Mit der JBL Boombox 4 schickt das Unternehmen die nächste Generation seines mobilen Großlautsprechers ins Rennen. Das Konzept bleibt vertraut: ein robustes Gehäuse mit markantem Tragegriff, leistungsstarke Lautsprechertreiber und eine Auslegung, die sowohl bei der Gartenparty als auch unterwegs für eine großflächige Beschallung sorgen soll. Was sich technisch und klanglich ggü. dem Vorgänger geändert hat, klärt der nachfolgende Artikel.
JBL setzt auf eine überarbeitete Lautsprecherbestückung, die adaptive Klangverarbeitung AI Sound Boost und zwei wählbare Bass-Boost-Modi. Auch bei der Mobilität legt das neue Modell zu. Trotz seiner großzügigen Abmessungen wiegt die Boombox 4 mit rund 5,9 Kilogramm weniger als ihr Vorgänger (JBL Boombox 3 WiFi). Dazu kommen eine längere Akkulaufzeit, die neue Auracast-Kopplung und ein nach IP68 zertifiziertes Gehäuse. Damit soll der Lautsprecher nicht nur bei Outdoor-Einsätzen, sondern auch als flexibel nutzbare Beschallungslösung im Alltag überzeugen.
Die Boombox 4 kombiniert zwei 123-mm-Tieftöner mit zwei 20-mm-Hochtönern. Drei Passivmembranen unterstützen die Wiedergabe im Tieftonbereich. Die Gesamtleistung beträgt laut Hersteller im Netzbetrieb 210 Watt RMS, aufgeteilt auf zweimal 65 Watt für die Tieftöner und zweimal 40 Watt für die Hochtöner. Im Akkubetrieb stehen den Tieftönern jeweils 60 Watt RMS zur Verfügung, während die Hochtöner weiterhin mit jeweils 40 Watt RMS angegeben sind.
Der Frequenzbereich reicht laut Datenblatt von 37 Hz bis 20 kHz. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über das mitgelieferte Netzkabel oder den integrierten Akku. Für die drahtlose Verbindung ist Bluetooth 5.4 zuständig. Zusätzlich ermöglicht USB-C die digitale, verlustfreie Audioübertragung von kompatiblen Geräten.
Eine der zentralen Neuerungen ist AI Sound Boost. Die Technologie analysiert das Audiosignal in Echtzeit und passt die Wiedergabe so an, dass eine höhere Ausgangsleistung bei möglichst geringen Verzerrungen möglich sein soll. Ergänzend bietet JBL zwei Bass-Boost-Einstellungen: einen Modus für tiefen, satten Bass und eine Variante mit stärker betontem, impulsivem Tieftoncharakter.
Optisch bleibt die Boombox ihrer bekannten Designsprache treu. Der große Tragegriff auf der Oberseite prägt weiterhin das Erscheinungsbild und erleichtert den Transport des knapp sechs Kilogramm schweren Lautsprechers. Die robuste, textilartige Gehäusebespannung und die seitlich sichtbaren Passivmembranen verleihen dem Gerät den charakteristischen JBL-Look.
Mit Abmessungen von rund 50,6 × 26,3 × 21,3 Zentimetern ist die Boombox 4 weiterhin kein kompakter Begleiter für die Jackentasche. Sie ist vielmehr für Situationen konzipiert, in denen eine größere Beschallungsleistung gefragt ist und der Lautsprecher dennoch transportabel bleiben soll. Im Vergleich zur Boombox 3 konnte JBL das Gewicht reduzieren, ohne das Grundkonzept aufzugeben. Die Gehäusekonstruktion ist nach IP68 gegen das Eindringen von Staub geschützt und für das Untertauchen in Wasser unter den Bedingungen der Schutzart ausgelegt. Damit eignet sich die Boombox 4 auch für den Einsatz am Strand, am Pool oder bei wechselhaften Wetterbedingungen. Vor dem Laden sollte das Gerät allerdings vollständig trocken sein; zudem müssen die Anschlussbereiche entsprechend den Herstellerhinweisen behandelt werden.
Bei der technischen Überarbeitung hat JBL nicht einfach nur die Verstärkerleistung verändert. Die Boombox 4 verwendet zwei größere Tieftöner, zwei Hochtöner und insgesamt drei Passivmembranen. Das Zusammenspiel dieser Komponenten soll eine kraftvolle Wiedergabe mit einer sauberen Tieftonabstimmung ermöglichen.
