Test: Technics SC-C70 OTTAVA

Technics SC C70 newsMit dem Technics SU-G700 aus der Grand Class Serie hatten wir Ende letzten Jahres einen Stereo-Vollverstärker unter die Lupe genommen, der auf ein volldigitales Verstärkungsprinzip in der Endstufe setzt und gleichzeitig der jüngste Verstärker-Sprössling der Japaner ist. Einen ähnlichen Aufbau besitzt auch die Technics SC-C70, nur handelt es sich hier um ein Kompaktsystem mit DAB+, einem CD-Player und Netzwerkfunktionen wie WLAN oder einem Ethernet-Anschluss. Wie sich die OTTAVA SC-C70 in unserem Praxistest geschlagen hat, erfahrt Ihr auf den folgenden Seiten. Viel Spaß beim Lesen!

 

Mit der „Wiederbelebung“ von Technics im Jahre 2014 vom Mutterkonzern Panasonic wurde gleichzeitig eine Marke reanimiert, die seit jeher für Qualität und technisches Know-How steht und daran auch mit ihren neuen Produkten anknüpfen möchte. Mit der Premium-, Grand- und Reference Class ist das Sortiment auf jeden Geldbeutel abgestimmt. Wo die Stereo Endstufe SE-R1 aus der Reference-Serie mit einer UVP von knapp 13.000,- EUR daherkommt, tummelt sich der von uns schon vorgestellte Stereo-Vollverstärker Technics SU-G700 bei einer UVP von knapp 2.000,- EUR. Er konnte unsere Redaktion von seinen Qualitäten ebenfalls schon überzeugen und heimste unsere Top-Produkt-Auszeichnung ein. Auch der SL-1200G Plattenspieler wurde mit Lob überhäuft und konnte unsere höchste Auszeichnung ergattern. Anlass genug auch weitere Produkte des japanischen Hersteller unter die Lupe zu nehmen.

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Mit der SC-C70 oder auch von Technics mit OTTAVA bezeichneten Kompaktanlage möchten die Japaner die eierlegende Wollmilchsau auf die Menschheit loslassen, jedenfalls im All-In-One Musiksystem-Bereich. Die Ausstattungsliste liest sich auch ordentlich und so besitzt das kompakte Modell einen CD-Player, einen Tuner für DAB, DAB+ mit FM-Radio, einen USB-Port der auch mit hochauflösenden Dateiformaten wie DSD umgehen kann und für externe Zuspieler einen analogen als auch digitalen Eingang. Dazu kommen WLAN und ein Ethernet-Anschluss mit DLNA-Unterstützung, Bluetooth und Airplay für smarte Geräte. Bei den Streaming-Anbietern setzt man auf TIDAL und Spotify. Die Steuerung der Anlage erfolgt über die mitgelieferte Fernbedienung oder, das können wir schon mal vorweg nehmen, mit der sehr übersichtlichen Technics Music App. 

 

 

Technische Daten

Auf der technischen Seite setzt man auf einen Subwoofer im Downfire-Prinzip und kombiniert die klangliche Ausrichtung mit jeweils zwei Kalottenhochtöner und Konusmitteltönern. Für die perfekte Raumabstimmung kann auch auf einige akustische Eingriffe in der Technik zurückgegriffen werden, aber dazu später mehr. Hier die technischen Eckdaten einmal aufgelistet, bevor wir uns der optischen Erscheinung widmen.

 

TECHNICS SC-C70 OTTAVA - Technische Details
 Bezeichnung  Technics SC-C70 OTTAVA
 Preis   899,- EUR 
 Hersteller-Homepage  www.technics.com
 Maße  450 x 280 x 143mm (Breite x Tiefe x Höhe) 
 Gewicht  7,8 Kg 
 Daten
 Ausgangsleistung  40 Watt Subwoofer / 30 Watt Frontlautsprecher 
 Chassis  Hochton : zwei 20mm Kalotten
 Tiefmittelton: zwei 80mm Tieftöner
 Subwoofer: ein 120mm Woofer 
 Support-Codec  USB-A = WAV, FLAC, DSD, AIFF, ALAC, AAC, WMA, MP3
 DLNA = WAV, FLAC, DSD, AIFF, ALAC, AAC, WMA, MP3
 Eingänge / Konnektivität  1x AUX IN 3,5mm Klinke
 1x optischer Digitaleingang + USB-A
 1x RJ45-Ethernet mit 10/100 Mbps 
 - Bluetooth (AAC SBC) 
 - Airplay
 - WLAN 2,4 GHz IEEE 802.11 b/g/n
 Tuner + Streaming  - DAB / DAB+ / FM
 - TIDAL / vTuner / Spotify 
  

