Test: JBL Live 220BT

JBL Live 220BT newsbildDie Neue JBL LIVE Serie umfasst vier Modelle, welche die drei Kopfhörer-Varianten Over-Ear, On-Ear und In-Ear abdecken. Den JBL Live 400BT hatten wir ja bereits in der Vorstellung. Mit den JBL Live 220BT wird die drittgenannte Auslegung geboten. Die sogenannten Neckband In-Ear-Kopfhörer sind mehr oder weniger auch die kompaktesten der Serie, stellen aber dennoch die charakteristischen LIVE-Funktion, wie beispielsweise die Assistenten-Unterstüzung bereit.

 

Genauer gesagt, bieten die JBL LIVE 220BT eigentlich alle Funktionen, welche auch die bereits getesteten JBL LIVE 400BT offenbarten. Und das ist in gewisser weise schon erstaunlich, wenn man zunächst nur liest, dass es sich um In-Ear Kopfhörer handeln soll. Etwas entschärft wird dies dann aber durch die Kenntnis, dass es sich um ein sogenanntes Neckband-Konstrukt handelt.

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Statt Nackenriemen, welcher die beiden Seiten einfach nur verbindet, handelt es sich beim LIVE 220BT eher um einen Nackenbügel an dessen Enden nicht nur Tasten untergebracht werden, sondern auch sonst alles an Technik um die Kopfhörer zu Angehörigen der LIVE-Serie macht. Für eine True Wireless Umsetzung würde die nötige Technik vermutlich zu viel Platz einnehmen. Zu dieser gehört bspw. der Ambient Aware Modus, bei welchem man die Außengeräusche "durchgereicht" bekommt, und die Unterstützung des Google Assistant und Amazon Alexa.

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Weiterhin nennt der Hersteller, wie mittlerweile eigentlich bei allen Produkten, den JBL Signature Sound. Seitens JBL gibt es dazu keine auffindbare Definition, sollte man es kurz in Worte fassen müssen, könnte man diesen als laut und kräftig bezeichnen. Verantwortlich sind beim 22BT dafür je eine 8mm Dynamikmembran, welche für einen üblichen Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz sorgen soll. Optisch hat man die Stöpsel mit Aluminiumflanken samt Logo versehen und zudem mit Magneten ausgerüstet damit man sie aneinander heften und ohne Wirrwarr verstauen kann. Bemängeln kann man, dass man die Ohrzugehörigkeit beim weißen Modell kaum erkennen kann. Vor allem am Anfang kann es also vorkommen, dass man das Neckband falsch herum anlegt.

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Das stellt man dann frühestens bei der Nutzung der Tasten fest, dass die Taste für die TalkThru- und Ambient Aware-Funktion dann auf der Schulter aufsitzen würde. Die Funktionen werden einfach sequentiell durchgeschaltet. Erste regelt die Musik-Lautstärke runter und lässt einen kommunizieren, zweite lässt einen auch die Umgebungsgeräusche wahrnehmen, ohne die Kopfhörer aus den Ohren zu ziehen. Die andere Seite bietet drei weitere Tasten auf der Vorderseite, welche zur Steuerung der Musik dienen und mit doppelten Befehlen belegt sind. Auf der Innenseite wurde die Taste für die Aktivierung der Sprachassistenten untergebracht.

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Als einzige ergonomische Anpassung kann man sich zwischen drei Stöpsel-Größen entscheiden. Vormontiert ist die mittlere Variante. Vorzufinden ist in der Verpackung zudem ein kurzes Micro-USB-Kabel, welches bspw. auch dem JBL Go 2 beiliegt. Die Länge ist an sich nicht so schlimm, da der Kopfhörer mit 31g auch an einem USB-Ladegerät aufgehängt werden kann. Der integrierte Akku verfügt über eine Schnelladefunktion, sodass nach 15min Ladezeit eine Stunde Spielzeit erreicht wird. Nach einer Volladung soll es der Live 220BT auf bis zu 10h bringen.

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Praxis- und Klangcheck

Was die smarten Funktionen des JBL Live 220BT angeht, sei auf den Artikel des JBL Live 400BT verwiesen, in welchem diese bereits sehr ausführlich beschrieben wurden. Erneut wurde auf den Sprachassistenten von Google vertraut, welcher hier ebenso überzeugen konnte, wie beim On-Ear Modell. Das Vorlesen lassen oder Verfassen von Nachrichten erfolgt ohne Probleme, wobei man mit dem 220BT evtl. noch eher skeptische Blicke erntet als mit dem 400BT, da man ihne aufgrund seiner geringen Größe nicht direkt wahrnimmt. Insgesamt ist es für viele aber sicherlich noch eher ein Gimmick als eine echte Arbeitserleichterung. Die Tasten zur Bedienung brauchen nur eine kurze Eingewöhnungsphase, wobei ein Blick in die Anleitung schon Sinn macht, da ihre Funktionen nicht selbsterklärend sind. Neben dem Sprachassistenten hat sich auch die Multipoint-Verbindung, mit welcher sich zwei Geräte per Bluetooth koppeln lassen und somit eine Wechsel zwischen beiden schnell erfolgen kann, als interessantes Feature herausgestellt. So kann das Smartphone theoretisch seiner eigentlichen Bestimmung nachkommen und der Bluetooth-MP3-Player für Musik sorgen. Wenn ein Anruf eingeht, braucht man dann nur wechseln.

