Test: Dockin D Fine

Dockin D Fine NewsbildNach dem Teufel BOOMSTER als Schwergewicht, hat es der nächste mobile Brocken auf den Prüfstand geschafft – der Dockin D Fine. Mit knapp 2 kg bewegt auch er sich nah an der Grenze, dass man ihn als mobil bezeichnen könnte. Mit Staub- und Spritzwasserschutz versehen, verpasst ihm die junge Berliner Marke jedoch Outdoor-Qualitäten. Auch die Funktion als Powerbank unterstreicht dies. Doch kann der Bluetooth-Lautsprecher auch klanglich überzeugen? Ein zwei Wege-Stereo-System mit zusätzlichen passiven Treibern liest sich zumindest zu Beginn überzeugend.

 

Preislich bewegt sich der Dockin D Fine mit 139€ zwar in einer anderen Liga als bspw. der Teufel BOOMSTER, KEF MUO oder der DALI Katch, der Hersteller betont jedoch, dass man beim D Fine keine Kompromisse bezüglich des Klangs eingegangen ist. Denn getreu dem eigenen Motto „Passion for Sound“, soll der Lautsprecher nicht nur durch Robustheit und Ästhetik punkten, sondern der Community auch eine höhere Soundqualität bieten.

Dockin D Fine 9

Ebenso gehört es zur Marke Dockin, dass man nicht mit Marketing Gewäsch um sich wirft, sondern authentisch für die eigenen Produkte einsteht, was man auch durch den Service und der Kommunikation mit dem Kunden unterstreichen will. Wir waren daher sehr gespannt, was das aktuelle Flaggschiff der Marke bieten bzw. zu leisten vermag.

 

 

Lieferumfang

Neben dem sicher verstauten Lautsprecher selber, findet es ein weiterer Karton in die Verpackung, welcher das Netzteil sowie ein AUX-Kabel enthält. Zusätzlich liefert Dockin eine Transporttasche in Netzoptik mit. Diese ist an sich ganz praktisch, jedoch schnüren die dünnen Gurte etwas ein und sind der Länge nach eher für schmale Personen gedacht. Eine Bedienungsanleitung darf natürlich auch nicht fehlen. Mehr braucht es für unser Empfinden auch nicht. Bei teureren Derivaten haben wir zudem auch schon weniger vorgefunden.

Dockin D Fine 1

 

Technische Daten

Die Grundsätzlichen Informationen der Größe und des Gewichts liefert der Hersteller auf der Produktseite und der Verpackung. Etwas schade ist, dass man zum Beispiel bzgl. der verwendeten Treiber keine Informationen liefert. Zudem werden zwischen beiden Medien widersprüchliche Informationen zum Gewicht angegeben. Wir haben daher selber noch einmal gewogen, Ergebnis 1,932 kg. Die Informationslage zu den verbauten Chassis gibt lediglich bekannt, dass zwei Hoch- sowie zwei Mitteltöner als 2-Wege-System verbaut werden. Dazu gesellen sich zwei Passivradiatoren auf der gegenüberliegenden Seite. Die Musikleistung wird mit 50W beziffert.

Dockin D Fine

Anschlussseitig ist Bluetooth und ein AUX-Eingang vorhanden. Der 6.600 mAh große Akku soll für 10h Laufzeit sorgen und fungiert zudem auch als Powerbank. Den Schutz nach IP55 begrüßen wir sehr, da der mobile Einsatz im Vordergrund stehen soll. Die folgende Tabelle liefert noch einmal alle Informationen im Überblick.

 

Dockin D Fine im Überblick
 Modell  Dockin D Fine
 Abmessungen
 285 x 100 x 103 mm (B x T x H)
 Gewicht   1.932 g (gemessen)
 Homepage www.dockin.de
 Preis 139,95 EUR (Herstellerpreis)
 Konnektivität
 Schnittstellen  Bluetooth 4.0
 AUX-Eingang (3,5mm Klinke)
 USB (Ladefunktion für externe Geräte)
 NFC (Kopplungsfunktion)
 Lautsprecher
 verbaute Chassis
 2x  Hochtöner
 2x  Tiefmitteltöner

 2x  Passiv Radiatoren
 Sonstiges
 Akku  Kapazität: 6.600 mAh
 Ladezeit: ~3h

 Nutzungsdauer: bis zu 10 h Wiedergabe
 Garantie
 Garantie  2 Jahre gesetzliche Gewährleistung

 

Design & Detailbetrachtung

Dockin stellt auf der Produktseite in Aussicht, dass der D Fine sich sowohl im Wohnzimmer, als auch in der Wildnis zurechtfinden soll. Wir haben uns daher in die Wildnis Werkstatt eines befreundeten Auto-Clubs begeben. Durch den Staub- und Spritzwasserschutz nach IP55 durfte sich der Dockin D Fine zwischen den Autos regelrecht im Dreck unter Beweis stellen.

