Test: Philips OLED903

philips oled 903 newsEinmal mehr haben wir uns einen OLED TV vor die Brust genommen. Dabei handelt es sich um den Philips OLED 903, der bereits zur IFA 2018 vorgestellt wurde. Besonders hier dran zu erwähnen ist das Joint Venture mit den britischen Audio-Spezialisten Bowers & Wilkins, mit denen man eine sehr hochwertige Soundbar entwickelt hat. Alles weitere in Form von Bild, Text und Bewegt-Material hier im Artikel.

 

 

Philips ist seit jeher bekannt für das markante Ambilight an den TV-Geräten, was mittlerweile ganze Industriezweige geprägt haben dürfte. Aktuell ist es auch der einzige Hersteller, der diese Art der Bildaufwertung an den eigenen TV-Geräten in Kombination mit einem OLED-Panel anbietet. Als konsequente Weiterentwicklung zum OLED 803, der nun bereits auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, steht der hier vorgestellte Philips 903 als aktuelles Topmodell aus dem Hause Philips im Rampenlicht.

philips oled 903 opener

Über die 2019er Modelle welche voraussichtlich ab dem dritten Quartal 2019 zu haben sein werden (Philips 804 und 854) hatten wir auch schon ausführlich berichtet. Perspektivisch steht uns noch der Philips OLED+ 934 bevor, der voraussichtlich zur IFA 2019 seine Premiere feiern und zugleich die nächste Ausbaustufe in der Zusammenarbeit zwischen Bowers & Wilkins und Philips darstellen wird. Aber zurück zum 903 - die besagte Soundbar wird hier als 2.1-Ausführung angegeben bzw. mit einer Leistung von 50W spezifiziert. Hinzu kommt natürlich das schon oben erwähnte 3-Zonen-Ambilight sowie das OLED-Panel welches bekannter Maßen aus der LG-Fabrik stammt. Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle ist auch, das hier beim vorgestellten Gerät noch die 2018er Panel-Generation zum Einsatz kommt. Im nachfolgenden Video haben wir das Gerät im Bewegtbild vorgestellt und möchten einen „Look-and-Feel“ Eindruck vermitteln:

Den 903 gibt es nur in den Größen 55 Zoll und 65 Zoll. Bei den Preisen bewegt sich der Markt aktuell bei rund 1700 EUR (55 Zoll) und 2400 EUR (65 Zoll).

 

 

P5 Engine - Bildprozessor vorgestellt

Mittlerweile schon in der dritten Generation verfügbar (ab Generation 2019) werkelt in den Philips OLED-Gerät der besagte P5 Prozessor, der einiges an Bild-Verbesserer bereithält. Einer dieser nennt sich ganz „Marketing-gerecht“ Perfect Natural Reality und will das dargestellte Bild gleich in drei Stufen anpassen. Einmal bei der Schärfe, dann der Helligkeit und noch dem Kontrast. Die drei Modi kann der Anwender in der Intensität selbst justieren und somit für sich das beste Bild „gestalten“.

P5 Prozessor

Bei den HDR-Standards sieht es wie folgt aus, hier unterstützt das Gerät HDR10, HDR10+ und HLG. Die beiden erstgenannten sollen ja primär bei physikalischen Datenträgern als auch beim Streaming zum Einsatz kommen. HLG ist ja bekannter Maßen der HDR-Standard für Sendeanstalten. Der 12-Bit-HDR-Standard Dolby Vision wird (leider) erst bei den 2019er Modellen unterstützt. Und nein, es wird nicht möglich sein dies per Firmware-Update nachzuschieben, da es sich um eine Hardware bedingte Abhängigkeit handelt.

 

 

Android TV 8.0 - Oreo

Wohingegen die ersten Modelle im letzten Jahr noch mit „Nougat“ respektive Android TV 7.0 ausgeliefert wurden, hat der 903 mittlerweile auch ein Update auf die Version 8.0 erhalten. Darauf beruhen auch all unsere Erkenntnisse dieses Artikels. Die mit einhergehenden Änderungen haben wir ja detailliert im einleitenden Video genau dargestellt. Ganz klar ist einmal mehr die „Entschlackung“ der Oberfläche und die bessere Usability auszumachen, welche man als Zielvorgabe hatte. Selbstredend ist auch wieder der Google Playstore mit integriert und der in Summe Zugriff auf mehr als 1000 Aps bietet.