Die Funktionen und Bedienung haben also einen positiven Eindruck hinterlassen. Das Tragen selbst allerdings nicht komplett. Die Ohrstöpsel sind zwar gewohnt leicht, da im Gegensatz zu True Wireless (z. B. Cambridge Audio Melomania 1) nur die Treiber enthalten sind, allerdings haben sich die Kabel selbst als Makel herausgestellt. Diese verursachen die berüchtigten bzw. sogenannten Kabelgeräusche. Für einen Bluetooth-Kopfhörer eigentlich schon fast Kurios. Der Nackenbügel selbst trägt allerdings sonst nicht auf bzw. ist eigentlich nicht zu spüren. Probleme kann es aber geben, wenn man Hoody- oder Schal-Träger ist.

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Die Bauweise hat aber auch eigentlich beim Klang einen Vorteil gegenüber True Wireless Kopfhörern. Da mehr Bauraum zur Verfügung steht, kann der Verstärker theoretisch größer ausfallen. Dies könnte beim 220BT zumindest der Fall sein, denn der Kopfhörer liefert einen druckvollen Klang an den Tag. Irgendwie schon typisch JBL. Vielleicht ist wirklich genau das mit "Signature Sound" gemeint. Man muss dazu aber auch sagen, dass In-Ear-Kopfhörer vom Abschließen des Ohrs profitieren, was die tieferen Frequenzen betrifft. Der 220BT kann aber auch die anderen Frequenzbereiche gut miteinbinden. Insgesamt klingt er recht dynamisch, wobei halt immer ein Hang Richtung Bass verortet werden kann. Wer Musik aus den Charts hört, dürfte überaus zufrieden gestellt werden.

 

 

Fazit

Was die Features des JBL Live 220BT angeht, lässt sich an diesen nicht wirklich etwas aussetzen. Nicht der Sprachassistent, sondern die sog. Ambient Aware-Funktion konnte als wirklich hilfreich identifiziert werden, da man weniger Gefahr läuft im Alltag etwas zu übersehen bzw. -hören. Ob man einen Sprachassistenten wirklich braucht, sollte man für sich selbst ausmachen. Lediglich das Vorlesen von Nachrichten konnte aus persönlicher Sicht als Vorteil ausgemacht werden. Das würde aber auf jeden Kopfhörer mit dieser Funktion zutreffen. Die Integration an sich hat JBL zumindest gut umgesetzt.

Insgesamt leistet sich der Kopfhörer bei der Verarbeitung keine Schnitzer. Auch das Design bzw. Konstrukt weiß eigentlich zu gefallen. Durch das geringe Gewicht registriert man ihn beinahe nicht. es gibt aber ein großes aber. Und zwar hat sich die Verbindung zwischen Nackenbügel und den Stöpseln als Problem herausgestellt. Die verwendeten Kabel verursachen nämlich die sogenannten Kabelgeräusche. Für einen Bluetooth-Kopfhörer eigentlich schon etwas bezeichnend. Die Akkulaufzeit von unter 10 Stunden geht in Ordnung, könnte aber höher ausfallen in Anbetracht der "Räumlichen Möglichkeiten". Die Schnelllade-Funktion ist hingegen nützlich.

Klanglich präsentiert er sich von der gewohnt kräftigen Seite. er überschüttet einen nicht mit Bässen,  aber der "typische JBL Sound" wird schon offensichtlich. Sollte man an diesem etwas auszusetzen zu haben, kann man die JBL Headphones App samt Equalizer heranziehen. Insgesamt bietet der JBL Live 220BT also wirklich viel für die aufgerufenen ~70€. Sollte man allerdings keinen Gebrauch von den smarten Features machen wollen, bietet der Hersteller im eigenen Lineup selbst günstigere Alternative an.

 

JBL Live 220BT

Smarte In-Ear Kopfhörer mit hohem Funktionsumfang und kräftigem Klang, 23.10.2019
Pro
  • kräftiger Klang
  • leicht
  • TalkThru und Ambient Aware praktische Features
  • schnellade-Funktion
Contra
  • Kabel verursachen Störgeräusche
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