Bei den beiden Vestlyd M6C Active und M8C Active handelt es sich, wie der Name schon suggeriert, um Aktiv-Speaker, die mit einem schicken Retro-Design daherkommen und zugleich sehr viel Ausstattung zu bieten haben. Was diese kompakten Power-Speaker zu bieten, das klärt wie immer der Testartikel.
Vestlyd als Unternehmen dürfte einigen sicher schon bekannt sein. Vor einiger Zeit hatten wir mit den Vestlyd V12C (zum Test) bereits sehr potente Großmembran-Speaker in der Vorstellung, die auf ein ähnliches Design-Konzept setzen, wie die beiden Produkte in der hiesigen Vorstellung. Der generelle Aufbau orientiert sich stark an die genannten V12C und ist auch, wie der Name es schon verrät, innerhalb als eine Produktfamilie einzuordnen.
Unsere beiden Testobjekte haben nur einen elementaren Unterschied vorzuweisen: Sie verfügen über verbaute Aktiv-Technik, sodass ein separater Verstärker nicht notwendig ist. Dementsprechend sollte man diese auch nicht auf nostalgische Werte beschränken. Integrierte Verstärker, vielfältige Anschlussmöglichkeiten und eine koaxiale Chassis-Konstruktion sollen ein unkompliziertes und vielseitiges Lautsprechersystem ermöglichen, nur eben in kompakterer Bauform.
Die beiden Modelle unterscheiden sich vor allem durch ihre Abmessungen und die Größe der Tieftöner. Während die M6C Active mit einem 6,5-Zoll-Tieftöner kompakter ausfällt, setzt die größere M8C Active auf einen 8-Zoll-Treiber. Beide Lautsprecher verfügen über vier integrierte Class-D-Verstärker mit jeweils 75 Watt Leistung. Ein zusätzlicher externer Verstärker ist damit, wie schon einmal erwähnt, nicht erforderlich.
Auch bei der Ausstattung gehen die Vestlyd-Modelle einen zeitgemäßen Weg: Neben analogen und digitalen Eingängen stehen Bluetooth sowie HDMI eARC zur Verfügung. Damit eignen sich die Lautsprecher nicht nur für klassische Musikwiedergabe, sondern grundsätzlich auch für den Anschluss an Fernseher, Computer und weitere Zuspielgeräte. Die M6C Active kostet laut Hersteller 899 Euro pro Paar, für die größere M8C Active werden 1.149 Euro pro Paar aufgerufen. Selbstredend ist auch eine Phono-Stage mit verbaut, sodass man Plattenspieler direkt am Lautsprecher betreiben kann.
Ebenfalls optional erhältlich sind die passenden Standfüße dafür – jene kosten als Paar 399 Euro und sind in Schwarz gehalten. Im weiteren Verlauf werden wir auch hier noch einige Detailblicke wagen und besprechen.
Ehe wir auf der nächsten Seite einen Detailblick auf die Schallwandler aus dem hessischen Weilrod werfen, finden sich nachfolgend noch einmal die wichtigsten technischen Eckdaten im Überblick:
Optisch verfolgen beide Modelle eine eigenständige Linie. Statt besonders schlanker Gehäuse oder einer zurückhaltenden Hi-Fi-Ästhetik setzt Vestlyd auf ein Design, das stark an klassische Studiomonitore und Lautsprecher aus den 1970er-Jahren erinnert. Die Gehäuse wirken kompakt, breit und funktional. Das Konzept soll bewusst einen Gegenpol zu vielen modernen Lautsprechern bilden, bei denen eine möglichst unauffällige Integration in die Wohnumgebung im Vordergrund steht. Allerdings befindet sich hier modernste Audiotechnik in den Gehäusen.
Beide Modelle sind jeweils in Schwarz mit Kunstlederoberfläche sowie in einer Ausführung in Eichenoptik erhältlich. Die Material- und Farbvarianten unterstreichen den Retro-Ansatz und ermöglichen eine Anpassung an unterschiedliche Einrichtungsstile. Trotz der ähnlichen Gestaltung fällt die M8C Active größer aus und beansprucht entsprechend mehr Stellfläche. Dennoch fallen die Schallwandler deutlich kleiner aus, als die größeren Geschwistermodelle V12C und V15C.