Die intern vorhandenen 16GB Speicherplatz bieten für den Moment genügend Speicher um die Apps installieren zu können. Gänzlich neu hingegen ist nun die Schnittstelle zum Google Assisstant, mit der man jetzt als Anwender Sprachbefehle oder Suchen ins Gerät speisen kann. Dies erfolgt mittels der zweiten, kleinen und zugleich mitgelieferten TV-Fernbedienung. Die Amazon Alexa-Schnittstelle kann auch bedient werden, jedoch bedarf es dazu ein Drittgerät das mit dem TV verbunden sein muss.

 

Philips OLED 903 - im Überblick
 Bezeichnung  55OLED903
 LCD-Größe  55 Zoll
 LCD-Diagonale  139 cm
 Homepage  www.philips.de
 Straßenpreis  ~ 1700,- EUR
 Maße  128 x 50 x 75,2cm (B x T x H) 
 Gewicht  22,0 Kg (ohne Fuß)
 22,3 Kg (mit Füßen)
 Weitere Daten
 Auflösung  3840 x 2160 Pixel / 2160P/60Hz 10 Bit
 Format  16:9
 HDR  HDR10 (ST-2084), HLG, HDR10+
 Blickwinkel  178° / 178°
 10-Bit Panel  Ja
 Panel-Typ  OLED
 Betriebssystem  Android TV 8.0 (Oreo)
 3D-Funktion  - 
 Interner Speicher  16GB
 Energieverbrauch  typisch: 146W
 Standby: 0,3W
 max: 430W (Peak gemessen)
 VESA-Standard  200 x 300mm
 Farbe  Schwarz
 Konnektivität
 Audio  ▪ Dolby Digital
 ▪ Dolby Digital Plus
 ▪ 2.1-Soundsystem 50W Leistung
 Anschlüsse  ▪ 4x HDMI 2.0a (4K 60p / HDCP 2.2)
 ▪ 3x USB 3.0
▪ 1x CI+ Slot 1.3 (Common Interface)
 ▪ 1x SAT-Tuner (F-Buchse)
 ▪ 1x RF-Stecker (Terrestrisch)
 ▪ 1x RJ45-Netzwerkport
 Tuner-Anzahl / Typ  ▪ 2x DVB-T2 (HD), -C, -S, -S2
 weitere Features
 Ausstattung  ▪ WLAN 802.11 ac integriert
 ▪ WiFi Display (Miracast) - Google Cast
 ▪ HbbTV, DLNA
 ▪ UHD-Upscaler
 ▪ Google Assisstant
 ▪ USB-Recorder
 Videoformate  MP4, MKV, MPG, TS, WMV, AVI, M2TS, MOV, MTS, VOB
 Video-Codecs  MPEG-2, H.265, H.264
 Audio-Formate  FLAC, M4A, MP3, OGG, WAV, WMA

 

Detailansicht

Puristisch – mehr fällt einem fast gar nicht mehr beim ersten Blick auf den Philips OLED 903. Das Gerät ist so stilsicher und angenehm gestaltet worden, dass damit vermutlich sehr viele Geschmäcker getroffen werden sollten. Die Panel-typischen Abmaße begünstigen dieses Auftreten nochmals. Der zweite Eindruck bzw. Eyecatcher sollte wohl die Soundbar sein. Selbige hat eine aufwendige und hochwertige Stoffbespannung von den dänischen Spezialisten von Kvadrat erhalten.

Philips OLED 903 04

Hinter dieser Bespannung sitzt Soundbar-Leiste welche in Korporation mit Bowers & Wilkins entwickelt hat. Diese Anlage ist als 2.1-System konzipiert und wird mit 50 Watt Nennleistung spezifiziert. Mit diesem Produkt ist der britische Audiospezialist erstmals ein Joint-Venture in diesem Segment eigegangen. Rückseitig sitzt auch der passende Tieftöner, auf den wir weiter unten im Artikel eingehen werden (…) Das gesamte Konstrukt wird auf zwei schmalen Füßen getragen, die bewusst so gestaltet wurden und sich schlicht und ergreifend nicht in den Vordergrund rücken wollen. Der Fokus liegt definitiv beim Display. Das ist auch schon das nächste Stichwort, OLED-typisch spiegelt auch das Panel beim 903.

