Test: LG OLED65E8

LG OLED65E8 newsNun ja wo sollen wir beginnen, das Thema TV ist kompliziert wie eh und je (…) ach lassen wir das. Wer aktuell eine Bildreferenz in den heimischen Räumen stehen haben möchte, der greift vermutlich zu einem OLED vom favorisierten Hersteller. Die aktuelle Modellreihe von LG haben wir schon zu Beginn des Jahres beleuchtet, nun hatten wir den LG OLED 65E8L zum finalen Tanz in die Redaktion gebeten.

 

Fangen wir nochmal weiter vorn an und blicken etwas über den Tellerrand. In den letzten Monaten war deutlich zu sehen, dass sich die finalen Endkundenpreise für die 7er-Reihe des vergangen Jahres (2017) in deutlich angenehmere Regionen bewegt habt. Frei nach dem Motto „OLED für alle“ wurde diese Technik nun weitaus erschwinglicher. Gerade der LG OLED B7 oder der baugleiche LG OLED C7 waren die absoluten Zugpferde in diesem Segment – und sind es dank vereinzelter Angebotspreise immer noch.

LG OLED65E8 opener

Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich aber die 8er Modellreihe im Handel und wird immer forcierter angeboten. Wir berichteten bereits im Frühjahr (zum Artikel) über die teilweise (marginalen) Änderungen im Inneren sowie Äußeren der jeweiligen Geräte. Mit einher ging auch eine Herabsetzung der UVps seitens LG, sodass zur Wintersaison 2018 auch wieder interessante Angebote zu erwarten sein dürften. Kommen wir aber zum Kern unseres hiesigen Artikels. Der LG E8, bekannter Maßen mit einer Soundbar ausgestattet und dem getauften „Picture-on-Glass“ Design versehen, hat auch gleichermaßen ein taugliches Sound-System ("4.2 Soundbar") spendiert bekommen. Wenn gleich die Dolby Atmos Freigabe an dieser Stelle ein wenig überzogen erscheint. Zum Klang gehen wir aber später nochmal detailliert ein. Im nachfolgenden Video haben wir das Gerät in allen erdenklichen Facetten und Bereichen betrachtet:


An dieser Stelle erscheint eine kleine Randnotiz auch noch erwähnenswert, auf der IFA 2018 haben nun auch die letzten Hersteller (metaphorisch gesprochen) nun auch OLED TV-Geräte vorgestellt. Um es kurz und knapp zu sagen, ALLE diese Hersteller beziehen die Panel bei LG, ergo gibt es defakto keine bildlichen Qualitätsunterschiede – so jedenfalls die Theorie. Nachfolgend haben wir noch einmal alle Modelle aus der aktueller 8er Serie aufgelistet:

Modell UVP Straßenpreis (18.10.18)
 LG OLED 77W8  14999,- EUR  ~10000,- EUR
 LG OLED 77C8  9999,- EUR  ~ 5300,- EUR
 LG OLED 65W8  7499,- EUR  ~ 5000,- EUR
 LG OLED 65G8  5499,- EUR  ~ 4000,- EUR
 LG OLED 65E8  4499,- EUR  ~ 2600,- EUR
 LG OLED 65C8  3499,- EUR  ~ 2200,- EUR
 LG OLED 55E8  2999,- EUR  ~ 1800,- EUR
 LG OLED 55C8  2499,- EUR  ~ 1500,- EUR
 LG OLED 65B8  k.A.  ~ 2200,- EUR
 LG OLED 55B8  k.A.  ~ 1400,- EUR

 

Neuer Prozessor - mehr Bildqualität

Anders als im vergangenen Jahr (2017) grenzen sich die Modelle der neuen Saison (2018) innerhalb der Serie deutlich ab. So sorgt insbesondere der neue LG Alpha 9 (a9) Prozessor für eine nochmals gesteigerte Bildqualität. Der Prozessor ist ausschließlich bei den Modellen C8, E8, G8 und W8 verbaut. Einzig der B8, welcher im Vorjahres-Lineup quasi identisch mit der C-Serie war, hat nun den kleinen a7 Prozessor verbaut bekommen. Damit differenziert man dieses Modell noch weiter nach unten hin ab und wird folglich das OLED-Einstiegsgerät darstellen. Aus LG-Kreisen war zu entnehmen, dass dieser womöglich sogar das 2017er-Panel verbaut hat. Ob dies zu 100% stimmt können wir an dieser Stelle nicht bestätigen, werden das aber bei Zeiten nachtragen.

LG alpha 9 processor

Kommen wir aber nochmal zum a9 Prozessor zurück. Dieser will nochmals deutlich effektiver in der Rauschunterdrückung vorgehen, die Klarheit der Bilder verbessern und so weiche Ränder besser berechnen können. Mögliche Beispiele sind hier Sportveranstaltungen wie Fußball. Etwaige 2017er LG OLED-Besitzer wissen worum es genau geht (…) An dieser Stelle kommt ein weiterer Keyfact ins Spiel - High Frame Rate – kurz HFR. Dank dieses Features sollen / können nun TV-Inhalte mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde wiedergegeben werden, was gerade bei schnellen Sportbewegungen (Fußball, Tennis etc.) und beim Gaming von Vorteil ist. HFR wird aber nur von den Geräten mit verbautem α9 Prozessor unterstützt, der B8 gehört dem zur Folge nicht dazu. Eine weitere Einschränkung ist ebenfalls noch zu nennen, HFR lässt sich in voller Breite nur über die „internen Abspieler“ nutzen. Heißt also via Streaming-Dienste oder per SAT-Kabel-Tuner. Per HDMI angeschlossene Geräte verarbeiten maximal 60 Bilder pro Sekunde. Ergo kann man auf Grund der HDMI-Limitierung dies nicht über externe Zuspieler nutzen.

