Test: Marshall Emberton

Marshall emberton newsMit dem Marshall Emberton möchten wir uns heute wieder einem mobilen Lautsprecher vom besagten Label genauer anschauen, nachdem bereits letztens mit dem Marshall Uxbridge Voice ein stationäres aus gleichem Hause in der Redaktion vorstellig war. Wie sich der kompakte Lautsprecher geschlagen hat, lest ihr auf den folgenden Seiten.

 

 

Der erst kürzlich vorgestellte Marshall Emberton ist aktuell das kleinste Modell des umfangreichen Portfolios des Herstellers mit dem markanten Schriftzug. Jeder der sich mit Musik beschäftigt wird diesen Schriftzug schon mal gesehen haben. Das typische Design der Marshall Amps hat gerade die Welt der Gitarren-Sounds wie kein anderes Unternehmen geprägt, genau das möchten die Schweden von Zound Industries aufgreifen. Somit hat der Mutterkonzern Zound Industries, zu dem Marshall Headphones gehört, sich die Rechte am Design und dem markanten Schriftzug gesichert und vertreibt verschiedenste Audioprodukte im Lifestyle-Bereich.

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So ist es auch nicht verwunderlich, dass der kompakte Emberton sich auch über dieses Design profiliert aber auch viele Eigenschaften für den mobilen Bereich mitbringt. Der genau 700 Gramm schwere (habe es nachgewogen, Punktlandung) mobile Lautsprecher ist ein kleiner „Brocken“, wenn man es so betiteln darf. Die gummierte Außenhülle, die der Hand schmeichelt und den Lautsprecher vor äußeren Einflüssen schützt, umschließt ein Kunststoff-Gehäuse mit Akzenten aus Metall. Aus letzteren ist das Schutzgitter für die Treibereinheiten hergestellt, zweifarbig, was dem Lautsprecher einen schicken Look verpasst. Auf der helleren Seite prangt auch das Logo in voller Pracht, im Gegensatz zu den größeren Modellen wie z. B. den Stockwell II ist dieses aber in weiß gehalten, anstatt in einem goldenen Farbton.  Auf der Oberseite befindet sich das Bedienpanel, mit einem Joystick für die Lautstärkeregelung und Vor- und Zurück-Skippen. Zum Einschalten des Emberton hält man den Stick einfach kurz gedrückt bis das akustische Signal die Betriebsbereitschaft bestätigt, gleiches gilt fürs Abschalten.

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Die Akkuanzeige sitzt daneben, welche Markentypisch den Füllstatus des Akkus in roten Balken darstellt, wie schon beim Marshall Tufton. Über welche Kapazität der verbaute Akku verfügt, ließ sich leider nicht herausfinden, da sich das Gehäuse nicht ohne weiteres öffnen lässt bzw. im Datenblatt dazu keine Angaben zu finden sind. Durchhalten soll er laut Marshall jedenfalls bis zu 20 Stunden, was ich fast bestätigen kann. Bei so ungefähr mittlerer Lautstärkestufe bespaßte mich der Kleine um die 17 Stunden bis er wieder an die Steckdose musste, ein guter Wert. Aufgeladen war er dann nach leicht über drei Stunden wieder komplett. Aber zurück zum Bedienpanel, den Bluetooth-Button möchte ich nicht unterschlagen, der für das Verbinden mit dem nötigen smarten Zuspieler eine zentrale Rolle spielt. Wie man auf den Fotos hoffentlich erkennen kann, ist alles ein wenig einfach gehalten, was an der IPX7-Zertifizierung liegt. Diese sagt aus, dass der Emberton gegen zeitweiliges Untertauchen bis ca. 1,5 Meter geschützt ist, nicht dauerhaft wasserdicht, aber einen kurzen Sturz in den Pool und was auch immer überlebt der Lautsprecher aber. Gegen Staub ist das Modell leider nicht geschützt, sonst würde die Zertifizierung nicht IPX7 sondern bspw. sich IP67 schimpfen, was nicht heißt, dass er dafür anfällig ist, nur es wurde eben nicht überprüft, was in dem Einsatzgebiet vielleicht auch nicht unbedingt erforderlich ist. Am Strand würde ich ihn trotzdem nicht unbedingt in den Sand legen, denn die USB-C-Ladebuchse ist nicht geschützt und unter dem Joystick kann sich auch leicht Dreck sammeln, der schwer zu entfernen sein dürfte.