Philips OLED 903 02

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Blicken wir weiter auf die Rückseite, hier sind natürlich die Beleuchtungselemente für das 3-seitige Ambilight mehr als nur präsent. In separaten Einzelsegmenten sogen diese für die, jetzt kommt es, Ambiente-Beleuchtung rings um den TV. Sie sind fest im Rahmen bzw. Gehäuse mit integriert und nicht in irgendeiner Weise oberflächlich aufgeklebt. Die Umsetzung darf gern als sehr gut bis perfekt deklariert werden.  

Kommen wir nochmal zur Klang-Realisierung. Oftmals hat man entweder den Fall, dass ein TV „schreckliche Töne“ von sich gibt oder auf Krampf gut klingen will. Gemeinsam mit den Ingenieuren von Bowers & Wilkins hat man hier eine 2.1-Lösung kreiert, die vollständig auch zum Musikhören geeignet sein will. Einzelne Segmente hatten wir auch schon im einleitenden Video dargestellt. Der Tieftöner auf der Rückseite ist in der Detailbetrachtung aber auch nochmal interessant anzusehen. Kommt hier doch ein Mix aus Passiv- und Aktiv-Membran zum Einsatz. Selbige ist im Stande sehr guten, gemessen an der Größe und das es sich um einen TV handelt, klang in den Raum bzw. punchigen Tiefgang in den Raum zu zaubern. Im Praxisteil gehen wir nochmal detailliert auf das Leistungsvermögen ein.

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Auch ein nettes Detail stellt unserer Meinung das abnehmbare Stromkabel dar. Sicherlich werden viele eine Wandmontage in Erwägung ziehen, da liegt es auf der Hand durch einen Kabelkanal auch einen entsprechend längeren Strom-Strang zu legen. Beispielsweise sind die OLED-Modelle von LG mit festen Steckern ausgestattet und gewähren dem Anwender nicht diese Flexibilität.

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Beim Blick auf das Anschlusspanel dürfte mitunter jeder Bedarf gedeckt werden. So finden sich insgesamt vier ARC-fähige HDMI-Ports, zwei UBS-Buchsen (1x USB 3.0, 1x USB 2.0), die beiden Anschlüsse des Twin-Tuner (DVB-T/T2/T2-HD/C/S/S2), ein RJ45-LAN-Port, ein Digital-Audio-Anschluss (Toslink) sowie klassischer Antennen-Stecker. Darüber hinaus bekommt man einen Kopfhörer-Ausgang sowie das Common Interface für entsprechende Karten (CI+) geboten. Auch WiFi 802.11ac 2x2 ist mit integriert worden. Auf Bluetooth muss man leider verzichten.


 

Fernbedienung

Bei der Fernbedienung hinterlässt Philips einen sehr positiven Eindruck. Nicht nur das sogar gleich Modelle mit komplett anderen Nutzungsansätzen beigeliefert werden, nein diese sind auch subjektiv empfunden hervorragend verarbeitet. Die „große“ Hauptfernbedienung kann in Zeiten von Purismus und Gesten bzw. Sprachsteuerung schon fast als Dinosaurier bezeichnet werden. Klassische Tastenanordnung trifft auf der Rückseite eine vollständige Eingabeoberfläche. Das coole daran ist, dass man die FB mit zwei Händen halten und dann dementsprechend auch schreiben kann. Nutzt man die andere Seite mit den eigentlichen Eingabeschaltern, wird das Tastaturfeld auf der Rückseite dann automatisch deaktiviert.

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Ganz ehrlich, das Design ist toll, wirkt auf den ersten Blick ggf. altbacken ist in der Praxis aber wirklich angenehm zu handhaben und macht Spaß. Also eigentlich das Gegenteil von dem, was wir einleitend in dieser Passage geschrieben hatten.

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Das zweite Modell erfüllt dann aber exakt diese Erwartungshaltung was der ein oder anderen an einem Smart-TV im Jahre 2019 haben dürfte. Wenig Tasten, sehr klein, stilistisch gehalten und einfach nur effektiv in der Handhabung. Die „kleinere Version“ ist ideal dafür geeignet um Inhalte bspw. über Streaming-Dienste abzurufen bzw. sich durch das Betriebssystem zu navigieren. Natürlich ist auch eine Spracheingabe für die Google Assistant möglich. Alles in Allem sehr gefällig und durchdacht das Konzept mit zwei separaten Fernbedienungen. Gerne dürfen sich auch andere Hersteller hier mal wieder etwas abgucken und nicht die Controlling üblichen „Einsparungen“ ansetzen, denn letztlich erwirbt man mit einem OLED doch ein designiertes High End Produkt oder?


