Test: JBL Link 20

JBL Link 20 NewsbildSprachassistenten und Internet of Things (IoT) nehmen eine immer größere Rolle in der IT-Welt ein. Auch im HiFi-Sektor ist die Konnektivität ein hoch beachtetes Themengebiet. Nachdem wir uns den JBL Playlist vorgeknöpft haben, welcher mit WLAN und Chromecast bereits gut vernetzt ist, sollte der JBL Link 20 des vorliegenden Tests exemplarisch unter Beweis stellen, inwieweit die Link-Serie des Herstellers funktioniert. Natürlich sollte der tragbare Lautsprecher auch zeigen, was er an Soundperformance zu bieten hat.

 

 

JBL ist bereits lange im mobilen HiFi-Bereich tätig, was zum Beispiel auch die Interation des JBL Pulse 3 deutlich macht. Die tragbaren Lautsprecher wie der JBL GO 2 setzten dabei meist auf die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone. Mit dem JBL Playlist hatten wir bereits einen Vertreter der WLAN-Lautsprecher des Herstellers im Test, welcher sich also zusätzlich auch direkt mit dem Heimnetz verbinden kann und per integriertem Chromecast Musikinhalte ohne weiteren Zuspieler wiedergeben kann. Initiert werden muss der Abspielvorgang dabei aber immer noch per Smart-Device mit Google Home Assistent. Der heutige Testkandidat braucht diesen Vorgang nur bei der ersten Einrichtung. Danach braucht man theoretisch das Smartphone oder den Lautsprecher nicht mehr anfassen um in den Genuss von Musik zu kommen.

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Der Trick dahinter ist der Google Sprachassistent. Der JBL Link 20 setzt also auch auf Chromecast, kann aber auch zusätzlich mit Sprachbefehlen umgehen. Wie gut diese Funktion umgesetzt wird, haben wir ausführlich überprüft. Dabei musste sich der dank integriertem Akku auch tragbare Lautsprecher in verschiedenen Situationen unter Beweis stellen. Bevor wir im Detail auf den Lautsprecher und seine Funktionen eingehen, werfen wir noch kurz einen Blick auf den Lieferumfang. Enthalten ist eine Kurzanleitung zur Ersteinrichtung sowie ausführliche Informationen zur Garantiebestimmung und Sicherheitsaspekten. Wesentlich interessanter ist, dass ein Netzteil enthalten ist, welches für US-Steckdosen genutzt werden kann. Per beiliegendem Adapter wird es dann für die europäischen Steckdosen kompatibel. Ein USB-Kabel zum Anschluss des Links an besagtes Netzteil ist natürlich auch enthalten.

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JBL Link 20 - Technische Details
 Bezeichnung  JBL Link 20
 Preis   199,- EUR (UVP)
 Hersteller-Homepage  www.jbl.com
 Maße  93 x 210 mm (Breite x Tiefe x Höhe) 
 Gewicht  950 Gramm 
 Daten
 Ausgangsleistung  2x 10 Watt  
 Chassis  zwei 50mm
 Eingänge / Konnektivität  Wi-Fi (2.4GHz/5GHz), Bluetooth 4.2

Detailansicht JBL Link 20

Grundsätzlich hat man sich beim JBL Link 20 am Röhren-Design der tragbaren Lautsprecher angelehnt. Dabei wird Quasi der gesamte Mantel des Zylinders mit dem gleichen Mesh versehen, welches wir im unteren Bereich des Pulse 3 und an der Front des Playlist vorgefunden haben. Neben der uns abgelichteten schwarzen Variante ist der Link 20 auch in weiß erhältlich. Mit seinen 210mm Höhe und den 93mm Durchmesser wirkt der Link 20 schon recht ausgewachsen, bleibt aber dennoch transportabel.

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Optisch und haptisch macht die textile Struktur der Oberfläche einiges her, wirkt zugleich aber auch sehr robust. Das der Link 20 tatsächlich sehr wiederstandsfähig ist, zeigt auch seine IPX7 Zertifizierung. Diese verspricht dem Lautsprecher eine Wasserdichtigkeit von bis zu 1m bei einer Eintauchzeit von 30min. Wie beim GO 2 muss man sich also keine Sorgen machen, sollte man im Außeneinsatz vom Regen überrascht werden oder der Zylinder ins Wasser fallen. By the way - den mobilen Einsatz macht ein integrierter 6000mAh großer Akku möglich. Eine komplette Ladung dauert laut Hersteller 4,5h, was wir so unterstreichen können. Die Laufzeit hat JBL mit bis zu 10h angegeben, was etwas konservativ ist. Bei uns waren auch bis 13h möglich. Natürlich hängt dieser Wert auch von der verwendeten Lautstärke ab, weshalb der Hersteller wohl etwas tiefer stapelt. Der Akku hievt das Gewicht übrigens auf 950g, was den Link 20 ebenfalls zum massiven Auftritt verhilft.