 

Detailansicht Technics SC-C70 OTTAVA

Mit knapp acht Kilogramm Lebendgewicht ist die OTTAVA schnell aus der Umverpackung gewuchtet, aber hier sollte man darauf achten nicht zu ungestüm unter das Gerät zu langen. Denn der Subwoofer mit seinen 12 Zentimetern ist nämlich ohne Schutzgitter einfach unter das Gehäuse geschraubt und somit schnell zu beschädigen.  

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Aufgestellt schafft es das kleine All-In-One-Musiksystem ein Gefühl der Glückseligkeit zu erschaffen, jedenfalls für HiFi- oder technikaffine Leute. Das liegt zum einen daran, dass man ein sehr massives Gehäuse vor einem stehen hat welches rundum verkleidet ist und das mit fast ausschließlich hochwertigen Materialien. Für diesen ersten positiven Eindruck ist hauptsächlich das dickwandige Aluminium des Deckels verantwortlich. Um die Wertigkeit weiter zu unterstreichen wurde der Deckel mit einer erstklassig gebürsteten Oberfläche versehen, vom Hersteller auch „strichgeschliffenes Aluminium“ genannt. Für die Steuerung setzt Technics auf sogenannte Sensor-Tipptasten, die per Laser in der massiven Aluminium Abdeckung eingraviert wurden. Diese berührungsempfindlichen Sensortasten unterstreichen das edle Design mit einer angenehmen Bedienhaptik und perfekten Integration. Neben den selbsterklärenden Sensortasten wie „Play“, „Stop“ usw. befinden sich noch die Funktionstasten „FAV“ und „Select“. Mit „FAV“ können vordefinierte Favoriten im Schnellzugriff erreicht werden, mit „Select“ lässt sich durch die einzelnen kabelgebundenen und kabellosen Eingängen switchen. Für den optischen und funktionellen Kontrast sind die Lautstärkeregler und auch der Standby- Ein-Schalter als richtiger Druckschalter konzipiert. Die glänzende Oberfläche dieser die Bedienelemente hebt sich etwas vom restlichen Erscheinungsbild ab, trägt aber die klare Designlinie weiter.

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Um mit dem Gerät seine heutzutage schon fast "altmodische" CD-Sammlung genießen zu können, wurde das CD-Laufwerk als Top-Loader in den Deckel eingefasst. Dieses formschöne Laufwerk kann durch leichtes Schieben des Kunststoffdeckels geöffnet werden, dazu ist kein wirklicher Kraftaufwand von Nöten. Die Abdeckung wird durch einen Magneten geschlossen gehalten und öffnet sich geschmeidig drehend über die Achse des Befestigungspunktes. Für ein kleines optisches Highlight wird das CD-Laufwerk in der Front mit weißen LEDs beleuchtet. Dies kann in zwei dafür vordefinierte Modi erfolgen. Der Nutzer kann zwischen einer dauerhaften Beleuchtung oder einer Illumination bei eingelegter CD des CD-Laufwerks wählen. Die Beleuchtung ist sehr dezent gestaltet und wurde von uns nicht als störend empfunden. Ganz im Gegenteil, gerade diese Detaillösungen machen oftmals DEN Unterschied aus. Die seitlich angebrachten Wangen wurden perfekt eingepasst und sind aus mattschwarzem Kunststoff gefertigt. Sie bieten einen schönen farblichen Kontrast zur hellen Abdeckung aus Aluminium, können aber mit der Wertigkeit des Deckels nicht mithalten. Auch der akustisch optimierte Frontgrill mit den aufgebrachten Lamellen wurde aus einem hochwertigen Kunststoff gefertigt. Diese Design-Sprache lassen die kompakte Anlage wie einen riesigen Kühlkörper wirken, bekräftigen damit klar den technischen Aspekt und auch die edle Anmutung. 

