Test: KEF LSX Wireless-Lautsprecher

KEF LSX newsMit den KEF LSX präsentiert das britische Unternehmen eine neue aktive Lautsprecherserie, welche als "kleine Schwester" der so erfolgreichen aktiven LS50 angesehen werden kann. Die Schallwandler bieten eine „echte“ kabellose Kommunikation untereinander. Zugleich will man mit der Designsprache ein Lifestyle-Produkt platzieren, was sich auch außerhalb des traditionellen" KEF HiFi-Kunden behaupten soll. Wir haben uns einen umfangreichen Eindruck der neuen KEF LSX verschafft und alles auf den folgenden Seiten niedergeschrieben.

 

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Gleich vorne weg möchten wir an dieser Stelle ein Update bekannt machen, was rund ein halbes Jahr nach dem Launch der hier vorgestellten Lautsprecher an den Markt kam. Denn auf der High End 2019 hat der Hersteller einige Halterungs- sowie Standfußlösungen präsentiert, was wir im nachfolgenden Video festgehalten haben.

Im Jahre 2012 wurden die LS50 erstmals präsentiert, 2016 folgte die aktive Variante der so erfolgreichen Lautsprecherserie. Aktuell schreiben wir das Jahr 2018 und die britische Manufaktur führt diese aktive Serie fort und stellt mit ihrem neuen LSX Lautsprechersystem ein Produkt vor, welches sich nicht nur optisch von der größeren Variante unterscheidet. Kompakt in den Abmaßen, stylisch in der optischen Designsprache und eine echte „kabellose“ Schnittstelle untereinander sind nur ein paar Eckpunkte des neuen LSX-Lautsprechersystems. Bevor wir uns den Lautsprecher und deren Technik genauer widmen, eine kurze Übersicht über die technische Ausstattung der neuen LSX.

LSX Farbvarianten
Farbvarianten: Oliv-Grün (Michael Young Signature Edition), Weiß(matt), Schwarz(matt), Blau(satin) und Maroon-Rot(satin) 

 

KEF LSX - Technische Details

Bezeichnung

 KEF LSX Wireless Aktiv-Lautsprecher

Preis 

  ~ 1.199 EUR Paarpreis 

Hersteller-Homepage

 www.kef.com

Maße

155 x 240 x 187mm (Breite x Höhe x Tiefe) 

Gewicht

 3,6 Kg Stück

 Daten

Design

 aktive 2-Wege-System (Bassreflex)

Verstärker

 Class-D Endstufe 70 Watt (Tiefmitteltöner)
 Class-D Endstufe 30 Watt (Hochtöner)

Frequenzbereich

 54 - 28.000 Hertz (More bass extension)
 59 - 28.000 Hertz (Standard)
 69 - 28.000 Hertz (Less bass extension)

drahtlose Verbindung 

 24bit / 48kHz (kabellos 2,4 GHz) - 24bit / 96kHz (kabelgebunden)

 Streaming-Dienste

 TIDAL, Spotify Connect, QQ Music, Inet-Radio, ROON (Airplay)

Konnektivität

 Airplay 2 wird per Update nachgeliefert
 Bluetooth aptX
 Netzwerkschnittstelle / WLAN 2,4 und 5 GHz
 optischer Eingang (Toslink)
 AUX-Eingang (3,5mm Klinke)
 Subwoofer-Ausgang


 

Detailansicht

Schon die schicke Verpackung mit dem integrierten Tragegriff, weg vom tristen braunen Umkarton, zeigt das KEF mit den LSX einen breiten Markt ansprechen möchte, der sich nicht nur an den audiophilen HiFi-Anwender richtet. Diesen Eindruck unterstreicht auch das ausgepackte System selbst, wenn es vor einem auf dem Schreibtisch steht. Auch wenn sich das kompakte aktive Stereosystem klar als Produkt der britischen Manufaktur zu erkennen gibt, was natürlich auch auf den eingesetzten Uni-Q Treiber zurückzuführen ist, spricht die Optik eine deutlich moderne und frischere Sprache und identifiziert die LSX klar als ein Lifestyle Produkt, welches auch jüngeres Publikum ansprechen soll. So sind die Lautsprecher, wie schon die LS50, wieder in interessanten Farbkombinationen erhältlich, aber zusätzlich bekleidet man die LSX mit einem Textilgewebe. Und hier setzt man nicht auf irgendeinen "Stoff", sondern auf die Qualität der Manufaktur Kvadrat. Bis auf die weiße Variante, die wieder eine Hochglanz-Lackierung aufweist, sind alle anderen Farbvarianten mit einem farblich abgestimmten Textilgewebe aus dem dänischen Hause überzogen. Das 1969 gegründete und international renommierte Design-Unternehmen entwirft seit Jahrzehnten z. B. Polstermöbel, Teppiche oder auch Akustikpaneele. Aber mittlerweile setzen immer mehr Hersteller aus dem Audiobereich auf diese Stoffbespannung, wie man es z. B. auch bei der Citation-Serie aus dem Hause Harman Kardon auf der IFA in Berlin sehen konnte.

