Der Klang der PIEGA Premium 301 Gen2 lässt sich schlicht und einfach mit „extrem gut“ bezeichnen. Das Schweizer Taschenmesser hat auch hier wieder zugeschlagen (…) aber der Reihe nach. Fairerweise muss man erwähnen, dass ich die Möglichkeit hatte, die mehr als dreimal so teuren PIEGA COAX 411 im direkten Vergleich zur Premium 301 Gen2 antreten lassen zu können. Die Unterschiede in den klanglichen und preislichen Ausrichtungen kommen keinesfalls von ungefähr, aber das soll gar nicht das Thema sein.
Warum jetzt diese kleine Story dahinter? Klar ist ein gewisser akustischer „Abstieg“ merkbar, das große Aber dahinter ist aber auch, dass man diesen binnen von Sekunden / Minuten vergessen hat. Worauf ich jetzt hinaus will, ist die absolute Beständigkeit in zahlreichen Facetten, bei der absolut punchigen, präzisen und für diese Lautsprechergröße unglaublichen Bass-Performance. Wenn man mit den Kleinen macht, wofür sie gebaut wurden, verbirgt sich hier enormes Potenzial in allen Frequenz- und Pegelbereichen. Unter anderem Titel von 50 Cent mit extremen Tieftonanteilen, eigentlich Gift für Lautsprecher dieser Gattung, werden überaus präzise präsentiert. Selbstredend kann man auch mit dem Abstand zur Wand hier den Effekt verstärken oder abschwächen. Mit einher geht die Pegelfestigkeit, die bei höheren Volumenbereichen an den Tag gelegt wird, das ist wirklich erstaunlich.
Warum eigentlich der Vergleich zur COAX 411? Wenn man es herunterbrechen würde, könnte man urteilen, dass es die Entwickler auf überzeugende Art geschafft haben, die klanglichen Charakterzüge exakt gleich in die jeweiligen Serien zu implementieren, natürlich immer in Relation zur Größe und Chassisbestückung gesetzt. Ob nun mit verhaltenen Pegeln oder im oberen Drittel: Die 301 Gen2 agiert überaus präzise mit einer phänomenal großen Bühnenstaffelung, die extrem plastisch veranlagt ist, ein relativ breites Abstrahlverhalten bietet und in Summe ganz klar vielen anderen Standlautsprechern den Rang ablaufen wird. Die angegebenen 39 Hz im unteren Frequenzbereich merkt man zu keinem Zeitpunkt an, dass es hier auch ein wenig feiner zu Werke gehen könnte. Die akustische Eigenheit des Bändchen-Hochtöners arbeitet hier eine extrem feine Detailauflösung heraus, die in diesem Maße perfekt austariert und nicht überspitzt wirkt, wie man anderer Hochtöner dieser Gattung.
Zugegeben, war ich zu Beginn doch etwas skeptisch, was die Lautsprecher im Stande sind zu leisten – ich wurde massiv eines Besseren belehrt. Einen riesengroßen Einfluss auf die abgelieferten Audiofähigkeiten hat, wie auch bei allen anderen PIEGA-Produkten, das massive Aluminiumgehäuse, welches Verzerrungen jeglicher Art „wegschluckt“. Innerhalb des Produktumfeldes könnte dieser Kraftzwerg doch ein kleiner Geheimtipp sein, wenn das Budget für die teureren Serien nicht aufgebracht wird – oder gar als Zweitanlage? Als Zuspieler wurde im Übrigen eine Cambridge CX Kombo aus EXA100 (2x 150W – 4 Ohm) und EX-N100 verwendet, also keine Übergeräte, aber dennoch eine perfekte Harmonie zwischen Lautsprecher und Elektronik dargestellt.
Zwischenfazit: Überraschend potente, präzise agierende Lautsprecher, die keine Spur von analytischer Darbietung an den Tag legen, sondern die Titel auf einem extrem hohen Niveau wiedergeben, wie vom Komponisten angedacht. Damit wäre alles in diesem Bereich gesagt und wir kommen auf der nächsten Seite zum finalen Fazit.
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