Test: Cambridge Audio Yoyo S

cambridge audio yoyo s newsbildNachdem der Cambridge Audio Yoyo L sich im Test beweisen musste, sollte diesmal der Cambridge Audio Yoyo S zeigen, was er auf dem Kasten hat. Der mobile und kleinste Ableger der Serie setzt ebenso auf das typische Stilelement, eine Stoffbespannung des Gehäuses. Die Konnektivität fällt ausrichtungsbedingt etwas geringer aus. Wie die Briten den mobilen Einsatz insgesamt interpretieren und wie es um den Klang bestellt ist, klärt der nachfolgende Artikel.

 

 

 

Betrachtet man den Cambridge Audio Yoyo S und Yoyo L rein frontal, so wird einem nicht direkt ersichtlich, dass man es grundsätzlich mit zwei verschiedenen Geräten zu tun hat. Erst ein Blick von Oben oder von der Seite offenbart, dass deutlich geringere Volumen des Yoyo S. Der kleine Fußabdruck ist für den angedachten mobilen Einsatz aber auch nötig, ebenso das geringere Gewicht. Trotz dieser Ausrichtung soll der kleine Lautsprecher mit einem edlen Look überzeugen, welche durch eine Bespannung mit Stoff hervorgerufen wird.

Cambridge Audio Yoyo S 10k

Bevor es ans Eingemachte geht, wird kurz resümiert, was der Hersteller beim Erwerb des Cambridge Audio Yoyo S mit an die Hand gibt. Erfreulichweise hat man sich beim enthaltene Ladegeräte für eine Variante mit Wechsalaufsetzen entschieden. Somit kann man den Lautsprecher in Deutschland, Britanien und den USA aufladen bzw. nutzen. Des Weiteren ist ein 3,5mm Klinke-Kabel enthalten, um auch ohne Bluetooth-Verbindung Musik auf den Yoyo S zu übertragen zu können. Die Kurzanleitung in mehreren Sprachen runden das Paket ab. Sie sind leicht verständlich, besonders umfangreich ist das Featureset des Lautsprechers aber auch nicht.

 

Cambridge Audio Yoyo S - Technische Details
 Bezeichnung  Cambridge Audio Yoyo (S)
 Preis   179 EUR
 Hersteller-Homepage  www.cambridgeaudio.de
 Maße  246 x 128 x 67 mm (Breite x Höhe x Tiefe) 
 Gewicht  1,2 Kg
 Daten
 Anschluss Bluetooth, 3,5mm Klinke
 Ausgangsleistung  ?
 Akkulaufzeit / Akku  bis zu 14 Stunden / ? Ah

 

Detailansicht des Cambridge Audio Yoyo S

Auch wenn die Ausgangslage des Yoyo S ähnlich zu der des Yoyo L ist, wurde dem kleineren mobilen Ableger ein frischeres Erscheinugsbild gewährt. Entscheidend ist hier nicht die Formgebung des schmalen Lautsprechers, sondern die Farbwahl. Während es den Yoyo L nur in dunkel- und hellgrau gibt, ist der Yoyo S zusätzlich in einem hellen Grün und dem hier präsentierten dunkleren Blau erhältlich.

Cambridge Audio Yoyo S 2k

Der feine Stoffzwirn steht auch dem Cambridge Audio Yoyo S sehr gut. Durch den Griff zum Bezug von Marton Mills geht man nicht nur eine brittische Kooperation ein, sondern verlässt sich auch auf ein Traditionsunternehmen. Cambride Audio weiß aber auch, was es heißt das Gewebe zu verarbeiten. Wie beim großen Bruder sind keine Mängel vorzufinden. Ecken und Rundungen werfen keine Falten auf und auch die Naht wurde sauber umgesetzt. Natürlich muss man sich die Frage stellen, warum man einen mobilen Lautsprecher mit einer dreckempfindlichen Oberfläche versieht. Beim JBL Link 20 bspw. gibt es eine ähnliche Optik, bietet aber sogar einen IPX7 Schutz.

Cambridge Audio Yoyo S 5k Cambridge Audio Yoyo S 6k

Während sich die drei Chassis in der Front nur ganz leicht durch die Öffnung und minimale Dellen im Bezug abzeichnen, ist der passive Treiber auf der Rückseite extrem präsent. Dieser soll im Zusammenspiel mit dem nach vorne strahlendem Subwoofer für Druck sorgen und die teiferen Frequenzen unterstüzen. Wie beim Yoyo L schweigt sich der Hersteller auch hier über die verbauten Treiber aus. Weder Größe, Frequenz noch Leistung wird aufgeführt. Eine Abbildung des Herstellers lässt sich zumindest sagen, dass es Subwoofer sowie zwei Vollbereichstreiber verbaut sind. Was der Lautsprecher auch gemeinsam mit dem stationären Modell hat, ist die Softtouch-Oberfläche auf der Oberseite. Ein Gruß geht auch hier an den Staub, welcher sich gerne breit macht und nicht bzw. nur schwer verschwinden mag. Die sichtbaren Bedienelemente werden auf der folgenden Seite genauer betrachtet.