Ebenfalls mit zum guten Ton und eher Standardausstattung zählen die HDR-Formate Dolby Vision, HDR10 und HLG. Das alle OLEDs 4K-Geräte sind erwähnen wir an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber nochmal. Darüber hinaus wird auch wieder Advanced HDR (by Technicolor) mit unterstützt. Alle Geräte haben eine Dolby Atmos Zertifizierung (u.a. für die Verarbeitung des Signals, nicht Ausgabe) sowie ein recht potentes Klangsystem mit an Bord. Diese stellen wir im Folgenden aber jeweils einzeln vor.

 

 

LG ThinQ – webOS 4.0 Betriebssystem

Auch beim Betriebssystem hat man nochmals nachgelegt. Das in der Version 4.0 vorhandene webOS kommt nun mit dem Suffix ThinQ daher, was nichts anderes verdeutlichen soll, dass die OLEDs jetzt noch „smarter“ werden. Denn dank einer intelligenten Spracheingabe kann direkt über die TV-Fernbedienung, ähnlich wie es bei Amazons FireTV-Sticks der Fall ist, ein „Befehl“ an das TV-Gerät gegeben werden. Das webOS in der vierten Ausgabe hat optisch hier und da ein paar kosmetische Überarbeitungen erhalten und läuft gefühlt nun noch einen Ticken flotter als noch bei der 7er-Generation.

Darüber hinaus soll es auch möglich sein, Smart-Home-Geräte über den TV zu steuern. Im Klartext, unterstützten die neuen Modelle den Google Assistant und Amazon Alexa mit all den bisher bekannten Features dieser Schnittstellen. Auch soll es möglich sein seine vordefinierten Farbprofile via Spracheingabe zu wechseln (z.B. von Standard auf Cinema-Modus).

 

LG OLED65E8L - im Überblick
 Bezeichnung  OLED65EL
 LCD-Größe  65 Zoll
 LCD-Diagonale  165 cm
 Homepage  www.lg.com/de
 Straßenpreis  2600,- EUR
 Maße  145 x 22 x 99cm (B x T x H) 
 Gewicht  26,6 Kg (ohne Fuß)
 29,9 Kg (mit Füßen)
 Weitere Daten
 Auflösung  3840 x 2160 Pixel / 2160P/60Hz 10 Bit
 Format  16:9
 Helligkeit  400 cd/m² (nits)
 800 cd/m² (nits) im Peak
 HDR  HDR10 (ST-2084), HLG, Advanced HDR, Dolby Vision
 Blickwinkel  178° / 178°
 10-Bit Panel  Ja
 Panel-Typ  OLED
 Betriebssystem  webOS 4.0
 Input-Lag  21ms
 Response.Tine  28ms
 3D-Funktion  - 
 Interner Speicher  8GB
 Energieverbrauch  typisch: 150W
 Standby: 0,5W
 max: 430W (Peak gemessen)
 VESA-Standard  200 x 300mm
 Farbe  Schwarz
 Konnektivität
 Audio  ▪ Dolby Surround
 ▪ "OLED Surround"
 ▪ 4.2-Soundsystem 60W - 20W Subwoofer
 ▪ Dolby Atmos
 Anschlüsse  ▪ 4x HDMI 2.0a (4K 60p / HDCP 2.2)
 ▪ 3x USB 3.0
▪ 1x CI+ Slot 1.3 (Common Interface)
 ▪ 1x SAT-Tuner (F-Buchse)
 ▪ 1x RF-Stecker (Terrestrisch)
 ▪ 1x RJ45-Netzwerkport
 Tuner-Anzahl / Typ  ▪ 1x DVB-T2 (HD), -C, -S, -S2
 weitere Features
 Ausstattung  ▪ WLAN und Bluetooth integriert
 ▪ WiFi Display (Miracast) - Google Cast
 ▪ HbbTV, DLNA
 ▪ UHD-Upscaler
 ▪ Sleeptimer
 Videoformate  MP4, MKV, MPG, TS, WMV, AVI
 Video-Codecs  MPEG-2, H.265, H.264
 Audio-Formate  AC4, AC3 (Dolby Digital), EAC3, HE-AAC, AAC, MP2, MP3, PCM, DTS, DTS-HD, DTS Express, WMA, apt-X

 

Detailansicht

Die Illusion des Schwebens – mit nicht weniger als diesem Slogan wirbt LG auf der Homepage zum E8. In der Tat wirkt das gewählte und umgesetzte Design sehr „luftig“ wenn man das an dieser Stelle mal subjektiv einschätzen darf. Denn der Standfuß als solcher wird lediglich in die rückwärtig aufgesetzte Glasscheibe (ca. 4mm dick) geschoben und hält so das Gesamtgewicht von knapp 30 Kilogramm. Sehr beachtlich und aber auch zugleich ein wenig beängstigend (…) Fakt ist aber, dieses Konstrukt steht sicher, auch wenn der TV einen gewissen „Nachschwingeffekt“ mitbringt und dieser sich keinesfalls absprechen lässt. Alle anderen Beschreibungen wären schlichtweg gelogen. LG tauft dieser Art des Standfußes übrigens „Picture-on-Glas“ Design. Wer möchte, kann diese Halterung natürlich entfernen und den TV an der Wand montieren.

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Die Verarbeitungsqualität wirkt im Vergleich zu den Vorjahresmodellen nochmal einen Ticken hochwertiger, was nicht zuletzt auch mit an der geänderten Farbwahl liegt. Generell erhält man hier ein sehr exklusives Stück Technik, was dem Käufer auch in Form der dargelegten Haptik vermittelt wird. Das Panel ist, wie wir ja inzwischen wissen, bei allen OLED-TVs aktuell gleich, da LG ja aktuell der einzige Hersteller solcher ist. Die Oberfläche ist als „glare“ also spiegelnd zu beschreiben. Der Kontrastfilter ist empfunden nochmals intensiver ausgeprägt als es schon bei der 2017er-Serie der Fall war. Auch zu erkennen daran, dass der violette Farbstich nur noch marginal ausgeprägt ist. Eine kleine rote Statuslampe innerhalb der Soundbar signalisiert im Übrigen den Betriebszustand (ein- oder ausgeschaltet). Im eingeschalteten Zustand ist diese gänzlich aus.

