Test: Dockin D Mate Direct

Dockin D Mate Direct NewsbildAuch wenn uns der Dockin D Fine und D Fine+ nicht vollends überzeugen konnte, so erfreut er sich einer sehr hohen Beliebtheit. Etwas im Schatten des großen mobilen Lautsprechers rangiert jedoch ein ebenfalls interessanter Lautsprecher, welcher ein großes Feature-Set parat hält. Der Dockin D Mate Direct baut etwas kleiner, leichter, ist ausdauernder und bietet IP6X Schutz, ist also für den Außeneinsatz gewappnet. Zudem kann auch er mit einem zweiten Gerät als Stereogespann betrieben werden.

 

 

Auch wenn es sich beim Dockin D Fine(+) um mobile Lautsprecher handelt, so können Größe und Gewicht schon ein Hindernis darstellen. Das soll beim Dockin D Mate Direct anders sein. Der kompaktere und leichtere Lautsprecher nähert sich der Designsprache des großen Bruders zwar an, ist aber mit einem Kunststoff-Geflecht ummantelt, wie man es von anderen Outdoor-Lautsprechern kennt. Die IPX6 Zertifizierung sowie die Powerbank-Funktion sprechen ebenfalls für den Einsatz im Freien.

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Doch auch für den Einsatz in den eigenen vier Wänden bietet der Lautsprecher interessante Gimmicks. So ist er ebenfalls mit der Stereo-Link Funktion ausgerüstet, kann also mit einem zweiten Gerät kabellos ein Stereo-Setup erzeugen. Zudem lässt sich der Lautsprecher nicht nur über den USB Typ-C Anschluss aufladen, sondern auch am PC betreiben. Was die konkreten technischen Details angeht, hält sich Dockin etwas bedeckt. Den Bilder auf der Produktseite kann man jedoch entnehmen, dass zwei Vollbereichstreiber, sowie zwei passive Radiatoren verbaut sind. Im Zusammenspiel sollen diese eine Ausgangsleistung von 25W an den Tag legen. Der integrierte 6700 mAh fassende Akku soll für bis zu 16 Stunden Spielspaß sorgen können, was jedoch wieder abhängig von der Lautstärke sein dürfte.

Bereits die Verpackung des D Mate Direct macht deutlich, dass dieser kleiner als der D Fine sein muss. Klappt man diese auf, wird die Vorfreude auf den Lautsprecher aber erstmal etwas getrübt, weil einen ein bestialischer Lösemittelgeruch einem entgegen schnellt. Dieser verweilt in der Verpackung, ohne Lüften, auch noch sehr lange und haftet auch am Lautsprecher. Dass es kein Einzelfall ist, wurde dadurch bestätigt, dass es bei beiden gelieferten Samples des Fall war. Neben dem Lautsprecher, findet man noch ein kurzes Klinke-Kabel, sowie ein USB Typ-C und -A Kabel im Karton. Geladen werden muss der Lautsprecher also entweder am Rechner oder an einem vorhandenen Netzteil.

 

Dockin D Mate Direct - Technische Details
 Bezeichnung  Dockin D Mate Direct
 Preis   79,95€ (Angebot)
 Hersteller-Homepage  www.dockin.de
 Maße  220 x 85 x 85 mm (Breite x Höhe x Tiefe) 
 Gewicht  0,825 kg
 Daten
 Lautsprecherchassis  2x ? mm Treiber + 2x 25 mm Radiatoren
 Bluetooth Version  4.2 aptX
 Verstärkertechnik  Class-D
 Ausgangsleistung  25W
 Akkulaufzeit / Akku  16h / 6700 mAh
 sonstige Feature
  •  Stereo Link
  •  Powerbank
  •  IP6X
  •  Bass Boost

Detailansicht

Bevor es an die Details des D Mate Direct geht, soll kurz die Größe verglichen werden. Wie man unschwer erkennen kann, bewegt er sich deutlich unterhalb des D Fine+ (links). Vergleichbar ist die Größe mit dem JBL Link 20 (rechts), also bspw. auch mit dem Ultimate Ears Megaboom. Preislich bewegt er sich regulär ebenfalls auf dem Niveau des Megaboom, durch den aktuellen Rabatt wird er dadurch sehr attraktiv.

