Die Reference Alpha 1 ist als größter bisher in Serie gebauter und weiterhin verfügbarer Lautsprecher an den Start gegangen – natürlich mit der entsprechenden Erwartung geht man auch selbst in die eigene Hör-Session. Als Vergleich auf Augenhöhe, auch preislich betrachtet, lässt sich aktuell sehr gut eine ELAC Concentro M 803 heranziehen. Diese ist fast gleich groß und preislich auf dem fast identischen Niveau unterwegs. Angetrieben wurde das Lautsprecher-Paar im Übrigen von einem Rotel Michi M8 Mono-Vorstufengespann. Als Endstufe kam ebenfalls ein Rotel Michi P5 Se zum Einsatz.
Selbstredend wird ein Lautsprecher dieser Güteklasse auch mit Songs versorgt, die alle Facetten des potenziellen Leistungsvermögens wiedergeben können. Ob nun sehr filigrane Damenstimmen oder absolute Power-Rock-Tracks, die Alpha 1 musste da komplett durch.
Den Einstieg wählte ich mit Sahra K. und All Your Love. Der Song ist weich und harmonisch abgestimmt, bietet aber auch ein paar Kniffe für Lautsprecher aller Art, den Tiefton etwas „wabbelig“ zu transportieren. Einen Eigentest empfehle ich im Übrigen jedem selbst einmal. Die Canton meisterten diese Daueranregung der tiefen Frequenzbereiche sehr gut, wenngleich auch ein großer Teil der Klang-Performance, speziell bei diesem Song, dem jeweiligen Hörraum zuzuordnen ist.
Wie auch schon aus vielen anderen Serien bekannt, speziell bei der „allgemeinen“ Reference-Modellreihe, gibt sich die Bühnenstaffelung wieder extrem gut und stellt sich in Summe als eine der größten Stärken der Lautsprecher heraus. Diese ist ungemein nah am Hörer, phänomenal in der Tiefe gestaffelt und vertikal wie horizontal omnipräsent. Was ich damit sagen will: Die Stimmen der Interpreten werden wohlwollend in den Raum transportiert und füllen diesen massiv.
Ausgesprochen ungewohnt gibt sich der Tiefton, der sehr weich dosiert agiert und selbst bei absoluten Powertracks keinesfalls überzeichnet, eher zurückhaltend und dezent agiert. Sehr schnell merkt man, dass die Alpha 1 in der Grundabstimmung ausgesprochen neutral agiert. Das soll keinesfalls abwertend gemeint sein, eher handelt es sich um einen akustischen Charakterzug, der es zugleich auch ermöglicht, den Lautsprechern massig Pegel zu geben – also so richtig! Bereits bei den aktuellen Nubert nuVero nova 14 hatte ich geschrieben, wie pegelfest diese agieren können. Die Canton legen hier, natürlich auch auf Grund der abermals gesteigerten Gehäusecharakteristik und des Aufbaus, deutlich nach. Wer einen großen Raum jenseits von 60 bis 70 m² beschallen möchte, der bekommt hier das perfekte Werkzeug an die Hand gelegt.
Muss der Dampf des Alltages aus dem Kopf geblasen werden, empfiehlt sich oftmals Metallica als nicht verschreibungspflichtige Medizin. Besonders hervorheben muss ich das eben schon beschriebene Leistungspotenzial im Bereich des Pegels, was sich dann gestaffelt mit der beschriebenen Bühnen-Performance auf kumuliert. Nicht ganz so fein wird es dann aber bei den hochtönigen Gitarrenriffs, was aber für viele Audio-Anlagen dieser Welt bei dieser Band eine Herausforderung darstellt. Selbstredend ist das hier eine Beurteilung auf extrem hohem Niveau. Die allermeisten werden buchstäblich aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, was der Lautsprecher zu leisten im Stande ist.
Dennoch merkt man der Alpha 1 an, dass die Tiefton-Performance nicht so „zupackend“ abgestimmt ist. Das ist aber gar kein Problem – denn wie wir wissen, lassen sich die Primärfrequenzen um jeweils 1,5 dB aufdicken oder sogar noch herabregeln.
Bis hierhin habe ich die Alpha 1 in der Grundabstimmung betrachtet (…) Mittels kleiner Brücken, können wir akustische Anpassungen vornehmen. Da mir die Mitten und Höhen persönlich sehr zusagten, wurde ausschließlich der Tiefton um 1,5 dB verstärkt. Doch wie ist das Ergebnis zu bewerten? Offen gesprochen ist das alles andere als Marketing-Wischerei, sondern wirklich hörbar. Die Lautsprecher gehen dadurch zwar nicht unbedingt punchiger zu Werke, dafür aber mit einem hör- und spürbaren Plus im Tieftonbereich, was für die meisten sicher spannend sein wird. Wer es dann doch seichter und ruhiger möchte, geht hier den gegenteiligen Weg.
Interessant wird es dann, wenn man den Mix aus weiterer Pegelveränderung hinzuzieht – hier birgt der Lautsprecher enormes „Tüftelpotential“ bei der klanglichen Feinabstimmung. Das spiegelt nicht nur den HiFi-Gedanken der andauernden Optimierung wider, sondern wird auch einem Produkt dieser Güteklasse gerecht.
ELAC bspw. bietet ein ähnliches Konzept mit der Concentro Serie an, wohingegen das neueste Modell sogar in der Lage ist, die Bühnendarstellung zu öffnen oder eher fokussierter zu bespielen, was aber gar nicht unser Vergleich sein soll. Die Reference Alpha 1 wird klar dem Namen gerecht und steht nicht unbegründet im obersten Regal der Hessen – jedenfalls metaphorisch gesprochen – je Lautsprecher fallen 145 Kilogramm an. Also nicht nur akustisch ein Schwergewicht!
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