Dockin D Fine 2

Dabei muss man sagen, dass das Gehäuse keinen Outdoor-Eindruck hinterlässt. Das dominierende schwarze Finish mit den Silbernen und Grauen Akzenten an den Seiten lässt ihn sogar recht edel dastehen. Auch die verchromten Knöpfe tragen hier ihren Teil dazu bei. Ganz nachvollziehbar ist aber der Materialmix nicht ganz.

Dockin D Fine 3 Dockin D Fine 4

Die Seiten sind nämlich leicht gummiert. Einen Vorteil dieser Beschichtung konnten wir nicht ausmachen. Eventuell hat man sich dafür entschieden, damit die Klappe zum Verdecken der Anschlüsse sich besser optisch integrieren lässt. Hinter ihr befinden sich der AUX-Eingang, die Ladebuchse (15V), ein USB-Ausgang (5V, 1A) sowie ein Micro-USB Service Anschluss. Der USB Typ-A Anschluss dient dem Laden von Mobilgeräten.

Dockin D Fine 6 Dockin D Fine 7

Die stabilen schwarzen Gitter machen haptisch einen guten Eindruck und dürften die verbauten Treiber auch vor leichten Stößen gut schützen. Sie lassen auch den Blick auf die Tongebenden Bauteile zu. Auf der Vorderseite sind das außen zwei kleine Hochtöne sowie etwas mittiger zwei Mitteltieftöner. Rückseitig sind zwei längliche Passivradiatoren verbaut. Zusammen soll ein Frequenzgang von 60 Hz bis 20 kHz erreicht werden. Die maximale Ausgangsleistung beziffert der Hersteller mit 50W.

Dockin D Fine 5

Die Bedienung erfolgt auf der Oberseite. Hier befinden sich vier Tasten, welche zum Teil doppelt belegt sind. Neben den Tasten befindet sich eine NFC-Antenne für ein leichtes Bluetooth-Koppeln des Zuspielers mit dem D Fine. Apropos Bluetooth,  unterstützt wird lediglich SBC. Auf die höhere Qualität des aptX-Codecs muss man also verzichten. Ob die Lizenzgebühren hier der entscheidende Faktor sind, wissen wir nicht. Für uns symbolisiert es jedoch, dass in Bezug auf die Klangqualität doch Kompromisse eingegangen wurden. Zudem sind LEDs eingearbeitet, welche verschiedene Status anzeigen.


 

Praxistest

Bevor es an das ausführliche Testen der Eigenschaften des Lautsprechers ging, stand das Laden des Akkus auf dem Programm. Hier muss das beiliegende Netzteil benutzt werden. Ein Laden per USB ist nicht möglich, würde bei dem 6.600 mAh großen Akku wahrscheinlich aber auch lange dauern. Mit den 15V des Netzteils geht das Laden dann aber relativ flott über die Bühne. Dabei leuchtet eine grüne LED auf der Oberseite. Sollte die rote LED aufleuchten, befinden sich nur noch 15% Restkapazität im Akku.

Das Koppeln mit dem Zuspieler, einem Microsoft Lumia 640LTE, hat auf Anhieb per NFC funktioniert. Komfortabler ist dies schon ein wenig, es dauert aber trotzdem relativ lange bis beide Geräte bereit sind. Bei der Nutzung der Bluetooth stellte sich dann aber auf einmal Ernüchterung ein. Denn zwischenzeitlich begann die Wiedergabe zu stottern oder brach komplett ab. Der Grund war schnell gefunden: Das Bluetooth-Modul im D Fine ist sehr schwach. Alleine das Einbringen des eigenen Körpers in die Sichtlinie von 2m führt zum kompletten Abbruch. Hier muss unserer Meinung nach auf jeden Fall nachgearbeitet werden.

Auch die Verbindung per Kabel warf ein Problem auf. So wie es der Hersteller vorschlägt, wollten wir den D Fine auch als PC „Soundbar“ benutzen. Das Ergebnis war ein hoher Pfeifton, welcher bei hoher Lautstärke unerträglich wurde. Angeschlossen wurde der Lautsprecher zwar nicht an eine dedizierte Soundkarte, jedoch an einem Mainboard mit Realtek ALC1220 Codec, welcher zu den derzeit besten OnBoard Lösungen am Markt gehört. Auch an einem anderen PC mit einem Realtek ALC887 zeigte sich das gleiche Problem.

