Wer Canton kauft, der möchte guten Klang. Und den liefert das Modell aus Hessen auch bei der Vento 100. Ab dem ersten Ton ist klar, dass es sich um einen ausgewachsenen Standlautsprecher mit jeder Menge Volumen handelt, der brachial zupacken kann. Daher profitiert der Lautsprecher von einer freien Aufstellung, außerhalb der Raumecken.
Hat man diese, im Vergleich marginal wirkenden Details abgestellt, dann kann der Spaß beginnen. Mit den Zutaten des Schallwandlers, also großer Membranfläche, humanem Wirkungsgrad und die Anzahl der verbauten Chassis, ist das Menü angerichtet, mit richtig Pegel an den Start zu gehen. Aber der Reihe nach – wer Canton Lautsprecher im Allgemeinen kennt, der weiß auch, dass hier ein gewisser roter Faden in der akustischen Abstimmung vorhanden ist. Die Aufstellung ist gleichwohl sehr unkompliziert – das beste Ergebnis ergab sich, je nach Musiktitel, mit marginaler Einwinklung hin zur Hörpostion. Sofort aufgefallen ist die harmonische Tiefton- und Mittelton-Abstimmung bei normaler Lautstärke. Bereits bei dem genannten Pegel knackig und präzise in der Darbietung. Schiebt man entsprechende Musiktitel und weitaus höhere Pegel nach, fällt auf, dass hier keinesfalls eine Übertreibung stattfindet. Abgrundtiefe, akustische Tiefschläge darf man erfreulicherweise nicht erwarten, was der gesamten Akustik im Übrigen gut zu Gesicht steht – also ein Mix aus nicht zu viel und genau passend abgestimmt. Wie so üblich für einen Lautsprecher dieser Art ergibt sich daraus ein hohes Pegelpotential. Mit entsprechend potenten Zuspieleinheiten dürfte das mühelos zu erreichen sein. Für unseren Test war eine Cambridge Audio CX Vor- und Endstufen-Kombination angeschlossen.
Die musikalische Darbietung bei normaler bis höherer Lautstärke ist eher neutral zu bewerten, was ausdrücklich positiv zu verstehen ist. Eine selbstinterpretierende Fußnote sucht man hier erfreulicher Weise vergebens. Die sehr breit klaffende und in den Raum gestellte Klangbühne kennen wir bereits von zahlreichen anderen Canton-Serien aus den aktuellsten Produktzyklen, auch die neue GLE-Reihe steht dem hier in nichts nach und präsentiert sich ausgesprochen präsent, wohlwollend und differenziert in den Stimmenanteilen.
Über alle Genres hinweg, ob nun Pop, Rap, Trash Metal – all das hat die 100er sehr wohlwollend dargeboten, ohne dass dieses typische „hier und da könnte (…)“ aufkam – sehr erstaunlich, wie ich finde. Richtig spannend wird es dann aber, wenn der Lautsprecher mehr Pegel bekommt. Man kann die GLE 100 gut und gern als „straight forward“ ohne Umwege beschreiben. Ein ehrlicher Lautsprecher, unkompliziert und auf den Klang bedacht. Das zeigt er dann bei elektronischen Power-Tracks, die dank der guten Abstimmung, speziell im Tieftonbereich, sehr laut und pegelfest aufspielen können.
Zur Einordnung: Wir reden hier nicht über einen vermeintlichen High-End-Aufbau, allerdings spielt der Lautsprecher, gemessen an seiner Marktpositionierung und dem Preisbereich, für den er zu haben ist, extrem gut auf und lässt das eine oder andere Vergleichsmodell alt aussehen. In Summe betrachtet ist das eine extrem gute Darbietung, die keinesfalls nur auf Leistung reduziert werden darf. Auch für entspannte Sessions eignen sich die Geräte bestens. Die Auflösung der Hochtonbereiche ist erstklassig, losgelöst und sehr fein dem Hörer präsentiert. Voller Überzeugung kann ich sagen, dass Canton mit der GLE 100 S2 ein großer Wurf in dem genannten Segment gelungen ist.
Ein Hinweis noch: Man sollte die Speaker bzw. die Füße noch entkoppeln. Die kleinen „Puks“ scheinen hier die beste Lösung zu sein. Wer beispielsweise neuartigen Estrichboden hat, der wird verstehen, was gemeint ist, da dieser gern dazu neigt, sehr schnell angeregt zu werden. Wie so oft gilt also in diesem Zusammenhang: Nicht immer ist der Lautsprecher „schuld“ – auch der Raum muss optimiert werden.
Damit kommen wir auf der nächsten Seite zu den abschließenden Fazit-Worten.
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