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Aber kommen wir zurück zu den LSX. Dieses neue „textile Kleid“ steht den kompakten Lautsprechern wirklich sehr gut. Der von den KEF-Designern ausgewählte Dresscode hätte man besser nicht wählen können - würde man selbst als "Image Consulting Agentur" auftreten, so ließe sich der LSX ihre Kompetenz schon alleine wegen der Optik zusprechen. So einfach machen wir es dem System aber natürlich nicht, aber es lässt sich keinesfalls leugnen, das die neue Designsprache optisch erfrischt, weil auch einfach die Wertigkeit der eingesetzten Materialen stimmig ist. Die uns vorliegende Michael Young Signature Edition ist, wie der Name schon verrät, vom britischen Designer Michael Young farblich entworfen und mit einer Unterschrift von ihm signiert. Auch hier setzt man auf das hochwertige Textil aus dem Hause Kvadrat. Dieses umzieht den MDF-Korpus in einem leicht melierten oliven Farbton. Die Schallwand dagegen ist aus einem soliden und satinierten Kunststoff gefertigt und greift den olivgrünen Farbton in etwas dunklerer Ausführung auf. Damit auch Kantendispersionen keine Chance haben, wurde diese nach hinten deutlich abgerundet. Der Übergang von Schallwand zum Gehäuse verläuft von den Spaltmaßen sehr gleichmäßig und weißt eine hohe Passgenauigkeit auf, was die hohe Fertigungsqualität unterstreicht. Für den farblichen Kontrast sorgt dann die matt goldene Membran des Uni-Q bzw. der rote Hochtöner und für die cleane Erscheinung wurde auf sichtbare Montageschrauben verzichtet. 

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Unterschrift des britischen Designers Michael Young (Special Edition) - Textilbespannung aus der dänischen Manufaktur Kvadrat

Auch der Standfuß greift diese sehr stimmige Farbgebung auf und wurde in einem passenden Rotton gehalten, der neben vier gummierten Auflageflächen auch über ein integriertes Stativgewinde in ¼ Zoll verfügt, welches bspw. für ein sichere Befestigung an der Wand genutzt werden kann. Dieses doch sehr „mutige“ Design der Sonderedition ist in unseren Augen wirklich gelungen, Rot und Grün in dieser Variante zu kombinieren sieht nicht nur erstklassig aus, sondern bietet auch ein Design abseits des üblichen Einheitsbreis. Wer es weniger kontrastreich in der Farbgestaltung mag, hat ja mit den anderen Farben Weiß(matt), Schwarz(matt), Blau(satin) und Maroon-Rot(satin) auch Alternativen zu Auswahl, die aber nicht weniger schick daherkommen, sondern eine eher dezentere optische Sprache sprechen.  

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4 Zoll Uni-Q Treiber - Membrane sind je nach Farbvariante anders eingefärbt

Wie es sich natürlich für ein KEF-Produkt gehört, kommt auch in der LSX der Uni-Q-Treiber zum Einsatz. Diese Einpunktschallquelle ist in fast allen Lautsprechern des britischen Herstellers zu finden, wenn auch in angepasster Form, was nicht nur den Stolz dieser Eigenentwicklung unterstreicht, sondern auch die flexible Einsatzmöglichkeit dieser Chassis. Der hier eingesetzte 4-Zoll große Uni-Q-Treiber setzt sich aus einem 19mm Hochtöner und 115mm Tiefmitteltöner zusammen. Beim Material der Hochtöner setzt man auf Aluminium und beim Tiefmitteltöner auf eine Magnesium / Aluminium-Legierung. Das Herzstück der KEF LSX Wireless arbeitet mit einer mittig sitzenden 19mm Aluminiumkalotte die für die Höhenwiedergabe zuständig ist und der ein auffälliges Dispersionsgitter mit „Flügeln“ vorgesetzt wurde. Bei der Wiedergabe des mittleren und tiefen Frequenzbereichs kommt eine äußere und größere matt goldfarbende 115mm Membran zum Einsatz. Der unbewegliche Teil zwischen der Hochtonkalotte und der eigentlichen Membranfläche des Tiefmitteltöners dient als Waveguide für den Hochtöner, wie auch die kleinen Nasen auf der Sicke deutlich machen. Diese charakteristische Doppelmembrankonstruktion ist nicht nur optisch ein Leckerbissen, sondern kann auch auf der technischen Seite mit einigen Raffinessen überzeugen. 