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Dem vorherigen Bild kann man auch sehr gut entnehmen, dass der Hersteller seiner Design-Linie treu bleibt. Statt Röhre, ist der D Mate als Quader mit abgerundeten Ecken aufgebaut. Im Gegensatz zum D Fine ist die mittlere Bahn jedoch nicht mit einem Metall-Gitter verkleidet, sondern mit einem Kunststoff-Gewebe versehen. Dies ist zwar ähnlich zum JBL Link 20, jedoch etwas grober in seiner Ausführung. Stöße sollte es somit insgesamt besser vertragen und nicht gleich mit einer Verformung des Metall-Gitters quittieren. Auch der IPX6 Schutz ist eine Steigerung gegenüber dem IP55 Schutz des D Fine, zumindest was den Kontakt mit Wasser betrifft. Über die Staubverträglichkeit macht der Hersteller aber keine Angaben.

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Etwas weniger robust sind die beiden Kunststoffrahmen oben und unten, welche den Übergang zu den Deckel-Seiten darstellen. Diese Soft-Touch-Oberfläche bietet zwar auf Tischen bzw. flachen Oberflächen einen guten Halt, zieht Dreck aber magisch an und lässt diesen dann auch kaum wieder los. Neben den fünf Tasten, sind auch drei Status-LEDs vorhanden, sowie eine eingelassene Öse um den Lautsprecher aufhängen zu können. Eine Kordel oder Handschlaufe, wie beim Tribit MaxSound Plus, ist allerdings nicht enthalten. Ein kleiner Karabiner wäre sicherlich eine nette Beigabe gewesen.

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Rückseitig ist die Naht des Geflechts mit einem durchgehenden Steg verdeckt. Den beiden passiv Radiatoren wird somit ein Hindernis in den Weg gestellt. Ebenfalls an der Rückseite untergebracht, sind die Anschlüsse. Hinter der Klappe verbergen sich ein USB Typ-C, ein 3,5mm Klinke- sowie ein USB Typ-A Anschluss. Erstere dient dem Ladeprozess und kann auch am PC auch als Musik-Eingang genutzt werden. 

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Auch bei der 3,5mm Klinen-Buchse handelt es sich um einen Eingang. Der USB Typ-A ist hingegen ein Ausgang bzw. können hier USB Geräte mit maximal 1A geladen werden (Powerbank). Wie die verschiedenen Funktionen bedient und genutzt werden können, wird auf der folgenden Seite beleuchtet. 


Praxistest

Wie schon einleitend erwähnt, entgegnete uns beim Öffnen beider Samples ein beißender Lösemittel-Geruch. Dieser verblieb auch in der Verpackung über den gesamten Testzeitraum. Wir vermuten der Geruch stammt vom verwendeten Klebestoff am Lautsprecher, wobei dieser außerhalb der Verpackung den üblen Gestank recht schnell ablegte. Gesund kann das jedenfalls nicht sein und hoffen der Hersteller bekommt das in den Griff.

Beim Praxistest sollen zunächst die Nehmerqualitäten auf dem Prüfstand stehen. Insgesamt können wir der Konstruktion des D Mate Lautsprecher eine stabile und verwindungssteife Konstruktion bescheinigen und nur im Bereich der beiden Treiberchassis lässt sich das Stoffgeflecht minimal eindrücken. Ob man bis zu den Treibern vordringt, wagen wir zu bezweifeln, denn es wirkt so, als wäre vor diesen noch ein zusätzliches Gitter angebracht. Die Tasten sind gummiert eingefasst und auch die Anschlüsse sind mit einem festen Gummi-Stopfen geschützt, denn der Hersteller wirbt beim Dockin D Mate Direct mit einem IPX6 Zertifikat, welches aussagt, das der Lautsprecher wasserdicht ist. Als Nachteil hat sich im Outdoor-Einsatz allerdings schnell herausgestellt, dass der Lautsprecher recht Dreck anfällig ist. Beide gummierten Stirnseiten ziehen Staub und Ähnliches förmlich an und dieser haftet auch noch hartnäckig. Auch die Gewebeumantelung trägt ihren Teil dazu bei, denn Kleinkram wie Sand, Steinchen etc. verfangen sich leicht in diesem. 

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Bei der Bedienung des D Mate, geht Dockin leicht andere Wege, als es noch beim D Fine bzw. D Fine war. Beispielsweise verzichtet der Hersteller auf NFC, wodurch man die Kopplung des Bluetooth-Zuspielers manuell vornehmen muss. Weiterhin weist der kompaktere Lautsprecher eine weitere Status-LED auf. Die drei ersichtlichen Dioden zeigen hier den Bluetooth-, Bass Boost- sowie Batterie-Status an. Aktivieren lässt sich der Bass Boost, indem man "+" und *-" gleichzeitig für etwa drei Sekunden gedrückt hält. Hat man bei D Fine+ die Stereo-Link Kopplung noch mittels doppelter Belegung des Power-Buttons vorgenommen, erfolgt dies hier mit einer dedizierten, welche sich fast unsichtbar oberhalb der LEDs versteckt, erledigen. Die Belegung der anderen Tasten sollte anhand der Symbole bekannt sein. Alle Bedienelemente lassen sich mit einem knackigen Druckpunkt auslösen, bieten keinen Anlass zur Kritik. Allerdings könnte man auch beim D Mate wieder erwähnen, dass die Status-Töne relativ laut sind. 