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Hinter der Frontblende mit den Lamellen befindet sich das akustische Zentrum der eleganten Musikanlage. Das dort ansässige Lautsprechersystem setzt auf drei verschiedene Chassiseinheiten, die extra für das OTTAVA-System neu entwickelt wurden. Die zwei Zentimeter großen Kalotten-Hochtöner besitzen eine Membran aus Seide und werden von einer akustischen Linse in der Klangwiedergabe unterstützt. Lamellen die in der Nähe der Kalotte montiert wurden, sollen die Schallführung verlängern und einer detaillierten Hochfrequenzwiedergabe zugutekommen. Der Konusmitteltöner ist im Durchmesser acht Zentimeter groß und bietet einen nahtlosen Frequenzübergang zur Kalotte, wie auch zum Subwoofer. Der Subwoofer an der Unterseite kann dank der breiten Sicke aus hochfestem NBR (Nitrilkautschuk) auch hohe Schalldrücke aushalten. Eine Zentrierspinne aus flexiblen, aber festen Fasern ist für eine mechanisch stabile Anbindung an die langhubige Schwingspule zuständig. Durch das Bassreflexsystem in doppelter Ausführung, kann die SC-C70 Anlage einen von Frequenzband von 40 Hz bis 50 kHz darstellen.

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Durch Bi-Amping wird der Subwoofer und Hoch-Mitteltöner getrennt voneinander betrieben. Diese Kanaltrennung dient dem perfekten Timing der einzelnen Chassis und erlaubt eine Korrektur der Frequenzgänge zwischen den einzelnen Lautsprechern. Die LAPC-Funktion, die auch schon im von uns vorgestellten SU-G700 Verstärker zum Einsatz kommt, wurde auch in das kompakte SC-C70 System integriert. Um auf die verbauten Lautsprecher reagieren zu können, entwickelten die technischen Konstrukteure bei Technics das sogenannte Load Adaptive Phase Calibration, kurz LAPC. Dabei wird das Amplituden- und Phasenverhalten der einzelnen Lautsprecher analysiert und durch einen Optimierungs-Algorithmus geleitet. Dieser durch die digitale Signalverarbeitung berechnete Algorithmus kann das Amplituden- und Phasenverhalten beeinflussen und soll im Ergebnis zu einem Klangbild mit präziserer Räumlichkeit führen.  All das gilt es von uns im Klangcheck später zu beurteilen.

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Da die Geräte (leider oder zum Glück!?) noch nicht sprechen können, bedarf es einer Schnittstelle für die Kommunikation. Hierfür wurde ein exzellent lesbares Display in die Front integriert, welches mit weiß beleuchteten Zeichen und einer dazu harmonierenden Schriftart sich ausgezeichnet einfügt. Die Proportionen sind sehr zurückhaltend gehalten und trotzdem kann das Display, dank der dreizeiligen Auflösung, dem Nutzer alle benötigten Informationen zur Verfügung stellen. Dazu befindet sich auf der Displayblende noch ein Kopfhöreranschluss, der die Lautsprecher automatisch stumm schaltet, sobald man einen Kopfhörer am Gerät anstöpselt.

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Rückseitig ist alles in aufgeräumter Manier untergebracht, wie von Technics gewohnt. Zu finden sind hier der analoge Eingang über eine 3,5mm Klinkenbuchse, der Toslink-Eingang für digitale Zuspielungen und der USB-A-Eingang für den Zugriff auf externe Speichergeräte. Dieser USB-Eingang unterstützt alle wichtigen hochauflösenden Formate wie WAV, FLAC, DSD, AIFF, ALAC, AAC, WMA und natürlich auch MP3. Um das Gerät in das heimische Netzwerk einbinden zu können, ist hier auch ein Ethernet-Anschluss vorhanden. Zusammen mit dem integrierten WLAN (2,4 GHz-Band) werden die gleichen hochauflösenden Formate unterstützt, wie schon beim USB-Anschluss. Wo wir bei den kabellosen Übertragungsarten gerade sind, Bluetooth ist auch mit an Bord und versteht die Codecs AAC und SBC. Für Streaming-Freunde wurde auf eine Unterstützung von TIDAL und Spotify wert gelegt, den aktuell vielleicht wichtigsten Streaming-Anbietern.

