Test: Vestlyd V12C - Koaxial-Lautsprecher

Vestlyd V12C newsDie Marke Vestlyd hat sich zur Aufgabe gemacht, schicke, aber eher doch klassisch anmutende HiFi-Produkte auf den Markt zu bringen, die auch einen gewissen Retro-Touch versprühen, ohne dabei auf aktuelle Technik zu verzichten. Mit den Vestlyd V12C haben wir uns ein Lautsprecher-Paar mit Koaxial-Technik vorgenommen, die gebaut wurden, um laut zu sein. Können sie auch „fein“? Im Artikel klären wir dies auf.

 

 

 

Die grundlegende Konzipierung der Lautsprecher haben wir in der Vergangenheit schon des Öfteren gesehen, beispielsweise mit dem JBL L100 oder den Heco Direkt Einklang. Der Hersteller selbst macht daraus aber auch keinen Hehl und nennt noch einige weitere Beispiele in der eigenen Vorstellung wie zum Beispiel Monitore aus dem Hause Tannoy oder Cerwin-Vega.

 

Im Vergleich zu gängigen „Power-Lautsprechern“ soll sich die Vestlyd-Lautsprecher viel straffer, musikalischer und detailreicher verhalten. Ergo agieren diese „verzeihender und unterhaltsamer“ als reine Studiomonitore, ohne dabei Details zu verlieren, so jedenfalls der Hersteller in seiner Argumentation. Hier soll also ein unterhaltsames Crossover aus beiden Welten geschaffen werden, weshalb Vestlyd seine neuen Lautsprecher auch als "Powermonitor" bezeichnet, die mit einem spannenden und stylischen Design auftreten.

Wer sich nun fragt, wo das Unternehmen mit einmal herkommt, der muss nicht lange suchen. Vestlyd entspringt dem Firmenkonstrukt der Nordic HIFI A/S, zu der auch HiFi-Klubben und Argon Audio gehören (…) und über Umwege auch mit DALI verwandt ist. Ergo kann man hier auf eine große Logistik und vor allem Expertise zurückgreifen. Durch das angewandte Direktvertriebsmodell erscheinen die angebotenen Produkte zudem auch ein sehr gutes PL-Verhältnis zu bieten.

Vestlyd V12 C 04

Optional erhältlich sind zudem auch die beiden Standfüße, für 199 Euro das Paar. Gefertigt sind diese aus massivem Stahlblech, sodass die 24 Kilogramm schweren Lautsprecher auch einen sicheren und zudem auch leicht angewinkelten Stand haben. Ohne diese kann man die Lautsprecher natürlich auch betreiben, dass sieht aber nicht annähernd so gut aus, wie mit den Füßen. Das Paar Lautsprecher selbst kostet 1398 Euro als Paar und ist in der abgebildeten, schwarzen Ausführung, sowie auch in einem Eichefurnier erhältlich.

Vestlyd V12 C 08 

 

 

Lautsprecher im Überblick
 Bezeichnung  Vestlyd V12C
Preis  1398,- EUR (Paarpreis)
Hersteller-Homepage  https://vestlyd.com
Maße  75 x 52 x 49 cm (B x H x T)
Gewicht  24 Kg pro Lautsprecher
weitere Daten
Frequenzband  untere Grenzfrequenz: 39 Hz
 obere Grenzfrequenz : 22.000 Hz
Übergangsfrequenz  1.200 Hz 
Aufbau  2-Wege-Prinzip / Bassreflex
Sonstiges  -

 

Weitere Detaileindrücke

Die Aufmachung der Lautsprecher kann durchaus als extrovertiert bezeichnet werden und auch wir auch bei den neu vorgestellten Produkten (wir berichteten) auf der High End 2025 gesehen haben. Die Frontbespannung kann im Übrigen auch abgenommen werden – so geben die Schallwandler einen noch technischeren Blick frei.

