Test: Dockin D Fine+ (2020)

Dockin D Fine 2 news Nachdem der Dockin D Fine in der Urversion im vergangenen Jahr durch den D Fine+ ersetzt wurde, folgt nun eine weitere Evolutionsstufe. Der Dockin D Fine+ wächst jetzt ein wenig in der Größe, unterscheidet sich aber vor allem durch neue Features wie drei hinterlegten Klangprofilen, einem austauschbaren Akku sowie der Nutzung eines Tragegurts. Gewachsen ist auch der Preis, ob dies gerechtfertigt ist, haben wir versucht zu klären.

 

Auch wenn wir in der Vergangenheit weitere große mobile Lautsprecher auf dem Prüfstand hatten, gehört der Dockin D Fine+ 2 weiterhin eher zu den Schwergewichten dieser Kategorie. Der Vorteil ist natürlich, dass man in einem größeren Gehäuse mehr Raum für die Treiber sowie einen leistungsfähigen Akku zur Verfügung hat. Beides ist beim D Fine+ in üppiger Dimension vorhanden, wobei auch Änderungen zum Vorgänger getroffen wurden. Das etwas gewachsene Gehäuse beinhaltet nun zwei 1" Hochtöner, zwei 2,5" Tieftöner sowie zwei passive Radiatoren. Zuvor waren es je zwei 0,5" und 3" Treiber. Die Leistung von 50W ist aber identisch geblieben. 

Dockin D Fine 2 -04

Ein von mir in der Vergangenheit genannter Kritikpunkt wurde beim D Fine+ in der überarbeiteten Version nun auch berücksichtigt. Der Hersteller legt dem Lautsprecher nun einen Tragegurt bei, welcher sich an den Seiten einklinken lässt. Somit ist das massive Gerät deutlich transportabler, auch weil das Gewicht um ~300g auf 2,26kg angestiegen ist. Auf der anderen Seite kann die Tragetasche des D Fine und D Fine+ auf Grund der größeren Abmessungen nicht mehr genutzt werden. Die mitgelieferten Klinke- und USB-C-Kabel (und evtl. auch das Netzteil) müssten also anderweitig verstaut werden.

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Die Anschlüsse befinden sich nun auf der Rückseite und nicht mehr seitlich. Weiterhin werden sie aber durch eine gummierte Abdeckung geschützt, damit ein Strahlwasserschutz nach IPX5 gewährleistet werden kann. Bei den Anschlüssen selbst hat sich nichts geändert. Vorhanden sind der Strom-Eingang, eine Klinke-Buchse sowie ein USB-A-Anschluss. Letzterer dient der Powerbank-Funktion. Zugespielt werden kann natürlich auch kabellos. Als Standard kommt Bluetooth 5.0 inklusive aptX zum Einsatz.

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Geladen wird weiterhin mit einem dedizierten Netzteil, welches aber auch identisch zu den Vorgängern ist. Es liefert 2,4A bei 15V (also 36W) was für eine Ladedauer von ~4h führt. Der Akku ist nämlich ebenfalls gewachsen und fasst nun 9.600 mAh statt 9.000 mAh, wodurch die Laufzeit von 14h auf 16h gesteigert worden sollte. Zudem lässt sich der Akku nun durch die Klappe im Boden austauschen. Man hätte die Klappe gern auch mit einer Dichtung versehen können, damit Wasser hier nicht zum Problem wird, wenn auch die IPX5 Zertifizierung ein Eintauchen eh nicht erlaubt.

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Bei den Tasten gesellt sich eine fünfte hinzu, zudem sind sie nun gummiert. Die längliche Taste ist für das Aktivieren des Stereo-Links zuständig. Die anderen Tasten behalten ihre übliche Funktion. Neu ist aber, dass man durch gleichzeitiges Drücken von "-" und "+" durch die drei Sound-Profile schalten kann. Wählbar sind der Balanced, Bass und Clean Mode. Die mittlere LED gibt Info über das aktive Profil.

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Praxistest und Klangcheck

Zur Praxis braucht eigentlich nicht viel gesagt werden. Die Bedienung ist selbsterklärend und lieferte im Test keine Probleme. Als erfreulich empfand ich beim ersten Einschalten, dass der Signalton nicht mehr so laut ist wie bei den beiden Vorgängern. Auch der Tragegurt ist gut umgesetzt und erfüllt seinen Zweck sehr gut. Braucht man am See etwas Beschallung, lässt sich der D Fine+ 2 schnell schultern, was einem einen eventuellen Rucksack erspart.

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Etwas ungleiche Konkurrenz: JBL Boombox 2 - Teufel ROCKSTER CROSS - Dockin D Fine+ 2

