Test: Dockin D Fine+

dockin d fine plus newsbildStellt man dem Dockin D Fine+ seinem Vorgänger (zum Testbericht) direkt gegenüber, fällt ein Auseinanderhalten extrem schwer. Rein optisch gibt es nämlich nur minimale Änderungen, welche die Farbe betreffen. Auch im Inneren gab es nicht DEN großen Wandel, zumindest auf dem Papier. Als Neuerungen kann der Bluetooth-Lautsprecher die Unterstützung des BT 4.2 Standards mit aptX anführen. Des Weiteren wurde der Akku-Vergrößert sowie eine Stereo Link Funktion integriert. Wir waren gespannt, ob der D fine+ ebenfalls das Potential zum Kassenschlager besitzt.

 

 

Der Dockin D Fine genießt nach wie vor eine große Beliebtheit. Dies deuten zumindest die zahlreich vorhandenen Rezensionen auf Amazon an. Auch uns hat der Lautsprecher gut gefallen, allerdings gab es doch kleinere Mankos zu verbuchen. Beispielsweise wurde ein nervtötender Ton ausgegeben, wenn man den Lautsprecher an einem PC angeschlossen hat. Auch bei der Bluetooth-Reichweite gab es Verbesserungspotential. Da man dem Dockin D Fine+ nun Bluetooth 4.2 mit aptX spendiert hat, liegt die Vermutung nahe, dass sich unsere Kritik durch eine geänderte Platine beim neueren Modell vielleicht erledigt hat. Der D Fine+ soll den D Fine jedoch gar nicht ersetzen, sondern eine Alternative mit weiteren Funktionen darstellen.

 Dockin D Fine 3k

Vor allem ist damit die Stereo Link Funktion gemeint, welche den D Fine+ im Zweierpack zu einem aktiven Stereo Setup verhelfen soll. Aber auch der größere Akku mit nun 9.000 mAh und der damit erhöhten Laufzeit von bis zu 14 Stunden sprechen für den Plus. Wie Eingangs erwähnt, waren wir gespannt, ob Dockin unsere Kritikpunkte ebenfalls angegangen ist. Ebenfalls neu ist die optionale Transporttasche, welche natürlich für beide Generationen passend ist.

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Lieferumfang & Technische Daten

Der optisch aufgewertete Karton des Dockin D Fine+ hält im Vergleich zum D Fine etwas weniger Inhalt bereit. So muss man beim Plus auf den Transportbeutel verzichten. Dabei handelt es sich unserer Meinung nach aber nicht wirklich um einen Verlust. Der Beutel des non-Plus ist nämlich nur bedingt brauchbar. Neben den Abstrichen gibt es aber auch ein "Plus beim Plus". Denn das Netzteil kann man nun mit Adaptern in Deutschland und den USA nutzen.

Technisch haben sich, wie erwähnt, leichte Veränderungen eingeschlichen. Zum einen wurde der Akku auf 9.000 mAh aufgebohrt, ohne das Gewicht von 1.930 kg zu erhöhen. Die Laufzeit soll somit auf bis zu 14 Stunden ansteigen, was 40% Steigerung entspricht, bei ~36% Akku-Zuwachs. Das Gehäuse bleibt in seinen Dimensionen ansonsten identisch und auch die Konfiguration der Treiber (2x 15mm Hochtöner, 2x 60mm Tieftöner, 2x passiv Radiator) bleibt gleich. Daher wird an den 50W Ausgangsleistung auch nicht gerüttelt. Neu ist, dass man nun per Bluetooth 4.2 Verbindung aufnehmen kann und dabei auch der aptX Codec unterstützt wird.