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Betrieben werden kann der Dockin D Mate Direct über verschiedene Wege. So lässt sich selbstverständlich Musik kabellos per Bluetooth (4.2 + aptX) zuspielen. Nur um es noch einmal gesagt zu haben, aptX steht für eine Übertragung in CD-Qualität. Kabelgebunden ergeben sich neue Möglichkeiten. Neben der analogen Zuspielung via 3,5mm Klinke-Stecker, kann man den D Mate auch an einem USB Anschluss nutzen. Erkannt wird er am PC als CSRA64215 USB Audio. Dabei handelt es sich um einen günstigen Bluetooth-Empfänger, welchen man auch als USB Soundkarte verwenden kann. Da der D Mate den sogenannten Bass Boost beherbergt, hat der Hersteller vermutlich einen DSP verbaut. Insgesamt ist der Funktionsumfang damit schon sehr groß und durch die Nutzung via USB kann der D Mate bzw. ein Stereo-Gespann praktisch als PC-Lautsprecher herhalten, welches man bei Bedarf auch via Bluetooth speisen kann und somit auch eines der Geräte portabel in der Wohnung versetzen kann. Im täglichen Umgang hat sich diese vielseitige Einsetzbarkeit als recht nützlich erwiesen. Die Lautstärke lässt sich dabei weiterhin an beiden Geräte verstellen, was zugleich auch der Anpassung der Windows-Lautstärke entspricht. Aber ganz fehlerfrei wollte das nicht funktionieren, so schaltete sich der bzw. die D Mates nach exakt 15 Minuten aktiver Spielzeit einfach ab. Zudem kann der Stereo-Link nicht benutzt werden, wenn man den "Main-Speaker" per analogem Kabel anbindet. Bei diesem Einsatz-Szenario steht man also vor dem Problem, dass sich das Stereo-System automatisch nach einer gewissen Zeit abschaltet oder über die kabelgebundene Zuspielung kein Stereo möglich ist. Nicht ganz optimal vom Hersteller gelöst. 

 

Klangcheck

Der Dockin D Mate zeigt sich erfreulich ausgewachsen im Klangbild und das trotz der kompakten Maße. Die Abstimmung ist bereits ohne den zusätzlichen Bass Boost kräftig, was sich bei höherem Pegel durch ein Vibrieren sogar deutlich spüren lässt. Schaltet man den Boost des Tieftonbereichs hinzu, gewinnt der Lautrsprecher, im Rahmen seiner Möglichkeiten, noch einmal deutlich an Tiefe. Einen kickenden Bass erhält man dann zwar immer noch nicht, aber der Sound gewinnt bereits bei geringerer Lautstärke merklich an Fülle, was den D Mate größer klingen lässt, als er optisch wirken mag. Die Trennung der Frequenzbereiche gelingt trotz des Einsatz zweier Vollbereichstreiber ebenfalls erfreulich gut. Ohne aktivierter Bass Boost-Funktion klingen die Mitten und Höhen allerdings tatsächlich deutlich präsenter, was bei manchen Titeln etwas blechernd vernommen wurde. Unter der Hinzunahme des Bass Boosts verlieren sich die Höhen und Mitten hingegen nicht, man schaltet durch diesen Modus sozusagen einfach eine Absenkung der tieferen Frequenzen frei und erreicht eine harmonischere Abstimmung. Freunde der hohen Lautstärke sollten ihren D Mate aber nicht unbeaufsichtigt lassen, er neigt sich von seinem Aufstellort zu entfernen, wenn der Pegel und die daraus resultierenden Vibrationen stark genug sind.