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Uni-Q Treiber Aufbau (Foto: KEF)

Die Technik ist auch ein Punkt an dem KEF massiv geschraubt hat. Wo noch der Name LS50 Wireless ein wenig irreführend wahrgenommen wurde, da beide Lautsprecher immer noch per Kabel miteinander verbunden werden müssen, hat man bei der LSX jetzt Veränderungen vorgenommen. Die neuen LSX können weiterhin untereinander mittels einem Cat-6 Verbindungskabel bzw. RJ45-Ports kommunizieren, bieten aber auch eine reine kabellose Verbindung miteinander. Diese wird über einen integrierten proprietären 2,4 GHz Transmitter in Master und Slave realisiert. Über diese Art der Verbindung können beide Lautsprecher in einer Auflösung von 48 kHz / 24bit sich „unterhalten“. Sollte man doch lieber kabelgebunden unterwegs sein, steigt die mögliche Datenrate auf 96kHz / 24bit an.

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Da KEF mit einem Master und Slave System arbeitet, bietet sich auf der Rückseite ein unterschiedliches Bild bei Betrachtung beider Lautsprecher aus dem LSX-Set. Der Slave-Lautsprecher bietet hier nur die Master (Ethernet) Schnittstelle, eine LED für das M/S Wireless-Pairing und den nötigen 3-Blatt-Stromanschluss. Im Gegensatz zu den aktiven LS50, sitzen die Kühlkörper der LSX intern im Gehäuse, was das Gehäuse nach hinten nicht so ausladend macht. Die Master-Variante des LSX-Gespanns ist da auf der Rückseite etwas umfangreicher ausgestattet, schließlich dient sie als Schaltzentrale in dieser Kombination. Für die Kommunikation mit den Lautsprechern stehen dem Nutzer kabelgebundene Anschlüsse in optischer und analoger Natur zur Verfügung. In Zahlen bedeutet das ein optischer Toslink- und ein analoger Klinkeeingang sind vorhanden. Für eine kabellose Zuspielung stehen Bluetooth mit aptX und später folgt noch die Airplay 2 Konnektivität, aktuell wird diese noch validiert und soll Anfang 2019 per Update nachgeschoben werden. Für die Einbindung ins heimische Netzwerk kann man zwischen WLAN oder Ethernet-Kabel wählen. Wem der Tiefgang im Frequenzgang der kompakten LSX nicht ausreichen sollte, der kann dank einem Subwoofer-Ausgangs Abhilfe schaffen. Damit man auch z. B. einen Echo oder Chromecast direkt mit den Lautsprechern verbinden kann, hat KEF für eine integrierte USB-Stromversorgung gesorgt, die maximal 2 Ampere zur Verfügung stellen kann.

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aufgeräumte Rückseite mit innenliegenden Kühlkörper - Bodenplatte mit Schraubgewinde für die Wandmontage 

Für die Leistung setzt man bei der neuen Serie auf Class D-Technik für ihre Verstärkerkomponenten. Hier separiert der Hersteller die Leistung in zwei Frequenzbereiche. Für den Hochtonbereich ist ein 30 Watt Leistungsverstärker zuständig, wo hingegen der Tiefmitteltöner auf eine 70 Watt starke Endstufe zurückgreifen kann. Hier liegt auch klar die Stärke eines aktiven Lautsprechersystems. Die Leistungsmodule können vom Hersteller perfekt auf die Bedürfnisse der eingesetzten Chassis angepasst werden, jedes Frequenzband oder eben Schallwandler bekommt die richtige Portion an Impulskraft - so wird jederzeit das Optimum aus den Lautsprechern extrahiert. Das die wichtigen Kühleinheiten im Inneren der LSX untergebracht sind, zeigt auch wie effizient die hier genutzte Class-D-Technik arbeitet. Eine hohe Wärmeentwicklung konnten wir auch bei längeren erhöhten Pegeln nicht feststellen, somit arbeitet das System auch in der Praxis zuverlässig.  