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Die Soundbar – wenn man nicht genau hinguckt bzw. herangeht sieht man gar nicht sofort, dass eine beim E8 verbaut ist. Umso erstaunlicher erscheint es, mit welchem Leistungsvermögen man diese Klang-Anlage ausgepriesen hat. Die Dolby Atmos Zertifizierung muss in diesem Zusammenhang genauer erläutert werden, aber die 60 Watt Systemleistung wovon 20W auf den „Subwoofer“ zurückfallen, erscheinen durchaus realistisch. Optisch integriert ist das als 4.2 titulierte System jedenfalls hervorragend, da die Lautsprecherleiste sich überhaupt nicht aufdrängt. Das Zusammenspiel mit der Glas-Konstruktion erhöht diesen Haptik-Faktor nochmals. Kommen wir nochmal zu Dolby Atmos, der TV ist in der Lage Ton-Signale aufzunehmen und zu decodieren. Beispielsweise von Amazon oder Netflix – und gibt diese dann wieder aus oder an externe Geräte (AV-Receiver) weiter. Die Soundbar selbst hat laut LG „nach oben und frontal abstrahlende Chassis“ verbaut bekommen. Mit genaueren Angaben hält man sich leider bedeckt. Eine genaue Klangeinschätzung haben wir im eingangs hinterlegten Video, sowie später im Praxistest festgehalten.

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Das Anschlusspanel teilt sich auch hier wieder in zwei Bereiche auf. Seitlich ausgerichtet befindet sich der CI+Slot, wo die entsprechende Adapter-Karte nicht vormontiert ist, darunter drei HDMI-Ports, wobei einer davon als ARC-kompatibel gekennzeichnet ist. Hinzu kommt ein seitlich ausgerichteter USB-Anschluss. Der zweite Anschlussbereich ist dann rückwärtig gerichtet und hält nochmal zwei weitere HMDI-Ports bereit. Dazu gesellen sich der RJ45-Stecker, die Komponenten-Anschlüsse, der terrestrische F-Stecker für das Antennenkabel, der Koaxiale-SPDIF-Anschluss sowie ein AUX-Stecker. Leider sind auch die beiden rückwärtig gerichteten USB-Ports im 2.0 Standard zertifiziert bzw. im Datendurchsatz limitiert. Hier hätte es durchaus auch eine 5 Gbit Ausführung (USB 3.0) sein dürften.

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Die Anschlüsse sind sinnig sortiert und definitiv praxistauglich. Einzig beim rückwärtig gerichteten SAT-Tuner-Anschluss sollte man im Vorfeld etwas mitplanen und sich entsprechend gewinkelte Anschlüsse bereithalten – sofern man wenig Platz hinter dem TV hat. Was auch bei der 2018 Modellreihe schade ist, dass man das Stromkabel nicht abnehmen und beispielsweise durch ein längeres ersetzen kann. So ist man gerade bei einer Wandmontage wieder gezwungen, auf ein klobiges Verlängerungskabel zu setzen.

 

Standfuß sowie Montage

Der Sockel bzw. Standfuß ist einer der großen Änderungen bei der E-Serie. Im Kern wird der gesamte TV dort in einen Schlitz geschoben und verschraubt. Eine zusätzliche Sockelleiste verteilt den Druck dann gleichmäßig. Der Fuß selbst ist sehr massiv und schwer – auf der Vorderseite wo auch der Schriftzug sitzt, findet man poliertes Aluminium vor. Bei der rückseitigen Abdeckung handelt es sich um eine Kunststoffhaube.

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Zur Montage selbst haben wir im einleitend verlinkten Video bei Minute 1:20 nochmal eine passende Sequenz mit eingebaut, in der man sieht wie selbiges letztlich realisiert wird. Fakt ist – der TV steht sicher, wippt nach, aber hinterlässt keinen labilen Zustand. Am Ende aber dennoch eine Geschmacksfrage.

 

 

Wandbefestigung mit VESA-Halterung

Selbstredend kann man auch diesen TV an der Wand montieren. Ein wenig Überwindung gehört definitiv dazu dieses scheinbar so zerbrechliche Stück Technik anzufassen und zu montieren. Diejenigen welche diese Zeilen gerade lesen und genau das beabsichtigen, werden sicher wissen was wir meinen. ;-) Aber kommen wir mal zu den Fakten. Die VESA-Vorrichtungen sind in den Maßen 300 x 200mm angelegt. Dank der planen Auflagefläche muss nicht großartig etwas beachtet werden – Abstandshalter zwischen Haltebügel und TV und weiter geht es mit der Montage (…)

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Wichtig an dieser Stelle ist auch hier wieder zu erwähnen, dass sich bei etwaigen vorhandenen Halterung das Höhenverhältnis verschiebt, da sich die VESA-Halterung bzw. die Technik des OLED im unteren Drittel befindet. Ergo muss man dies im Vorfeld einer Wandmontage mit einkalkulieren. Im Endeffekt keine große Sache das ganze Vorhaben und aber definitiv nur zu zweit zu bewerkstelligen!


 

Fernbedienung

Leider, wirklich leider muss man sagen, hat LG die Fernbedienung für die 2018 Serie komplett vereinheitlicht und man bekommt nun durchgängig die bekannte Magic Remote serviert. Zwar in einem etwas aufgewerteten Design, aber so schick wie die der „Signature-Modelle“ aus dem Vorjahr ist diese jedenfalls nicht. Die oftmals gewünschte oder genutzte Info-Taste gibt es in diesem Fall natürlich auch nicht.

Ach ja, die angesprochenen „Signature-Fernbedienungen“ aus 2017 lassen sich nicht mit dem E8 synchronisieren. An dieser Stelle meldet der TV ganz klar, dass diese Komponenten nicht kompatibel zueinander sind. Aber mal ganz kurz und knapp, die Fernbedienung ist ihrer Funktionsweise und Ergonomie hervorragend und macht Spaß in der Bedienung. Auch hier gilt wieder Motto – probieren geht über Studieren.