Technisch setzen beide auf das sogenannte Power-Monitor-Konzept von Vestlyd. Ein wesentliches Merkmal ist die koaxiale Anordnung der Treiber: Der Hochtöner sitzt dabei innerhalb des Tieftöners. Dadurch sollen die Schallanteile beider Chassis räumlich möglichst geschlossen zusammengeführt werden. Für den Hochtonbereich kommt jeweils eine 1-Zoll-Titaniumkalotte zum Einsatz, während der Tieftonbereich von einem Konus aus Papier übernommen wird.
Bei der M6C Active misst der Tieftöner 6,5 Zoll, bei der M8C Active sind es 8 Zoll. Die größere Membranfläche der M8C Active bildet damit einen wesentlichen konstruktiven Unterschied zwischen den beiden Modellen. Auch die Gehäuseabmessungen fallen unterschiedlich aus: Die M6C Active misst laut Hersteller 36,3 × 24,6 × 21,6 Zentimeter, die M8C Active kommt auf 44,3 × 29,0 × 27,0 Zentimeter (Höhe × Breite × Tiefe).
Die Verstärkertechnik ist bei beiden Modellen identisch ausgelegt. Vier Class-D-Verstärker mit jeweils 75 Watt übernehmen die Ansteuerung der Chassis. Vestlyd setzt dabei auf PWM-gesteuerte Class-D-Technik. Durch die aktive Auslegung sind die Verstärker bereits in die Lautsprecher integriert; eine externe Endstufe ist nicht notwendig. Das reduziert den Geräteaufwand und erleichtert den Aufbau eines kompakten Systems.
Auch bei den angegebenen Frequenzbereichen unterscheiden sich die Modelle. Für die M6C Active nennt Vestlyd 43 Hz bis 24 kHz bei −6 dB beziehungsweise 47,5 Hz bis 22 kHz bei −3 dB. Die M8C Active wird mit 36 Hz bis 24 kHz bei −6 dB und 39,5 Hz bis 22 kHz bei −3 dB angegeben.
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Bassreflexöffnungen nach vorn gerichtet - Hinten und unten ist alles geschlossen
Bei der Anschlussausstattung zeigen sich die Geräte ausgesprochen vielseitig. Zur Verfügung stehen HDMI eARC, ein optischer Digitaleingang, USB-C sowie analoge RCA‑Anschlüsse. Zusätzlich gibt es eine kombinierte XLR-/6,35-mm-Klinkenbuchse, über die sich auch entsprechende professionelle Audioquellen anschließen lassen. Bluetooth 5.1 ermöglicht die kabellose Wiedergabe von kompatiblen Zuspielgeräten. Unterstützt werden unter anderem AAC, aptX HD und aptX Low Latency. Die maximal angegebene Auflösung beträgt 24 Bit bei 192 kHz.
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Ergänzt wird die Ausstattung durch einen Subwoofer-Ausgang. Wer den Tieftonbereich gezielt erweitern möchte, kann also einen zusätzlichen aktiven Subwoofer einbinden. Auf der Rückseite lassen sich außerdem die Kanalzuordnung für links und rechts sowie die Bass- und Höhenanpassung einstellen. Drei voreingestellte Klangprofile – Music, Film und Neutral – stehen ebenfalls zur Auswahl (auf der Fernbedienung).
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DSP-Kippschalter ermöglichen Klanganpassungen
Mitgelieferte Fernbedienung
Ein wesentlicher Vorteil der M6C Active und M8C Active liegt darin, dass sich ein vollständiges Stereo-Setup mit vergleichsweise wenig zusätzlicher Elektronik realisieren lässt. Da die Verstärker bereits integriert sind, werden keine separate Endstufe und kein klassischer Stereo-Verstärker benötigt. Je nach Quelle genügt es, die Lautsprecher mit dem passenden Signal zu versorgen – für den Praxistest fiel die Wahl auf einen Cambridge Audio CXN100, der per optischem Kabel an die Lautsprecher geklemmt wurde. Theoretisch ließe sich dieser sogar per Balanced Audio Ports (XLR) an die Vestlyd anschließen.