Eine weitere Neuerung ist AI Sound Boost. Die digitale Signalverarbeitung analysiert die Musik während der Wiedergabe und passt das Signal dynamisch an. Ziel ist es, die vorhandenen Leistungsreserven besser auszunutzen und Verzerrungen auch bei hohen Lautstärken zu reduzieren. Wie deutlich sich das im praktischen Einsatz bemerkbar macht, bleibt der individuellen Hörprobe vorbehalten. Über die Bass-Boost-Taste auf der Oberseite lässt sich zusätzlich zwischen zwei Klangmodi wechseln. Der Deep-Bass-Modus legt den Schwerpunkt auf einen möglichst tiefen und satten Bass, während Punchy Bass einen knackigeren, energiegeladenen Charakter unterstützen soll. Damit lässt sich die Abstimmung an unterschiedliche Musikrichtungen und persönliche Vorlieben anpassen.
Die Bedienelemente befinden sich gut erreichbar auf der Oberseite. Hier lassen sich grundlegende Wiedergabefunktionen steuern und die Bass-Boost-Einstellungen wechseln. Die Anordnung ist auf eine unkomplizierte Bedienung ausgelegt, sodass sich die wichtigsten Funktionen auch ohne Smartphone nutzen lassen.
Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse für die Stromversorgung und USB‑C. Über USB-C kann nicht nur ein kompatibles Gerät geladen werden; die Schnittstelle unterstützt bei geeigneten Zuspielern auch die digitale Audioübertragung. Ein klassischer 3,5-mm-Klinkeneingang ist nicht vorhanden. Analoge Audioquellen lassen sich daher nicht direkt über einen entsprechenden AUX-Anschluss verbinden. Die Powerbank-Funktion erweitert den mobilen Einsatzbereich. Smartphones und andere kompatible Geräte können über USB-C mit Energie versorgt werden. Die tatsächliche Ladeleistung und die verbleibende Laufzeit des Lautsprechers hängen dabei von den jeweiligen Betriebsbedingungen ab.
Für die drahtlose Musikwiedergabe nutzt JBL Bluetooth 5.4. Damit lässt sich die Boombox 4 unkompliziert mit Smartphones, Tablets und weiteren kompatiblen Geräten verbinden. Unterstützt werden unter anderem die Bluetooth-Profile A2DP 1.4 für die Audioübertragung und AVRCP 1.6 zur Steuerung der Wiedergabe. Neu ist außerdem die Unterstützung von Auracast. Damit können mehrere kompatible Lautsprecher miteinander verbunden werden, um dieselbe Musik auf einer größeren Fläche wiederzugeben. Auch mehrere Boombox-4-Geräte lassen sich auf diese Weise zusammenschalten. Das bietet zusätzliche Möglichkeiten, wenn bei einer Feier nicht nur ein einzelner Standort beschallt werden soll.
Die Konfiguration und weitere Einstellungen erfolgen über die JBL Portable App. Sie dient unter anderem zur Verwaltung des Lautsprechers und zur Aktualisierung der Software. Die Boombox 4 ist dabei als Bluetooth-Lautsprecher konzipiert und verfügt nicht über die WLAN- und Multiroom-Streaming-Funktionen der Boombox 3 Wi-Fi. Funktionen wie AirPlay 2, Chromecast built-in oder Spotify Connect sind daher nicht Teil der Ausstattung.
Bei der Ausdauer legt JBL gegenüber der vorherigen Generation nach. Der integrierte Lithium-Ionen-Akku besitzt eine Energie von 99,02 Wh. Der Hersteller nennt eine Wiedergabezeit von bis zu 28 Stunden mit einer Ladung. Mit aktiviertem Playtime Boost sollen sich unter bestimmten Bedingungen bis zu sechs zusätzliche Stunden erreichen lassen, sodass insgesamt maximal 34 Stunden möglich sind. Wie lange der Lautsprecher tatsächlich durchhält, hängt unter anderem von der Lautstärke, dem Musikmaterial und den aktivierten Funktionen ab. Gerade bei hohen Pegeln und einer bassbetonten Wiedergabe kann die Laufzeit deutlich geringer ausfallen als der Herstellerwert. Die Ladezeit gibt JBL mit etwa drei Stunden an. Ein weiterer praktischer Aspekt: Der Akku ist austauschbar, wobei der Ersatzakku separat erhältlich ist. Das kann die Nutzungsdauer des Lautsprechers verlängern, wenn die Akkukapazität nach längerer Verwendung nachlässt.
