Test: KEF MUO

KEF MUO newsMobile Lautsprecher sind aktueller denn je. In allen erdenklichen Größen und vor allem auch Preiskategorien. Schwierig ist es aber auch, am Preis des jeweiligen Produkts die gebotene Qualität fest machen zu wollen. Ebenfalls mit auf diesen Zug aufgesprungen ist die englische Lautsprecher Edelmarke KEF. Mit dem prägnanten Namen „MUO“ will man, ein wie eben beschriebenen audiophilen Begleiter anbieten, der aber mit allen Eigenschaften eines KEF-Lautsprechers daherkommen soll. Also maximale Verarbeitungsqualität + sehr gute Tonqualität. Wir waren gespannt!

Wer KEF kennt, der weiß auch, dass das Preisniveau ein anderes ist, als es der Volksmund zunächst gern hätte. Dies spiegelt sich auch beim MUO wieder, der mit seinem aktuellen Straßenpreis von rund 350,- EUR mal eine ausdruckstarke Botschaft sendet. Dafür soll der Käufer ein Produkt erhalten, was im Gegenzug exzellente Verarbeitungs- und Klangqualität bieten soll. Die vollgestopfte Feature-Liste mit Bluetooth 4.0 (aptX), einen starken Li-Ionen Akku (12h), einem 3,5mm AUX-Anschluss und ein Lagesensor sind da schon gar nicht weiter erwähnenswert, viel mehr als Selbstverständlichkeit zu sehen. Wir werden im Laufe des Berichts aber noch auf das eine oder andere Merkmal eingehen.

KEF MUO opener

 

 

Lieferumfang

Die Kartonage vermittelt genau das, was der Käufer bei einem solch hohen Preis erwartet. Der Lieferumfang fällt gewöhnlicher Weise nicht überschwänglich aus und beschränkt sich auf das Notwendigste. Dazu zählen natürlich der schick in Szene gesetzte Lautsprecher selbst, ein kompaktes Booklet, ein Micro-USB-Multiladegerät sowie die dazugehörigen Adapter für Europa, den USA und das Vereinigte Königreich. Das Micro-USB-Kabel erscheint ebenfalls sehr hochwertig verarbeitet.

KEF MUO 5 KEF MUO 9 KEF MUO 10

 

Technische Daten

Den Unterschied hinsichtlich des Klangs will der Hersteller mittels der Verwendung besonderer Technologien erzielen. Vorne weg sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass es sich beim MUO „lediglich“ um einen Mono-Lautsprecher handelt, was aber klanglich gar nicht im ersten Moment herauszuhören ist. Denn unter der Haube will man die u.a. aus den MUON-, BLADE- und REFERENCE-Serien stammende Uni-Q-Technologie verbaut haben, welche für eine perfekte Ausstrahlung der Schallwellen sorgen will. Der Aufbau ist simpel, in der Mitte befindet sich der Hochtöner, welcher vom Rest der Membran entkoppelt ist. Um es einfach zu formulieren, desto weiter man den Regler nach rechts schiebt, umso länger kommen präzise Klänge aus dem Lautsprecher – natürlich immer in Relation zur Größe des Gesamtprodukts.

 

KEF MUO im Überblick
Verbaute Chassis
 2x 50mm Vollbereichs-Uni-Q
 1x Auxiliary Bass Radiator (ABR)
Preis  349,- EUR
Hersteller-Homepage  www.kef.com
Schnittstellen  Bluetooth 4.0 mit aptX Codex
 AUX-Eingang (3,5mm Klinke)
 Micro-USB (Ladefunktion)
Gewicht  0,8 Kg
Akku  Ladezeit: 3 h für volle Kapazität
 Kapazität: bis zu 12 h Wiedergabe
Sonstiges  Extra Handy-App verfügbar
Maße  80 x 210 x 60mm (H x B x T)
Garantie  2 Jahre

 


 

Das Äußere - Design und Features

Die Formgebung und auch die Verarbeitung wirken auf den Fotos eher nach Standardkost. Die eigentliche Wertigkeit des Lautsprechers lässt sich absolut nicht transportieren, man muss sie selbst gefühlt und gesehen haben. Das in diesem Falle silberfarbene Chassis ist aus einem Guss, ohne offen sichtbare Spaltmaße oder Schnittkanten. Man könnte meinen, hier hat der Hersteller bzw. der Designer, namentlich Ross Lovegrove, versucht ein Kunstwerk zu schaffen. Das sehr ansehnliche Kontrastbild verstärkt unsere Eindrücke noch mehr. Das Gehäuse besteht aus relativ „massivemAluminium mit einer Materialstärke, die optisch zu erkennen ist, von 3-4mm!

