Test: DALI Opticon 1

DALI Opticon 1 NEWSNachdem wir vom dänischen Lautsprecher-Spezialisten schon einige Produkte genauer unter die Lupe nehmen konnten, fehlte uns noch ein Modell aus der Opticon-Serie. Dies möchten wir heute nachholen und schauen uns die DALI Opticon 1 einmal genauer an. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

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Mit der DALI Opticon 1 möchten wir uns heute einem sehr kompakten Lautsprecher widmen, dem durch die schmale Bauform verschiedene Einsatzbereiche offen stehen. Neben der Aufwertung einer kompakten HiFi-Anlage, bietet sich der Lautsprecher auch für den Einsatz als Surround-Lautsprecher in einem Heimkino-Setup an, aber auch auf dem Schreibtisch als PC-Lautsprecher ist eine Verwendung denkbar. Zwei dieser Einsatzbereiche haben wir uns genauer angehört und natürlich auch den Lautsprecher selbst genauer unter die Lupe genommen. Aber erstmal eine kurze Auflistung der technischen Daten.

 

DALI Opticon 1 - Technische Details
 Bezeichnung  DALI Opticon 1
 Preis   ~ 349 EUR Stückpreis 
 Hersteller-Homepage  www.dali-speakers.com
 Maße  152 x 261 x 231mm (Breite x Höhe x Tiefe) 
 Gewicht  4,5 Kg Stück
 Daten
 Design  2-Wege-System (Bassreflex)
 Impendanz  4 Ohm
 Frequenzbereich  62 Hz - 26.500 Hz 
 Wirkungsgrad   86dB 
 Anschlüsse  zwei Schraubklemmen

 

Detailansicht DALI Opticon 1

Das mittlerweile vertraute Erscheinungsbild eines DALI Lautsprechers führt die dänische Manufaktur auch in der Opticon Serie fort. So sind zwar die Gehäuseformen in den jeweiligen Serien unterschiedlich, aber die verbauten Chassis und die gestalteten Schallwände zeigen einem direkt die Firmenzugehörigkeit. Die Opticon 1 haben wir in der Esche Schwarz Variante erhalten, für andere Geschmäcker stehen noch eine Walnuss- und Weiß Seidenmatt Variation zur Auswahl. 

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Das eckige Gehäuse ist in einer guten Qualität foliert, die Kanten verlaufen sehr ordentlich und in der Front sitzt eine hochglänzende Schallwand. Diese ist leicht geschwungen, was den Kantendispersionen zuträglich ist und zugleich auch das eckige Design des Lautsprechers gekonnt auflockert. Unsere Schallwand und die der Walnuss-Variante ist mit einem schwarzen Hochglanz Look versehen, die weiße Variante bekommt auch eine gleichfarbige weiße Schallwand spendiert. Für den farblichen Akzent sorgt die massive Aluminiumplatte, die auch der Hochtonkalotte ihren Halt gibt. Diese wurde mit einem sehr eleganten Zierring versehen und ist sichtbar mit dem Gehäuse verschraubt.

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Dies gilt auch für den Tiefmitteltöner, der optisch wunderbar in die Schallwand mit all seinen Rundungen integriert wurde. Auch hier sind die Montagepunkte sichtbar und auch die Aufnahmebuchsen für die Frontbespannung, insgesamt drei an der Zahl, wurden hier untergebracht. Sicherlich ist eine magnetisch haftende Frontbespannung schöner anzusehen, wir finden aber die sichtbaren Buchsen inklusive Schrauben passen zum leicht technischen Charakter der Opticon 1.

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Rückseitig gibt es von der Opticon 1 nicht so viel zu berichten. Neben einem hochwertigen Anschlussterminal in einfacher Ausführung, sitzt hier noch der angewinkelte Bassreflexrohr Ausgang. Die Schraubklemmen nehmen Kabeldurchmesser von bis zu 4mm locker auf, können aber auch mit Bananenstecker in Kontakt treten.