 

webOS 4.0 Betriebssystem

LGs intuitive OS-Steuerung gibt es nun bereits seit einigen Jahren in den TV-Modellen und entspringt ursprünglich der Feder von Hewlett-Packard, die damit einst die eigenen Palm-Geräte bestückten. Die 2018er OLED-Geräte arbeiten mit der Vorleistung von HP bereits in der Version 4.0 – mit dem Software-Stand von früheren Ausführungen hat das Ganze aber nur noch wenig zu tun. Gleich mal vorne weg, LG hat alle Geräte mit dem Release 4.0 ein Update zur Spracheingabe in den Google-Assistent bereitgestellt. Darunter befindliche Versionsnummern (webOS 3.5) bekommen dieses nicht mehr.

webos 01

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Die Einrichtung geht binnen weniger Minuten von statten und wird grafisch hübsch in Szene gesetzt. Wichtige Reiter wie die Netzwerk- bzw. WLAN-Verbindungen können an dieser Stelle sofort hinterlegt werden. Gleiches gilt auch für die Sendersuche, welche wir im Rahmen dieses Berichts aber selektiv betrachten wollen. Zum Betriebssystem selbst gibt es nur einige wenige Worte zu sagen, es läuft einfach nur verdammt flüssig und reagiert sehr schnell auf Eingaben, welche zu 90% umgesetzt werden. Spielt man jetzt beispielsweise 4K-Inhalte direkt über den Netzwerk-Share oder eines Streaming-Dienstes ein, dauert es mal einen Wimpernschlag länger, bis der „Befehl“ umgesetzt wird. In Summe aber ein marginal zu verachtender Aspekt.

webos 03

webos 04

In Kombination mit dem Pointer der Fernbedienung bietet LG aktuell das wohl am komfortabelsten zu bedienende Setup aus Betriebssystem-Eingabe und Ausgabe an – was auf den einzelnen betrachtet aber auch geschmacklich anders ausfallen kann.

 

Sattelliten- bzw. Tuner-Settings

Die nachfolgend angerissenen Themenpunkte bzw. Screenshots können, sofern man es möchte, direkt bei der TV-Einrichtung mit abgeschlossen werden. Die Möglichkeiten welche man als Anwender hat seinen Tuner-Settings anzupassen sind wirklich sehr umfangreich. Man kann natürlich auch das Gerät auf „Automatik“ alles suchen lassen, oder geht direkt in das Feintuning um beispielsweise Transponder für Übersee-Sender anzupeilen. Die Auswahl hält da das komplette Spektrum bereit, was natürlich auch für die Wahl des entsprechenden Satelliten selbst gilt.

Tuner Einstellungen 02

Tuner Einstellungen 04 Tuner Einstellungen 05 Transponder bearbeiten

Tuner Einstellungen 03

Eine nachträgliche Sendersuche ist ebenfalls kein Problem und kann jeder Zeit bequem aus dem Menü heraus gestartet werden. Die weitere Sortierung oder Filterung wird schlussendlich an anderer Stelle vorgenommen, wozu aber im weiteren Verlauf noch kommen werden.

 

 

EPG und Senderansicht

Hat man schlussendlich seine Sender eingerichtet, gibt es mehrere Wege sich die Vorschauliste oder den Programm-Guide zu Gemüte zu führen. Aber vorher soll nicht unerwähnt bleiben, dass der TV direkt nach Regionscode eine Sendersortierung vorgenommen hat, was in unseren Fall natürlich bequem war und ist, da die deutschen Sender von der „Logik“ her nach vorn sortiert werden. Eine umfangreiche Kategorisierung, Sortierung oder Favoriten-Listen sind ebenfalls kein Problem. Eine entsprechende Zeitachse zeigt an wo man sich gerade befindet, wann das Programm begonnen hat oder enden wird. Der EPG selbst kann bis zu sieben Tagen im voraus die Daten wiedergeben.

EPG

EPG 3

Über Sub-Einstellungen kommt man direkt auch ins Aufnahmefeld was betätigen kann, sofern sich ein externes Medium (USB-Stick oder HDD) am TV befindet. Auch Serien-Aufnahmen im Sinne der Wiederholung lassen sich programmieren, genügend (externen) Speicherplatz natürlich vorausgesetzt. Intern hat der Fernseher nämlich leider keinen eigenen Speicher spendiert bekommen.

EPG 2

EPG 5

Die Umschaltzeit der Sender ist ähnlich schnell / langsam, je nachdem wie man es definieren möchte, wie auch bei anderen Geräten dieser OLED-Zunft. An dieser Stelle wollen wir nochmal auf unser Video verweisen, bei dem wir ab Minute 9:20 explizit auf diese hier aufgezeigten Punkte eingehen und auch die Senderumschaltzeit zu sehen ist.

Sendersortierung EPG 4
Erweiterte Informationen und Funktionen bei Satellitenempfang

Wer möchte kann natürlich auch dank HbbTV die erweiterten Senderangebote eingespielt bekommen und nutzen. Die Funktionsweise ist komfortabel und reagiert schnell. Allerdings, so hatten wir es empfunden, wirkt der TV mit eingeschaltetem HbbTV extrem überladen, da sich zig Grafiken erst nach der Senderumschaltung aufbauen (…)


 

Allgemeine Menüführung

Wie wir es schon zum Betriebssystem selbst gesagt haben, gilt auch in den Tiefen der Menüs, dass diese sich sehr schnell, direkt und ohne Verzögerung ansteuern lassen. Die teils nervigen Bildlauftexte, wie bei den 2017er Modellen, sind nur noch vereinzelt vorhanden. Die generelle Einstellungsvielfalt ist enorm, sodass es den Rahmen sprengen dürfte hier alles aufzuzählen. An dieser Stelle auch nochmal der Hinweis zu unserem Video auf Seite 1, ab Minute 15:30 wird intensiv nochmal die Menüstruktur durchforstet.