KEF MUO 6

KEF MUO 1 KEF MUO 2

Seitlich befinden sich die Steuerelemente die in einem Kunststoffelement eingelassen sind und aus selbigen bestehen. Beleuchtet ist lediglich der Power-Button. Die Laut-, Leiser- und der NFC-Pairing-Button müssen ohne auskommen. Beim Hauptschalter hat sich der KEF einen netten Kniff einfallen lassen. So signalisiert der kleine Leuchtring mittels verschiedener Farbtöne den Akkuzustand. Näheres dazu haben wir auf der nächsten Seite nochmal aufgeschrieben. Kenner werden es vielleicht schon erkannt haben, die Anordnung der kleinen Löcher im Chassis, ist an der Form der KEF MUON angelegt. Die Namensgebung des KEF MUO kommt also nicht ganz von ungefähr (…)

KEF MUO 3

KEF MUO 4 KEF MUO 5

Auf der Rückseite befinden sich, sauber ins Gehäuse eingelassen, der Micro-USB- sowie AUX-Anschluss (3,5mm Klinke). Sehr deutlich wird beim Blick auf „das Heck“ die tolle Formgebung des Lautsprechers. Für einen sicheren Stand und auch zugleich ein gewisses Maß an Entkopplung vom Untergrund, sorgen zwei verhältnismäßig große Gummipuffer an der Unterseite des MUO. Ein günstig gewählter Betrachtungswinkel lässt den Lautsprecher dadurch quasi „schweben“. Den optischen Purismus bzw. das Britische Understatement legt der MUO aber spätestens nach dem Einschalten ab, was wir im Praxisverlauf auf der nächsten Seite festgehalten haben.

 


 

Der Praxistest

Für den Klangcheck haben wir uns einen sehr bunten Mix an Musiktiteln herangezogen, die im Überblick geschlussfolgert eher aus dem jüngeren Jahrtausend entspringen. Ergänzend natürlich aber auch mit ein paar Evergreens. An dieser Stelle wollen wir die Gelegenheit nutzen und ein wenig Stellung zu beziehen, die absolut nicht abwertend nach außen getragen werden soll: Geschmäcker sind einfach verschieden, das ist schon seit bestehend der Menschheit so. Dementsprechend fällt die Musikwahl auch etwas schneller, poppiger und moderner aus. Wem nutzt eine erstklassige Musikanlage, wenn man davor einschläft (...)

KEF MUO 7

Als primäre Zuspielung stand, wie sollte es auch anders sein, unser Smartphone zur Hand. Beim mobilen Endgerät handelte es sich um ein Samsung Note 4 mit Android 6.0.1. Der Streaming-Dienst TIDAL lieferte die musikalische Zuspielung für die Klangtests. Wie wir schon eine Seite zuvor geschrieben haben, wird der Akkustand über die kleine LED signalisiert. Je nach Kapazitätsstand leuchtet die Lampe anders, wie die kleine nachstehende Grafik verdeutlicht. Um dies anzeigen zu lassen, muss man den Power-Button lediglich eine Sekunde lang drücken, natürlich im eingeschalteten Zustand.

KEF MUO Ladezustand

 

KEF MUO APP

Wer möchte kann sich aus dem jeweiligen App-Store die KEF MUO App herunterladen und darüber seinen Lautsprecher steuern. Eine Integration etwaige Musik-Dienste ist nicht möglich. Die Anwendung greift ausschließlich auf die „bekannten“ Netzwerkfreigaben oder den auf dem Smartphone gespeicherten Tracks zurück und ordnet diese in den jeweiligen Bereichen der App ein. Wer will kann mit einem zweiten MUO hier ein Stereopaar kreieren und beide Lautsprecher koppeln. Über ein paar Workaround-Klicks lässt sich auch der Akkustand anzeigen.

KEF MUO App 1 KEF MUO App 2 KEF MUO App 3 KEF MUO App 4 KEF MUO App 5

 

Musikwiedergabe mit Free Lossless Audio Codec (.flac)

Als Einstieg musste Kurt Cobain seine Gitarrenriffs mit Smells like Teen Spirit durch den MUO ballern, welche sehr präzise und für diese Lautsprecher-Kategorie ungewöhnlich, aber erstaunt präzise und klar zur Geltung kamen. Oftmals münden gerade Rock-Titel in bloßem Instrumentenbrei, der dem jeweiligen Lautsprecher schnell das Prädikat „Brüllwürfel“ attestiert. Nicht so im Falle des MUO. Der Tieftonbereich drängt sich nicht übermäßig in den Vordergrund, weiß genau richtig einzusetzen, kann aber trotzdem eine starke Präsenz zeigen.