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Optisch, wie auch technisch bieten die LSX viel neues. Das wirklich überzeugende Design wird von einer hervorragenden Verarbeitungsqualität unterstrichen, die mögliche Farbpalette bietet schön anzusehende Variationen und mit dem neuen Stoffgewand wurden auch neue Impulse in der fast tristen Lautsprecherwelt gesetzt. Technisch zeigt KEF ihre erste kabellose Kommunikation zwischen einzelnem Lautsprecher und stattet die LSX auch mit allerhand Schnittstellen aus. Aber all das zählt nichts, wenn es im Alltag nicht funktioniert oder klanglich behäbig umgesetzt wurde und genau das schauen wir uns auf den nächsten Seiten genauer an.


 

Praxisbetrieb

Um die beiden Lautsprecher des LSX-Systems in Betrieb zu nehmen, benötigt man nicht mehr als ein Stromkabel. Damit auch beide Lautsprecher eine akustische Partnerschaft eingehen, ist nur das zweimalige Drücken der Pairing-Taste auf beiden Geräten nötig und die LED in der Front hört auf zu  Blinken und signalisiert durch dauerhaftes Leuchten die eingegange Verbindung mit der Slave-Variante. 

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Front-LED informiert über aktuellen Zustand

Wer jetzt mittels Kabel einen Zuspieler angeschlossen hat, kann auch direkt loslegen. Denn elementare Funktionen wie die Quellenwahl, Lautstärkeregelung und die On- bzw Off-Funktion sind auch über die beiliegende Fernbedienung zugänglich. Bei der Fernbedienung greift KEF altbewährtes auf, so unterscheidet sich der mitgelieferte Umschalter nur farblich von der im aktiven LS50 Set.

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wertige Fernbedienung mit gut sichtbaren Farbkonstrasten und angenehmer Haptik 

Haptisch geht diese voll in Ordnung und bietet alle Funktionen die man benötigt um mit den LSX umgehen zu können. Dafür spricht auch die Einrichtung über die Weboberfläche, wo sich der Netzwerkname vergeben, das eigene WLAN inklusive Passwort hinterlegen oder eventuelle Updates durchführen lassen. Aber wer die KEF LSX ohne dazugehörige Apps nutzt, verschenkt immenses Potenzial und das wollen wir uns jetzt mal genauer anschauen.  

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Konfiguration über die WEB-Oberfläche

 

Optischer Vergleich KEF LS50 - LSX

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optischer Vergleich der KEF LS50 Wireless mit den neuen KEF LSX 

 

App - KEF Control

 

Einrichtung

Die Einrichtung der App ging sehr einfach von Statten, da KEF jeden einzelnen Schritt in der Software mit dem Nutzer durchgeht und das mit erklärenden Bildern visuell unterstützt. Neben den üblichen Steuerungsmöglichkeiten vom gestreamten Material einer angeschlossen NAS im Netzwerk oder eben TIDAL, wozu wir später noch genauer kommen, bietet die Software umfassende Möglichkeiten der klanglichen Anpassung. Warum später, der Hersteller unterteilt die App-Steuerung in zwei unterschiedliche Apps.

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Neben der KEF Control, die für die reine Steuerung und Einstellung der Lautsprecher zuständig ist, gibt es die KEF Stream die sich um die Musikwiedergabe über das Netzwerk oder den Streaming-Diensten kümmert. Wer jetzt meint das wäre kompliziert, tut KEF unrecht. Die klare Abgrenzung ist gar nicht so verkehrt, nimmt man viele Einstellungen eh nur einmal vor und benötigt diese Menüpunkte nicht in der App für den alltäglichen Umgang. Dazu agieren beide Apps miteinander völlig unkompliziert und man kann aus egal welcher App ansatzlos in die andere wechseln. Wir wenden uns erstmal der KEF Control zu, die sich um die eigentlichen Lautsprecher kümmert und die klanglichen Anpassungen bereitstellt.

