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Filmrezension: No way out - Gegen die Flammen

newsbilder no way outRezension des Films: No way out - Gegen die Flammen. Packender Firefighter-Film nach wahren Geschehnissen. Eric Marsh ist Leiter der Fire and Rescue Crew 7 in Prescott, Arizona. Als solcher wird er zu Rate gezogen, als ein Waldbrand in Arizona ausbricht. Allerdings glauben die dortigen Feuerwehr-Männer (...) 

 

 

 No way out plakat

Trailer zu No way out - Gegen die Flammen

 

Eric Marsh ist Leiter der Fire and Rescue Crew 7 in Prescott, Arizona. Als solcher wird er zu Rate gezogen, als ein Waldbrand in Arizona ausbricht. Allerdings glauben die dortigen Feuerwehr-Männer des Hotshots-Teams nicht seiner Prophezeiung, dass eine bewohnte Gegend vom Feuer bedroht sein könnte. Die „Hotshots“ sind die speziell für Wald- und Flurbrände ausgebildeten Kollegen, die Feuer mit Feuer und nicht mit Wasser bekämpfen – eine Elite-Einheit der Firefighter, sozusagen. Um diesen Status ebenfalls zu erlangen, kämpft Eric mit seinem Team dafür und beginnt eine harte Ausbildung.

No way out 1

Denn immerhin war seine Prophezeiung wahr geworden und die Wohngegend wurde vom Feuer überrannt. Erics Team wächst derweil um Brendan McDonough an. Ein junger Kerl, der durch Drogenmissbrauch und einen Diebstahl auf die schiefe Bahn geraten war und dem Eric eine neue Chance gibt. Gemeinsam bestehen die 20 Männer die Hotshots-Prüfungen und bekämpfen in der Folge erfolgreich einige Flurbrände. Doch dann kommt der 28. Juni 2013 und ein durch einen Blitzschlag verursachtes Feuer auf dem Yarnell Hill in Arizona wird in den folgenden Tagen zur gefährlichen Falle …

No way out 2

No Way Out – Gegen die Flammen basiert auf den wahren Begebenheiten des Yarnell-Hill-Feuers im Juni 2013, bei denen die 20 Männer der Granite Mountain Hotshots in einen äußerst gefährlichen Einsatz gegen einen Flurbrand aufbrachen. Bis hin zur Tatsache, dass Brendan tatsächlich mit Drogen zu tun hatte und einen Diebstahl begangen hatte, stimmen die Fakten des Drehbuchs. Letzteres verfassten Ken Nolan und Eric Warren Singer nach dem Lesen eines Artikels in einem Männer-Magazin, der dort unter dem Titel „No Exit“ veröffentlicht wurde.

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Als Regisseur nahm Joseph Kosinski hinter den Monitoren Platz. Durchaus eine ungewöhnliche Wahl, war Kosinski bisher doch vor allem durch visuell einzigartige Sci-Fi-Filme aufgefallen (TRON: Legacy, Oblivion). Dass er aber auch anders kann, zeigt er in No Way Out eindrucksvoll. Bereits ohne ein bisschen im Bonusmaterial vorbei geschaut zu haben, ahnt man, wie viel Recherche man im Vorhinein in den Film gesteckt hat. Wie sehr man sich mit Angehörigen und Zeugen unterhalten hat, um den Figuren gerecht zu werden und sie zu ehren.

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Denn abseits von der Unterhaltung und der Spannung, die Kosinski vermitteln will, geht es eben doch um eine der tragischsten Geschichten, die die US-Feuerabwehr je erlebt hat. Und solche eine Story schlachtet man nicht einfach seelenlos aus. Ein Grund, warum es hier beileibe nicht nur um die Action der Brand-Situationen geht, sondern vor allem auch um die Charaktere. Der Film kümmert sich um die Konflikte innerhalb des Teams. Um Brandons eifrigen Kampf, für seine Tochter ein guter Vater zu sein. Und um den Wunsch von Erics Frau Amanda, eventuell auch mal für Nachwuchs zu sorgen.Die inszenatorische Sorgfalt, den Figuren möglichst gerecht zu werden, ist aber nicht nur ein Ding von Kosinski. Es würde nicht klappen, wenn die Schauspieler nicht entsprechend leidenschaftlich und überzeugend am Werk wären.

