Interview / Sonderthemen

Kurzvorstellung: LAB12 gordian Stromfilter

 

Detailansicht und Funktionsweise

Optisch ist der Lab12 gordian stark an aktuelle Gerätschaften der HiFi-Welt angelehnt. Das unterstreicht auch seine Breite von passenden 43 Zentimeter. Auch die Verarbeitung ist dementsprechend hoch gehalten. Die Frontblende besteht aus massivem Aluminium, die ein stabiles Stahlchassis ziert und sich somit easy in eine vorhandene HiFi-Kette integrieren lässt. Für die Steuerung des gordian reicht der linke Drehknopf, der durch Drücken und Drehen die Navigation durch die einzelnen Menüpunkte gewährleistet. Der rechte Drehknopf steuert dagegen nur den Display-Modus (On, Off, Auto). Beim Display setzt Lab12 auf aktuelle OLED-Technik, welches mit einem hervorragenden Kontrastverhältnis und exzellenter Lesbarkeit daher kommt.

 Lab 12 Gordian 01k

Lab 12 Gordian 04k
hochwertige LAB12 Stromkabel "knack" 20A und 16A

Bis auf die Rückseite mit ihren zwei Low Filter Outputs für je 3500 Watt, stehen noch vier High Filter Outputs mit einer maximalen Belastbarkeit von 1000 Watt dem Nutzer zur Verfügung. Das heißt, starke Verbraucher wie Endstufen, TV-Geräte etc. sollten mit den blauen Steckdosen verbunden werden, wo die schwarzen Steckdosen für Zuspieler oder Vorstufen verwendet werden können. Die maximale Strom-Obergrenze gibt Lab12 mit 15A (Blau) und 4A (schwarz) an.

Lab 12 Gordian 05k
zwei Anschlüsse für bis zu 3000 Watt und vier Anschlüsse für maximal 1000 Watt

Warum diese Trennung der unterschiedlichen Steckdosen und verschieden starker Filterung? Oft werden in einfachen Zuspielern wie Bluray-Playern, PCs, etc. einfachere Schaltnetzteile verwendet und „verunreinigen“ den Stromkreis stärker und müssen dadurch mehr gefiltert werden. So jedenfalls die Theorie. Aber kommen wir erstmal zum Gerät selbst und was es können soll.

Lab 12 Gordian 02k Lab 12 Gordian 03k

Im Gegensatz zu üblichen passiven Netzfilterleisten besitzt der Lab12 gordian bei dem die aktive Elektronik und diese komplexe Mess- und Regelschaltelektronik von einem Prozessor gesteuert wird. Das ermöglicht dem Geräte den ankommenden Strom zu prüfen und geregelt bzw. gereinigt an die angeschlossenen Komponenten wieder abzugeben. Da wir es hier mit einem aktiven Netzfilter zu tun haben, kann der gordian seine Filter jeder Situation anpassen, greift somit immer wieder aktiv in das „Geschehen“ ein, was ein sporadisch klickendes Relais akustisch untermauert.

 

Display und Menüführung

Auf dem OLED-Display zeigt der gordian dazu auch viele interessante Informationen zum aktuellen Zustand an und bietet eben auch die verschiedenen Filteroptionen. Aber hier eine kleine Übersicht der angezeigten Werte bzw. was sie darstellen sollen.

Gordian LAB12 Display
OLED-DISPLAY des LAB12 gordian mit allen Anzeigemöglichkeiten

THD total harmonic distorsions

Oberwellenschwingungen Wert wird für Spannung V(olt) und C(urrent) Strom angezeigt und aus der Multiplikation können Sie den THD-Wert der Leistung ermitteln. Oberschwingungen können die ordnungsgemäße Funktion beeinträchtigen oder sogar das Gerät zerstören. Denn gerade Schaltnetzteile reagieren beispielsweise im Falle von Kurzzeitunterbrechungen mit hohen Einschaltspitzen, die das 20fache der Nennlast erreichen können. Kommen viele Schaltnetzteile zum Einsatz, heben sich die Rückleiterströme nicht mehr auf, sondern addieren sich.

 

DC und PF

DC ist der gemessene Gleichspannungsanteil im 50Hz Stromnetz und dient nur der Information. Der PF (Power Faktor) ist da wesentlich interessanter, da hier die Blindleistung, also die Differenz aus der theoretisch maximalen Leistung, der der effektiv zur Verfügung stehende Leistung angezeigt wird. Diese lässt sich mittels PF Correction auch in Low, Medium, High, Auto oder Off regeln.  

Auszug von amprion.net zum Thema Blindleistung

Damit Strom im Wechselstromnetz überhaupt fließen kann, muss 50-mal pro Sekunde ein Magnetfeld auf- und abgebaut werden. Weil die Leistung zum Aufbau eines Feldes bei dessen Abbau wieder ans Netz zurückgegeben wird, bezeichnet man diese Leistung als Blindleistung. Sie verrichtet keine nutzbare Arbeit, wird aber für den Aufbau der Spannung benötigt. Grundsätzlich müssen die Netze so dimensioniert werden, dass sie neben der Wirkleistung auch die pendelnde Blindleistung transportieren können. Bei einem steigenden Anteil von Blindleistung im Netz verringert sich die verbleibende Kapazität für die Wirkleistung. Weniger Strom in Form von elektrischer Ladung kann also transportiert werden. Die Herausforderung für uns als Netzbetreiber besteht darin, die Blindleistung auf dem richtigen Niveau zu halten: Ist sie zu niedrig, sinkt die Spannung und der Stromfluss wird gestört. Ist sie zu hoch, kann weniger (nutzbare) Wirkleistung übers Netz transportiert werden. Deshalb setzen wir an ausgewählten Stellen unseres Netzes Kompensationsanlagen in Form von Phasenschiebern, Spulen und Kondensatoren ein. Sie dienen dazu, je nach Bedarf Blindleistung zu verbrauchen oder zu erzeugen.

