Die Roon Software wurde erstmal auf der High End 2015 in München vorgestellt und ist somit noch recht „frisch“ am Markt. Hinter der Entwicklung stehen aber erfahrene, ehemalige Meridian-Mitarbeiter. Diese wurden bekannt mit den Meridian Sooloos Geräten, zu erwähnen wäre hier der Meridian Sooloos Control 15 Musikcomputer. Roon Essentials wirkt deswegen optisch sehr ähnlich, soll aber das fertigere und komplettere Produkt sein.

Mit Roon Essentials setzt ELAC auf eine, für ihren Music Server angepasste Version. Im Gegensatz zur „Vollversion“ Roon, begrenzt die Essentials-Version die Unterstützung auf 30.000 Musiktiteln, was auch dem nicht erweiterbaren Speicherplatz geschuldet sein dürfte. Wobei man diesen Wert erst vor kurzem per Update angehoben hat (ursprünglich wurden nur 15.000 Titel unterstützt).
Um die Bedienung für Tablets oder Smartphones zu ermöglichen, steht die App Roon Essentials für iOS oder Android Geräte im App-Store kostenlos bereit. Aber auch eine kostenlose Version für Windows- oder Mac-Rechner steht zur Verfügung. Aktuell, egal in welcher Version, ist die Software nur englischsprachig, was für den einen oder anderen eine Hürde darstellen könnte.
Laut ELAC arbeitet man aber an einer deutschsprachigen Version, einen genauen Termin konnten wir noch nicht erfahren. Wir entschieden uns für die Bedienung der Roon Essentials Software für ein 10 Zoll Android-Tablet und legten auch direkt los.
Hier gibt es auch gleich den ersten kleinen Dämpfer. Nutzt man wie wir ein NAS für seine Musikdateien, muss der Pfad manuell eingetragen werden, woran Einsteiger schon scheitern könnten. Ist dieser Punkt überwunden, startet auch schon gleich die Software und liest die im angegeben Pfad hinterlegten Musikstücke zügig aus und integriert die mit passendem Cover in die Bibliothek. Das passiert sehr zuverlässig und unglaublich schnell, natürlich nur wenn man seine Dateien richtig benannt bzw. getaggt hat. Den Vergleich zu der Kodi Mediaserver Datenbank gewinnt der ELAC bzw. die Software Roon Essentials. Sie ist beim Auslesen der verschiedenen Ordner einfach genauer und ist weniger fehleranfällig, so das alle Alben aus unserer Datenbank einwandfrei mit Cover ausgestattet eingespielt wurden.
Die Software Oberfläche wirkt wie ein Musikmagazin auf den ersten Blick und ist trotz englischsprachiger Ausführung selbsterklärend. Es sind überall Tooltips untergebracht, welche die Bedienung sehr vereinfachen. Das ist auch nötig, denn eine Bedienungsanleitung für die Software sucht man aktuell noch vergebens. Hat man sich mit der Bedienung ein wenig vertraut gemacht, wir haben das versucht mit weiter oben platzierten Video festzuhalten, ist es sehr unterhaltsam in den Tiefen seiner Datenbank sich genauer umzuschauen. Zu jedem Künstler gibt es sehr ausführliche Informationen, falls vorhanden.
So kann man durch einen Klick auf den Künstlernamen, sich darüber informieren, wo und wann das nächste Konzert stattfinden wird und das wird auch mit einem direkten Link zu einem Ticketshop unterstrichen. Aber auch die direkte Verlinkung zu den Social-Media Accounts, Websiten oder generelle Künstlerinformationen sind hier zu finden. Neben dem aktuell gewählten Album, werden auch weitere Alben des Künstlers präsentiert und auch Empfehlungen aus der gleichen Musikrichtung angezeigt. Das Ganze ist sehr umfangreich und detailliert, fast schon unmöglich alles zu beschreiben.
Der Focus-Modus muss aber erwähnt werden, denn selten hat uns solch ein Features so überzeugt. Der Focus-Modus gibt einem die Möglichkeit seine komplette Musiksammlung auf Erscheinungsjahre, Genre, Albentypen und sogar nach Live-Alben oder Singles zu sortieren. Das Ganze ist grafisch hervorragend aufgearbeitet und alles geschieht in Echtzeit. Das heißt, fixiert man seine Regler in der Zeitachse zum Beispiel auf bestimmte Jahrgänge, geschieht die Sortierung direkt im Hintergrund und die Datenbank baut sich den Jahrgängen entsprechend neu auf.
Der Zugriff auf die einzelnen Zonen ist simpel gelöst. Durch das Lautsprechersymbol unten rechts, gelangt man zu den vorher in den Einstellungen konfigurierten Hörzonen und kann simultan für jede Hörzone andere Musik auswählen oder synchron überall das Gleiche wiedergeben.
Die Wiedergabe ist selbsterklärend und mit den bekannten Symbolen für Play, Pause etc. schnell verstanden. Neben dem Gapless Playback, was für eine lückenlose Wiedergabe zwischen einzelnen Songs sorgt, unterstützt die Software Crossfade, die Shuffle-Wiedergabe, eine Repeat-Funktion und auch das Spulen innerhalb eines Titels.
ELAC hat sich unserer Meinung genau den richtigen Partner gesucht, um den Discovery mit einer ausgeklügelten Software aufzuwerten. Roon Essentials läuft sehr geschmeidig auf dem Server, das Einlesen geht schnell und auch die Integration von TIDAL ist sehr gut gelungen. So werden TIDAL-Alben einfach in die Bibliothek mit aufgenommen und nur mit dem Anbieter-Logo oben links auf dem Cover erkenntlich gemacht. Die Informationen sind sehr umfangreich und man entdeckt auch viele interessante Informationen zum Künstler, auch wenn es nur die Songtexte sind.
Jetzt gilt es zu überprüfen, ob der Discovery den guten Eindruck auch im Klangbild halten kann.
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