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Nicht ganz so gefallen möchte uns die Unterseite des Gerätes. Der offenliegende Subwoofer, der einfach auf das Gehäuse geschraubt wurde und das farblich nicht passende Blech für die Verkleidung, möchten so gar nicht dem sonst hochwertigen Anblick gerecht werden, auch wenn man es im Alltag nicht wirklich zu Gesicht bekommt. Hier hätten wir uns etwas mehr Konsequenz in der Weiterführung der sonst klaren und sehr gut verarbeiteten Designlinie gewünscht. Einen wertigen Eindruck dagegen hinterlässt die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung, mit der man auf „altmodische“ Art alle Funktionen des All-In-One-Musiksystem steuern kann. Die Haptik ist sehr angenehm, optisch angelehnt an die Kompaktanlage aber optische Aluminiumoberfläche wird nur durch Kunststoff imitiert. Die Tasten sind klar definiert beschriftet und sie bieten ein ordentliches Feedback im Umgang. Kleine Kritik auch an dieser Stelle: Hier hätte man auch gern die hochwertigere Version beilegen können welche man von den Verstärkern her kennt und mit echtem Aluminium verziert ist.

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Aus optischer Sicht ist die Technics SC-C70 ein echter Hingucker und man sollte dafür einen würdigen Platz im Hörraum finden. Es wäre überaus schade, dass Gerät in einer Ecke zu verstecken. Denn die massive Aluminiumabdeckung mit dem integrierten CD-Player und den berührungsempfindlichen Tasten hinterlassen eine sehr edle Anmutung. Dass die seitlichen Wangen und das Frontgitter und den Lamellen aus Kunststoff gefertigt wurden, erkennt man erst auf den zweiten Blick und so fügen sie sich wunderbar in das zeitlose und elegante Design der OTTAVA-Anlage ein. Einzig die Integration des Subwoofers an der Unterseite wirkt für uns nicht standesgemäß, suggeriert die Anlage sonst einen anderen Anspruch. Die Fernbedienung zusammen mit dem erstklassig integrierten und sehr gut lesbaren Display zeigt genau diesen Anspruch von Technics. Schauen wir uns jetzt erst einmal das Gerät in der Handhabung an und welche Möglichkeiten die kompakte Anlage dem Besitzer bietet.


 

Praxistest / App-Steuerung

Bei der Einrichtung ist nicht viel zu beachten. Entweder verbindet man die Anlage mittels Display und Fernbedienung mit dem heimischen WLAN oder man erledigt das über die Technics Music App. Natürlich sind auch WPS oder WAC (iOS) zur schnellen Verbindung verfügbar. Am einfachsten geht es mit einem Ethernet-Kabel, damit steht die Netzwerkverbindung  ohne zusätzliche Einrichtung und man kann sich der klanglichen Einstellung der SC-C70 widmen. Um das Gerät für den Aufstellungsort zu wappnen, steht dem Nutzer die Funktion Space Tune zur Verfügung. Je nachdem welchen Menüpunkt man wählt, Space Tune passt damit die Klangcharakteristik des Gerätes an den Aufstellungsort an. Möglich sind eine freie Aufstellung, wandnahe Aufstellung oder eine ecknahe Aufstellung. 

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Für Besitzer von iOS Geräten bringt die Technics-Anlage noch eine Gerätekalibrierung mit, mit der man eine noch präzisere Ton-Anpassung vornehmen kann. Dazu wird das Mikrofon des iOS-Gerätes für eine Messung der akustischen Raumbedingungen genutzt und der DSP optimiert dann die nötigen Einstellungen. "Warum nur iOS-Geräte unterstützt werden?" fragen sich jetzt sicherlich einige. Apple-Geräte haben den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Android-Geräten bei den verbauten Mikrofonen nicht mit hohen Serienstreuungen zu kämpfen haben und nicht unzählig viele verschiedene Komponenten eingesetzt werden. Auf einem der unzählig am Markt vorkommenden Android-Geräte eine zuverlässige Kalibrierung durchzuführen, dürfte sich aufgrund fehlender Informationen zu den verbauten Mikrofonen als unlösbare Aufgabe herausstellen. 

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Für weitere akustische Anpassungen kann der Nutzer die üblichen Hochton- und Tieftonregler, nach seinen persönlichen Vorlieben einsetzen. Als einer der wenigen Hersteller ist es aber auch möglich den Mitteltonbereich mittels Regler anzupassen. Diese Funktion findet man nicht mehr so häufig heutzutage. Alle Klanganpassungen erledigt?! Dann können wir uns dem Musikhören widmen.