 

Dockin D Fine+ im Überblick
 Modell  Dockin D Fine+
 Abmessungen
 285 x 100 x 103 mm (B x T x H)
 Gewicht   1.930 g
 Homepage www.dockin.de
 Preis 179,95 EUR (Herstellerpreis)
 Konnektivität
 Schnittstellen  Bluetooth 4.2 mit aptX
 AUX-Eingang (3,5mm Klinke)
 USB (Ladefunktion für externe Geräte)
 NFC (Kopplungsfunktion)
 Stereo link Funktion
 Lautsprecher
 verbaute Chassis
 2x  Hochtöner
 2x  Tiefmitteltöner

 2x  Passiv Radiatoren
 Sonstiges
 Akku  Kapazität: 9.000 mAh
 Ladezeit: ~? h

 Nutzungsdauer: bis zu 14 h Wiedergabe
 Garantie
 Garantie  2 Jahre gesetzliche Gewährleistung

 

Design & Detailbetrachtung

Um noch einmal auf die optische Unterscheidung zurückzukommen, lässt sich sagen, dass der Dockin D Fine+ noch eine Spur dunkler wurde. Statt wie beim Dockin D Fine sind die äußeren Kapen nun nämlich ebenfalls schwarz statt anthrazit und auch die Tastenkappen sind dunkel eingefärbt,  statt metallisch. Dem Quader-Deisgn ist man allerdings ansonsten eins zu eins treu geblieben.

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Mit 285 x 100 x 103 mm wirkt er nicht nur groß, sondern fühlt sich ebenso an, hält man ihn in den Händen. Dabei ist gar nicht mal so viel größer als bspw. der JBL Link 20. Die gewählte Form und das massive Gewicht haben einen Vorteil, vor allem wenn man sich mit dem D Fine+ Draußen bewegt. Durch den tiefen Schwerpunkt ist ein Umkippen beinahe ausgeschlossen. Aber nicht nur die beiden Gummi-Streifen auf der Unterseite können als Stellfläche genutzt werden, auch die beiden gummierten Seiten erfüllen diesen Zweck. Dann erinnert der D Fine+ ein wenig an den kleineren Bruder Dockin D Mate Direct.

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Ebenfalls von Vorteil für den Gang vor die Tür ist das IP55 Zertifikat. Zitiert man die DIN EN 60529, so ist der Lautsprecher "geschützt gegen Staub in schädigender Menge", "vollständig gegen Berührung" sowie "gegen Strahlwasser Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel". Von Vorteil ist im Gelände der gewachsene Akku von 9.000 mAh, welcher eine Laufzeit von bis zu 14 Stunden ermöglichen soll. Dass er mobilen Geräten von diesem Energiespeicher etwas abgibt, ist ein fairer Zug. Als Powerbank liefert er nämlich bis zu 1A über den USB Port.

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Bei der Zuspielung wurde der D FIne+ etwas audiophiler. Mit dem Bluetooth 4.2 inklusive aptX Codec die Musikübertragung in beinahe CD Qualität ermöglicht werden. Dies muss allerings auch vom Zuspieler unterstützt werden. Die bessere Effizienz des D Fine+ wird vermutlich vom neueren Bluetooth Standard hervorgerufen. Beibehalten wurde, dass man die Musikquelle auch klassisch per 3,5mm Klinke anschließen kann.

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Ein Öffnen des D FIne+ bleibt eine knifflige Angelegenheit, auch wegen der Schutzmaßnahmen. Da man die beiden 15mm Hochtöner außen, die beiden 60mm Tiefmitteltöner mittig sowie die beiden passiven Radiatoren rückseitig durch die Gitter leicht durchblitzen sieht, gibt es aber eigentlich auch keinen Grund das Gehäuse aufzubrechen. Das Zusammenspiel der Chassis soll für eine Ausgangsleistung von 50W sorgen. Zum Einsatz kommt dabei erneut ein DSP. Eine Klangänderung kann man wenn nur am Zuspieler vornehmen.

 


 

Praxistest

Bevor es an den Klangcheck ging, sollte zunächst die Akkuleistung überprüft werden. Da der D Fine+ bereits etwas vorgeladen geliefert wurde, muss der Rest Kapazität erst einmal leer gedudelt werden. Danach wurde der Akku wieder aufgefüllt. Es dauerte schon etwas bis die 9.000 mAh wieder komplett abrufbereit waren. Danach wurde bei mittlerer Lautstärke die Ausdauer gemssen. Die verspochenen 14 Stunden kamen zwar nicht raus, aber mit ~13 Stunden hat man das Ziel nicht weit verfehlt. Bei geringerer Lautsträke ist die Herstellerangabe aber sicherlich erreichbar. Weniger wird es allerdings, wenn man den Lautsprecher frei heraus ballern lässt. Gleiches gilt bei der Powerbank-Funktion. Da allerdings nur mit 1A bzw. 5W geladen wird, sollte der Schwund nicht allzugroß ins Gewicht fallen.