 

 

Mögliche Einstellungen

Dafür sitzt in der LSX auch wieder ein DSP, der unterschiedliche Einstellungen für verschiedene Szenarien bereithält. So können die LSX an die wohnlichen Gegebenheiten angepasst werden bzw. für den Aufstellort optimal abgestimmt werden. Dafür stehen verschiedene Einstellungen zur Verfügung, wo man festlegen kann wo zum Beispiel die Lautsprecher betrieben oder wie weit weg diese von einer Wand platziert werden bzw. wie nah die Tischkante entfernt ist. Aber auch elementare Informationen wie Raumgröße oder Ausstattung des Raumes können hinterlegt werden und sollten es auch, denn die einzelnen Parameter fördern hörbar die Klangqualität.  

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Nach einer einwöchigen „Kennenlernphase“ und etwas Praxiserfahrung im Umgang mit der Steuerung bzw. Bedienung, würden wir der KEF LSX Wireless App ein gutes Zeugnis ausstellen. Für die Software spricht eine klare und übersichtliche Gestaltung, die Oberfläche ist nicht zu verspielt aber auch nicht langweilig gestaltet. Die Optik und Menüstruktur ist übersichtlich und verständlich aufgebaut und läuft flüssig im alltäglichen Betrieb.

 

 

App - KEF Stream

Das gilt auch für die KEF Stream App, die mit einem gut strukturierten Funktionsumfang daher kommt. Hierbei spielt es keine Rolle ob man in der heimischen Musiksammlung auf einer NAS oder bei den Streaming-Diensten stöbern möchte. Die Oberfläche ist selbsterklärend, bietet einen verständlichen Aufbau und ist optisch zwar schlicht aber ansprechend gestaltet. Die ausgesuchten Titel können in Playlisten zusammengefasst werden, abgespielte Stücke werden im Player selbst mit dem Cover, sofern vorhanden, optisch ansprechend präsentiert und man kann den Umgang unterschiedlicher Medien bequem erledigen.

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Interessant zu sehen war, dass KEF die negativen Punkte die wir im Umgang mit der aktiven LS50 im Februar diesen Jahres noch bemängelt hatten, bei den LSX abgestellt wurden. So reagiert der Lautstärkeregler jetzt deutlich besser mit weniger Verzögerung und man kann sogar die zu gehenden Schritte mittels Software vordefinieren, sollte einem die werkseitige Einstellung nicht zusagen. Dazu können jetzt auch die unterschiedlichen Eingänge mittels der App angesteuert werden und man benötigt nicht zwingend eine Fernbedienung dafür. Die komplette Bedienung läuft insgesamt flüssiger und wirkt im täglichen Umgang mit den LSX deutlich erwachsender, als es bei den LS50 noch der Fall war. Schön das KEF sich den Kritikpunkten gestellt hat (die nicht nur wir formuliert hatten) und die Punkte behoben hat.


 

Aufstellung

Nachdem wir uns jetzt ausgiebig mit der Einrichtung und Bedienung der Lautsprecher beschäftigt haben, kommen wir doch jetzt zum wichtigsten Part und lauschen der Musik. Hierfür wurden die LSX mittels Kabels ins Netzwerk integriert und wir streamten direkt von der NAS unterschiedlichste Titel in hochauflösenden FLAC. Um die klanglichen Qualitäten und den DSP zu fordern, wurden unterschiedlichste Aufstellorte gewählt, so konnten die möglichen Klanganpassungen der LSX getestet werden bzw. wie sie darauf reagieren. Aber ob nun auf einem Sideboard, im Regal oder auf dem Schreibtisch, mit den richtigen Einstellungen in der Control-App waren die LSX immer klanglich souverän unterwegs und fühlten sich überall sehr wohl. Für unsere drei ausgewählten Titel stellten wir die Lautsprecher auf unser Sideboard, konfigurierten den Aufstellort präzise und wollen das Gehörte etwas ausführlicher wiedergeben.

 

Klangcheck

Den Start machte Weltstar Prince, der wie viele andere Ausnahmekünstler viel zu früh das Irdische verlassen hat. Der Song The beautiful ones startet sehr ruhig mit einem leichten Beat und trotzdem sind die kleinen LSX sofort hellwach. Schön punchig wird der Bassbereich interpretiert, obwohl die Größe es nicht unbedingt vermuten lässt, sind die kleinen Kompaktlautsprecher im Tiefgang gut unterwegs und bilden den Frequenzbereich sehr solide ab. Das volle Potenzial rufen die Schallwandler aber erst ab, als der Uni-Q-Treiber dann Stimme und Synthesizer wiedergeben kann. Hier überzeugt klar das Darstellungsvermögen und das hörbare Bühnenbild. Sehr klar in den einzelnen Strukturen und jedes klangliche Element bekommt die nötige Aufmerksamkeit um ein stimmiges Klangbild dem Hörer zu präsentieren. Schöne Vorstellung der neuen LSX.