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aktuelle USB-C-Ladebuchse 

Technisch gesehen ist der Emberton für seine Größenverhältnisse recht gut ausgestattet. Zwei Vollbereichstreiber werden von zwei passiven Radiatoren unterstützt, die im Übrigen auch das Gehäuse abdichten, ähnlich wie JBL das bei seinen Flip Modellen realisiert. Warum zwei Treiber? Der versprochene True Sterophonic 360° Klang wird so realisiert, in dem je ein Treiber in eine Richtung abstrahlt und es somit keine Rolle spielt, wie man den Emberton platziert. Einzelgänger werden das nicht brauchen, aber wenn man mit Freunden unterwegs ist, gerne teilt und wenn es nur die eigene Musik ist, eine optimale Eigenschaft. Angetrieben werden die Treiber laut Marshall von zwei 10 Watt CLASS-D Endstufen und das Gespann soll einen Frequenzgang von 60 – 20.000 abbilden können, bei einem maximalen Schalldruck von 87 dB bei einem Meter Abstand. Interessante Angaben, die ich im Praxischeck auf der nächsten Seite mal näher betrachtet bzw. dokumentiert habe.


 

Klang- und Praxischeck

Dank der Bluetooth 5.0 Schnittstelle ist mein Huawei P30 Pro schnell mit dem Emberton verbunden und mit dem Qobuz-Account auch einfach mit entsprechender Musik zu bespielen. Ich habe mich doch tatsächlich während meiner Arbeit an einen See gepflanzt, natürlich nur wegen diesem Review und um die IPX7-Zertifizierung zu überprüfen (…) wie man auf den Fotos sieht, lag er im Wasser und ich hab ihn auch mal ganz unter gehen lassen und er funktioniert immer noch, somit den Dichtigkeitstest optimal gemeistert. Von der Handhabung ist nicht viel zu berichten. Es gibt weder eine App noch eine Netzwerkschnittstelle, einfach nur Bluetooth und somit steht und fällt alles mit dem Zuspieler.

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IPX7-Zertifizierung schützt vorm Baden gehen

Etwas vermisst habe ich eine Klangregelung, wie andere Modelle diese auch mitbringen, aber der Emberton scheint eine gewisse Intelligenz innezuhaben. Denn im Gegensatz vieler anderer Lautsprecher, die ab einer gewissen Lautstärke den Bassbereich überziehen, scheint der Emberton eine Art Limiter zu besitzen, der bei voller Lautstärke den Tieftonbereich automatisch etwas zurückregelt. Anders jedenfalls kann ich mir das nicht erklären, dass der Bass stärker wahrgenommen wird bei geringer Lautstärke, als bei voller Lautstärke. Aber das ist großartig, denn so agiert der Emberton auch bei voller Lautstärke kontrolliert und überschätzt sich nicht in seinen Fähigkeiten. Denn klanglich, ja es ist ein Mini-Lautsprecher und tonal ist das sicherlich alles etwas beengt, macht er seine Sache aber gut und überzeugt mit einer ansprechenden Dynamik sowie Auflösung. Partysongs wie z. B. Rythm is a dancer von Snap! besitzen den nötigen Spaßfaktor und auch wenn die Maße es nicht unbedingt andeuten, ist eine Grillparty mit dem Emberton gut bedient.

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Marshall hat auch eine gute Balance im Detailgrad und Tiefgang gefunden, sodass der Emberton keine „Blechbüchse“ oder „Boombox“ ist, sondern recht kultiviert die zugespielten Titel wiedergibt. Das prädestiniert den Emberton für jedes Musikgenre, da er feine Stimmen und Instrumente zum Beispiel von Ballladen gut auflöst, aber gleichzeitig auch ein Rockkonzert oder einen Technomix stimmig rüberbringt. Natürlich alles unter den Gesichtspunkten bewertet, dass es sich um einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher handelt, dessen Fläche nicht mehr als ein Handy in Anspruch nimmt. Denn trotz der recht kräftigen 700 Gramm ist der Emberton nur 16 Zentimeter lang und ca. sieben Zentimeter tief bzw. hoch und ist somit noch kompakter als ein JBL Flip 4.