Kommt es zum Klangvergleich zum Dockin D Fine+, gibt es zunächst keine großen Änderungen beim D Fine+ 2. Das ist schon etwas erstaunlich, da den Datenblättern nach die Bestückung der Geräte unterschiedlich ausfällt. Somit bleibt also auch eine Nähe zum ursprünglichen Dockin D Fine erhalten. Insgesamt lässt sich der Klang so charakterisieren, dass Bass und Höhen ausgeprägt sind, der mittlere Bereich hingegen weniger. Das ändert sich allerdings schlagartig, wenn man eines der beiden Profile aktiviert. Beide ändern die Charakteristik deutlich. Beim Bass-Mode gefallen die Änderungen jedoch deutlich besser. Der D Fine+ 2 scheint hier auf einmal noch weiter zu wachsen, da spürbar mehr Kraft aus den Tiefton-Treibern sowie Radiatoren entweicht. An der Dynamik ändert die Anhebung der unteren Frequenzen dabei nichts. Der Lautsprecher ackert weiterhin auf einem gleichbleibendem Niveau. Der Clean Mode ändert die Soundkulisse komplett in die andere Richtung, was mir persönlich aber gar nicht zusagt. Die Bässe werden regelrecht gekappt, der Rest bleibt scheinbar aber identisch zum Balanced Mode, wodurch der D Fine+ 2 auf einmal sehr dünn und unausgewogen wirkt. Für mich ist dieser Modus kein Zugewinn, aber das mag auch an der favorisierten Musik liegen. Eine passende für dieses Profil wollte sich mir aber auch nicht offenbaren.

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Mit den beiden anderen abgebildeten Lautsprechern erfolgte zwar ein ungleiches Kräftemessen, aber einen Vergleich kann dennoch kurz angerissen werden. Was den Bass angeht, kann der D Fine+ 2 nicht mit der JBL Boombox 2 mithalten, was aufgrund des deutlich höheren Volumens auch kein Wunder ist. Zudem fehlt es dem Dockin Lautsprecher im direkten Vergleich die oben erwähnte Präsenz im Mitteltonbereich. Das kann die Boombox 2 ebenfalls besser. Der Teufel Rockstar Cross kann ebenfalls in allen Belangen eine Schippe drauflegen, bietet also mehr Bass und auch mehr Pegel. Aber auch hier ist der Vergleich nicht ganz fair, da der Teufel eine opulentere Treiber-Bestückung vorweist.

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Als Fazit lässt sich hier festhalten, dass der D Fine+ 2 durch den Bass Mode sich schon deutlich vom D Fine+ abhebt. Ob dies allerdings einen Aufpreis von 70€ rechtfertigt, steht auf einem anderen Blatt. Hier spielen die anderen Neuerung sicherlich auch eine wichtige Rolle. Eine App mit Equalizer wäre eventuell keine schlechte Idee. Immerhin bietet dies bspw. bereits der halb so teure Soundcore Motion+.


 

Fazit

Das Refresh des Dockin D Fine+ zum Dockin D Fine+ 2 offenbart sich im Grunde in vier Punkten, welche alle auch als positiv zu bewerten sind. Denn der Hersteller hat sich sogar drei meiner Kritik-Punkte des Vorgängers angenommen bzw. versucht diese zu eliminieren. Dem hohen Gewicht hat man zwar nicht entgegengewirkt, sondern sogar erhöht, dafür gibt es nun einen Tragegurt, welcher den Lautsprecher deutlich mobiler macht. Als Pluspunkt kann man auch bewerten, dass man den nun noch größeren Akku auch austauschen kann. Das ist eher eine Seltenheit. Die Laufzeit des Lautsprechers mit ~15h kann ebenfalls als positiv betrachtet werden.

Die Stereo-Link-Funktion konnte diesmal zwar nicht getestet werden, aber ich bin guter Dinge, dass auch hier sich ein positiver Effekt einstellt. Generell hat sich klanglich nicht viel getan, was noch immer etwas die Mitten missen lässt. Durch den Bass Mode wächst der Lautsprecher akustisch allerdings etwas, was nicht nur für mehr Tiefgang sorgt, sondern irgendwie auch das Gefühl von mehr Balance als der Balance Mode vermittelt. Zumindest gibt es hier dann einen deutlichen Sound-Unterschied zum Vorgänger. Den gibt es auch mit dem Clean Mode, dieser sagte mir persönlich aber nicht wirklich zu. Leider fehlt immer noch eine App-Schnittstelle mit welcher man eine komplette Individualisierung vornehmen könnte. Vielleicht eine Option für den D Fine++ 2 oder D Fine+ 3.

Kommt es zum Preis schwindet die durch die Änderungen hervorgerufene Euphorie etwas. Denn der Hersteller hebt den Preis auf eine UVP von 200€ an. Da der D Fine+ auch mit 180€ an den Start ging und nun bei ~130€ liegt, könnte der Preis allerdings auch noch etwas rutschen. Zum aktuellen Zeitpunkt muss man sich schon gut überlegen, ob die neuen Features die 70€ Aufpreis für einen persönlich rechtfertigen. Zu dem Kurs könnte man nämlich auch bspw. zwei Soundcore Motion+ erwerben oder man packt noch ein wenig rauf und greift u.a. zum Teufel ROCKSTER CROSS, den es auch immer mal wieder zu attraktiven Konditionen gibt. Aktuell kaufen kann man den hier vorgestellten Lautsprecher bei Amazon.

 

Dockin D Fine+ (neue Ausführung)

Neue Features und mehr Tiefgang rechtfertigen nicht wirklich die Preissteigerung, 20.06.2020
Pro
  • Druckvoller Klang
  • hoher Pegel
  • Klang-Profile integriert
  • relativ lange Aukkulaufzeit
  • Stereo Link hebt Klangleistung
  • IP5X Zertifizierung
  • Tragegurt enthalten
  • solide Verarbeitung
  • Akku austauschbar
Contra
  • etwas hochpreisig
  • etwas unausgewogen
  • nach wie vor keine App zur Individualisierung