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Weiter geht es mit einer Interpretation des Songs Wild Horses, welcher ursprünglich 1971 auf dem Album Sticky Fingers von den Rolling Stones zu finden ist. Unsere Version von Adam Levine und Alicia Keys erschien 2005 auf dem „Unplugged“ Album der Künstlerin. Das Klavier setzt ein und wir sind sofort im Sog des Songs und verlieren uns in der sehr detaillierten Wiedergabe der LSX. Auch wenn Herr Levine stimmlich der Alicia etwas unterlegen ist, wird dieser doch sehr klar und mit einer passenden Präsenz versehen. Das Highlight ist sicherlich der Moment, als die Künstlerin mit in das Geschehen einsteigt und mit ihrer wunderbaren Stimme den Song auf eine neue Eben hieft. Genau dieses schaffen die LSX auch zu transportieren. Es verblüfft, wie groß und erwachsen die doch sehr kompakten Lautsprecher klingen. Sicherlich ist der Tiefgang physikalisch begrenzt, aber Mittel- und Hochtonbereich werden erstklassig in den Raum transportiert und in seiner Abbildung sehr stimmig gestaffelt. Dazu kommen die feingezeichneten Instrumente die sich exzellent um das Stimmliche arrangieren sowie das  Musikstück gekonnt abrunden. Auch hier eine Interpretation die uns sehr gefallen hat.

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aufgrund des geringen Platzbedarfs auch perfekt für hochwertigen Sound an einem stationären PC geeignet

Damit sich die LSX bei der Audiowiedergabe nicht nur entspannen können, wollen wir mit Jack White und High ball stepper mal etwas mehr Dynamik und Kraftentfaltung von den Lautsprechern einfordern. Der Titel steigt am Anfang entspannt ein und spielt ein wenig mit elektronischen Gitarrensounds, die wieder das gute Auflösungsvermögen der LSX gut darstellen. Aber ab der zweiten Minute geht es dann aber so richtig los, wir „treten“ den Regler auch bis ins Bodenblech und sitzen verblüfft vor den beiden Lautsprechern. Ein ähnliches „Wow“ Erlebnis hatten wir schon mit den LS50 - und auch die LSX überraschen uns mit ihrem kraftvollen Auftritt. Vom Volumen und Kräfteverhältnis sind die LS50 klar den LSX überlegen, was auch bei dem deutlichen größeren Gehäuse auch nicht schwer zu verstehen ist. Erwartet wurde aber ein deutlich größere Unterschied zwischen beiden Lautsprecher, aber die kleinen „Neuen“ können auch richtig Pegel. Dazu kommt ein ehrliches und sehr gut sortiertes Klangbild mit einer sehr stimmigen Dynamikentfaltung sowie viel Struktur im Bassbereich. Hier spielen die aktiven LSX ihre Klasse aus und zeigen bzw. geben zu verstehen, welch erstklassiges Soundsystem wir hier vor uns stehen haben.

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finden auch leicht im Regal ihren Platz und können "inkognito" den Raum beschallen

Betrachten wir die einwöchige Dauerberieselung der LSX durch verschiedene Musikepochen und Genres, können wir nur positiv zurückblicken. Dabei zeigten sich die Lautsprecher von vielen Facetten und es ließ sich feststellen, dass den LSX es völlig egal ist, ob man ein Freund von aufwendigen Orchesterstücken, leisen Balladen oder dynamischer Rock- bzw. elektronischer Musik ist. Der Uni-Q-Treiber ist jederzeit in der Lage das gewünschte Musikstück in all seinen Elementen exzellent abzubilden, ob feine Streichinstrumente, schnelle Schlagzeuge, wahnsinnige Solos einer E-Gitarre oder eine emotionale Stimmen. Die Wiedergabe ist durchweg sehr detailliert, nicht zu analytisch in seiner Ausprägung, eher etwas „wärmer“ in der Abstimmung und für die Gehäusegröße besitzen die LSX auch einen druckvollen und zeitlich korrekt arbeiteten Bassbereich. Klanglich haben die KEF somit auch wieder abgeliefert, LANGWEILIG (...) kommen wir zum abschließenden Fazit


