Ich positionierte die Fishhead Audio Resolution 1.6 BS auf Focal Kanta N°1 Ständer, die ich gerade aufgebaut hatte und auch den Regallautsprecher aus dem Norden gut zu Gesicht standen. Der Abstand zur Rückwand betrug um die 30 Zentimeter, wer es etwas kräftiger mag, kann sie auch näher an der Wand platzieren, sie verhalten sich da recht unkompliziert. Zwischen den einzelnen Lautsprechern betrug der Abstand ungefähr 2,60 Meter und auch meine Hörposition lag in ähnlicher Region, womit ich ein optimales Stereodreieck erreichte. Für die optimale Akustik wurden die Resolution auf den Hörplatz minimal eingewinkelt, um das musikalische Zentrum hörbar in der Mitte zu erfahren.

Für die Zuspielung diente einerseits unser AV-Receiver Yamaha RX-A3080, aber auch die Vor- und Endstufenkombination aus Onkyo P-3000R und M-5000R kam zum Einsatz, sowie der Einsteiger-Stereo-Receiver Onkyo TX-8270 wurde ausprobiert. An allen Gerätschaften performten die Lautsprecher sehr gut, fühlten sich in der Wiedergabe wohl, was sich in einer genauen Impulskontrolle, einem dynamischen und detaillierten Hoch- und Mitteltonbereich und druckvollen Bassbereich äußerte. Da meine Hörsessions immer um die 1-2 Stunden gehen, kann ich natürlich nicht jeden Titel hier textlich wiedergeben, aber ein paar sind dann besonders hängen geblieben.
Ich fange wie immer entspannt an und dafür dient mir mal wieder Mister Joe Bonamassa, der den Freunden des Blues sicherlich bekannt sein sollte. Mit dem Song Driving towards the Daylight, welcher in der Carnegie Hall in New York aufgenommen wurde, ist die Bühnenabbildung der Resolution gefragt, da sich neben dem Sänger auch andere Elemente auf der Bühne tummeln. Aber das gelingt dem Lautsprecher hervorragend, der Name „Auflösung“ ist hier Programm. Klavier, Schlagzeug, Bongos, ein Banjo, ein Cello und die Protagonisten inklusive Akustikgitarre müssen untergebracht werden, aber spielend arrangieren die Regallautsprecher das gekonnt zu einem wunderbaren Musikstück, wo jedes Element die nötige Aufmerksamkeit bekommt und trotzdem die Stimmen noch leicht dominant über allen liegen. AMT und Mitteltöner sorgen für einen hohen Detailgrad, die Abstimmung der Lautsprecher ist sehr gelungen und sie wirken trotz aufwendigen Produktionen nicht angestrengt. Ganz im Gegenteil. Die kleinen Resolutionen ermutigen den Hörer entspannt sich auf das Stück einzulassen, dass spiegelt auch Madama Butterfly und Cio-Cio-San von Giacomo Puccini wieder. Auch hier sticht das Verständnis für die Erzeugung und korrekte Staffelung eines Bühnenbildes heraus, die einzelnen Instrumente sind differenziert und auch von ihrer Position klar dargestellt. Die Stimmen der einzelnen Hauptprotagonisten dominant, die des Chores hörbar im Hintergrund angesiedelt, einfach sehr stimmig im Gesamten. Auch wenn der Tieftonbereich insgesamt etwas kräftiger ausfallen könnte, ist das Timing und der Punch im unteren Frequenzband unglaublich präzise und sorgt für einen sehr straffen Bass mit klaren Strukturen.
Beeindruckend ist das die Lautsprecher das nicht nur bei recht langsamen Titeln so abbilden, denn auch Songs wie Metallicas Creeping Death zeichnen sich durch die vorangegangen klanglichen Eindrücke aus. Auch wenn man es optisch nicht unbedingt vermutet, aufgrund des etwas zurückhaltenden Erscheinungsbild, haben die Resolution 1.6 BS ihr Herz am rechten Fleck und können auch ne härtere Gangart vertragen. Kirk Hammetts Gitarrenriffs, Bass Drums von Lars Ulrich, Robert Trujillos Bass-Gitarre oder die Stimmgewalt von James Hetfield, wirklich jucken "tut" das die Lautsprecher nicht, man bekommt eher das Gefühl, dass sie sich jetzt erst recht wohlfühlen bzw. kann das 3-Wege-System zeigen wozu es in der Lage ist. Denn trotz hektischen Geschehen verschlucken die Fishhead nichts und bieten einen fetten Sound inklusive aller Elemente, sodas man als Zuhörer nur positiv den Kopf „schüttelt“.
Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei Oldschool Hip-Hop von NAS oder aktuellen elektronischen Tracks von Scann-Tec. Auch wenn der richtige Tiefgang mir etwas fehlt, ein bisschen mehr hätte ich bei der Größe des Regallautsprechers schon erwartet, ist die Gesamt-Performance gelungen. Aufgrund des straff aufgehangenen Tieftöners, agieren beide Regalboxen druckvoll und präzise in diesem Frequenzbereich und man könnte den Tiefton mit einem Mittelgewichtsboxer vergleichen, der schnelle, wirkungsvolle Schläge austeilt aber einen nicht unbedingt ausknockt. Bei der Effektwiedergabe bleiben die Resolution ihrem Namen treu, bieten in sehr breites bzw. hohes Auflösungsvermögen und eine gute räumliche Präsenz, welches das exzellente Abstrahlverhalten weiter unterstreicht. Eine durch und durch klasse Performance, für einen Lautsprecher dieser Preisklasse. Somit möchte ich zu meiner abschließenden Beurteilung kommen.
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