Vestlyd V12 C 10

Aber schauen wir mal auf ein paar technische Details der V12C und mit 62 Zentimetern in der Höhe recht moderat ausfallen, aber auf Grund der Breite von rund 40 Zentimetern doch schon wieder recht wuchtig wirken. Die größeren V15C-Geschwisterlautsprecher messen im Übrigen 75 Zentimeter in der Höhe sowie 47 Zentimeter in der Breite.

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Kunstleder-Bezug mit Perforierung

Beim Tieftöner der V12C wurde ein spezielles Motorsystem entworfen, das eine hohe Ausgangsleistung bei geringstmöglicher Verzerrung bereitstellen soll. Dabei sollen die Aluminiumringe im Inneren des Motors ein einzigartiges Merkmal sein. Diese kompensieren die Nichtlinearitäten im mittleren Frequenzbereich, die durch das Magnetsystem entstehen, während sie gleichzeitig dem Abfall der magnetischen Energie gegensteuern.

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Das Grundkonzept basiert auf einen Koaxial-Aufbau mit einer 305 mm messenden Membran, jene ist zugleich aus Papier gefertigt. Sehr gut zu erkennen ist die zentrale Position der Hochtoneinheit (inkl. Waveguide vorgesetzt), die man aus Titan gefertigt haben möchte. Vestlyd spricht von einem „Kompressionstreiber“, bei der die Membranbewegung auf eine Kammer einwirkt, deren Durchmesser kleiner als die Membranfläche selbst ist. Dadurch sollen die Luftströmungsgeschwindigkeit und der Wirkungsgrad erhöht werden.

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Unter der Haube befinden sich stabile Versteifungen die das Gehäuse vor Resonanzen oder anderen klanglichen Verfärbungen bewahren soll. Die Frontplatte misst dabei ganze drei Zentimeter und untermauert den massiven Aufbau. Die Bassreflexöffnung ist ebenfalls nach vorn gerichtet. Technisch betrachtet unterscheiden sich die beiden Modelle (V12C – V15C) lediglich in der Größe des Tieftöners (12 oder 15 Zoll) und dem mit einhergehendem Frequenzband. Wer möchte, der kann auch extra Standfüße für die Lautsprecher ordern, die Lautsprecher stehen aber auch ohne und benötigen diese nicht zwingend.

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Den Frequenzbereich gibt man mit stattlichen 39 – 22.000 Hertz an, wobei die Trennfrequenz für auf 1100 Hz spezifiziert wurde. Die gesuchte Bassreflex-Öffnung befindet sich im elegant aufgemachten Sockelbereich, sowie auch einmal rückseitig abstrahlend.

Auf der nächsten Seite geht es dann weiter mit dem Klangcheck.

 


 

Praxis und Klangcheck

Die Lautsprecher lassen sich natürlich auch ohne optionale Füße (199€) betreiben, sehen dann vermutlich aber nur halb so gut aus. Des Weiteren haben diese den positiven Nebeneffekt, dass die Lautsprecher ein wenig angewinkelt werden und so das Abstrahlverhalten positiv beeinflussen, also leicht nach oben hin und dementsprechend die Bühne aufweiten. So jedenfalls war es mein Erachten in der Praxis. Ganz marginal eingewinkelt hin zum Hören steht den Vestlyd auch gut zu Gesicht.

Wie lassen sich die Kraftpakete jetzt nun einordnen? Auch wenn bei vielen neuen Lautsprechern das nicht mehr wirklich erforderlich ist, sollte man seine Klangbeurteilung erst nach ein paar Stunden an Spielzeit starten, da die V12C wirklich noch ein wenig Einspielzeit benötigen. Bei der technischen Grundausrichtung muss gesagt sein, dass ab 1200 Hertz dann der Hochtöner bis hinauf nach 22.000 Hertz übernimmt. Eine maximale Leistung gibt der Hersteller zwar nicht, dafür aber die Empfindlichkeit mit 93 dB.