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Der Stereo Link Modus sorgt noch einmal für eine Steigerung der akustischen Größe. Auch beim Dockin D Fine+ konnten wir bereits feststellen, dass der Lautsprecher im Paar einen Zugewinn bei der Tonqualität erfährt. Dies ist hier nicht ganz der Fall, allerdings strahlt ein einzelner D Mate relativ direkt ab bzw. löst sich der Ton nicht wirklich vom Lautsprecher. Durch den Einsatz eines Gleichgesinnten wird dieses Verhalten etwas gelöster wahrgenommen. Trotzdem sollte man beim Einsatz als PC-Lautsprecher-Ersatz dennoch auf eine "korrekte" Ausrichtung des Stereo-Dreiecks achten. Alternativ kann man die Funktion auch dazu nutzen, dass der Klang im Raum insgesamt etwas mehr verteilt wird oder auf einer Party zwei benachbarte Räume beschallt werden. Ein Problem ist uns dann aber doch aufgefallen und zwar im Bereich der Filmwiedergabe. Nutzt man die Stereo Link Funktion, schleicht sich eine Verzögerung zwischen beiden Lautsprechern ein, welche dazu führt, dass Ton und Bild nicht mehr im Einklang sind. Als Multimedia-Lautsprecher eignet sich das Gespann damit leider nicht, zumindest im Stereobetrieb nicht. Mit nur einem D Mate kommt das Problem nicht vor.

 


Fazit

Der Dockin D Mate Direct hat im ersten Moment einen super Eindruck hinterlassen, sieht man über den Gestank, den einem beim Auspacken erwartet, hinweg. Der kleinste mobile Vertreter des Herstellers, ist durch das geringere Gewicht und den kompakteren Maße deutlich mobiler, als die größeren Modelle. Unterstrichen wird dies durch eine integrierte Powerbank, sowie die IPX6 Zertifizierung. Umwelteinflüssen trotzt er also recht gut, zudem kann man den Lautsprecher an der oben integrierten Öse locker an den Rucksack o. ä. einhängen. Die Verarbeitung stellt sich ebenfalls als "Draußen-geeignet" heraus, allerdings sind die gummierten Flächen allesamt wie ein Staubmagnet. Der Wechsel zwischen Drinnen und Draußen ist also mit Putzorgien verbunden.

Auch die Features des D Mate sind nicht von schlechten Eltern. Er beherrscht Bluetooth 4.2 mit aptX und kann zudem über die USB Typ-C Ladebuchse als USB-Lautsprecher an einem PC betrieben werden. leider nicht ganz fehlerfrei. Im USB-Soundkarten-Modus schaltet sich das Gerät nach 15min ab, egal ob er gerade aktiv ist oder nicht. Ein weiteres Problem ergibt sich mit der Stereo-Link-Funktion. Paart man zwei D Mate miteinander, kommt es zu einer Tonverzögerung, sodass ein Einsatz als Multimedia-Lautsprecher nicht denkbar ist. Der Stereo Link funktioniert zudem nur, wenn man Musikdaten per Bluetooth oder USB zuspielt, bei analoger Verbindung wird einem die Technologie versagt.

Beim Musikhören wertet sie den Klang des D Mate Direct jedoch etwas auf und verleiht dem Lautsprecher mehr akustische Größe als man vermutet. Insgesamt legt der D Mate eine solide Klangperformance ab, welche durch die Zuschaltung des Bass Boost eine gute Schippe fülliger wird. So richtig stark absetzen kann er sich bspw. vom Tribit MaxSound Plus aber nicht, obwohl dieser ein gutes Stück kleiner ist. Erst bei höheren Pegeln verliert der Tribit den Anschluss, dem beinahe gleichgroßen JBL Link 20 muss er sich zudem geschlagen geben. Dieser klingt in der Summe einfach homogener und klarer in seiner Ausprägung. 

Geht es um den Preis, klingen die veranschlagten ~100€ nicht nach einem Schnapper. Der aktuelle Preisnachlass auf 80€ rückt das Preisgefüge dann schon eher in die richtige Richtung. Wäre die Problematik mit dem Stereo-Link und der automatischen Abschaltung nicht vorhanden, könnte man schon in Betracht ziehen, eher zuwei D Mate zu kaufen, als einen D Fine. Hier dürfte aber auch der Einsatz entscheidend sein. Bekommt der Hersteller die aufgezählten Probleme in den Griff, würde einer Empfehlung nichts im Wege stehen. Aktuell hat der D Mate Direct allerdings noch einige auszumerzende Kinderkrankheiten.

 

 

Dockin D Mate Direct - mobiler Lautsprecher
 
Tolle Konstruktion, Ideen und Klang, allerdings mit einigen Fehlern bei der Nutzung, 25.04.2019

 
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   Pro  Contra    
  + guter Klang
+
stabile Konstruktion und IPX6
+ kompakt und rel. leicht
+ Powerbank (1A)
+ Bluetooth aptX
+ USB Soundkarte
+ Stereo-Link
- Stereo-Link mit Tonverzögerung
- kein Stereo-Link via Klinke
- automatische Abschaltung via USB




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