Settings 1

Settings 2 Settings 3

Wichtig zu nennen sind auf jeden Fall die TV-Presets welche gerade für HDR-Inhalte interessant und wichtig sind. In Summe hat der Anwender hier 10! Farbprofile für den richtigen Anwendungsfall zur Auswahl. Gleiches trifft dann auch nochmal selbst für HDR bzw. Dolby Vision Content zu, hier kann selbst nochmal in vier weiteren Profile unterteilen bzw. den HDR-Effekt dann wiederum nochmal anpassen – also klar zu erkennen, Individualisierungsspielraum ist mehr als vorhanden. Bei der Netzwerkkonnektivität kann man hier als Anwender auf WiFi (802.11ac) oder auch auf die kabelgebundene Variante zurückgreifen.

TV Profile

Bild Settings 02

Bild Settings 03 Bild Settings 04

Settings 4

 

 

Toneinstellung / Sound-Settings

Die Toneinstellungen lassen auch keine Wünsche offen. Mal davon abgesehen das LG einer der ersten Hersteller war, der seinen OLEDs Dolby Atmos Signale verarbeiten und an externe Geräte weiterschicken ließ, bekommt auch der Ottonormalo hier alles geboten, was notwendig ist um eine kleine externe Anlage anzuschließen. Der E8 ist ja bekannter Maßen noch ein „Sonderfall“ mit seiner Soundbar, dazu aber im Praxisbereich später mehr. Aber nochmal kurz zu Dolby Atmos, der E8 kann beispielsweise aus Netflix oder Amazon Prime eine Atmos Tonspur aufnehmen, verarbeiten und dann zu einem AVR senden, der das Signal dann als Endpunkt an die angeschlossenen Lautsprecher ausgeben wird. Mittels HDMI ARC-Schnittstelle wird dieses Unterfangen nochmals erleichtert. Natürlich ist auch ein digitaler optischer Audioanschluss vorhanden.

Audioquellen

Audioquellen 01 Audio Settings Audio Equalizer

Nutzt man beispielsweise den internen Lautsprecher / Soundbar, steht unter anderem ein Equalizer zur Verfügung mit dem man seine Ton-Optimierungen durchführen kann. Aber auch generelle Einstellungen lassen sich vornehmen, was in der Art und Weise als Standard bezeichnet werden kann.

Settings 5 Settings 6 Settings 7

Um es an dieser Stelle kurz machen, dem Gerät fehlt es quasi an nichts. Alle Settings sind mehr als umfangreich vorhanden, von den Tiefen der Bildanpassungen, bis hin zur Anwendungserleichterung, man vermisst zu keiner Zeit eine Einstellung. Damit kommen wir auch zum nächsten Punkt, nämlich den Smart-TV- und Netzwerk-Funktionen.

 

Netzwerk- und Smart-TV-Funktionen, Streaming

Die Definition für einen Smart TV im Jahre 2018 hat sich inzwischen schon deutlich verschoben. Lange sind die Zeiten vorbei, in denen man nur rudimentär im Webbrowser surfen oder sich eine App installieren konnte. Vielmehr müssen aktuelle Fernseher inzwischen die Aufgabe einer absoluten Unterhaltungs-Allzweckwaffe übernehmen. LG E8 bringt auf jeden Fall schon mal beste Voraussetzungen dafür mit. Netzwerkfreigaben können bequem über die Quellenauswahl angesteuert und dann durch navigiert werden. Sicherlich nicht so ansehnlich, als wenn man dies mit einem Plex Medien-Server machen würde (siehe Video-Artikel dazu), dafür aber ungemein funktional. Die Handhabung macht keine Querelen oder nervige Probleme, so muss es laufen.

Netzwerk 03

Netzwerk 2 Netzwerk 1

Der LG verspeist so gut wie alle Codecs die man ihm vorsetzt, egal ob nun .mkv, H.264, H.265 oder MP4 – alles schmeckt dem Gerät vorzüglich. Passender Weise möchten wir an dieser Stelle einmal unser nachfolgendes Video empfehlen, in dem unser Testmuster bereits Pate gestanden hat:

Selbstredend hat ein Top-Modell die Amazon Prime und Netflix App mit integriert und gibt, so wie es die Anbieter zulassen, HDR-Content wieder. Mit der Serie „Jack Reacher“ bietet Amazon nun erstmals auch Dolby Vision Inhalte an. Gleiches gilt natürlich auch für Netflix, nur dass es diese Art von Videos dort schon wesentlich länger zu bestaunen gibt. Wird solches Quellmaterial abgespielt, zeigt der Fernseher es dementsprechend an – hier zu sehen am Dolby Vision Beispiel „Iron Fist“. Gleichermaßen werden dann direkt auch die dafür vorgesehenen HDR-Presets geladen und automatisch festgesetzt.

Amazon

Netflix 01

Netflix 02 Netflix 03
Signalisierung von Dolby Vision Inhalten sowie nochmals separierte Bild-Profile dafür

Die Anwendungen selbst laufen butterweich und machen, mal ganz offen gesprochen, jede FireTV Box oder Stick komplett obsolet. Vorbei sind die Zeiten von nervigen Ladezeiten der Smart TV Apps oder ähnlichen. Ohne jetzt in Superlativen und Subjektivität abdriften zu wollen, das Vorgestellte macht Spaß und unterstreicht, warum der LG OLED E8 als TV High End Gerät beworben wird.


 

Praxisbetrieb - weitere Funktionen

An dieser Stelle lassen wir einmal komplett die Hose runter und versuchen die Sicht des Käufers darzustellen. LG selbst gibt ja an, man habe einen recht überschaubaren Bereich verbessert, sowie bei der Bildberechnung nochmal zulegen können. Jetzt kommt aber der Punkt, hat man keinen direkten Vergleich – und wir gehen davon aus, dass dies die sehr große Mehrheit der Interessenten das nicht hat, dürften die Verbesserungen keinesfalls in Erscheinung treten. Klar – das mag zwar etwas subtil klingen, trifft es im Kern aber. Daher unser Rat, wer kann oder wenn es preislich passt, der sollte inzwischen zu den 2018er Modellen greifen. Nachfolgend haben wir ein paar Praxisbeispiele bzw. Erfahrungswerte niedergeschrieben, welche für viele die meiste Aussagekraft haben dürften.

