Albus Dumbledore und Gellert Grindelwald haben zwar Gefühle füreinander, doch als Grindelwald schwört, die Muggelwelt zerstören zu wollen, verurteilt Dumbledore diesen Plan. Derweil verhilft New Scamander einem magischen Qilin zur Geburt...
Albus Dumbledore und Gellert Grindelwald haben zwar Gefühle füreinander, doch als Grindelwald schwört, die Muggelwelt zerstören zu wollen, verurteilt Dumbledore diesen Plan. Derweil verhilft New Scamander einem magischen Qilin zur Geburt. Der Qilin kann in die Zukunft und auch in die Seele der Menschen sehen. Dieser Tatsache bewusst lässt Grindelwald die Mutter des Qilin töten und das Neugeborene entführen, damit sich der dunkle Zauberer die Fähigkeit der Präkognition zunutze machen kann. Was Grindelwald nicht weiß: Newt konnte den Zwilling des gekidnappten Qilin retten. Von Dumbledore erhält er daraufhin den Auftrag, mit seinem Bruder Theseus und anderen Zauberern Grindelwald das Handwerk zu legen. Der jedoch denkt gar nicht daran, sich leicht geschlagen zu geben und möchte sich zum neuen Vorsitzenden der Internationalen Vereinigung von Zauberern wählen lassen, um seinem Ziel, die Muggelwelt auszulöschen, näher zu kommen …

Knapp vier Jahre hat es gedauert, bis man den dritten Film aus der Harry-Potter-Spin-off-Reihe in den Kinos zu Gesicht bekam. Anderthalb Jahre länger als das Intervall zwischen dem ersten und dem zweiten Teil. Die Produktion von Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse hatte aber auch mit ganz besonderen Problemen zu kämpfen. Zunächst hatte man vor, den Film noch größer als die beiden Vorgänger zu machen. Dafür wolle man sich Zeit nehmen. Ursprünglich wollte man Mitte 2019 mit den Dreharbeiten beginnen, was seinerzeit auch noch einschloss, dass Johnny Depp mit von der Partie sein würde. Das Skript dauerte aber etwas länger und man wollte auch an exotischeren Orten drehen (unter anderem in Brasilien).

Doch dann fiel zunächst Kevin Guthrie (der Abernathy-Darsteller) aus dem Cast, weil er aufgrund eines Verfahrens wegen sexueller Nötigung vor Gericht stand. Im November 2020 zog sich dann Johnny Depp zurück, nachdem Warner Bros. ihn aufgrund seiner Verleumdungsklage gegen die News Group Newspapers Ltd. darum gebeten hatte. Man wollte nicht riskieren, dass am Ende doch etwas dran ist, was „The Sun“ von der Misshandlung gegenüber seiner Ex-Frau Amber Heard geschrieben hatte und fürchtete schlechte Publicity für den Film. Man hatte zwar schon Szenen mit Depp als Grindelwald abgedreht, ersetzte ihn aber kurzfristig durch Mads Mikkelsen. Eine Covid-19-Verzögerung später ging’s im September 2020 dann endlich an die Dreharbeiten.

Doch die Querelen rund um die Produktion gingen nicht spurlos am dritten Teil des Franchise vorbei. Vor allem in den USA war das Interesse an Dumbledores Geheimnisse gering, was letztlich auch dazu führte, dass der Film international in Summe eine Viertelmilliarde Dollar weniger eingespielt hat als sein bereits schwacher Vorgänger. Gegenüber den 814 Mio. Dollar Einspiel des ersten Teils hat sich der Umsatz nun auf 405 Mio. Dollar halbiert. Fraglich, ob man einem eigentlich geplanten vierten und fünften Teil noch mal grünes Licht geben wird.

Zumal die „Größe“, die man dem Film angedeihen lassen wollte, zunächst gar nicht dergestalt offenbar wird. Bis zur ersten Actionsequenz vergeht eine knappe Stunde (bis zur zweiten weitere 40 Minuten) und der Aufbau ist – gelinde gesagt – langsam. Wäre man böse, würde man sagen „zäh“. Zwar geht es im Grunde „nur“ darum, erneut Grindelwald das Handwerk zu legen, doch das Drumherum wirkt aufgebauscht und voller Ballast. Was vor allem deshalb schade ist, weil die bisherige Hauptfigur, Newt Scamanger, viel zu kurz kommt. Und mit ihm auch die titelgebenden fantastischen Tierwesen.