Hier sollte man den gordian seine Arbeit automatisch verrichten lassen, übrigens schlägt das auch der Hersteller selbst vor. Aber natürlich wollten wir schauen, was die Filter zu leisten vermögen. Die Blindleistung im ausgeschalteten Filterzustand von um die 75% konnten wir mit einer hohen Filtereinstellung auf 40% senken und auch die magnetische Einstrahlungen (Input EMI) ins Stromnetz wurde von 144mV auf 82mV reduziert.

 

Ground und Polarity

Sollte bei Ground nicht OK angezeigt werden, sollte man einen Elektriker rufen, denn die Steckdose wurde falsch angeschlossen. Polarity hingegen bezieht sich auf den Stromstecker, die korrekte Phasenlage am Eingang des gordians. Wird hier nicht OK angezeigt, sollte man den Stromstecker um 180 Grad drehen.

 

Input EMI

Zeigt die durch magnetische Einstrahlung erzeugten Störungen im Stromnetz in mV an.

 

Voltage FFT (Spannung) / Current FFT (Strom)

Das ist ein mathematisches Verfahren, um die Störungen im Netz auf den jeweiligen Frequenzbereich herunterzurechnen und sich Strom und Spannung über den Frequenzbereich von 50 bis 7.000 Hertz verhalten. Mit Hilfe des linken Knopfes kann man sich den Störanteil über das Frequenzband anzeigen lassen. In unserem Fall lag bei 50 Hz der Dämpfungsfaktor bei 0dB.

 

Filter und Filter Topology

Neben dem Wirkungsgrad der vorhandene Filterstufen, kann man auch entscheiden wie der gordian filtern soll. Wählen kann man hier zwischen dem CMF-Modus, der nur einen Bauteiltyp (Spulen) als Filter einsetzt oder dem DMF-Modus, der neben den Spulen auch andere elektronische Bauteile in die Filterung mit einbezieht. Der Hersteller empfiehlt aber auch hier den Modus auf Auto zu stellen. Die rein englische Bedienungsanleitung erklärt weder was die angezeigten Werte bedeuten noch wie die Filter in ihren einzelnen Einstellungen arbeiten. Abschließend gibt es noch den Menüpunkt OLED-Contrast und dessen Sleep-Modus, der selbst erklärend ist und wir denken keiner weiteren Erläuterung bedarf. ;-)

Lab 12 Gordian 06k
aufgeräumter und sehr struktierter Aufbau der Elektronik

Lab 12 Gordian 07k Lab 12 Gordian 07k

 

 

Erfahrungen mit dem Lab12 gordian 

Betrieben haben wir den Lab12 gordian mit dem „knack“ Kabel von Lab 12, das 20 Ampere standhaltende Stromkabel besitzt die benötigte IEC C19-Kupplung und für unsere angeschlossene Onkyo M-5000R Endstufe nutzten wir das „Knack“ Stromkabel in der 16-Ampere-Version. Beide Kabel können optional für um die 200,- Euro pro Ausführung geordert werden.

Wir kreierten verschiedene Testszenarien wie z. B. einen normalen Aufbau: Zuspieler - Vorverstärker – Endstufe – Lautsprecher oder auch Zuspieler – Aktiv-Lautsprecher, um den gordian bei unterschiedlichen Bedingungen zu fordern. Für den reibungslosen Ablauf, aktivierten wir erst den Netzfilter und danach die angeschlossenen Geräte. Das Ergebnis war klanglich jedenfalls für uns überraschend, denn wir konnten keinen hörbaren Effekt feststellen. Im Blindtest mit verschiedenen Personen konnten wir keine klangliche Veränderung im positiven wie im negativen Sinne dokumentieren. Was uns aber positiv auffiel, die Geräte beeinflussten sich untereinander weniger. Mit unser normalen Steckdosenleiste konnte man bei der Musikwiedergabe kurzzeitig akustisch wahrnehmen, wenn man einen starken Verbraucher wie z. B. weitere Endstufen oder einen TV einschaltete. Das wurde entweder durch ein leichtes knacksen oder verminderter Lautstärke vernommen.

Das konnten wir im Betrieb am gordian dann überhaupt nicht mehr wahrnehmen, dem gordian war es egal welches Gerät man dazuschaltete. Auch der Betrieb eines PCs an derselben einfachen Steckdosenleiste war bei hoher Lautstärke, ohne Signal im Lautsprecher durch Störungen hörbar. Auch das konnte der Lab12 gordian unterbinden und entfernte diese Störungen in der Wiedergabekette zuverlässig. Somit haben wir dann doch noch eine klangliche Veränderung feststellen können, auch wenn die mit der reinen Musikwiedergabe nicht viel zutun hatte.


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