Im Klangcheck zeigt sich, dass die JBL Boombox 4 gegenüber ihren Vorgängern deutlich an Bassdruck zugelegt hat. Sie liefert einen kraftvollen, fülligen Klang mit großer Bühne und eignet sich damit besonders für die Beschallung im Freien oder den nächsten Partyabend. Ein Pluspunkt ist die JBL Portable App, über die sich die Klangcharakteristik endlich individueller anpassen lässt. Neben den Presets „JBL Signature“ für den klassischen JBL-Sound, „Chill“, „Energetic“ und „Vocal“ steht ein Custom-Profil mit 7-Band-Equalizer zur Verfügung. So lässt sich die Wiedergabe unkompliziert an den eigenen Geschmack anpassen.
Für noch mehr Tiefton stehen die beiden Bass-Boost-Modi „Tief“ und „Durchschlagend“ bereit. Letzterer sorgt für einen extrem präsenten Bass, bei dem die Ausgewogenheit des Klangbildes allerdings etwas in den Hintergrund rückt. Für eine Party, bei der es vor allem auf ordentlich Druck ankommt, dürfte genau das jedoch gewünscht sein. Passend dazu pulsiert bei aktiviertem Bass-Boost die seitliche Beleuchtung des Lautsprechers. Sie lässt sich bei Bedarf auch deaktivieren.
Wer die Akkulaufzeit verlängern möchte, kann auf „Playtime Boost“ zurückgreifen. Dabei werden bestimmte Frequenzbereiche reduziert, um den Energieverbrauch zu senken. Darüber hinaus lassen sich zwei JBL Boombox 4 zu einem Stereo-Verbund koppeln, wodurch eine breitere Stereowiedergabe möglich wird. Insgesamt überzeugt die JBL Boombox 4 mit kräftigem Sound, umfangreichen Klangoptionen und praktischen Zusatzfunktionen. Besonders die EQ-Anpassung und die unterschiedlichen Bass-Modi bieten viel Flexibilität – vom ausgewogenen Klang bis zum druckvollen Party-Sound.
Kommen wir nun zur App, die eine sinnvolle Funktionserweiterung des Lautsprechers darstellt. Die JBL One App bietet im Zusammenhang mit der Boombox 4 einige Funktionen, die diese Software nicht als loses Beiwerk dastehen lässt, sondern einen nützlichen Mehrwert bieten soll und auch schon von den Soundbar-Produkten wie einer JBL BAR 1000 (zum Test) bekannt sind. Die Einrichtung ist simpel und klappte sofort. Beim ersten Startprozess wird befehlsgetreu der entsprechende Lautsprecher gesucht und gefunden, sowie direkt mit dem heimischen Netzwerk verbunden. Im Anschluss erfolgt sogar direkt ein Check nach der aktuellsten Firmware-Version.


Neben weiteren grundlegenden Settings bekommt man hier die Schnittstelle zu zahlreichen Streaming-Diensten geboten, die dann mit in die App integriert sind und aus denen die Musik gesteuert werden lässt. Auch lassen sich Stereo-Verbünde aus zwei gleichen Lautsprechern, sowie auch generell Multiroom-Setups kreieren. Alles in allem wirkt die Anwendung sinnvoll und rund aufgebaut. Zudem erscheint sie nicht als lästiges Beiwerk, welches benötigt wird.
Mit der Boombox 4 entwickelt JBL seinen mobilen Großlautsprecher konsequent weiter. Die Kombination aus überarbeiteter Treiberbestückung, AI Sound Boost und zwei Bass-Boost-Modi soll für eine leistungsfähige Wiedergabe sorgen und zugleich mehr Möglichkeiten zur Anpassung bieten. Dazu kommen die lange angegebene Akkulaufzeit, das im Vergleich zum Vorgänger reduzierte Gewicht und der nach IP68 zertifizierte Schutz gegen Wasser und Staub.
Auch bei der Konnektivität gibt es Neuerungen: Bluetooth 5.4, digitale Audioübertragung über USB-C und Auracast erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Wer dagegen auf WLAN-Streaming und die Multiroom-Funktionen der früheren Boombox 3 Wi-Fi Wert legt, sollte beachten, dass diese Ausstattungsmerkmale bei der Boombox 4 nicht vorhanden sind.
Letztlich positioniert JBL die Boombox 4 als robusten, ausdauernden und vielseitig einsetzbaren Lautsprecher für drinnen und draußen. Ob das Klangbild den Erwartungen gerecht wird, muss der praktische Hörtest zeigen.
JBL Boombox 4 - mobiler Party-Lautsprecher