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Die Paradedisziplin sind zweifelsfrei Power-Tracks mit entsprechend angelegtem Pegel. Die Art und Weise, wie diese von den Lautsprechern interpretiert werden, ist ausgesprochen gut und präzise. Gerade der Tiefton wird überaus genau und verzerrungsfrei eingespielt, sehr punchig und punktgenau – das über etliche Genres hinweg.

Aber auch geringere Pegel können sehr gut und harmonisch klingen, was nicht zuletzt auch an der tollen und breiten Bühnenstaffelung liegt, die keinesfalls im unteren Raumbereich klebt, sondern sich sehr gut nach oben von der Schallwand löst. Nicht zuletzt auch mit großer Sicherheit dank der untergestellten Füße, welche die Lautsprecher nicht nur optisch abkoppeln, sondern auch akustisch aufweiten.

Ein schönes Beispiel in der Detailaufzählung ist abermals Mighty Mo Rodgers mit The Boy Who Stole the Blues. Die im Track vorkommenden Drums passen wie die Faust aufs Auge, als wäre dieser Track für die Lautsprecher gemacht. In der aktuellen Technologiezeit gibt es meiner Auffassung nach keine wirklich schlechten Produkte mehr, allerdings klingt nicht jeder Song gleich gut, das muss man ehrlicherweise sagen. Die absolute „Feingeistigkeit“ sollte man den Vestlyds jetzt nicht abverlangen. Jetzt das ABER: Wer einen Power-Speaker sucht, der für viele Genres prädestiniert ist, dann definitiv die V12C. Gemeint sind hier ganz klar Rock-Legenden mit ihren Trash-Metal-Darbietungen (Metallica), System of a Down und Co. Oftmals neigen HiFi-Lautsprecher dazu, eben genau solche Tracks fürchterlich darzustellen, Vestlyd hat es geschafft, hier die perfekte Abmischung hinzulegen. Aber auch „volumig“ klingende Songs eines Schlages von Chris Stapleton oder The Weeknd sind hervorragend und schon fast auf dem Niveau einer PA-Anlage einzuordnen. Wer übrigens Avatar 2 – The Way of Water gesehen hat, wird den Titelsong sicher kennen. Die akustische Power, die hier vorhanden ist, diesen Song wiederzugeben, lässt mich direkt noch einmal in Pandora eintauchen. 

 


 

Fazit

Die Vestlyd V12C sind absolute Powerhouse-Speaker wie man sie es nur wünschen kann. Bei der Optik kann man wählen, ob es eher klassisch (Eiche-Furniert) oder doch das Lederimitat sein soll, was eher an PA-Anlagen / Rock-Beschallung erinnert. In jedem Fall bekommt man als Anwender die im Klangcheck beschriebenen Attitüden geboten, die wahrhaft überzeugen und zum Teil auch positiv überraschend sind.

Als absolute Honeypot-Lösung sollte man die Lautsprecher jetzt aber nicht betrachten. Klar, sie können auch bei reduziertem Pegel sehr gut klingen und Songs aus allen Bereichen wiedergeben, richtig Spaß bereiten diese aber erst bei entsprechend zugespieltem Material mit hohem Bassanteil und einer breiten Bühnenabmischung des Interpreten. Sehr positiv und nochmal erwähnenswert ist das satte, punchige und präzise Bass-Fundament, was der großen 305 mm Membran geschuldet ist. Das macht verdammt viel Spaß, sitzt perfekt in den genannten Tracks und beschert den Lautsprechern schon einen leichten Hang zu der Leistung einer PA-Anlage.

Ist man sich all den Eigenschaften bewusst, bekommt man hier für einen vergleichsweise fairen Preis von 1400 Euro ein absolutes Power-Fundament geboten. 

 

Vestlyd V12C - Koax-Lautsprecher

Power-Lautsprecher mit großer Membran & super Klang, 14.01.2026
Pro
  • Schicke Optik, gute Verarbeitung
  • Sehr schöner Bass - punchig
  • sehr, sehr pegelfest und "volumig" im Klang
  • Tolle Bühnenstaffelung, sehr breit
Contra
  • Hochtonwiedergabe ist nicht immer präzise


 

 

 

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