Im nächsten Titel sollten genau die Fähigkeiten des Bass-Fundaments auf die Probe gestellt werden. A Million Days von Paul Kalkbrenners aktuellem Album 7, schien sich dafür sehr gut anzubieten. Der Track zeichnet sich durch einen guten Mix aus stimmlichen aber tieffrequenzigen Passagen aus. Der Hörer kann sich zusammen mit dem Song in das Musikerlebnis hereinsteigern. Der Bass wird sehr gut in den Raum ausgestrahlt und wirkt dabei größer als es die Physik zu ermöglichen scheint. Stellt man den MUO aufrecht hin, erscheint die Wiedergabe bzw. die Bühne noch etwas losgelöster. Die eingebaute Elektronik erkennt die Positionierung automisch und regelt dies über einen Sensor. In Summe der Perfekte Sommertrack der vom MUO super in Szene gesetzt wird.

Melancholisch wollen wir unseren Hörtest ausklingen lassen. Mit Tanzmarie aus dem erst kürzlich veröffentlichten Album NOAH begibt sich Chakuza noch tiefer in das instrumentale Repertoire, was im Ergebnis einen hervorragenden Mix aus RAP, Melancholie und Bass-Passagen ergibt. Die Stimmenpassagen werden erstklassig sauber, präzise und scharf aufbereitet. Das Piano gibt dem Ganzen das besondere Etwas. Was auch während des gesamten Tests positiv aufgefallen ist, ist die hohe Pegelfestigkeit des Lautsprechers. Man darf es also auch mal gern mit der Lautstärke etwas übertreiben, die Treiber strafen es nicht mit Rauschen, Zerren oder sonstigen Störgeräuschen ab, sondern einer hohen Pegelstufe. Für etwaige Outdoor-Party-Sessions sicher eine Alternative. Kommen wir abschließend zu unserem Fazit.

 


 

Fazit

Der KEF MUO will anders sein als „gewöhnliche“ mobile Lautsprecher / Brüllwürfel. Dies beginnt schon mit der Preisbildung, die mit rum 350,- EUR doch schon eine stolze Ansage sind und für viele wohl ein Ausschlusskriterium sein werden. Wer darüber hinwegsehen kann, der bekommt ein exzellent gut verarbeitetes Produkt, mit einem Hauch von Eleganz und Luxus. Nicht nur von außen macht der MUO eine erstklassige Figur, auch unter der Haube überzeugt dieser. Im Klartext: Der Lautsprecher klingt einfach hervorragend. Baut eine wirklich sehr gute Bühne auf die kristallklar ist, unterstützt dies mit einem, gemessen an der Größeneinordnung, wunderbaren Bass-Verhalten und ist zudem auch noch sehr pegelfest. Klingt alles zu sehr nach Superlativ, ist es aber nicht!

Wer ein Luxus-Produkt aus der mobilen Gattung haben möchte, der ist mit dem KEF MUO wunderbar bedient. Erhältlich ist der Lautsprecher übrigens auch in fünf weiteren Farben (Blau, Storm Grey, Orange, Gold und in „Brilliant Rose). Wer will kann auch direkt bei Amazon kaufen. Wir geben für den KEF MUO eine klare Kaufempfehlung ab.

 

 

KEF MUO - mobiler Lautsprecher
Mobiler Luxuslautsprecher der hält was er verspricht, erstklassig! - 22.06.2016

 
  Lautsprecher Testberichte  Hersteller-Homepage  Bei Amazon kaufen
 
         
   Pro  Contra    
  + sehr gute Verarbeitungsqualität ohne Makel
+ umfanreicher Ausstattung
+ recht breiter Feature-Umfang

+ lange Akkulaufzeit für Musikbetrieb
+ in vielen Bereichen klanglich erstklassig

- erscheint im Vergleich recht "teuer"





KEF MUO Fazit   

 

KEF MUO Referenz Award

 

 

Lesezeichen - weitere Testberichte

▪ Test: Onkyo DP-X1 - Digital Audio Player

Test: RAUMFELD Soundbar

Test: RAUMFELD Stereo L

▪ Test: Saxx coolSOUND CX 30

▪ Test: Onkyo TX-8150 Netzwerk Stereo Reciever

▪ Test: Nubert nuLine 34

▪ Test: NT-503 DA-Wandler / Netzwerk Player

▪ Test: Samsung UE55JU7090 - 4K UDH TV

▪ Test: Teac TN-300 Plattenspieler

▪ Test: Sennheiser Momentum Over Ear (M2)

▪ Test: Oehlbach USB-Bridge

▪ Test: Onkyo Envision Cinema LS3200

 

Anmelden