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Bei der Zuspielung hat man die Qual der Wahl. Entweder man legt eine CD in den dezent beleuchteten Top-Loader ein oder man zückt sein Smartphone und haut sich seine Playlist via Bluetooth um die Ohren. Die Kopplung mit Bluetooth funktioniert denkbar einfach und fix mit dem Gerät verbunden - in unserem Fall ein Sony Xperia XZ Premium. Unsere dreistündige Playlist aus verschiedenen Titeln und Genres wurde kommentarlos wiedergegeben und auch bei einer Entfernung von mehreren Metern war sie jederzeit stabil in der Empfangsqualität. Wer eine NAS mit gesammelten Musikstücken in seinem Netzwerk beherbergt, der kann dank WLAN oder Ethernet-Kabel seine Musik durch die DLNA-Unterstützung auf die C70-Anlage streamen. Das funktioniert mittels App sehr zuverlässig und ist optisch in der üblichen DLNA-Ordnerstruktur aufgebaut. Sehr gut gefallen hat uns die vielseitige Unterstützung von allen wichtigen hochauflösenden Formaten, so dass wir kaum einen Musiktitel finden konnten den die Anlage nicht verdauen konnte. Eine Ausnahme stellt hier MPEG-Audio dar. Dieses Format wollte das C70-System partout nicht wiedergeben. Des Weiteren verzichteten die Ingenieure auf die Implementierung des Radioteils in die App. Weder der DAB- oder FM-Tuner können über die Technics Music App bedient werden. Schade das diese Entscheidung so getroffen wurde, aber sicher als Update nachreichbar?

 

 

Technics Music App

Mit der Technics Musik App besitzt man eine mächtige Applikation auf seinem smarten Gerät, welche die beiliegende Fernbedienung in Rente schicken könnte. Die gelungene App besitzt einen gut strukturierten Menü-Baum, jeder Punkt ist schnell zu erreichen und klar beschriftet. Funktionen wir Sleeptimer oder die Weckfunktion sind hier wiederzufinden, aber auch die grafisch aufgearbeitete Space Tune Funktion können hier abgerufen werden. Optisch ist die Technics Music App klar an die Schlichtheit aller neuen Technics-Geräte angelehnt, denn die App unterstützt einige Geräte aus dem Portfolio des japanischen Herstellers.

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Für uns ist die App-Steuerung und die App selbst ein ganz klarer Mehrwert und somit ein weiterer positiver Punkt im Hinblick unserer abschließenden Beurteilung. Aber der wichtigsten Punkt steht ja noch aus. Kann die kompakte Anlage auch dem Hörer klanglich was auf die Ohren zaubern? Unsere Erwartungen sind nach so vielen Worten des Lobes jedenfalls deutlich gestiegen. Hören wir doch mal rein…


 

Klangcheck 

Um das Klangverhalten beurteilen zu können, entschieden wir uns ausnahmslos dafür, hochauflösenden Musiktitel über das Netzwerk zu streamen, um wirklich bestmögliches Material in die Beurteilung einfließen zu lassen. Natürlich haben wir aber alle Funktionen über einen längeren Zeitraum genutzt und können mit Gewissheit sagen, ja auch im CD- oder Bluetooth-Modus kann die SC-C70 überzeugen. Das Klangverhalten ist wie erwartet auf einem hohen Niveau angesiedelt. Aber mit drei Titeln sind wir so richtig warm geworden und die möchten wir versuchen euch ein wenig detaillierter wiederzugeben.

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Metallica coverMetallica - Enter Sandman ( FLAC 48kHz / 24bit )

Diesen Klangeindruck möchten wir kraftvoll beginnen, da dieser bei uns den größten Wow-Effekt auslöste. Mit Enter Sandman hat die US-amerikanische Metal-Band Metallica einen Klassiker auf ihrem gleichnamigen Album Metallica geschaffen. Fest verbunden mit der Band wird dieser Titel immer auf Konzerten oder Auftritten gespielt, wurde aber auch für das S&M Album, unter Mithilfe des San Francisco Symphony Orchestra, nochmal neu aufgenommen. Wir hören uns aber das Original an und kaum nachdem die Play-Taste auf dem Smartphone gedrückt wurde, füllt James Hetfield unseren Hörraum mit dem rhythmischen Gezupfe seiner E-Gitarre. Der Anlage scheint der Titel bekannt zu sein, jedenfalls weiß sie das richtig zu interpretieren. Nach dem dann auch Herr Ulrich in das Geschehen eingreift und kräftig seine Bass-Drums bemüht, zeigt die OTTAVA wie ernst sie es meint. Verblüffend, welche Dynamik trotz kompakter Maße transportiert werden kann. Die Stimme des "Anführers" des Metal-Clans wird dazu noch perfekt positioniert im deutlich gestaffelten Bühnenbild eingebaut. Klar ist, der Lautstärkeregler kann bei solch einem Titel, zum Leidwesen der Nachbarn, nur in eine Richtung bewegt werden. Bei hohen Pegeln zeigt sich deutlich, warum Technics auf ein massives Holzkonstrukt und zusätzlichen Subwoofer setzt. Das Stück der Altmeister aus Übersee wird unglaublich kraftvoll vom eher zurückhaltend aussehenden Gerät dem Hörer entgegen gefeuert. Der Titel hat richtig Substanz und wirkt stark angereichert im unteren Frequenzband. Dazu werden die E-Gitarren und Stimmen präzise in das Geschehen eingebunden und daraus ergibt sich ein homogen klingender Rockklassiker. Schon mal ein, aus akustischer Sicht, klasse Einstieg. 