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Selbst wenn man mit Josh Brolin in der Hauptrolle den sicheren Weg beschritt (immerhin ist er aktuell nicht nur äußerst beliebt, sondern eben auch ein fantastischer Darsteller), so hat er ja noch einige jüngere Kollegen an seiner Seite. Und hier fällt erneut Miles Teller auf. Der junge Schauspieler, der den intriganten Peter im Bestimmung-Franchise gab und sich in Whiplash die Finger wund trommelte, darf hier erneut zeigen, dass er zu den Besten seiner Generation gehört.
Und er beweist, dass seine intensive Darstellung in Whiplash eben kein Einzelfall war. In No Way Out gelingt ihm die Wandlung vom drogenabhängigen Taugenichts zum Teamplayer hervorragend. Man nimmt seinem Brandon ab, dass er sich wandeln möchte, weil er gerade Vater wurde.

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Man glaubt ihm, wenn er sich nach ein paar Kilometern Jogging die Seele aus dem Leib kotzt und fühlt mit ihm mit, wenn er nur noch Kontakt über Funk zu seinen Kollegen hat und ihm vor Schock und Schmerz der Speichel aus dem Mund rinnt. Nur wenige Darsteller sind bereit, für einen Film derartige Emotionen und physische Strapazen auf sich zu nehmen. Grandios, wenn er am Abend seines ersten Trainings gebückt wie ein Greis davonschleicht.Da kann und darf man auch mal darüber hinwegsehen, dass im Team von 20 testosterongeschwängerten Kerlen eben auch eine Menge heiße Luft gequatscht wird und man sich den einen oder anderen Machospruch auch hätte sparen können. Wenn man allerdings den Aussagen in den Making-of-Featurettes Glauben schenk und ein bisschen spürt, wie die Jungs waren, wird auch das ziemlich authentisch nachempfunden sein.

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Neben Brolin und Teller gibt auch Jennifer Connelly als Amanda eine prima Figur ab – vor allem, wenn sie mit Selbstbewusstsein die Partnerin an Erics Seite gibt, die ihm völlig zu Recht ab und an die Leviten liest.
Dazu ist Jeff Bridges als Chef der Feuerwache Duane Steinbrink erstaunlich nahe am Original, was man gut erkennen kann, wenn man Steinbrink im Bonusmaterial anschaut. Außerdem darf Bridges einen netten Country-Song zum Besten geben, womit er sein Sanges-Talent nach Crazy Heart erneut unter Beweis stellen kann.
Sämtliche Darstellungen und Vertiefungen der persönlichen Motivationen und Emotionen führen dazu, dass man mit den Hot Shots fühlt.

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Und das wiederum bindet in den dramatischen Szenen ans Geschehen. Wenn es im Finale dann richtig gefährlich wird, stellt man sich vor, wie man sich in Brandons Situation fühlen würde. Hier funktioniert auch der Pathos, der erstaunlicherweise viel geringer ausfällt, als man ahnen würde. Kosinski beging trotz heldenhafter und beeindruckender Bilder nicht den Fehler, No Way Out wie einen Kriegsfilm zu inszenieren.

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Dafür gehen Film und Figuren viel zu sehr in die Tiefe. Dennoch gibt es natürlich diese groß angelegten Feuer- und Actionszenen, die atemberaubend angelegt sind und im Zusammenspiel mit den teils grandiosen Aufnahmen der Landschaft von Hügeln und Tälern für absolut packende Momente sorgen. Das Zusammenspiel aus virtuellem und kontrolliert abgebranntem Feuer funktioniert dabei zu jeder Zeit hervorragend und lässt keinen Zweifel daran aufkommen, wie gewaltig solch eine Feuerbrunst ist.

 

Fazit: 

No Way Out – Gegen die Flammen ist nicht nur ein spannendes Action-Drama, sondern vor allem eine nachträgliche Ehrerbietung an die 20 Männer der Granite Mountain Hotshots. Herausragend gespielt und mit atemberaubenden Feuerbrunst-Szenen spektakulär umgesetzt, zieht man seinen Hut vor den Feuerwehrmännern. Dass der Film verschweigt, welche rechtlichen Streitigkeiten im Nachgang für Kontroversen sorgten, ist sicher beschönigend. Letztlich ist ein Film aber immer noch ein Film und eben keine Dokumentation. Technisch überzeugen Blu-ray und UHD mit äußerst dynamischem und knackscharfem Bild. Der deutsche Sound ist dabei zwar sehr effektvoll, könnte während der Filmscore-Sequenzen aber sauberer im Bass sein.

  

Filminfos und Inhalt - No way out UHD Blu-ray

  • Anbieter: StudioCanal
  • USA 2017
  • O-Titel: Only the Brave
  • FSK 12
  • Regie: Joseph Kosinski
  • Darsteller: Josh Brolin, Miles Teller, Taylor Kitsch, Jeff Bridges, Jennifer Connelly
  • Tonformate BD/UHD: Dolby Atmos: en // dts-HD-Master 5.1: de
  • Bildformat: 2,35:1
  • VÖ: im Handel

 Autor: Timo Wolters - Copyright Szenenfotos: StudioCanal

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