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Die für den Ton verantwortlichen Schallwandler sind natürlich wieder eigene Chassis aus der hauseigenen Entwicklungsabteilung. Die 26mm große Kalotte ermöglicht die Übertragungsgrenze deutlich oberhalb von 20 kHz, das Frequenzband des Hochtöners endet erst bei 26.500 Hz. Besonders ist das „tiefe“ Einsetzen der Kalotte, die schon bei 2000 Hz anfängt mitzuspielen. Dazu besitzt sie eine hohe Belastbarkeit, was auch mit an der sehr guten Kühlung durch das ultra-dünnflüssigen magnetische Fluid erreicht wird.

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Unterstützt wird die Kalotte von einem 120mm großen Tiefmitteltöner, der mit dem DALI-typischen Holzfaser, rötlich schimmernden Membran daher kommt und auch auf die von anderen Modellen bekannte SMC-Technologie (z. B EPICON 2 oder EPICON 6) zurückgreifen kann. Durch die leichte und stabile Bauweise weist die Membran eine sehr geringe Oberflächenresonanz auf. Die flexiblen Gummisicken sorgen für gelenkte Membranbewegungen ohne Verzerrungen, dass auch bei hohen Lautstärken. Das Aufgabengebiet des Schallwandlers erstreckt sich von 63Hz bis 2000Hz und rundet somit das 2-Wege-System nach unten hin ab.

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Optisch und auch technisch ist die Opticon 1 schon mal ein schönes Stück Technik, welches durch die kompakten Maße überall einen Platz finden sollte. Wie sie sich klanglich anstellt, klären wir auf der nächsten Seite.


 

Klangcheck DALI Opticon 1

Bei der Aufstellung sind die Opticon 1 unkritisch. Wer es etwas mehr mit dem Bass hält, stellt sie einfach näher an die Wand. Leute, die ein neutrales Klangbild bevorzugen, können die Lautsprecher auch weiter im Raum platzieren. DALI selbst gibt bei der Aufstellung 2 bis 80 Zentimeter Abstand zur nächsten Wand als empfohlene Vorgabe an. Für die technische Unterstützung diente uns im Klangcheck unsere Vorstufe Onkyo P-3000R und als Endstufe kam die dazu gehörige Onkyo M-5000R zum Einsatz. Als Zuspieler diente der ELAC Discovery DS-S101-G, womit wir Dank der ROON-Software elegant auf unsere archivierten Titel im Netzwerk und auf die umfangreiche TIDAL-Musikbibliothek zurückgreifen konnten.

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Anfangen möchten wir mit einem eher ruhigen Stück vom Interpreten The White Buffalo und seinem Song Wish it was true. Die Ausdruckskraft der akustischen Darbietung war direkt vorhanden und wir waren etwas verblüfft, wie groß diese kompakten Dinger aufspielen. Die Stimme des Künstlers löste sich wunderbar vom Lautsprecher, verteilte sich sehr homogen im Hörraum und das Klangbild besaß die charismatische Ausprägung im Detail. Klasse war auch die Trennung der einzelnen Musikelemente voneinander. Die Stimme ist sehr präsent, wird von instrumentalen Details schön unterstützt, der Lautsprecher verliert aber niemals den Bezug zur Stimme. Die Anbindung der einzelnen Frequenzbereiche gelang sehr gut, beide Schallwandler ergänzen sich optimal in ihrer Tonalität. Der Tieftonbereich ist bei diesem Song nicht so entscheidend, wird aber trotzdem sehr kraftvoll in der bassigen Stimme platziert und sorgt für die nötige Rückdeckung.

Damit der Hochtonbereich auch mal zeigen kann wozu er fähig ist, kommt jetzt Christina Aguilera mit Hurt um die Ecke. Ja was soll man sagen, Christina wäre sicherlich stolz um diese Interpretation ihres Hits. Der feinfühlige Hochtonbereich ist absolut überragend ist, die Stimme wird vom fähigen Hochtöner durch die Instrumenten Kulisse auf Händen getragen und der kleine 5 Liter messende Lautsprecher transportiert Emotionen pur. Die instrumentale Begleitung fügt sich einwandfrei dem Geschehen und es ist erstaunlich, wozu die Opticon 1 klanglich in der Lage ist.