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Die Bluetooth-Verbindung des D Fine+ ist als gut einzuordnen. Im Freien sind bis zu 10m wirklich kein Problem und auch Indoor mit leichten Hindernissen wurden keine Probleme festgestellt. Bei den Teufel Real Blue NC sieht das bei gleicher Voraussetzung zum Beispiel nicht so rosig aus. Das Piepen, welches der D Fine am PC (egal welcher) von sich gab, konnte am D Fine+ nicht reproduziert werden. Ein kleiner Erfolg schon einmal, denn damit lässt sich der Lautsprecher in der Tat theoretisch auch als Soundbar für den PC nutzen. Wäre da nicht das generelle, leichte Grundrauschen, welches beim Betrieb per Klinke und Netzteil auffälliger wird. Wirklich schade, dass das Lösen des einen Problems scheinbar ein anderes mit sich gezogen hat. Was ebenfalls für den betrieb als Soundbar suboptimal ist, ist die Positionierung der Anschlüsse. Diese sind nicht nur liegend immer sichtbar, sondern hochkant noch störender. Das löst der Cambride Audio Yoyo (S) bspw. besser und die Dockin D Mate Direct wären evtl. die bessere Wahl für dieses Szenario.

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Was den mobilen Einsatz betrifft, ist der Dockin D Fine+ nach wie vor super gerüstet. Dank IP55 ist der Speaker vor Staub und Wasserunfällen geschützt. Auch der Stand im Gelände ist unbedenklich, da er durch die Bauweise und das Gewicht eigentlich fast nicht umkippen kann. Das Gewicht hat aber auch seinen Nachteil. Mit beinahe 2 kg wirft man den D Fine+ nicht mal ebenso mit in die Tasche. Aber auch hier ist geholfen.

Dockin D Fine 16k Dockin D Fine 16k

Passend zu den beiden Modellen hat der Hersteller ein Transport-Case entworfen, welchen den Lautsprecher sowie weiteres Zubehör sicher transportiert. Geschultert fällt das Gewicht dann nicht mehr so ins Gewicht. Bei der Nutzung sollte man unbedingt drauf achten, dass die Bedientasten sozusagen in der Aussparung liegen. Ansonsten kann es leicht passieren, dass der Lautsprecher plötzlich durch eine ungewollte Aktivierung Töne von sich gibt.

 

 

Bedienung

An der Bedienung hat sich grundsätzlich nichts geändert. Über die vier Tasten auf der Oberseite können Lieder pausiert, abgespielt oder durchgeschaltet werden. Natürlich lässt sich auch die Lautstärke einstellen. Hierbei lässt sich anmerken, dass die ersten Stufen zunächst kaum eine Änderung bewirken, kurz vor der Mitte dann aber die Lautstärke plötzlich drastisch ansteigt. Es liegt scheinbar eine exponentielle Kurve, statt einer linearen Reglung vor. Des Weiteren werden viele Eingabgen weiterhin von lauten Hinweistönen begleitet. Diese hätte man sich gerne sparen können.

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Musikwiedergabe

Man könnte denken, dass durch die Einpflegung des aptX Codecs auch Änderungen an der Klangcharakteristik nach sich gezogen hat. Hat es aber nicht. Rein subjektiv betrachtet spielt der Dockin D Fine+ beinahe identisch zum non-Plus. Gekeinnzeichnet ist die Wiedergabe also auch hier von einem druckvollen Bass und prägnanten Höhen. Im gleichen Zug misst man aber auch hier den mittleren Tonbereich etwas. Dies hat zur Folge, dass gerade dynamische TItel, welche das volle Frequenzband ausreizen verfälscht klingen. Stimmen fliegen dann über einem Meer aus Tieftönen. Ganz allgemein ist die Klangqualität schlecht zu beurteilen, da diese Chrarakteristik bei manchen Genres passt, bei manchen aber auch einfach nicht. Mit einem guten Zuspieler kann man der Problematik etwas entgegenwirken. Mit etwas Anpassungen konnte insgesamt ein zufriedenstellender Betrieb gewährleistet werden.