 

Android TV 8.0 (Oreo)

Im Laufe des Lebenszyklus hat der Philips OLED 903 nun auch Android TV 8.0 erhalten. Das Betriebssystem selbst sollte allgemeingültig bekannt sein. Mit der Ausführung Nummer 8 hat man die Steuerung und Oberfläche aber nochmals deutlich komfortabler gestaltet bzw. wirkt alles deutlich aufgeräumter. Auch die Geschwindigkeit mit der man sich als Anwender durchnavigieren kann ist als sehr angenehm zu bezeichnen. Mit dem Update bzw. der ggf. schon aufgespielten Version steht der Google Sprach-Assistent zur Verfügung. Dieser lässt mit der auf einer Seite zuvor vorgestellten Fernbedienung ansprechen und Befehle „eingeben“.

Die Einrichtung des TVs ist wie üblich für Android-Geräte, recht schnell abgeschlossen. Kurz die jeweiligen Länderkennungen und Informationen hinterlegt und fertig ist man schon. Wer einen gültigen Google-Account verwendet, kann sich direkt anmelden umso den vollen Zugriff auf den Google Play Store respektive deren großen App-Umfang zu erhalten. Wer sich nun fragt was dieser „Philips-Kanal“ dort auf dem Home-Screen macht (…) diesen kann man via dedizierter Deinstallation der entsprechenden .apk wegbekommen. Die generelle Handhabung und Umgangsweise des Betriebssystems als solches haben wir in unserem eingangs verlinkten Video auch nochmal deutlich dargestellt.

Etwas in den Tiefen der TV-Einstellungen versteckt kommt man dann letztlich auch an die relevanten und Android bezogenen Informationen / Einstellungen. Dort lassen sich dann auch elementare Parameter einstellen oder Auskünfte erlangen die u.a. der installierten Android Version betreffen. Aber auch die schon weiter oben angesprochenen .apk Dateien lassen sich auf diesem Wege Deinstallieren / entfernen.

 

Sattelliten- bzw. Tuner-Settings

Die nachfolgend angerissenen Themenpunkte bzw. Screenshots können, sofern man es möchte, direkt auch bei der TV-Einrichtung mit abgeschlossen werden. Allerdings wird dies dann grafisch ein wenig anders aufbereitet dargestellt. Letztlich erfolgt der Sendersuchlauf recht flott und ohne Querelen. Den beliebten „Automatik-Modus“, sofern man ihn so nennen möchte, kann man natürlich auch laufen lassen. Wer jetzt spezielle Wünsche hat einen Kanal aus Übersee zu empfangen, der kann natürlich auch die Satelliten-Parameter anpassen.

Die Einstellungen sind ausreichen bis umfangreich dimensioniert und bieten mehr als genügend Möglichkeiten, die gewünschten Sendeanstalten in den eigenen TV zu bekommen. Eine nachträgliche Sendersuche ist ebenfalls kein Problem. Die weitere Sortierung oder Filterung der Sender wird schlussendlich an anderer Stelle vorgenommen, worauf wir im nächsten Abschnitt dann eingehen werden.

 

 

EPG und Senderansicht

Hat man schlussendlich seine Sender eingerichtet, gibt es mehrere Wege sich die Vorschauliste oder den Programm-Guide zu Gemüte zu führen. Aber vorher soll nicht unerwähnt bleiben, dass der TV direkt nach Regionscode eine Sendersortierung vorgenommen hat, was in unseren Fall natürlich bequem war und ist, da die deutschen Sender von der „Logik“ her nach vorn sortiert werden. Eine umfangreiche Kategorisierung, Sortierung oder Favoriten-Listen sind ebenfalls kein Problem. Eine entsprechende Zeitachse zeigt an wo man sich gerade befindet, wann das Programm begonnen hat oder enden wird. Der EPG selbst kann bis zu sieben Tagen im voraus die Daten wiedergeben.

Entgegen der meisten Stimmen oder Berichte im Web lief der EPG erstaunlich flott und „ruckelfrei“. Einzig wenn die Senderdaten erstmalig komplett geladen werden müssen (wie auf den Bilder ggf. zu sehen), kann es zu kleinen „Hakern“ kommen. Sind alle Infos abgelegt, flutscht alles so wie es soll. Aufnahmen lassen sich an dieser Stelle auch komfortabel programmieren und auf ein externes Medium (HDD, SSD) aufzeichnen. Einzige Bedingung die daran geknüpft ist, das selbige Medium muss mindestens 32GB Größe mitbringen. Diese externen Medien ermöglichen es dann auch, dass man via TimeShift seine gewünschte Sendung anhalten kann, um beispielsweise mal einen unerwarteten Stopp auf dem WC absolvieren zu können. In der Aufnahmeübersicht werden dann letztlich die gespeicherten Sendungen dargestellt (siehe Bild).