LG OLED 65E8L 15

 

Keine Messwerte - warum das?

Eine kleine Erklärung möchten wir dennoch aber noch an dieser Stelle loswerden. Wer sich jetzt fragt „wo sind die Messwerte?!“ – es gibt schlicht keine. Es ist nicht in unserem Interesse etwas Halbgares zu zelebrieren was nicht mit Fakten untermauert werden kann. In der Vergangenheit haben wir bereits mit etlichen Instrumenten Werte genommen, aber unserer Ansicht nach handelt es sich dabei eher um „Schätzeisen“. Daher befinden wir uns auch im Auf- und Ausbau des Messequipments, sodass in Kürze auf breiter Front mit entsprechenden Werten argumentiert werden kann. Bitten sehen Sie / du es uns nach – Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. :-)

Des Weiteren sollte auch nochmal klar erwähnt werden, dass die sich am Markt befindlichen OLED-Panel ALLE mit einer Spitzenhelligkeit von bis 1000 Nits / cd/m² angegeben werden, in der Praxis sich unter bestimmten Umständen eher bei ~700 Nits einpendeln. Von daher dürften die überwiegenden Messwerte die man an anderer Stelle gelesen hat, im Groben auf viele andere übertragbar sein. Wie dem auch sei, in weiteren Berichten werden wir diese Materie nochmal deutlich vertiefen.

 

Fußballwiedergabe - Zwischenbilder

Der Fakt welcher auch ohne jegliches Messgerät erkennbar war / ist, dass die Bewegtbild-Darstellung / Zwischenbild berechnen von Sportereignissen deutlich aufgewertet wurde. Bei den 2017er Modellen hat man ganz deutlich wahrnehmen können, wie der Ball durch die Luft flog und für einen Millisekunden-Bereich nicht mehr vorhanden war. Dieses Manko wurde nicht gänzlich abgestellt, aber deutlich verbessert. Mittels „TruMotion“ kann man die Art und Weise der Darstellung nochmals deutlich individualisieren bzw. den SOAP-Effekt hinzufügen. Bei entsprechend hochwertigen Quellmaterial als Zuspieler sieht das Bild dann aber Tip-Top aus.

Netzwerk 04

Fussball 02 Fussball 03
klar zu erkennen - der Ball ist ein Ball und kein Ei oder Football - deutliche Bildaufwertung ggü. den 2017er Geräten

Als Praxishinweis sollte man noch mit an die Hand geben, dass der 4K-Fußball-Content von Sky natürlich das Bild deutlich in der Intensität abschwächt, da hier direkt HDR eingreift. Also sollte man, sofern gewünscht hier seine Profile sich selbst anpassen.

Display / Blickwinkel / Sonstiges

Für Senderwechsel werden im Schnitt knapp 1 Sekunde Verzögerung benötigt. Die Startzeit wurde mit rund 3 und 8 Sekunden gemessen, dabei wird das Betriebssystem vollständig hochgefahren. Dabei handelt es sich um das "Quickboot-Verfahren". Ein deutlicher Unterschied im Vergleich zu den Vorjahresmodellen ist auch das nach außen hin sichtbar verbesserte Panel bzw. der UV-Filter, was sich daran bemerkbar macht, dass das Panel bei Sonneneinstrahlung nicht so extrem violett diesen Ton wiedergibt. Nachfolgend nochmal zwei Beispiele vorbereitet die diesen Effekt verdeutlichen sollen. Einmal den LG E8 (2018) links und dann den Loewe bild 7 auf der rechten Seite.

LG OLED 65E8L 22 LG OLED 65E8L 23
Violettfilter deutlich aufgebessert - zur Veranschaulichung ein Beispiel: LG E8 (Links) - Loewe bild7 (rechts)

Die Blickwinkelstabilität eines OLED-Panels ist mehr als nur erhaben, wenn nicht sogar als Referenz zu bezeichnen und wurde in der Vergangenheit schon mehrmals an anderer Stelle resümiert. Als ein Nachteil, unter verschiedenen Aspekten der Anwendung betrachtet, dürfte wohl das spiegelnde Display sein. Im Tagesgeschehen bei Sonneneinstrahlung KANN ein OLED ganz allgemein gesprochen, seine Stärke nicht richtig entfalten.

LG OLED 65E8L 24

Selbstredend kann man auch bei Tageslicht in den TV gucken, alles andere wäre nur eine hohle Floskel – aber die wahre Pracht entfaltet der LG bei abgedunkeltem Raum, ideal sogar noch als einzige Lichtquelle. Die bildgewaltige Plastizität welche auf dem Panel dargestellt wird, dürfte so ziemlich jedem in seinen Bann ziehen. Voraussetzung ist natürlich das Zuspielen von nativem 4K-Material welches idealer Weise noch den HDR-Standards entspricht. LG OLEDs verarbeiten bekannterweise ja HLG, HDR10 und Dolby Vision als HDR-Standard. Der von Samsung und Panasonic initiierte HDR10+ Standard wird nicht unterstützt. Die Schwarzwert-Darstellung ist als nahezu perfekt zu bezeichnen. Keine für das menschliche Auge sichtbaren Bending-Effekte mehr, extrem farbtreue sowie kontrastreiche Darstellung sind die Adjektive mit denen mal die bildliche Vorstellung bewerten darf.

