Lautsprecher

Test: Nubert nuVero nova 14 - Standlautsprecher

 

Praxis und Klangcheck

Selten hat mich ein Passiv-Lautsprecher mehr beschäftigt wie die nova 14 – und das ist absolut positiv gemeint! Natürlich wurden diese standesgemäß mit einer nuPower A und dem Streaming-Vorverstärker nuControl X betrieben. Wer es richtig gut meint, der kauft noch einen zweiten „50 Kilo-Block“ und geht dann in den Mono-Betrieb, je Schallwandler. Die Vorzeichen standen gut, hier eine erstklassige Akustikdarbietung zu erhalten.

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Potenter und edler HiFi-Aufbau – alles aus einer Hand

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In Gesprächen auf der High End und auch im Nachgang wurde seitens der Entwicklungsabteilung (u. a. Thomas Bien – Nubert), auf weitere Details eingegangen, die man im Hinterkopf behielt und die sich in der Praxis wirklich deutlich bemerkbar machen.

So wäre es bspw. die mit dem ikonisch getauften Buzzword Non Resonant Technology (NRT), mit der man die typische Metallresonanz im Hochtonbereich beseitigen möchte und im Ergebnis eine makellose Transparenz sowie glasklare, natürliche Höhen bis über 30 kHz erhalten will. „Ein plastisches, lebendiges Klangbild mit herausragender Ortbarkeit“, wie Nubert selbst das Klangverhalten beschreibt. Im Gespräch mit Thomas Bien wurde dargelegt, wie stark sich das Abstrahlverhalten verbessert hat und was man damit für Vorzüge im Alltag erlangen soll.

Anpassung des Klangs möglich - dank kleiner Brücken

Die Ortsentzerrung ist ein weiteres Detail, das bei der optimalen Nutzung des Lautsprechers helfen kann. Man kann zum Beispiel die Intensität des Tieftonanteils reduzieren, oder auch die Interpretation des Hochtonbereichs variieren. Das geschieht letztlich ganz einfach mit den zu entnehmenden Brücken, die dann lediglich auf eine neue Position gestellt werden. Das schon mal vorneweg: Das „Umstecken“ war deutlich wahrnehmbar und hat, meinem persönlichen Geschmack nach, die Klangdarstellung zum Positiven beeinflusst.

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Für die Klangbewertung habe ich mich dazu entschieden, die Brücken in die „Wandnahe“ Aufstellung zu bringen, sowie den Hochton auf „Sanft“ festzulegen. Das klang in den hiesigen Räumlichkeiten besser und ausgewogener bzw. hat es mir schlichtweg besser gefallen. Für die Hochtondarstellung hatte dies zur Folge, dass diese Frequenzbereiche einfach angenehmer und weicher klangen, also etwas weniger "spitz". Der Tieftonanteil wurde etwas herausgenommen, sodass hier die Dosierung einfach perfekt für meinen Hörraum erscheint. Stehenden Wellen oder leichte Überlagerungen konnte ich damit aktiv entgegenwirken. Die genannte Kombi aus Lautsprecher und Zuspieler war also schon mal feinjustiert. Die Lautsprecher selbst wurden nur ganz marginal eingewinkelt, obwohl es seitens des Herstellers beworben wird, dass dies es gar nicht mehr notwendig ist.

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Mitgelieferte Lautsprecher-Kabel in der Praxis

Am Beispiel von Make us Stronger konnte dargestellt werden, wie wahnsinnig präzise das Kickbass-Verhalten ist. In Kombination mit der nuPower A Endstufe hat man hier ein brutales Leistungsvermögen zur Hand und man steigt eher aus als die Technik, weil die Ohren schmerzen. Die Wiedergabekette ließ sich nicht in den Bereich bringen, dass die Pegelfestigkeit ins Limit ging, und begann Verzerrungen darzustellen. Das Leistungspotenzial kann subjektiv nicht ausgefahren werden -> IRRE!

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Aber auch Leonard Cohen mit Everybody knows hatte seine Gastvorstellung. Ich würde so weit gehen und dieser Technik-Darbietung eine referenzartige Bühnenbildung unterstellen, horizontal und vertikal. Die Stimme ist perfekt gestaffelt, die wenigen, sanften Basseinlagen untermalen die rauchige Stimme der Ikone eindrucksvoll. Groß, immersiv und keinesfalls im Sweetspot gefangen, so soll es sein!

Der vielerorts genutzte Track Ratchets ist ein weiteres eindrucksvolles Teststück, das darstellt, mit welcher Potenz der Lautsprecher agiert: Impulskontrolle, gepaart mit unbändigem Tiefbass. So machen elektronische Tracks große Freude. Nicht weniger eindrucksvoll ist der sich anschließende Kickbass, der ebenso kultiviert und stark auftritt. Wie schon weiter oben genannt: Dank der leicht anpassbaren Klangabstimmung, kann man hier mit den Settings dahingehend spielen und das Maß an zu viel Tiefgang herausnehmen. Das ist verdammt beeindruckend.

 

Allgemein

Die Fülle und der Detailgrad bei der Stimmendarstellung hatten mich zu jener Zeit schon beim Test der Nubert nuZeo Serie (zum Artikel) beeindruckt, nun legt man mit der nova (14) nochmals einen drauf und zelebriert hier ein klares, feines, freigelöstes Instrumentenfeuerwerk. Akustikinstrumente erfahren greifbare Nähe, schwingen wunderbar detailliert nach und sind, meinem Gusto nach, hervorragend interpretiert vorgeführt. Aber auch etwas abstrakte elektronische Musiktitel erfahren ein erstklassiges Herauslösen der Stimme des jeweiligen Interpreten. Der Detailgrad im Mitten- sowie Hochtonbereich ist beeindruckend – in diesem Zusammenhang lässt sich auch gern der Bezug zur „UltraDirectivity" herbeiführen. Der angestrebte SweetSpot bleibt bestehen und man kann auch sehr gut seitlich, den Phantom-Center genießen. Gerade in Anbetracht einer alltäglichen TV-Nutzung sicher nicht unbedeutend.

Wechseln wir noch einmal zurück zu den Musiktiteln. Auch wenn die Musikwelt Nils Lofgren zu Ende gespielt hat, blieb mir insbesondere seine Akustikgitarre eindrucksvoll in Erinnerung. Jedes noch so kleine Zupfen oder sanfte Schlagen eines High-Hat wird auf die Klangbühne gebracht, immer perfekt im Zusammenspiel mit den anderen Tonbereichen, ohne spitz oder nervig in den Vordergrund zu treten. Das war und ist absolut beeindruckend.

Etwas ab noch vom Lautsprecher selbst: Die nova 14 hatte ich ebenfalls an der neuen Onkyo Icon Serie (P-80 und M-80) im Betrieb. Hier klang dieser Lautsprecher bereits phänomenal. Leistungsmäßig ließ sich aber mit einer noch potenteren Endstufe hier der Nachbrenner zünden. Keinesfalls ist man auf ein Nubert-Produkt geeicht, aber die nuPower A (Stückpreis ~5000 Euro) könnte hier der passende Baustein sein, um die perfekte Ergänzung darzustellen.

Kommen wir auf der nächsten Seite zum finalen Fazit.

 


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