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Größenvergleich mit JBL Flip4, UE Megablast und Marshall Stockwell II

Warum Marshall dem Winzling aber keine Tragschlaufe oder Öse spendiert hat, um ihn z. B. einfach am Rucksack befestigen zu können, bleibt mir ein Rätsel und ist einfach unpraktisch. Praktisch hingegen ist der Umgang mit dem Lautsprecher selbst. Der Joystick setzt alle wichtigen Funktionen sofort um und sieht dazu noch echt schick aus. Viel mehr gibt es von meiner Seite auch nicht zum Marshall Emberton zu sagen und somit komme ich zum abschließenden Fazit.

 

Fazit

„Nehm ich mit“ wäre mein Fazit wenn es um den Marshall Emberton geht. Wer viel unterwegs ist und nicht auf eine musikalische Untermalung seiner Aktivitäten verzichten möchte, sollte das auch tun, also den Emberton mitnehmen. Denn klanglich hat der Kleine es faustdick hinter den Ohren und überzeugt mit einer sehr kultivierten Soundkulisse, die leisen Tönen genügend Raum einräumt, gleichzeitig aber auch, wenn es verlangt wird, auch zulangen kann. Verarbeitung und Optik ist Marshall typisch gelungen bzw. sehr wertig umgesetzt und die 700 Gramm verleihen dem Lautsprecher nicht nur einen soliden Auftritt, in der Not kann er einen auch eventuell beschützen (…) Dazu gesellt sich eine lange Akkulaufzeit, mit den gemessenen knapp 17 Stunden kann er selbst einen Ausflug mit Übernachtung akustisch dauerhaft untermalen.

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Das Marshall eine Öse für / oder einen integrierten Trageriemen einfach vergessen hat, kann ich nicht verzeihen. Wo macht es mehr Sinn als bei solch einem Modell? Dafür kann man ihn auch mit an den Pool nehmen, denn die IPX7-Zertifizierung schützt ihn wirksam gegen Wasser, ich habe es ausprobiert und er musiziert immer noch fröhlich vor sich hin. Genial ist auch die 360° Soundkulisse, wobei ich eher 180° sagen würde, denn die eingesetzten Schallwandler strahlen nur nach hinten und vorne ab. Aber wenn man mit mehreren Leuten Musik konsumieren möchte, ein wirklich nützliches Feature.

Wer mit dem Fauxpas des fehlenden Trageriemens leben kann, der kann beim Marshall Emberton bedenkenlos zugreifen. Mit einer UVP von 149 Euro gehört er aber schon zum exklusiven Kreis der mobilen Lautsprecher, bedenkt man ein Flip 4 kostet um die 90 Euro. Ggf. könnte man den Teufel Rockster Go noch mit aufführen, der vom Gewicht, Größe und Preis in den ähnlichen Gefilden unterwegs ist als auch mit einer IPX7-Zertifizierung um die Ecke kommt. Aber Verarbeitung, Optik und Klangbild rechtfertigen dieses Preisgefüge meiner Meinung nach und ich muss es letztendlich ja auch nicht entscheiden, sondern nur eine Empfehlung aussprechen, was ich damit getan habe. Ab dem 30 Juli darf sich jeder selbst vom Emberton überzeugen, denn dann startet der Verkauf - unter anderem auch bei Amazon.

 

Marshall Emberton

kompakter Dauerläufer mit kultivierter Soundkulisse und guter Verarbeitung, 19.07.2020 
Pro
  • solides und wertiges Gehäuse
  • angenehme Gummierung sorgt für sicheren Halt
  • schicke und moderne Optik
  • Bedienelemente (Joystick)
  • stimmige Klangkulisse / 180 Grad Sound 
  • hohe Akkulaufzeit / schnelle Aufladung
  • beachtliche Lautstärke für diese Größe
  • Bluetooth 5.0 / stabile Verbindung
Contra
  • keine Öse für Trageriemen vorgesehen
  • preislich hoch angesiedelt
  • Akku nicht wechselbar
Elac Debut Reference Serie 1k

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