LG OLED 65E8L 04

Bezüglich High Frame Rate Material (HFR – 120Hz) sieht es aktuell mehr als mau aus, bis auf wenige Democlips gibt es ja noch nichts Vorzeigbares. Für die Zukunft hat man hier aber bereits erste Fußspuren gesetzt und bietet die Möglichkeit einer internen Abspielung. Auf Grund der HDMI-Limitierung wird HFR-Content über externen Zuspieler, beispielsweise eines UHD-Players, auf 60Hz limitiert. Man brauch noch Update-Möglichkeiten für die kommenden Modelle... ;-)

 

Ton-Qualität

Im direkt zu Beginn verlinkten Video sind wir bei Minute 28:40 ebenfalls auf diesen Punkt eingegangen, wollen ihn an dieser Stelle aber nicht unterschlagen. Fakt ist, der E8 hat eine Klanglösung verpasst bekommen die unscheinbarer nicht sein könnte. Umso verblüffender war das Ergebnis dann als es in Actionfilmen zur Sache ging. Der Hersteller betitelt die integrierte Soundbar als 4.2 Lösung und schmeißt „Dolby Atmos“ im gleichen Atemzug noch hinterher. Die Konstellation an sich klingt doch ein wenig dick aufgetragen (…) und wird wohl eher zu Marketing-Zwecken verwendet. Aktuell ist es nämlich so, dass an dem "Wording" Dolby Atmos keine fest vorgeschriebene Lautsprecher-Konstellation haftet.

LG E8 Soundbar Schema
Schemenhafte Anordnung der verbauten Lautsprecher samt rückwärtigen "Subwoofern" - Bildquelle: LG

Jetzt aber zum Eigentlichen: die Klanglösung hinterlässt einen sehr guten, soliden und vor allem räumlich potenten Eindruck. Aktiviert man den Surround-Modus im Menü, so gewinnt die Bühne erstaunlich an Fülle und füllt merkbar den Raum. Jenes macht sich gerade bei Explosionen oder Flug / Weltraum-Szenen bemerkbar, die zugleich deutlich spürbar den Raum füllen, ja sogar hinter dem Hörer auftauchen - beachtlich! Letztlich wird dies vermutlich auch nur über Projektionen / Reflektionen umgesetzt, was aber nicht schlimm ist, solang es funktioniert. Grundbedingung ist aber ein dafür geeigneter Raum. Wer einen offenen Wohnbereich hat, der sollte nicht unbedingt akustische Wunder erwarten. Denn ist dieser Surround-Modi ausgeschaltet, klebt die stimmliche Wiedergabe doch merkbar „am Bild“. Ein quadratischer Raum ist die beste Grundvoraussetzung für das o.g. Gelingen. In Summe hat man hier aber eine erstaunlich gut agierende Lösung verbaut welche dem „Normalverbraucher“ mehr als genügen sollte. Alle anderen Enthusiasten greifen vermutlich eh zu externen Lösungen. Fazit: überraschend gut gelungen in Anbetracht der kompakten Abmaße.


 

Leistungsaufnahme / Kosten

Der liebe gute Stromverbrauch. Bei aller Euphorie die ein tolles Bild mitbringt vergessen aktuell wohl die meisten, welch teils doch immenser Verbrauch das Ganze nach sich zieht. Wir haben dazu einige Sequenzen mitgemessen bzw. auch einmal eine Beispielrechnung aufgestellt. Bei normalem TV-Konsum mit 4K-Material zieht der TV 150-200 Watt aus der Dose. Mit entsprechendem Demo-Content (NASA 4K) ließ sich der Verbrauch auf 360 Watt in der Mondszene steigen. Der Spitzen-Peak wurde dann aber letztlich bei der Sonnensequenz mit einem Wert von 430 Watt ermittelt. Ausgehend von einem durchschnittlichen Verbrauch von 208 Watt, den LG im Übrigen auch im Datenblatt so angibt, haben wir nachfolgend eine Beispielrechnung aufgestellt was so ein Gerät pro Jahr an Kosten verursacht.

 

 Kostenaufstellung - LG OLED65E8
 TV-Gerät mit einem Verbrauch von:  79,00 Watt
 Dauer:  3 Stunden am Tag
 Dieser Verbrauch findet an:  7 Tagen in der Woche statt
 Strompreis:  0,28 € pro kWh
 Zeitperiode  Strom­verbrauch  Stromkosten
 pro Tag:  0,62 kWh  0,17 €
 in der Woche (an 7 Tagen):  4,,37 kWh  1,22 €
 in 4 Wochen:  17,47 kWh  4,89 €
 im Jahr:  227,14 kWh  63,60 €
 in 5 Jahren:  1.135,68 kWh  317,99 €
 in 10 Jahren:  2.271,36 kWh  635,98 €

 

Fazit

An dieser Stelle wollen wir gar nicht alle Superlativen oder jedes einzelne Feature anpreisen, denn der LG OLED65E8 ist ein erstklassiges TV-Gerät, der wohl jedem in seinen Bann ziehen dürfte der davor sitzt. Die überragende Bildqualität im 4K-Bereich, welche plastischer und auch dank der erstklassigen Farb-, Kontrast-, und Schwarzwert-Darstellung nicht besser sein könnte, wird Neulingen die Kinnlade runter fallen lassen. Allen anderen wird wohl deutlich werden, was inzwischen alles ist in der TV-Technik machbar ist. Und ja, es gibt auch noch andere Panel-Arten die sich außerhalb des aktuellen OLED-Hypes bewegen, soweit sollte man sich als Interessierter sowie auch als Pressevertreter über den Tellerrand hinaus wagen.

Denn die Anwendungsgebiete sind aktuell die Punkte, wo man sich als Kunde fragen muss, ob das jeweilige Gerät zu mir passt oder nicht. Ein OLED ist die perfekte TV-Begleitung für Film-Konsum im abgedunkelten Raum – selbstredend auch bei Tageslicht, aber hier wird nicht die volle Stärke ausgespielt. Das Thema „Einbrennen“ wollen wir an dieser Stelle nicht ausdehnen, es schwebt immer noch im Raum umher (…) Wer viel statische Inhalte, beispielsweise ein HUD eines Spieletitels verwendet, der sollte sich dessen bewusst sein und für einen gesunden „Content-Ausgleich“ sorgen, oder alternativ sich bei einem LCD umsehen. ACHTUNG – das heißt keinesfalls, dass die OLED Panel nicht spieletauglich sind, ganz im Gegenteil, mitunter erreichten selbige Panel im Rtings.com Shootout die geringsten Reaktionszeiten überhaupt! Wir bzw. ich als Verfasser dieses Textes möchte diesen Aspekt deutlich angesprochen haben, ob nun begründet oder nicht.