 

David Elias coverDavid Elias - Rodeo on a Ridge ( DSD 2.8 MHz )

Durch die Unterstützung von Formaten wie auch DSD, unterstreicht die OTTAVA ihre Ambitionen was Wiedergabequalität von hochauflösendem Material betrifft. Mit dem frei zugänglichen Titel Rodeo on a Ridge von David Elias möchten wir uns so einem sehr feinen und hoch aufgelösten Stück widmen.  So zeichnet sich das Stück durch sehr feine Gitarrenklänge und prägnanten Stimme des Sängers aus. Und ja die Technics All-In-One Lösung kann auch solch einen Sound verarbeiten und angemessen präsentieren. Die Gitarre des Künstlers ist mit einer bestimmenden räumlichen Abbildung wahrzunehmen. Sehr detailverliebt gehen dabei die Lautsprecher zu Werke, jeder gespielten Note auf dem Seiteninstrument wird Ausdruck verliehen und der Song bekommt eine bemerkenswerte Ausdruckskraft, obwohl eher die leisen Töne vorherrschen. Sehr stimmige Präsentation!

 

Lady Gaga Cover

Lady Gaga - Lush Life ( FLAC 48kHz / 24bit )

Im letzten Stück möchten wir hoch hinaus, jedenfalls stimmlich zu den vorherigen Titeln. Mit Lush Life von Lady Gaga, hat die Pop-Sängerin klar bewiesen, dass sie stimmlich zu den großen gehört und nicht nur einem Genre zuzuordnen ist. Der Song wird nur von einem Klavier und der Stimme der Ausnahmekünstlerin am Anfang beherrscht und das erfordert eine ausgeprägten Hoch-und Mitteltonbereich. Die kleine OTTAVA schafft es auch hier, dem Klavier die nötige Ernsthaftigkeit zu verleihen, lenkt aber klar den Fokus auf die Stimme.  Das Instrument wird im Klangbild klasse etwas hinter die Stimme positioniert und übertönt damit die feine aber dominante Stimme nicht. Stimmlich zeigt nicht nur Frau Gaga was sie drauf hat, auch die C70 weiß damit umzugehen und breitet sie großzügig auf der abgebildeten Bühne aus. Als dann das restliche Orchester mit einsteigt wird es großartig, denn bei der Dynamik überlässt der kleine Allrounder nichts dem Zufall. Hier kann man dann auch nur sagen, „Danke für die Vorstellung“

 

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Anscheinend haben wir die SC-C70 etwas unterschätzt. Jedenfalls könnte der Kontrast zwischen ausdrucksstarken Klangbild und kompakter Bauform nicht größer sein. Solch ein voluminöses und unglaublich detailliertes Auftreten haben wir nicht erwartet und wir können vor den Technics Ton-Ingenieuren nur unseren Hut ziehen, hier wurde einiges richtig gemacht. Kommen wir zum abschließenden Fazit.