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Im Inneren werkeln zwei 50mm Treiber, welche das Frequenzband zwischen 65Hz und 20kHz wiedergeben sollen. Auf passive Treiber wie beim Pulse 3 oder Flip 4 verzichtet man hier allerdings. Ein Grund dürften die Bedienelemente auf dem Top sein. Denn auch wenn man den Lautsprecher mit der Stimme steuern kann, sind zusätzlich noch Tasten vorhanden. Der Grund ist der mobile Einsatz. Dort kann nämlich nicht auf den Google Assistent zugegriffen werden und Bluetooth 4.2 ist die einzige Verbindungsmöglichkeit. Eine Bedienung der Musikwiedergabe kann dann am Zuspieler oder halt am Link 20 vorgenommen werden. Weitere Bedienelemente sind auf der Rückseite zu finden, wenn man das bei einem Zylinder überhaupt so sagen kann. Neben der Power-Taste, bietet man hier auch die Möglichkeit den Sprachassistenten taub zu stellen.

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Die Vorder- sowie Rückseite bieten verschiedene visuelle Informationen über LEDs. In der Front wird unten angezeigt, ob sich der Link im WLAN Netzt eingeklinkt hat und wie stark die Verbdinung ist. Die vier Punkte oben symbolisieren die Wiedergabelautstärke, schlagen aber auch beim Sprechen des Assistenten aus. Auf der Rückseite leuchtet die Power-Taste und knapp darüber wird über kleine Leuchtpunkte die Akku-Ladung symbolisiert. Auch der Ladeanschluss befindet sich hier. Um der Wasserdichtigkeit gerecht zu werden, wird der Mirco-USB Anschluss mit einem Gummi-Stopfen geschützt. Daneben befindet sich im übrigen ein kleiner Reset-Taster, sollte sich der Link mal ungewollt aufhängen. Auf der nächsten Seite gehen wir auf die Funktionalität und die Sound-Performance ein.


 

Praxistest

Um den Link 20 nutzten zu können braucht man ein Smart-Device (Tablet oder Smartphone) mit Android sowie ein Google Konto. Denn die Einrichtung erfolgt über die Google Home App. Wie dies genau erfolgt, haben wir exemplarisch beim Panasonic SC-GA10 Smart-Speaker dargestellt. Die Einrichtung ist aber kein Hexenwerk. Kurz zusammengefasst, sucht man in der App nach dem Link 20 im WLAN, wird geprüft ob man den richtigen verbunden hat und vergibt ihm einen Aufstellort. Der Sprachassistent ist damit bereits komplett funktionsfähig. Damit der Lautsprecher auf Befehl auch Musik spielt, muss man in der Google Home App die passenden Player (bspw. Spotify, Google Music, etc.) hinterlegen. Hat man bspw. ein Spotify Premium Abo, kann man dem Link auch gezielt einzelne Songwünsche erfüllen lassen und das ohne das Smartphone in die Hand zu nehmen. Radiosender können übrigens auch sehr unkompliziert über TuneIn weidergegeben werden.

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Insgesamt ist die Funktionalität also noch einmal gesteigert gegenüber dem JBL Playlist. Wie dieser beherrscht der Link 20 aber auch die Bluetooth-Wiedergabe. Erst hier werden die Bedienelemente auf der Oberfläche wirklich notwendig, aber auch nur wenn man sich nicht in einem WLAN befindet. Ohne Sprachassistent muss man bspw. die Lautstärkeänderung auf die Oldschool-Art, per Tastendruck, ausführen.

Jetzt kann man sich fragen, ob man wirklich einen Lautsprecher mit Sprachansage benötigt. Dies kann man nicht pauschal beantworten. Nutzt man z. B. sowieso schon einen Google Home Mini, so würde der Link 20 auf jeden Fall eine klangliche Aufwertung darstellen. In Zeiten von Smart-Homes ist der Sprachassistent sicherlich auch eine nette Ergänzung. Persönlich können wir uns den Lautsprecher vor allem dann gut vorstellen, wenn man eben keine Hand frei hat. Zum Beispiel kann man auch beim Kochen immer genau das hören, was man will. Wer angst davor hat, abgehört zu werden, kann das Mikrofon auch taub stellen.