Kommen wir nochmal zurück zum koreanischen TV-Fabrikat. Wir haben hier ein Modell vor Augen gehabt, welches in seiner Komplexität so anwenderfreundlich auftritt, wie vermutlich aktuell kein weiteres. Das webOS 4.0 sollte jeden packen und bereitet in der Anwendung einfach Spaß – denn es funktioniert, ohne Probleme, ohne (geringfügige) Ladezeiten und stellt für 2018er TV-Geräte den Status Quo da. An dieser Stelle könnte man theoretisch aufhören… Nein, denn es gibt auch durchaus Kritik zu äußern. Es erschließt sich nicht ganz, warum man einem Premium-Gerät lediglich 4GB internen Speicher für Apps verpasst, das ist für ein TV mit einer UVP von 3500 EUR nicht mehr zeitgemäß. Gleichermaßen könnte man auch dieses Fehlen mit einem internen Speicher für Aufnahmen direkt kombinieren. Wo wir beim nächsten Punkt in dieser Aufzählung wären – warum kein USB 3.0 Anschluss? Andere Geräte in wesentlich geringeren Preisklassen bieten das schon lange. Zu guter Letzt noch ein Anwendungsfall – der Netzstecker dürfte sich gerne abziehen und gegen ein längeres tauschen lassen oder? Beim LG ist das schlicht nicht machbar, da das Kabel fest verbaut ist. Eine etwaige Wandmontage oder dergleichen ist somit immer mit nervigen Verlängerungskabeln verbunden.

Diese Punkte fallen in der direkten Betrachtung eher als „Nebeneffekte“ auf, sollten aber nicht unterschlagen werden. In Summe haben wir hier einen TV, der sich anschickt die Krone als neue Referenz abzuholen. Denn eines sollte man nicht vergessen, das Angebot an Geräten mit Soundbars wächst und wächst, jedoch können nicht viele Hersteller die Preise von LG mitgehen. Von unserer Seite aus gibt es eine mehr als deutliche Kaufempfehlung, welche in den nächsten Wochen auf Grund des vermutlich weiter nachgebenden Preises noch deutlicher werden wird. Aktuell (18.10.2018) bewegt sich das Gerät bei ~2600 EUR und ist auch bei Amazon gelistet

 

 

LG OLED65E8
Eine von vielen Bildreferenzen aus dem Hause LG - hier auch mit potenter Soundbar, 18.10.2018

 
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   Pro  Contra    
  + komfortable und intuitive Bedienung (webOS 4.0)
+ Pointer-Bedienung mittels Fernbedienung
+ hochwertig anmutendes Produkt-Design
+ extrem
umfangreiche Menüeinstellungen

+ HDR-Support (HDR10, HLG, Dolby Vision)
+ überragende Bildqualität bei entsprechendem Content
+ nahezu perfekte Farb-, Schwarz-, und Kontrastwerte
+ HFR-Support bereits vorhanden
+

- kein interner Speicher für Aufnahmen
- generell Datenspeicher recht gering (4GB)
- Netzstecker nicht entfern- bzw. verlängerbar
- keine USB 3.0 Ports





 LG OLED65E8 fazit  

 

LG OLED65E8 award k

 

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Diskutiert diesen Artikel im Forum (5 Antworten).
Gesendet: 15 Jun 2019 21:58 von Tobias Claren #2466
Tobias Clarens Avatar
Des betrifft auch den B8? Ich dachte der hat ältere Technik?
So dass die evtl. Reste der alten CPU etc. loswerden können ;-) .
Und dies auch Einfluss auf das Bild verglichen mit der C-Klasse aufwärts hat.

Also ist der Unterschied vom C8 zum E8 nur "Picture on Glas" und der Ton?
Hat man von dem Ton irgendeinen Vorteil, wenn man ein 5.1/7.1-System nutzt?
Ich denke z.B. an die Möglichkeit diesen als Center einzusetzen. Kann man ein Signal einspeisen?
Die Fernseher werden immer flacher, aber die Lautsprecher haben evtl. 15, 20, 25cm Tiefe...
Da stört ein Lautsprecher sehr. Hängt der TV an der Wand, muss man den Lautsprecher auch irgendwie dort befestigen, oder ein Möbel darunter stellen...


Gibt es auch einen Unterschied in der Empfindlichkeit?
Z.B. durch das Glas der E-Serie gegenüber der Oberfläche der B- und C-Serie.
Denn theoretisch könnten die ja die Gelegenheit ihres "Picture-on-Glas"-Design nutzen, und die so fest/dick machen dass sie so stabil ist wie z.B. eine Fensterscheibe. Auf die paar mm kommt es da auch nicht mehr an.
Gerne auch 10mm dickes Glas.
Gesendet: 12 Jun 2019 22:31 von Cyberportie #2463
Cyberporties Avatar
Es gibt keine.
Die Panel sind die selben.
Gesendet: 12 Jun 2019 22:22 von Tobias Claren #2462
Tobias Clarens Avatar
Wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen dem E8 und den anderen Versionen?
Ton ist völlig egal (7.1), Bildqualität das Primäre.
Gesendet: 29 Apr 2019 17:51 von Marcel #2385
Marcels Avatar
Hallo und willkommen hier. :)

Ohne es konkret zu wissen (wegen fehlender Praxiserfahrung) steht der Nutzung auf Grund der geringeren Tuner-Ausstattung eigentlich nichts im Wege. Problematisch könnte es allerdings beim Stecker werden. Denn leider schafft es LG immer noch nicht, ein abnehmbares Kabel zu montieren, sprich das fest per Listerklemme unter der Abdeckung. ?