Kommen wir nochmal kurz zu den bereits mehrfach erwähnten Favoriten-Leisten. Diese lassen sich ganz bequem anlegen und auch frei benennen. Wenn man sich auf einem Senderplatz befindet den man als Favorit markieren möchte, kann dies mittels einfachen Knopfdruck erfolgen. Eine Auswahl in welche Liste der Sender gespeichert werden soll wird ebenfalls noch abgefragt.  Insgesamt wirkt die Umsetzung des EPG bzw. die Sendersortierung als solide und einfach zu handhaben. Wir raten aber dennoch, schaut euch nach Möglichkeit das im Vorfeld ob die vorhandenen Settings für sich selbst ausreichend sind und wie man damit klar kommt. Dann gibt es auch keine „bösen“ Überraschungen. Auf der nächsten Seite schauen wir uns die allgemeine Menüführung einmal genauer an.


 

Allgemeine Menüführung

Wie wir es schon zum Betriebssystem selbst gesagt haben, gilt auch in den Tiefen der Menüs, dass diese sich sehr schnell, direkt und ohne Verzögerung ansteuern lassen. Die teils nervigen Bildlauftexte, wie bei den 2017er Modellen, sind nur noch vereinzelt vorhanden. Die generelle Einstellungsvielfalt ist enorm, sodass es den Rahmen sprengen dürfte hier alles aufzuzählen. An dieser Stelle auch nochmal der Hinweis zu unserem Video auf Seite 1, ab Minute 15:30 wird intensiv nochmal die Menüstruktur durchforstet.

Ein erwähnenswertes Beispiel ist aber die Zwischenbildberechnung die bei Philips unter dem Namen Perfect Clear Motion geführt wird. Hier lassen sich die Parameter individuell setzen. Wer das nicht möchte, kann aus einem von sechs Presets wählen. Kommen wir zu den Farb- und HDR-Settings. Auch Philips hinterlegt in seinem TV zwei ISF-Farbprofile, einmal Tag und einmal als Nach-Vorgabe. Dann wären natürlich noch die HDR-Vorgaben, die LEIDER erst sichtbar werden wenn man entsprechenden Content einspielt. Mitunter wird das auch bei anderen Herstellern so gehandhabt (…) Eine kleine Infobox gibt es leider übrigens nicht, also um zu wissen, ob nun auch wirklich ein HDR-Inhalt gerade wiedergegeben wird.

 

Toneinstellung / Sound-Settings

Nun ja, wenn der britische Sound-Spezialist Bowers & Wilkins eine Korporation mit einem TV-Hersteller eingeht, könnte man annehmen, dass dabei etwas mehr als solides herauskommt. Natürlich ist das auch der Fall, was sich letztlich nicht nur bei den vorhandenen physischen Komponenten wiederspiegelt, sondern in den Individualisierungsmöglichkeiten der Klangeinstellungen. Diese sind in der Tat sehr umfangreich und dürften wohl jedem Nutzer ermöglichen, sein gewünschtes Ton-Level zu finden. Fünf vordefinierte Klang-Profile hat man zur bequemen Auswahl. In einem weiteren Speicherslot lassen sich persönlichen Geschmäcker abspeichern. Aber auch ein Equalizer bekommt man mit an die Hand gelegt.

Des Weiteren lassen sich kleinere Details wie der Aufstellort berücksichtigen. Also ob der TV nun frei steht oder an der Wand hängt. Dementsprechend passt das Gerät die Wiedergabequalität in der Umsetzung an. Aber auch welche Ton-Formate (siehe Bilder) man zuspielt lassen sich dediziert mit angeben. Wer möchte kann auch wieder den Kopfhörerausgang parallel nutzen – sprich die TV-Lautsprecher eingeschaltet haben die Personen mit ggf. Hörproblemen kann auf dem eigenen Kopfhörer bei einem separierten Pegel-Niveau die Tonspur abgreifen. Alles in Allem findet man das hier wieder, was man von einem Firmen-Joint-Venture mit diesen Größenordnungen erwartet. Gut gemacht!