 

 

Klangcheck

Unsere Erwartung an den JBL Link 20 war durch die Erfahrung mit dem Pulse 3 recht hoch, zumindest für das Segment eines so kompakten Lautsprechers. Enttäuscht wurden wir nicht. Dem Link fehlen zwar die passiven Membrane an den Seiten, dennoch tritt die kleine Röhre mit einem recht satten Klang auf. Wie die Treiber im inneren ausgerichtet sind, konnten wir zwar nicht in Erfahrung bringen, doch wir gehen von einer ähnlichen Konstrukion wie beim Pulse aus. Denn durch eine zentrale Aufstellung im Raum erhält man eine gute Raumfüllung ohne großen Einfluss der Positionierung zum Zylinder. Hier kann man schon ein wenig von einem Vorteil gegenüber dem Playlist sprechen, welcher deutlich zentrierter abstrahlte. In Kleinen Räumen bringt es der Link 20 somit auf ein guten bzw. recht hohen Pegel, welcher für kleine Gelage sicherlich ausreichend sein sollte.

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Klanglich ist der Link 20 tatsächlich auf einem ähnlichem Niveau wie der Pulse 3. Gerade Höhen und Mitten gehören zu seinen Stärken, sodass Stimmen und Instrumente gut aufgelöst werden können. Der Bass ordnet sich insgesamt etwas unter, bietet aber noch genug "Druck" um ein ausgewogenen Klang zu generieren. Natürlich darf man hier kein "kicken" erwarten, muss aber auch nicht, finden wir. Die Abstimmung des Link 20 passt in Summe einfach zu seiner Ausrichtung. Auch für Unterwegs bietet der Zylinder einen ordentlichen Klang mit hohem, standfestem Pegel.


 

Fazit

Über den Nutzen einer Sprachsteuerung eines Lautsprechers kann man sich sicherlich streiten. Sich vollständig gegen den technischen Wandel zu verwehren halten wir aber auch für den falschen Weg. Einen positiven Einsatz des Google Sprachassistenen des JBL Link 20 konnten wir schon ausmachen. Besonders hilfreich empfanden wir ihn immer dann, wenn man keine Hand frei hatte um den nächsten Song abzuspielen oder die Musik zu muten. Ob man die anderen Funktionen von Googles Sprachsteuerung wirklich benötigt hängt von der persönlichen Einstellung, aber auch eventuell von der Ausstattung des Eigenheims ab. Denn auch als Smart-Home-Steuerung kann der Link 20 fungieren.

Her zeichnen sich dann auch etwas die Vorteile des Link 20 ab. Denn im Gegensatz zu Googles Home Lautsprechern bietet er sicherlich den besseren Klang. Diesen empfanden wir recht ausgewogen mit Tendenz zu den höheren Tönen und hohem Pegel. Dass es sich also um einen Lautsprecher handelt, welcher zusätzlich die Sprachsteuerung erhalten hat, gefällt uns deutlich besser, als einem Sprachassistenen die Musik-Wiedergabe zu erlauben. Auch für den mobilen Einsatz konnte sich der Link 20 mit großem Akku und robuster Konstrukion beweisen. Dabei muss die IPX7 Zertifizierung nicht nur am See eine wichtige Rolle spielen, auch beim Kochen oder im Badezimmer eingesetzt hat sie ihre Daseinsberechtigung. 

In Summe erhält man mit dem JBL Link 20 ein interessantes Produkt, dessen Nutzen jedoch sehr indiviudell ist. Sucht man einfach nur einen mobilen Lautsprecher, könnte man auch zu anderen Vertretern gerifen (z. B. Teufel Boomster), welche dann eventuell noch mehr "Druck" bieten. Gleiches gilt für stationäre Streaming-Lautsprecher (z. B. Pioneer MX-5). Der JBL Link 20 ist aktuell zu einem Preis von rund 160 EUR erhältlich - oder alternativ bei Amazon.de

 

 

 

JBL Link 20 Wireless-Lautsprecher mit Sprachassistent
 Gut klingende Wanze mit Outdoorqualitäten - 05.09.2018

 
   Streaming-Geräte Testberichte
Hersteller-Homepage   Bei Amazon kaufen  
   Pro  Contra    
  + wertige Verarbeitung /Materialwahl
+ Google Chromecast und Sprachassistent
+ unterstützte Streaming-Anbieter
+ ausgewogener Klang
+ einfache Bedienung
+ Konnektivität
+ Mobilität und Wasserschutz
+ keine dedizierte Software...

- ... daher aber auch keine
  seperaten Einstellungen möglich






JBL Link 20 fazit   

 

 

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