 

 

Bedienung

Bei der Bedienung machte der Dockin D Fine keine Mucken. Anstandslos wurden die Befehle korrekt umgesetzt. Konkret lassen die vier Tasten (von links nach rechts) die folgenden Funktionen zu:


  • Drücken: Leister / Drücken und halten: Vorheriger Titel
  • Drücken: Lauter / Drücken und halten: Nächster Titel
  • Drücken: Play bzw. Pause / Drücken und halten: Bluetooth trennen
  • Drücken und halten: An- und Ausschalten
Dockin D Fine 10

 

Aufgefallen ist uns an den Tasten, dass die Power-Taste scheinbar schwerer auszulösen ist, als die anderen drei. In Annahme, dass dies mit Absicht zur Absicherung eines versehentlichen Einschaltens vorgenommen wurde, finden wir dies gut. Die anderen Tasten gefallen uns vom Gefühl aber etwas besser, da sie einen spürbareren Druckpunkt haben.

 

Musikwiedergabe

Auch wenn das Fehlen des aptX-Codecs den Erwartungen einen leichten Dämpfer verpasst hat, waren wir dennoch sehr gespannt was der Dockin D Fine klanglich zu bieten hat. Dazu müssen wir direkt am Anfang anmerken, dass die Soundkulisse sehr Standortabhängig ist. Große Nähe zu einer Wand oder gar Ecke kann ein stark verändertes Ergebnis zur Folge haben bzw konkret den Tieftonbereich enorm anheben. Voraussetzung ist in jedem Fall ein fester Untergrund, was natürlich im Freien nicht immer gegeben sein muss. Nach unserem Empfinden wirkt er zudem am besten, wenn er etwa auf Kopfhöhe betrieben wird.

Leider hinterlässt der Dockin Lautsprecher auch bei optimierter Aufstellung gemischte Gefühle was den Klang angeht. Allgemeingültig kann er nicht mit allen Musikrichtungen umgehen bzw. liegen manche ihm einfach nicht. Alles was in Richtung Dance und Pop geht, vermag er noch ordentlich wiederzugeben. Die Bässe sind hier sehr Druckvoll, aber passend. Bei Rap, aber auch anderer Musik mit hohem Stimmenanteil wird der starke Bass aber schon fast störend. Auch neigt der Bass in manchen Lagen zum Dröhnen oder Wummern. Die Höhen klingen hingegen teilweise etwas hohl. Zumindest bleiben sie ziemlich präsent auch bei höheren Lautstärken, was man im Gegensatz von den Mitten nicht behaupten kann. Diese scheinen in manchen Passagen förmlich zu verschwinden. Gerade dann, wenn das Frequenzband in der Breite gefordert wird, scheint der mittlere Bereich abzufallen. Klanglich wirkt der D Fine dann wie ein Subwoofer mit integrierten Tweetern.

Dockin D Fine 11

Zugegebenermaßen setzten wir die Latte sehr hoch. Dies liegt auch an den noch sehr präsenten Eindrücken des sehr guten Teufel BOOMSTER. Klar kann man mit dem Dockin D Fine gut Musik hören, jedoch liegen ihm elektronischere Musikrichtungen eher, als stimmenintensive oder instrumentale. Das sollte man sich vorher zu Gemüte führen. Wir können uns aber auch vorstellen, dass die eher bassintensive Abstimmung bei vielen Nutzern sogar Gefallen finden könnte, da sie für die aktuellen Charts stimmig scheint. Auch ist insgesamt eine relativ laute Wiedergabe möglich, bei der er seinem Klangcharakter treu bleibt und nicht merklich verzerrt. Auch den Preis sollte man bei der Beurteilung nicht außer Acht lassen. Die bislang getesteten mobilen Lautsprecher waren zum Großteil mindestens doppelt so teuer. Den günstigeren Vertretern hat er den kräftigen Bass dann aber voraus. Gemessen am Preis könnte man also sagen, dass der Klang in Ordnung ist. Um es noch einmal deutlich in Worte zu fassen: Sucht man nach einem mobilen Lautsprecher, welcher eine laute Beschallung mit kräftigem Charakter liefert, macht man mit dem Dockin D Fine nichts falsch. Ist man audiophil veranlagt, sollte man sich wo anders umschauen. Wobei man dann sicherlich eh in einer anderen Preisklasse schauen würde.