 

 

Netzwerk- und Smart-TV-Funktionen, Streaming

Die Definition für einen Smart TV im Jahre 2018 hat sich inzwischen schon deutlich verschoben. Lange sind die Zeiten vorbei, in denen man nur rudimentär im Webbrowser surfen oder sich eine App installieren konnte. Vielmehr müssen aktuelle Fernseher inzwischen die Aufgabe einer absoluten Unterhaltungs-Allzweckwaffe übernehmen. LG E8 bringt auf jeden Fall schon mal beste Voraussetzungen dafür mit. Netzwerkfreigaben können bequem über die Quellenauswahl angesteuert und dann durch navigiert werden. Sicherlich nicht so ansehnlich, als wenn man dies mit einem Plex Medien-Server machen würde (siehe Video-Artikel dazu), dafür aber ungemein funktional. Die Handhabung macht keine Querelen oder nervige Probleme, so muss es laufen.

Schauen wir uns im Zuge dieses Abschnittes noch einmal die Quellenwahl an. Hier lassen sich speziell für die externe Zuspielung via HDMI auch Individualisierungen vornehmen, selbstredend auch mit entsprechenden Themenlogos untermauert. Am Beispiel von Netflix sieht man ja, wie übergangslos inzwischen Streaming-Dienste mit in die TV-Oberfläche verschmolzen werden können. Amazon Prime kann auch installiert und verwendet werden – um diese Frage einmal zu klären.

Der Philips verspeist so gut wie alle Codecs die man ihm vorsetzt, egal ob nun .mkv, H.264, H.265 oder MP4 – alles schmeckt dem Gerät vorzüglich. Die Anwendungen selbst laufen butterweich und machen, mal ganz offen gesprochen, jede FireTV Box oder Stick komplett obsolet. Vorbei sind die Zeiten von nervigen Ladezeiten der Smart TV Apps oder ähnlichen.


 

Praxisbetrieb - weitere Funktionen

Wie soll man beginnen (…) das OLED-Erlebnis mit einem Philips-Ambilight-TV ist mal etwas melancholisch formuliert, ein Eintauchen in einer nochmals anderen Welt. Die perfekten Schwarzwerte des Panels werden herrlich mit anzusehen über die Beleuchtung erweitert. Das mag nicht jedem gefallen, kann in vielen Fällen aber optischer Brüller sein. Selbstredend hat man als Anwender auch die Möglichkeit, hier eine statische Beleuchtung zu hinterlegen, was dem Seherlebnis aus medizinischer Sicht durchaus auf die Sprünge helfen kann. Halten wir also fest, das ganze muss nicht nur unter „blinki blinki“ verbucht werden, sondern bietet sehr viele Anwendungsfälle.

Philips OLED 903 04

Rein auf die Technik bezogen wollen wir gleich mal einen Vergleich ziehen, lohnt es aktuell noch die 2018er Panel-Geräte zu kaufen? Wenn man auf die Dolby Vision Freigabe und nuancielle Bildverbesserungen verzichten kann, ganz klar ja! Nur wer genau weiß worauf er achten muss, der wird Unterschiede im Vergleich zu den im dritten Quartal 2019 in den Handel gelangenden Modellen feststellen. Unter dieser Prämisse gehen wir durch die nächsten Absätze.

 

 

Keine Messwerte - warum das?

Eine kleine Erklärung möchten wir dennoch aber noch an dieser Stelle loswerden. Wer sich jetzt fragt „wo sind die Messwerte?!“ – es gibt schlicht keine. Es ist nicht in unserem Interesse etwas Halbgares zu zelebrieren was nicht mit Fakten untermauert werden kann. In der Vergangenheit haben wir bereits mit etlichen Instrumenten Werte genommen, aber unserer Ansicht nach handelt es sich dabei eher um „Schätzeisen“. Daher befinden wir uns auch im Auf- und Ausbau des Messequipments, sodass in Kürze auf breiter Front mit entsprechenden Werten argumentiert werden kann. Bitten sehen Sie / du es uns nach – Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. :-)

Des Weiteren sollte auch nochmal klar erwähnt werden, dass die sich am Markt befindlichen OLED-Panel ALLE (bis 2018er Modelle) mit einer Spitzenhelligkeit von bis 1000 Nits / cd/m² angegeben werden, in der Praxis sich unter bestimmten Umständen eher bei ~700 Nits einpendeln. Von daher dürften die überwiegenden Messwerte die man an anderer Stelle gelesen hat, im Groben auf viele andere übertragbar sein. Wie dem auch sei, in weiteren Berichten werden wir diese Materie nochmal deutlich vertiefen.