Cambridge Audio Yoyo S 4k

Die schlanke Silhouette des Lautsprechers hat aber auch einen Nachteil, welcher vor allem auch im mobilen Einsatz nicht ohne Gewichtung ist. Auf den beiden gummierten Auflageflächen ist der Stand sehr wackelig. Disqualifiziert nicht bereits der Stoff für einen Außeneinsatz, so ist es spätestens der Stand, welcher die Outdoor-Qualitäet restlos zunichte macht. Eigentlich schade, denn auf der Unterseite findet man einen USB Typ-A Anschluss vor, welcher ein Powerbank Funktion beherbergt. Der Taster daneben erweckt eine Akkustands Anzeige, welche auf der Oberseite mit den verbauten LEDs realisiert wird. Es sind also durchaus Mobile-Features vorhanden, aber generell sollte es dennoch beim Indoor Betrieb bleiben. 

Cambridge Audio Yoyo S 8k Cambridge Audio Yoyo S 8k

Ein 3,5mm Klinken-Anschluss ist auf der Unterseite ebenfalls vorzufinden, ebenso wie der Ladestecker. Wie auch der Yoyo L oder erst kürzlich beim Teufel ROCKSTER GO gesehen, ist auch hier ein Stativ-Gewinde eingearbeitet. Aber dennoch bleibt die Frage offen, was sich der Hersteller wirklich davon verspircht.


 

Bedienung

Bei der Bedienung hat sich der Hersteller ein interessantes Konzept zu nutze gemacht. Der Yoyo S verfügt zwar nicht über einen Sprachassistenten wie bspw. der oder Panasonic SC-GA10, kann aber dennoch ohne Berührung bedient werden. Per Gestensteuerung lassen sich einfache Befehle mittels wischen über die Geräteoberseite umsetzen. Konkret lässt sich die Wiedergabe pausieren, wiederaufnehmen oder zum nächsten Titel geskipt werden. Der erste Befehl funktioniert beim wischen nach links, während die beiden anderen eine Wischbewegung nach rechts benötigen. Natürlich fuktioniert diese Kontrolle nur dann, wenn man die Musik per Bluetooth bezieht. Gerade beim Kochen ist diese Bedienungsart von Vorteil, weil man nicht Gefahr läuft das Gerät einzusauen.

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Um die Lautstärke zu ändern, braucht es dann doch die Berührung. Aber auch nur diese. Denn Lautstärke sowie Quellen-Tasten sind Berührungsempfindlich. Vermutlich ist die Gestensteuerung eben über diese Technologie verwirklicht bzw. über die anderen Tasten. Nur der Power-Button braucht einen leichten Druck. Schade ist es, dass man nicht auch die Lautstärke-Einstellung mit der Gestensteuerung belegen konnte. Die vermutete Funktionsweise würde dies aber nicht so leicht zulassen. Insgesamt kann man die Bedienung als intuitiv und simpel bezeichnen. Dies gilt auch beim Verbinden eines Bluetoothgerätes, was vor allem dann zum Kinnderspiel wird, wenn man auf die Kopplung via NFC zurückgreift.

 

 

Akkulaufzeit

Cambridge Audio beziffert die Akkulaufzeit mit 14 Stunden. Das können wir so in etwa bestätigen. Natürlich hängt dieser Wert auch immer von der Lautstärke ab. Cool ist auch, dass man den Lautsprecher auch als Powerbank nutzen kann. Die Wiedergabezeit schrumpft dann natürlich, allerdings sollte das Fassungfsvermögen für die meisten Einsätze ausreichend dimensioniert sein.

 

Klangcheck

Noch mit dem Cabrdige Audio Yoyo L im Ohr, ging es an den Klangcheck des Yoyo S. Ehrlicherweise war die Erwartung nicht sehr hoch, da der größere Lautsprecher schon nicht restlos überzeugen konnte. Und da auch der mobile Ableger auf die Kombination aus Vollbereichstreiber und Subwoofer setzt, wurde die Abstimmung ähnlich vermutet. Dies bestätigte sich auch bereits nach kurzem Check. Auf die Größe bezogen, machen der Subwoofer und passive Treiber zwar ordentlich Druck, aber die Vollbereichstreiber setzen auch hier die höheren Töne etwas separiert in die Gesamtkulisse. Ruhige Musikrichtungen mit hohem Tieftonanteil befinden sich auch hier wieder im Fenster der gefälligen Abstimmung. Alles was mehr Dynamik an den Tag legt, klingt etwas unecht bzw. lässt die Höhen etwas hart herausfallen aus dem Klanggebilde. Dass man im Hause Cambridge Audio aber auch keine audiophilen Ansprüche stellt, zeigt sich bereits daran, dass keine aptx Verbindung implementiert wurde. 