Für die Musikwiedergabe bieten sich mehrere Möglichkeiten: Smartphones und Tablets können per Bluetooth verbunden werden, während Computer über USB-C oder andere passende Eingänge eingebunden werden können. Auch ein HDMI-eARC-Anschluss steht zur Verfügung, sodass eine Integration in das heimische TV‑Umfeld ohne Probleme gelingen sollte. Wem die Lautsprecher nicht genügend Tiefgang bieten, der kann dank des Sub-outs einen separaten Tieftöner anklemmen
Bei der Wahl zwischen den beiden Modellen spielen vor allem der verfügbare Platz und die gewünschte Systemgröße eine Rolle. Die M6C Active ist die kompaktere Ausführung und lässt sich leichter in kleinere Räume oder auf entsprechend dimensionierte Lautsprecherständer integrieren. Die M8C Active fällt größer aus und besitzt den größeren Tieftöner. Auch wenn beide Lautsprecher auf demselben technischen Grundkonzept basieren, ist die Auswahl deshalb nicht allein eine Frage des Preises, sondern sollte ebenso die Raumgröße und die individuellen Anforderungen berücksichtigen.
Die Lautsprecher lassen sich natürlich auch ohne optionale Füße betreiben, sehen dann vermutlich aber nur halb so gut aus. Bei den kleineren M6C dürfte sich das vermutlich ein wenig relativieren, da diese auch gut an einem PC-Setup wirken. Aber auch diese geben ein sehr elegantes Bild auf den Stativen ab und profitieren auch auf akustischer Ebene davon. In beiden Fällen reichte eine ganz marginal eingewinkelte Position, um das subjektiv empfundene, beste Klangbild herauszuholen.
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Wie lassen sich die Kraftpakete jetzt nun einordnen? Auch wenn bei vielen neuen Lautsprechern das nicht mehr wirklich erforderlich ist, sollte man seine Klangbeurteilung erst nach ein paar Stunden an Spielzeit starten. Wie erinnern uns (…) die deutlich größeren V12C haben in der Tat Einspielzeit benötigt, was bei aktuellen Neuvorstellungen immer seltener wird (ja ich, weiß – jeder hat da so seine eigene Sichtweise drauf). Ein ähnliches Verhalten ließ sich auch bei den hiesigen Modellen ausmachen, dass nach einer gewissen Zeit das Klangbild „verbesserte“.
In beiden Fällen lässt sich attestieren, dass die Paradedisziplin zweifelsfrei bei Power-Tracks mit entsprechend angelegtem Pegel zu finden sind. Die Art und Weise, wie diese von den Lautsprechern interpretiert werden, ist ausgesprochen gut und präzise. Gerade der Tiefton wird überaus genau und verzerrungsfrei eingespielt, sehr punchig und punktgenau – das über etliche Genres hinweg.
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Aber auch geringere Pegel können sehr gut und harmonisch klingen, was nicht zuletzt auch an der tollen und breiten Bühnenstaffelung liegt, die keinesfalls im unteren Raumbereich klebt, sondern sich sehr gut nach oben von der Schallwand löst. Nicht zuletzt auch mit großer Sicherheit dank der untergestellten Füße, welche die Lautsprecher nicht nur optisch abkoppeln, sondern auch akustisch aufweiten. Die genannten akustischen Aspekte gelten für jeden der beiden Lautsprecher gleichermaßen, nur auf die entsprechende Größe herauf- oder herunterskaliert – das sollte klar sein.
Ein schönes Beispiel in der Detailaufzählung ist abermals Mighty Mo Rodgers mit The Boy Who Stole the Blues. Die im Track vorkommenden Drums passen wie die Faust aufs Auge, als wäre dieser Track für die Lautsprecher gemacht. In der aktuellen Technologiezeit gibt es meiner Auffassung nach keine wirklich schlechten Produkte mehr, allerdings klingt nicht jeder Song gleich gut, das muss man ehrlicherweise sagen. Die absolute „Feingeistigkeit“ sollte man den Vestlyds jetzt nicht abverlangen.
Im Kern hat man die größeren V15C und V12C auf kleinere Ausführungen geschrumpft, ohne dabei aber die eigene Klang-DNA zu verlieren. Aber nicht nur bekannte Trash-Metal-Darbietungen (Metallica), System of a Down und Co. fühlen sich hier wohl, auch die ein oder andere Perle findet hier eine komplett (neuartige) Interpretation. Sehr markant ist mir hier unter anderem das Stück von Waylon Jennings (The Real House of the Rising Sun) in Erinnerung geblieben. Extrem ausgeprägte Staffelung der Sänger auf der Bühne, eine markante und wohlwollende Nähe der Gesangsstimme, die sich mit den punchigen Eigenschaften der Lautsprecher paart. Hier sind wir sehr weit weg von „Power-House-Speaker“ und finden uns deutlich im HiFi-Segment wieder – was im Umkehrschluss bedeutet, dass die kleineren Vestlyd-Lautsprecher ebenfalls sehr facettenreich unterwegs sind.
