sowie direkt mit dem heimischen Netzwerk verbunden. Im Anschluss erfolgt sogar direkt ein Check nach der aktuellsten Firmware-Version.


Neben weiteren grundlegenden Settings bekommt man hier die Schnittstelle zu zahlreichen Streaming-Diensten geboten, die sind dann mit in die App integrieren und die Musik daraus steuern lässt. Auch lassen sich Stereo-Verbunde aus zwei gleichen Lautsprechern, sowie auch generell Multiroom-Setups kreieren lassen. Alles in allem wirkt Anwendung sinnig und rund aufgebaut. Zudem erscheint sie nicht als lästiges Beiwerk, welches benötigt wird.


Die wichtigste Zusatzinformation muss noch im Zusammenhang mit der JBL One App genannt werden. Möchte man die Hauptfunktion des „Wi-Fi-Lautsprechers“ nutzen und den Datenstrom direkt vom Netzwerk hin zum Speaker senden, ist die Verwendung der genannten App unerlässlich. So lassen sich auch Feed-Videos ungestört ansehen oder Sprachnachrichten checken, die dann ungewollter Weise auf die „große Beschallung“ geschickt werden. Kommen wir auf der nächsten Seite dann zum abschließenden Fazit.
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