 

Fazit

Ja auch die KEF LSX gehören zu den Testobjekten, die unsere Redaktionsräume eigentlich nicht mehr verlassen dürften. Das liegt einerseits an der neuen Designsprache, die obwohl die eigentliche Form schon bekannt ist, optisch trotzdem komplett neuartig daherkommen. Die eingesetzten Materialen und Farbgebungen mit ihren kleinen Akzenten sind KEF wirklich sehr gelungen. Mit der Kombination aus hochwertigen Textil aus dem dänischen Hause Kvadrat, einer farblich und wertigen Schallwand und der immer optisch angepasste Uni-Q-Treiber, haben die Designer die neuen LSX neben dem üblichen HiFi-Markt auch als Lifestyle Produkt salonfähig gemacht. Denn das kompakte Auftreten und die vielen Schnittstellen machen die LSX in ihren Anwendungunterstreichen sehr vielseitig.

Auch die Bedienung der Lautsprecher und deren Anpassungsmöglichkeiten haben uns sehr gut gefallen. Die App-Steuerung ist einfach in der Handhabung, bietet eine flüssige und optische ansprechende Darstellung, leider ist diese aktuell nur englischsprachig. Auch die eigentliche Zuspielung der Audiodateien geht übersichtlich und leicht verständlich von der Hand und sollte auch für weniger technikaffine Mitmenschen vor keine größere Probleme stellen. Etwas Eingewöhnungszeit braucht man aber trotzdem, da gerade die KEF Control App auch sehr umfangreich in ihren Funktionen ist. 

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Klanglich haben wir nach den aktiven LS50 viel erwartet und wurden nicht enttäuscht. KEF konnte den WOW-Effekt wiederholen, denn die kleinen aktiven LSX sind klanglich unglaublich präsent, was komplett konträr zum optischen Erscheinungsbild steht. Dass die eingesetzte Elektronik perfekt mit den Uni-Q-Treibern harmoniert, kann man hören und es macht Spaß sich durch verschiedene Musikgenres zuhören, da die LSX da keine wirkliche Vorliebe haben. Ob schnell und laut oder eben leise mit vielen Elementen und zarter Stimme, die Musikwiedergabe ist durch und durch stimmig und wird von einer ausgeprägten Räumlichkeit abgerundet. Perfekte Kombination aus effizienter Technik und leistungsfähigen Treiber, in einem überraschend kleinen Gehäuse und vielen Schnittstellen. Wenn Anfang nächsten Jahres noch das Update zur Aktivierung der Airplay 2 Schnittstelle folgt, steht auch einer Integration in einem bestehenden Multi-Room-System nichts im Wege, denn damit können die LSX auch z. B. als ROON-Endpoint fungieren, was die Vielseitigkeit weiter unterstreicht. 

Der von KEF aufgerufene Preis von 1.199,- Euro für die LSX geht in unseren Augen in Ordnung. Denn dafür erhält man ein Komplett-System mit einer exzellenten Klangcharakteristik, erfrischenden optischen Erscheinung, welche auch exzellent verarbeitet ist und viele Funktionen sowie Schnittstellen zur Musikwiedergabe besitzt. Wir zücken hier unsere Top-Produkt-Award und gratulieren KEF zu diesem wirklich großartigen Lautsprechersystem. Erhältlich ist die KEF LSX im Fachhandel. 

 

 

 

KEF LSX Wireless-Lautsprecher
kompakter, schicker und erstklassig klingender Aktiv-Lautsprecher - 01.11.2018

 
   Lautsprecher Testberichte  Hersteller-Homepage  
 
     Pro   Contra   KEF LSX 06k  
   

+ erfrischende und hochwertige Optik
+ interessante Farbvarianten   
+ sehr gute Verarbeitung
+ Schnittstellen / technische Ausstattung
+ flüssige Appsteuerung / Funktionen
+ wohlklingender Mittel-Hochtonbereich
+ dynamischer Bassbereich trotz kompakter Maße
+ räumliche Abbildung / Auflösungsvermögen


- App nur in Englisch aktuell verfügbar

 

 

 

 KEF LSX award k

 

 

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