 

Ambilight / Display / Blickwinkel

Wie einige vielleicht wissen, hat Philips die Ambilight-Technologie patentiert und ist dem zur Folge einziger Anbieter dieser TV-Panel-Light-Konstellation. Im Grunde genommen ist bereits alles gesagt worden, die Farbspiele können phänomenal aussehen, einen echten Mehrwert bzw. Bildvergrößerung mit sich bringen als auch dank statischer Modi, für eine angenehmere Atmosphäre während des Guckens sorgen. Die Blickwinkelstabilität eines OLED-Panels ist mehr als nur erhaben, wenn nicht sogar als Referenz zu bezeichnen und wurde in der Vergangenheit schon mehrmals an anderer Stelle resümiert. Als ein Nachteil, unter verschiedenen Aspekten der Anwendung betrachtet, dürfte wohl das spiegelnde Display sein. Im Tagesgeschehen bei Sonneneinstrahlung KANN ein OLED ganz allgemein gesprochen, seine Stärke nicht richtig entfalten.

philips oled 903 opener

Philips OLED 903 17

Selbstredend kann man auch bei Tageslicht in den TV gucken, alles andere wäre nur eine hohle Floskel – aber die wahre Pracht entfaltet der Philips bei abgedunkeltem Raum, ideal sogar noch als einzige Lichtquelle. Die bildgewaltige Plastizität welche auf dem Panel dargestellt wird, dürfte so ziemlich jedem in seinen Bann ziehen. Voraussetzung ist natürlich das Zuspielen von nativem 4K-Material welches idealer Weise noch den HDR-Standards entspricht. LG OLEDs verarbeiten bekannter Weise ja HLG und HDR10 als HDR-Standard. Der von Samsung und Panasonic initiierte HDR10+ Standard als auch Dolby Vision werden nicht unterstützt. Die Schwarzwert-Darstellung ist als nahezu perfekt zu bezeichnen. Keine für das menschliche Auge sichtbaren Bending-Effekte mehr, extrem farbtreue sowie kontrastreiche Darstellung sind die Adjektive mit denen mal die bildliche Vorstellung bewerten dar.

Philips OLED 903 08

 

Ton-Qualität

Ja der Ton, ich habe es im Video bereits kurz erwähnt – das was Philips und Bowers & Wilkins als Gesamtprodukt hier kreiert haben, dürfte aktuell wohl klanglich das sein, woran sich andere messen müssen. Auf Augenhöhe kann man wohl noch die Panasonic Modelle der 2019er Generation sehen. Bedenken sollte man aber immer, dass der Hersteller die hier verbauten Audio-Komponenten ganz klar als Stereo-Aufbau deklariert hat. Also vom Versuch objektbasierte Audio-Signale in den Raum zu projizieren…

Philips OLED 903 17
Schemenhafte Anordnung der verbauten Lautsprecher samt rückwärtigen "Subwoofern" - Bildquelle: LG

Direkt zum Aufwärmen der Tiefton-Sicken haben wir Rammstein mit Ich will herangezogen. Mir wurde eine wirklich klasse „Rückbühne“ geboten die sich in Pegelfestigkeit und sehr klar in der stimmlichen Wiedergabe darstellt. Hört man etwas genauer hin scheint der Hochton etwas ausgeprägt in diesem Bereich bzw. Genre. Aber für genau solche Fälle hat man ja als versierter Anwender den Equalizer zur Hand. Die Sound stellte unter Beweis, dass auch Briten „rockbar“ sind. Mit Motrip und seinem Song Fan schepperte es den abrupten Genre-Wechsel herbei. Die bei diesem Hip Hop Sond vergleichsweise langen Hüben schmecken den drei Tieftönern besonders gut, sodass letztlich Bässe extrem punktuell dem Hörer präsentiert werden können. Auch wird hier deutlich, dass was man uns bei der Vorstellung im letzten Jahr bereits erklärt hat, dass die Stimme quasi aus dem Bild kommt und nicht am unteren Rahmenbereich der Soundbar klebt. Somit löst sich das dargebotene wunderbar in den Raum hinein.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss (…) Mit Fritz Kalkbrenner und seinem Song Amy was a Prayer wollten wir letztlich die Lautsprecher an die Leistungsgrenze bringen. Wer den Track schon mal gehört hat wird wissen, wie dieser Gegenstände „ansprechen“ kann. Um es auf den Punkt zu bringen, das Ganze entpuppte sich als absoluter Tieftonkiller. Aber einem gewissen Lautstärkepegel wird das Gehäuse vom TV so angesprochen, dass leichte Klirrgeräusche entstehen – aber, mit einem wirklich sehr ausgeprägten Bass verbunden. Und nochmal aber, die Soundbar ist einer kleinen Anlage absolut ebenbürtig und hinterlässt einfach nur ein WOW!