Cambridge Audio Yoyo S 1k

Den insgesamt besseren Weg geht bspw. der Pioneer MRX-5, welcher in allen Frequenzlagen Herr der Lage bleibt und mit viel Detailreichtum aufschlägt und auch hohen Pegel beherrscht. Dies ist beim Yoyo S nämlich auch ein Manko. Denn bei höherer Lautstärke wirkt der kleine Lautsprecher schon überfordert. Weniger ist manchmal einfach mehr. Eine Begrenzung der Lautstärke wäre manchmal einfach ratsam. Für die reine Größe bzw. das Volumen ist der Klang in Ordnung, nicht man das die Einschätzung falsch versteht. Allerdings gibt es durchaus ähnlich kompakte Konkurrenten, die für weniger Geld auch nicht deutlich weniger zu bieten haben.


Fazit

Ein Gerät zu beurteilen heißt auch immer den Preis im Auge zu behalten. Und dieser macht es dem Cambridge Yoyo S, wie auch schon dem Cambridge Audio Yoyo L etwas schwer. Denn mit ~180€ ist man weit entfernt von einer günstigen Lösung für Unterwegs. Kontrahenten in Form des Dockin D Fine oder Teufel ROCKSTER Go sind hier bereits für weniger zu haben und bieten mehr Outdoor-Qualitäten, sind aber auch weniger elegant. Durch die Verwendung des Marton Mills Bezugstoffes, verliert der kompakte Lautsprecher diese nämlich etwas. Allerdings ist die Bespannung auch sehr hochwertig und verleiht dem Yoyo S einen edlen Touch. Ebenfalls weniger vorteilhaft ist der etwas wackelige Stand, welcher durch den geringen Querschnitt hervorgerufen wird.

Dank der schmalen Silhouette lässt sich der Lautsprecher aber gut verstauen. Dabei ist es schon gewaltig, was der Hersteller trotz des geringen Volumens an Bass hervorzaubert. Der mittige Subwoofer und der passive Treiber auf der Rückseite leisten hier vollen Einsatz. Leider fügen sich die beiden Mitteltöner im oberen Frequenzgang nicht ganz so toll ins Klanggefüge ein. Die Höhen wirken etwas deplatziert bzw. gekünzelt. An sich geht der Sound aber in Ordnung.

Bei der Funktionalität hat sich Cambridge Audio auch etwas nettes einfallen lassen. So kann man ohne Berührung verschiedene Befehle ausführen, was in manchen Lagen schon von Vorteil sein könnte. Ebenfalls als Pluspunkt kann die Powerbank-Funktion gewertet werden. Der Akku ist ausreichend groß dimensioniert, sodass man auch bei Nutzung dieser eine adäquate Wiedergabezeit erzielen kann. Um den Speicher wieder auf volle Leistung zu bringen, sind typischerweise auch beim Yoyo S Stecker für Europa, England und USA enthalten. Dass man nicht per USB laden kann, ist dabei aber etwas ärgerlich.

Beim Cambridge Audio Yoyo S handelt es sich insgesamt also eher um einen mobilen Reiselautsprecher, als um einen Beschaller für den Außeneinsatz. Die Outdoor-Qualitäten sind daher weniger gewichtig. Der wackelige Stand und leichte Abstriche beim Klang bleiben allerdings bestehen. Ob der Preis mit 180€ zu hoch ausfällt, hängt auch immer davon ab, was man als Vergleich heranzieht. Sind es die oben genannten Geräte, ist er zu teuer. Zieht man bspw. den KEF MUO oder DALI KATCH, welche sich auch eher in die Edelschiene schmeißen, heran, geht er voll in Ordnung.

 

 

Cambridge Audio Yoyo S Wireless-Lautsprecher
 Für den Außeneinsatz eine Spur zu edel und dabei musikalisch befriedigend - 12.12.2018

 
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   Pro  Contra    
 

+ hochwertige Erscheinung
+ tolle Verarbeitung
+ intuitive Bedienung
+ Powerbank Funktion
+ mehrere Ladestecker

- Höhen wirken gekünzelt
- wackeliger Stand
- mobil, aber nicht für draußen geeignet


 Cambridge Audio Yoyo S 3k  

 

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