Klar gibt es immer noch die niedlichen Szenen wie jene im deutschen Zauberergefängnis, in dem Newt und sein Bruder mit den Mantikoren einen krabbenartigen Tanz vollführen müssen. Und der folgende Angriff der Riesenkrabbe gerät durchaus effektvoll, aber wenn es nicht um dieses Qilin gehen würde, das hin und wieder zu sehen ist, kämen Tierwesen hier wirklich nur noch am Rande vor. Dafür ist Dumbledores Geheimnisse noch einmal düsterer geworden als der ohnehin schon nicht mehr so luftige Grindelwalds Verbrechen. Die FSK-12-Freigabe ist angesichts dessen durchaus berechtigt. Was auch an einem ganz besonderen Darsteller liegt: Mads Mikkelsen, der als neuer Grindelwald hervorragend besetzt ist.

Er legt den bösartigen Zauberer wesentlich ernster und grimmiger an, was zum Szenario des dritten Teils wirklich gut passt. Er versucht auch glücklicherweise erst gar nicht, Johnny Depp zu kopieren, sondern geht seinen eigenen Weg. Dabei lässt er keinen Zweifel daran, dass er bösartige Absichten hat, bekommt aber zwischenzeitlich die Waage hin, seine ursprünglichen Gefühle für Dumbledore zu vermitteln. Als Gegenpol zu Mikkelsens Grindelwald fungieren die durchweg charmanten Nebenfiguren. Dan Fogler als Jacob ist nach wie vor eine tolle Ergänzung, da er auch im dritten Teil charmant-augenzwinkernd mit seinem No-Maj-Dasein kokettiert, ohne in albernes Overacting abzudriften. Während der kurzen Szenen mit den jungen Zauberlehrlingen ist er sogar herzerwärmend witzig. Auch Ally Hicks ist eine tolle Ergänzung und Eddie Redmayne ist in seiner ganz eigenen Darstellung des Newt nach wie vor klasse.

Jude Law, der schon im Vorgänger ein echter Gewinn war, darf hier noch ein paar mehr Facetten zu seiner Figur hinzufügen, was das gesamte Harry-Potter-Universum bereichert und was durchaus mutig ist. Immerhin so mutig, dass China gewisse Szenen für die Veröffentlichung vorab herausschneiden ließ. Wer ziemlich neben sich zu stehen scheint, ist Ezra Miller. Sein Credence Barebone, bzw. die Darstellung des Neffen von Dumbledore ist schauspielerisch derart limitiert und wirkt dermaßen gelangweilt, dass man sich fragt, ob Miller sich im falschen Film wähnte.

Dazu kommt die Achillesferse des Potter-Universums, die digitalen Tricks. Diese waren nie ein Steckenpferd der Harry-Potter-Filme. Gerade die Interaktion zwischen Mensch und CGI-Wesen ist oft gruselig schlecht. Wenn Newt zu Beginn das kleine Qilin in den Händen hält, sind nicht nur die Bewegungen zwischen den beiden unharmonisch – auch Newts Hand und ihr Schatten sehen furchtbar artifiziell aus. Um nicht nur (berechtigte) Kritik zu üben: Was im Subtext wirklich gut funktioniert, ist die Parabel auf die historische und gegenwärtige gesellschaftspolitische Situation.

Während Grindelwald und dessen Gefolge oder Paraden nicht selten faschistoide Züge bekommen (was letztlich widerspiegelt, was in den 30er Jahren in der realen Muggelwelt passierte), ist vor allem auch von gesellschaftlicher Spaltung die Rede. Gruselige (wenn auch etwas holzhammerhafte) Züge nimmt das in der vom deutschen Oliver Masucci (und im Original mit entsprechendem Dialekt) gespielten Person des Anton Vogel an, der auch als Propagandaminister gut durchgegangen wäre.
Dumbledores Geheimnis ist der bisher schwächste Film der Phantastische-Tierwelt-Filme. Das Drehbuch ist zäh, die Inszenierung behäbig und es mangelt an Höhepunkten. Gute Darsteller retten bisweilen über die Längen hinweg, können aber auch nicht verhindern, dass das Franchise Risse bekommen hat. Wer die gesellschaftspolitischen Querverweise goutieren kann, der wird dem Film deutlich mehr abgewinnen können. Wer dafür nichts über hat, wird sich eher noch mehr ärgern. Bleibt abzuwarten, ob Warner für zwei weitere Fortsetzungen grünes Licht gibt oder man die angedachten Teile IV und V stillschweigend zu den Akten legt.
Autor: Timo Wolters - (Copyright Szenenfotos: © 2022 Warner Bros)
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