Was kann man nun, ganz salopp gefragt, von einem Lautsprecher dieser Güte- und Preisklasse erwarten? Ich möchte hier keinesfalls in Superlativen verlieren, solche Produkte können alle verdammt gut Musik wiedergeben, das steht außer Frage! Als Zuspieler kamen im Übrigen ein T+A A 3000 HV (Verstärker) und ein T+A PSD 3100 HV (Streaming Vorstufe) zum Einsatz. Kostenpunkt jeweils rund 18.000 € und 16.500 € (Streamer). Die Voraussetzungen für eine potente Bespielung sind also bestens gegeben.
Aus mehreren klanglichen Einschätzungen lässt sich einiges schlussfolgern. Beginnend mit der Tiefenstaffelung der Bühnenpräsenz: Diese ist wirklich sagenhaft groß, sowohl vertikal als auch horizontal. Nimmt man jetzt noch die Fähigkeiten des VX-Jet hinzu, lässt sich sogar damit noch mehr herauskitzeln, aber dazu kommen wir gleich. Was die Contrentros aber wirklich mit Perfektion abfeuern, ist die vehemente Größe der Stimme des Interpreten, egal bei welchem Genre, sowie eine elementar „greifbare“ Nähe der jeweiligen Instrumente. Beim Song von Mighty Mo Rodgers, The Boy who stole Blues, bearbeiten die Drums des Schlagzeugs ungeahnt präsent die eigene Magengegend. Diese Herausarbeitung ist zum Teil auch eine der Königsdisziplinen der ELAC. Egal ob die besagten Drums, ein Kontrabass bei „Birds“ von Dominique Fils-Aime, die brachialen Gitarrenriffs von James Hetfield – man muss es selbst gehört haben.
Metaphorisch gesprochen könnte man sagen, dass hier ein akustischer Sportwagen vor einem steht, der nicht nur neue Felgen und einen Spoiler erhalten hat, sondern einen V10-Motor der mit 105 Octan befüllt wurde und auch dementsprechend das abliefert, was man erwartet. Nochmals anders formuliert: Die M 807 lassen den Hörer zu jeder Zeit spüren, wie leistungsstark und „Groß“ sie auftreten können.
Dabei agieren die beiden Tieftöner auch genau so, wie vom Entwickler angedacht und wirken wohl dosiert sowie punktgenau in den Raum, ohne diesen wirklich anzuregen, trotz Bassreflex-Aufbau. Legendary von Welshy Arms könnte wohl nicht passender sein, um den Klang zu beurteilen, der ohnehin schon recht großhallig ist und wohlwollend von den Lautsprechern aufgenommen wird. Wer möchte, der kann mithilfe des VX-Jet hier eben jenen Effekt nochmals deutlich „vergrößern“ und dem Außen-Array mehr Pegel hinzugeben, oder eben genau das Gegenteil bewirken und dann doch lieber gerichteter auf seinen Sweetspot justieren.
Den stark akustiklastigen Song All Your Love von Sara K. habe ich schon allzu oft im Umfeld einer Lautsprecherbeurteilung herangezogen. Hier ist mir besonders, das ohnehin schon sehr harmonische „Gitarrengezupfe“ in Erinnerung geblieben. Hier schaffen es die ELAC, einen Detailgrad an den Tag zu legen, der, sofern man sich darauf einlässt, es schafft, die Gitarre und deren akustischen Eigenwillen darzustellen – Wahnsinn!
Sogar ein nuschelnder 50 Cent lässt sich hier auf ganz neuem, klanglichem Niveau anhören. Die „pumpenden Beats“ werden wirklich punktgenau passend in Szene gesetzt und keinesfalls übersteuert dargeboten. Man muss aber sagen, dass ab einem gewissen Pegel die Concentro erst das richtige Spaßlevel freischaltet. Widerum muss man auch ganz klar ansprechen, dass hier mit der vorgeschalteten T+A Anlage schon sehr hochwertiges (Luxus)-Material vorhanden war, aber keine dedizierten Mono-Blöcke zum Einsatz kamen, die den Lautsprechern leistungstechnisch sicher auch gut zu Gesicht stehen könnten.
Richtig Vollgas durften die ELAC dann aber mit Lux Eterna von Metallica geben. Im Sweetspot befindlich, wurde der klassische „HiFi-Hörcharacter“ hervorgebracht. Stellt man sich weiter hinten in den Raum, ggf. sogar mit leicht nach außen fokussiertem Hörbereich (+1db) wird daraus eine viel breitere und räumlichere Darstellung, die schon fast Konzertatmosphäre vermittelt. Auch spannend: Selbst bei seitlicher Positionierung fällt es dem Hörer leicht, die Bühne im akustischen Zentrum zu erkennen, ohne dass eine Hörquelle in Form eines Lautsprechers überhandgewinnt. Auch die schnellen Impulsgänge von Rockmusik im Allgemeinen werden sehr gut gemeistert.
Wenn wir uns jetzt auf einige Szenarien im Bereich der Richtcharakteristik konzentrieren, wird schnell klar, wozu die Lautsprecher im Stande sind. Im Hörraum, der offen gesprochen eigentlich schon zu gut ist, um den vollen Leistungsumfang der VXe-Technologie herauszukitzeln, ließen sich dennoch sehr interessante Erkenntnisse sammeln. Sind die Schalter von beiden Lautsprechern komplett nach innen eingestellt, bekommt der Hörer einen extrem gerichteten Sweetspot, bei dem er leicht versetzt davon schon nicht mehr die Bühne mittig wahrnimmt. Befindet man sich aber auf der Idealposition, wird akustisch und physikalisch alles Erdenkliche aufgeboten, um seine Lieblingsmusik konsumieren zu können. Extreme Plastizität, Stimmenentfaltung in der Vertikalen und Horizontalen sowie die schon oben weiter beschriebenen Detailsaspekte.
Dreht man die Regler für mehr Diffusschall (+2db) auf, wird eben jener Effekt deutlich, dass der Sweetspot nicht mehr erforderlich ist und man auch seitlich positioniert, eine tolle akustische Wahrnehmung erlangen kann.
Alles in allem ein hervorragender (Luxus)-Lautsprecher der famos klingt, aber noch eine Reihe an tollen Features mitbringt, mit denen man auf seine räumlichen Gegebenheiten reagieren kann.
Auf der nächsten Seite kommen wir zum abschließenden Fazit.
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