Dank Phono-Stage auch für Plattenspieler geeignet
Aber auch „volumig“ klingende Songs eines Schlages von Chris Stapleton oder The Weeknd sind hervorragend und schon fast auf dem Niveau einer PA-Anlage einzuordnen. Wer übrigens Avatar 2 – The Way of Water gesehen hat, wird den Titelsong sicher kennen. Die akustische Power, die hier vorhanden ist, diesen Song wiederzugeben, lässt mich direkt noch einmal in Pandora eintauchen.
Insgesamt betrachtet überrascht die M6C sogar noch mehr als das größere Modell. Den kompakten traut man keinesfalls das Leistungspensum zu, welches hier dargeboten wird. Ob nun im Bereich der Pegelfestigkeit, der sehr ausgeprägten bzw. differenzierten Klangstaffelung sowie der gewissen „Leichtigkeit“, die sich im Schallbild widerspiegelt. Diesen Mix traut man dem Lautsprecher nicht wirklich zu – umso überraschter ist man selbst, wenn man sich hier durch verschiedene Genres hinweg durchtestet. Aber auch eine Detailversessenheit ist vorhanden, wenn auch nicht auf dem Niveau anderer Lautsprecher, die im Hochtonbereich deutlich andere Klang-Level erreichen können. Das bewirbt man aber auch nicht und das will der Lautsprecher im Kern auch gar nicht sein. Wie zuvor erwähnt, der Gesamtmix des Produktes ist sehr überzeugend.
Mit der M6C Active und der M8C Active bietet Vestlyd zwei Aktivlautsprecher an, die klassische Monitor-Optik mit einer umfangreichen modernen Ausstattung kombinieren und sich zugleich in das bestehende Lineup als kleinere, sowie aktive-Modelle mit einfügen. Wem also eine V15C oder V12C zu groß ist und zusätzlich auf einen Verstärker verzichten möchte, der kann hier zugreifen. Klanglich bleibt das akustische Grundkonzept bei beiden Modellen ähnlich: Eine koaxiale Chassis-Anordnung, vier integrierte Class-D-Verstärker mit jeweils 75 Watt sowie eine breite Auswahl an analogen und digitalen Anschlüssen sollen den Einsatz möglichst flexibel gestalten.
Die M6C Active positioniert sich als kompaktere Variante mit 6,5-Zoll-Tieftöner und einem Herstellerpreis von 899 Euro pro Paar. Die größere M8C Active verwendet einen 8-Zoll-Tieftöner, bietet laut Datenblatt einen tieferen Frequenzbereich und kostet 1.149 Euro pro Paar. Damit können Interessenten je nach Platzangebot und gewünschter Systemgröße zwischen zwei technisch eng verwandten, aber unterschiedlich dimensionierten Lösungen wählen. Klanglich bietet die M6C – im Vergleich – das größere Überraschungspotential. Von einem größeren Lautsprecher erwartet man gegebenermaßen Leistung (…). Die M6C packen hier ebenfalls richtig zu und liefern auf allen Ebenen ab. Gemessen am genannten Kaufpreis erscheint das schon wie eine Preis-Leistungs-Empfehlung.
Bei beiden Modellen besonders interessant ist die Anschlussvielfalt: HDMI eARC, USB-C, optischer Digitaleingang, analoge Anschlüsse und Bluetooth ermöglichen die Einbindung unterschiedlichster Quellen, ohne dass dafür zwingend weitere Hi-Fi-Komponenten benötigt werden. Hinzu kommen die einstellbare Bass- und Höhenanpassung sowie die drei Klangprofile. Die Einsatzmöglichkeiten sind also extrem vielfältig. Entweder als Stereo-Setup, am PC oder gar als TV‑Lautsprecherergänzung. Ach ja, ein Phono-Anschluss ebenfalls vorhanden (für einen Plattenspieler).
In beiden Fällen hat der Hersteller ein Lautsprecher-Paar auf den Markt gebracht, das eine gewisse Nische füllt, aber dann gleichermaßen für den breiten Markt interessant sein könnte. Von uns gibt es eine Kaufempfehlung dafür!
Vestly M6C - M8C kompakte Aktiv-Speaker