Das man die hier etwas ausführlich beschriebene Klangleistung auf den Filmbereich ummünzen möchte sollte eigentlich klar sein, dass dies nicht wirklich schlechter sein kann oder? Ist es auch nicht, es macht einfach verdammt viel Spaß die Klänge zu genießen. Als allerletztes sollte aber nochmal deutlich erwähnt werden, dass die Soundbar eine Komfortlösung ist und quasi das maximal mögliche (zu diesem Zeitpunkt) darstellt. Wer es richtig krachen lassen will, der benötigt natürlich einen vollständigen externen Lautsprecher-Aufbau. Kommen wir abschließend zum Fazit.


 

Fazit

Der Philips OLED 903 ist ein erstklassiges OLED-Gerät welches nicht unbedingt im Rampenlicht wie TVs der großen Hersteller (LG, Panasonic, Sony) steht, aber in absolut keiner Weise einen Vergleich scheuen braucht. Der Test hat gezeigt, dass der TV den genannten Geräten mindestens ebenbürtig ist, wenn nicht vereinzelt sogar etwas voraushat. Die Ambilight-Beleuchtung wäre zum Beispiel ein solcher Keyfact der zur finalen Kaufentscheidung mit beitragen kann.

Damit haben wir aber immer noch nicht alles genannt, denn erstmals seit Bestehen ist der britische Hersteller Bowers & Wilkins ein Joint Venture mit einem TV-Hersteller eingegangen und hat gemeinsam ein Produkt bzw. eine Soundbar für einen Fernseher entwickelt, das vielen absolut überlegen ist. Will nicht sagen die Referenz, aber auf jeden Fall ganz weit oben mit rankratzt. Das abgelieferte dieser Produktkonstellation ist am Markt weiterhin einzigartig. Bei der Ausstattung gibt es ein paar wirklich kleine Details die kritisch zu erwähnen wären, aber für den größten Teil der Käufer ggf. verschmerzbar sind? Dolby Vision und HDR10+ sind als HDR-Standard in diesem Modell nicht verfügbar. Dies bekommt man erst mit der neuen Generation OLED 804 und 854 geboten.

Dann sollte man unbedingt differenziert die Preispolitik betrachten. Sicherlich sind in den letzten Monaten immer wieder verlockende Angebote z. B. für LG OLED-Variationen in den Markt gegangen. Diese sind keinesfalls schlecht zu reden, aber man kann defakto nicht den Vergleich mit dem hier vorgestellten Philips 903 wagen. Dazu setzt dieser sich einfach zu sehr von den anderen Geräten am Markt ab. Das 55 Zoll Gerät ist aktuell zu einem Kurs von rund 1700,- EUR gelistet, wird vermutlich aber noch einige kleine Preis-Drops erfahren, da ja bekannter Weise die Nachfolger schon angekündigt sind. Für das 65 Zoll Modell muss man noch 2400,- EUR auf den Tisch legen. Beide sind u.a. bei Amazon käuflich. Um es kurz zu machen, der Philips OLED 903 ist einfach ein Top Produkt mit sehr wenigen Abstrichen.

 

 

Philips OLED 903

Eine Produktkonstellation im TV-Bereich mit absoluten Alleinstellungsmerkmalen - absolute Kaufempfehlung! 08.07.2019
Pro
  • komfortable und intuitive Bedienung
  • Ambilight als Alleinstellungsmerkmal
  • hochwertig anmutendes Produkt-Design
  • umfangreiche Menüeinstellunge
  • erstklassige klangliche Fähigkeiten dank Soundbar
  • überragende Bildqualität bei entsprechendem Content
  • nahezu perfekte Farb-, Schwarz-, und Kontrastwerte
  • USB 3.0 Ports
  • Netzstecker entfernbar
  • Sprachsteuerung (Google Asisstant)
  • zwei Fernbedienungen mitgeliefert
Contra
  • kein interner Speicher für Aufnahmen
  • kein Dolby Vision Support
Philips OLED 903 fazit

 

Philips OLED 903 award k

 

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