 

Fazit

Bereits in der Einleitung merkten wir an, dass sich der Dockin D Fine auf Grund seiner Größe, aber auch wegen seines Gewichts am Rande der Mobilität bewegt. Die beiliegende Tasche kann dieses Problem nicht ausmerzen, da sie wenig praktikabel ist und der Lautsprecher nur gering, bis gar nicht geschützt wird. Für den mobilen Einsatz sprechen jedoch der große Akku, welcher nicht nur für eine lange Musikspieldauer sorgt, sondern zudem auch Mobile-Devices per USB aufladen kann. Dass der Akku selber nur mit dem beiliegenden Netzteil geladen kann, können wir nicht zwangsläufig als negativen Aspekt ausmachen. Auch der Staub- und Spritzwasserschutz nach IP55 ist eindeutig als positiver Aspekt für einen tragbaren Lautsprecher.

Das Verbinden via Bluetooth gestaltet sich per NFC sehr einfach und das Koppeln hat mit unseren Zuspielern fehlerfrei funktioniert. Allerdings mussten wir feststellen, dass die Bluetooth-Verbindung sehr schwach ist. Sie bleibt zwar bestehen, jedoch kann bereits ein Körper zwischen der Sichtverbindung zwischen Smartphone und D Fine dafür sorgen, dass die Musikübertragung eingestellt wird. Aber auch beim Line-In Anschluss haben wir ein Problem festgestellt. Dockin bewirbt den Lautsprecher auch damit, dass man ihn als PC Soundbar einsetzen könnte. Jedoch erhielten wir beim Anschließen an mehreren PCs einen unerträglichen Pfeifton aus dem Lautsprecher. Beim Smartphone war dies nicht der Fall.

Kommt die Musik jedoch beim Lautsprecher an, kann der Dockin D Fine seine Stärken ausspielen. Zwar brilliert er nicht beim Detailreichtum, jedoch kann man den Klang insgesamt als dynamisch und kräftig bezeichnen. Auslegungstechnisch liegt ihm daher aktuelle Chart- bzw. elektronische Musik ganz gut. Höhen werden durchweg prägnant wiedergegeben, was auch auf den Bass zutrifft. Eine weitere Stärke ist die Lautstärke. Denn diese fällt im Maximum nicht nur hoch aus, sondern verzerrt das Klangbild nicht sonderlich.

Für den aufgerufenen Preis gibt der Dockin D Fine also eine ordentliche Figur ab. Der Klang ist gut und die Verarbeitungsqualität auf hohem Niveau. Daher finden wir es besonders schade, dass der Lautsprecher mit den angesprochenen Verbindungsproblemen zu kämpfen hat. Insgesamt bleibt er durch das Gesamtpaket aber dennoch eine gute Preis-Leistungs-Empfehlung (139,- EUR) die es u.a. bei Amazon zu erstehen gibt.

 

 

Dockin D Fine
 Wertiger, wuchtiger Auftritt, jedoch mit ausbaufähigem Klang sowie Verbindungs-Problemen - 06.02.2018

 
   Lautsprecher Testberichte
 Hersteller-Homepage  Bei Amazon kaufen  
     Pro   Contra Dockin D Fine 
 
 
 

+ prägnanter Bass...
+ hohe Lautstärke möglich
+ stabile, wertige Verarbeitung
+ Schutz nach IP55
+ großer Akku
+ Powerbank Funktion
+ Integrierte
NFC Antenne
+ Transporttasche enthalten

- ... welcher zum Verlust der Mitten führt
- relativ schwer
- schwaches Bluetooth
- Probleme bei AUX-Nutzung


 

 

 

 

Lesezeichen - weitere Testberichte

▪ Test: Nubert nuPro A-100

▪ Test: Teufel BOOMSTER

▪ Test: XTZ Spirit 2 und Spirit SUB 12

▪ Test: Nubert A-700 Aktiv-Lautsprecher

▪ Test: DALI Epicon 2

▪ Test: Numan Reference 802

▪ Test: DALI Spektor 1 und Spektor 2

▪ Test: Pylon Audio Diamond 28

▪ Test: XTZ Spirit 11 - Standlautsprecher

▪ Test: KEF R300 Lautsprecher

▪ Test: Onkyo TX-L20D Stereo Netzwerk-AV-Receiver

▪ Test: TEAC CR-H101DAB

▪ Test: KEF E305 - 5.1 Surround System

▪ Test: RAUMFELD One M