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Damit es auch mal in unserem Hörraum richtig knallt, legen wir X Ambassadors & Jamie N Commons mit Jungle auf, aber die Version von Jay Z. Der Bassbereich drückt, der Stimmen werden uns entgegen gefeuert und die akustische Soundkulisse wird dem Hörer wunderbar aufbereitet. Kraftvoll, mit sehr viel Dynamik, auch wenn der richtige Tiefgang aufgrund der Größe des Schallwandlers etwas fehlt. Aber Impulstreue ist vorhanden, Dynamik wird erzeugt, der Song bekommt die nötige Aufmerksamkeit die er verdient.

Bei diesen aufgeführten Musikstücken stand der Lautsprecher auf unserem Lowboard und beschallte unseren Hörraum von knapp 30m². Aber auch platziert auf einem Schreibtisch geben die Opticon 1 eine gute Figur ab und das nicht nur optischer Natur. Sicherlich ist die Klangausrichtung keinem Monitor-Lautsprecher richtig ebenbürtig, aber das Abstrahlverhalten ist wirklich gut und viel falsch machen tun die kompakten Boxen auch nicht. Mit einem Abstand von um die 50 Zentimeter Abstand zum Sitzplatz, ist das akustische Verhalten sehr angenehm und auch der Stereoeffekt ist ausgeprägt wahrnehmbar. Sicherlich ein denkbarer Einsatzbereich für Musikbegeisterte, die auch am Computer auf einen hochwertigen Klang nicht verzichten möchten. Kommen wir zum abschließenden Fazit.


 

Fazit: 

Glückwunsch DALI, die OPTICON 1 haben es uns angetan. Die kompakten Regallautsprecher weisen eine ausgezeichnete Verarbeitung auf, besitzen ein selbstsicheres Auftreten in der Designsprache und können auch als Hingucker im Wohnraum dienen. Dazu macht es echt Spaß mit der Opticon 1 Musik zu hören und dank der dänischen technischen Einflüsse kann man diese auch richtig genießen.

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Die einzelnen Frequenzbereiche verschmelzen durch die gut abgestimmten Schallwandler ineinander, der Hochtonbereich ist sehr präzise in der Abbildung, schafft aber den Spagat zwischen Detailliertheit und Emotionen. Der Mitteltonbereich strahlt eine überzeugende Stimmenwiedergabe dem Hörer entgegen, die präsent und unglaublich dynamisch wahrgenommen wurde. Instrumente platziert der Kompaktlautsprecher seriös in das Geschehen und positioniert sie passend von ihrer Präsenz im Klangbild. Beim Tiefton muss man sicherlich Abstriche machen, das ist bei jedem Regallautsprecher so. Aber die Opticon 1 bietet trotzdem eine sehr impulskräftige Basswiedergabe, die trocken und vom Timing stimmig agiert. Musikalisch war das eine sehr gelungene Vorstellung und rundet den stimmigen optischen wie auch wertigen Auftritt ab. Somit ist alles "Opti" Dali ;) 

Mit einem Paarpreis von um die 700,- Euro bewegen sich die kompakten DALI Opticon 1 in einem fairen Preisgefüge und bekommen von uns eine klare Kaufempfehlung für jeden ambitionierten Musikliebhaber, Heimkinobesitzer oder Computer-Nerd.

 

 

DALI Opticon 1
Zwergenaufstand bei der Musikwiedergabe - 08.06.2018

 
   Lautsprecher Testberichte  Hersteller-Homepage  Farben: Esche Schwarz, Walnuss, Weiss seidenmatt  
     Pro   Contra
  DALI Opticon 1 07k 
 
 
 

Materialwahl / Verarbeitung
+ vielseitig im Einsatzbereich
+ Maße / akustische Erscheinung
+ Klangbild / Auflösungsvermögen


 

 

 DALI Opticon 1 awards

 

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