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Warum gerade beim Dockin D Fine+ Kritik geäußert werden darf, liegt darin, dass der Hersteller den Lautsprecher als Soundbar bewirbt. Hier kann der einzelne D Fine+ zwar wieder durch sein Bassfundament punkten, welches sich deutlich von den meisten TVs absetzen sollte, aber als einzelner Lautsprecher geht dann doch Räumlichkeit flöten.

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Mit einem zweiten Dockin D Fine+ sieht das aber schon ganz anders aus. Es wird nicht nur mehr Räumlichkeit geschaffen, interessanterweise klingt das Duo insgesamt auch dynamischer und ausgewachsener. Aufgefallen ist im Test die Notwendigkeit einer Bluetooth LL (Low Latency) Unterstüzung des TVs, da das gucken sonst keine Spaß macht, weil der Ton dem Bild hinterherhinkt. Untereinander konnte keine Verzögerung ausgemacht werden. Am PC konnte das Gespann einiges der Kritik abarbeiten. Jedoch ist hier noch immer die Kabelfürhung ein Problem.


 

Fazit

Der Dockin D Fine+ soll das Lineup des Hersellers sinnvoll ergänzen. Konkret soll das Stereo Link Feature dazu beitragen, welches außerordentlich gut funktionierte. Nicht nur die Räumlichkeit profitiert vom zweiten Gerät, auch der Klang scheint sich ausgereifter anzuhören. Ohne diese Funktion ist ein Wechsel vom Dockin D Fine zur Plus-Variante nicht wirklich empfehlenswert, da sich der Mehrwert in Grenzen hält. Die Zielgruppe ist also der Neukäufer. Dieser erhält mit dem portablen Lautsprecher einen massiven Begleiter mit etwas inhomogener Abstimmung. Der druckvolle, manchmal beinahe schon einnehmende, Bass kann noch in der Kategorie "Geschmacksache" verbucht werden, die zu dezenten Mitten allerdings nicht. Für den ausgewogeneren Klang muss man also gegebenfalls selbst aktiv werden und mit einem Euqalizer entgegenwirken.

Material und Verarbeitung des massiven Geräts sind insgesamt in Ordnung. Ein wenig profitiert der D Fine+ von 2 kg, wenn es um den sicheren Stand im Gelände geht. Denn ein Umkippen ist beinahe ausgeschlossen, wobei durch die IP55 Zertifizierung auch ein Dreckkontakt nicht schlimm ist. Allerdings ist die Masse auch nicht eben so eingesteckt. Die Transporttasche ist bei häufiger mobilen Nutzung schon empfehlenswert.

Was das Preis-Leistungs-Verfhältnis angeht, hat es der Dockin D Fine+ durch den etwas höheren Preis im Vergleich zum D Fine schon etwas Probleme. Denn mit 179€ UVP bzw. ~155€ Straßenpreis ist bspw. auch der Ultimate Ears MEGABOOM erhältlich, welcher ebenfalls laut sein kann, dabei ausgewogener klingt und zudem mit Amazon Alexa ausgerüstet ist. Für den richtigen Outdoor-Einsatz stellt auch der Teufel Rockstar GO ist mit ~150€ eine gute Alternative dar. Mit Stereo Link Funktion ist der Lautsprecher in gewisser Weise schon eine Empfehlung wert, allerdings muss man dann auch bedenken, dass man für zwei Geräte auch schon bei ~310€ liegt, womit man bereits im Einstiegsbereich von Soundbars rangiert. Der Lautsprecher ist selbstredend bei Amazon verfügbar.

 

 

Dockin D Fine+
 Die großen Änderungen bleiben aus - Mit klanglichen Anpassungen solide, aber auch schwer - 10.02.2019

 
   Lautsprecher Testberichte
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     Pro   Contra Dockin D Fine 4k  
 
 

+ Druckvoller Klang...
+ hoher Pegel...
+ Stereo Link hebt Klangleistung
+
IP55 Zertifizierung
+ solide Verarbeitung

- ... der etwas unausgewogen ist
- ... der etwas zur Verzerrung führt



 

 

 

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