 

Fazit

Jeder der sich dieses Artikel komplett durchgelesen hat, wird festgestellt haben, dass wir für das Technics SC-C70 OTTAVA Musiksystem viel Lob übrig hatten und kaum Kritikpunkte äußern konnten. Technics schafft es mit dem OTTAVA-System ein gewisses "Haben" Gefühl zu erzeugen, auch bei uns Redakteuren. Das liegt einmal an der sehr wertigen Verarbeitung des Gehäuses, die optisch überaus gelungene Integration der Steuerungstasten in das massive Aluminium des Deckels und an den kleinen Features, wie das beleuchtete CD-Laufwerk oder ein sehr gut lesbares Display. Auch wenn die Seitenteile und die Front aus Kunststoff gefertigt wurden, schmiegen sie sich wunderbar in die optische Erscheinung ein und wirken nicht als Fremdkörper. Leider wurde diese klare Designsprache an der Unterseite nicht konsequent weitergeführt und der Subwoofer wirkt irgendwie nachträglich angebracht. Für den einen oder anderen sicherlich völlig uninteressant, fällt das im Alltag nicht wirklich auf. Passen wollte es für uns trotzdem nicht. Betrachtet man alles zusammen und beurteilt es völlig objektiv, hat Technics ein hervorragendes und zeitloses Erscheinungsbild erschaffen. 

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Auf der technischen Seite bringen die Japaner fast alles an Konnektivität unter, was der heutige Anspruch so mitbringt. Für die drahtlose Verbindung stehen Bluetooth, Airplay oder WLAN zur Verfügung. Wer eher auf kabelgebundene Zuspielgeräte setzten möchte, für den hat die Anlage zwei analoge und optische Eingänge sowie einen Ethernet-Anschluss im Gepäck. Dazu kommt eine Unterstützung für die Streaming-Dienste TIDAL und Spotify, aber auch aktuelle Radiotechnik mit DAB+ ist mit von der Partie. Da fällt uns ein, den „altmodischen“ CD-Player haben wir noch gar nicht erwähnt. ;) An Zuspielmöglichkeiten fehlt es jedenfalls nicht und alles wichtige ist verbaut. Dazu addieren wir jetzt noch die sehr gute App-Steuerung, welche optisch als auch vom Aufbau als gelungen bewertet werden kann. Nach so einer guten Performance ist die Erwartungshaltung an die akustische Wiedergabe dementsprechend angewachsen. 

LANGWEILIG könnte man jetzt sagen. Wie soll es auch anders sein, Technics schafft es auch auf der klanglichen Ebene unsere Erwartungen zu erfüllen bzw. noch zu übertreffen. Was dieses kleine kompakte Teil klanglich zu leisten vermag ist überaus beeindruckend. Trotz geringen Platzanspruchs ist das Klangbild als sehr präsent und raumfüllend zu beschreiben. Einzelne Instrumente oder Stimmen werden detailliert aufgelöst wiedergegeben und gut in das musikalische Geschehen eingebunden. Das räumliche Bühnenbild ist in der Darstellung deutlich wahrnehmbar und für solch ein System recht voluminös. Der Subwoofer untermauert die Ernsthaftigkeit des Klangbildes, kann mit einem gut platzierten Punch die Ringrichter und in punkto Wirkung auch überzeugen. Ein Mike Tyson wird die C70 nie im Bassbereich sein, aber ein Henry Maske mit absoluter Genauigkeit und Präzision dafür schon. Ein sehr stimmiges Klangbild erwartet den Käufer hier, welches auch mit hohen Pegeln aufwarten kann, unser Hörraum von knapp 32m² jedenfalls fühlte sich mit der Technics SC-C70 gut unterhalten.       

Im Preisgefüge ordnet sich das Technics SC-C70 OTTAVA Kompaktsystem mit knapp 900,- Euro im oberen Preissegment der Komplettanlagen ein. Aufgrund der optischen Erscheinung, vielen Zuspielmöglichkeiten, technischen Ausstattung und überaus homogene Klangwiedergabe, erscheint der geforderte Kaufpreis durchaus fair. Erhältlich ist die Technics SC-C70 im Fachhandel oder bei diversen Online-Shops.

 

 

Technics SC-C70 OTTAVA Kompaktsystem de luxe
fast perfekt verarbeitete Kompaktanlage mit hervoragender Klangqualität und vielen Zuspielmöglichkeiten 27.02.2018

 
   Lautsprecher Testberichte  Hersteller-Homepage  
 
     Pro   Contra  Technics SC C70 01k  
 
  + Verarbeitung / Materialwahl  
+ Unterbringung der Steuerungselemente
+ optische Wirkung
+ technische Ausstattung / Funktionen  
+ Zuspielmöglichkeiten
Technics Music APP
+ ausgewogenes Klangbild
+ Subwoofer klangliche Integration  

- Subwoofer optische Integration
- fehlende Steuerung des Radioteils mittels App

  

 

 

 

 

 

 Technics SC C70 award

 

 

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