Der Innenraum des SU-G700 wirkt nach dem Öffnen sehr aufgeräumt, was auf die volldigitale Endstufe zurückzuführen ist. Wo bei Class A/B Verstärkern der Innenraum von Kühlkörpern und großen Elkos beherrscht wird, kann eine digitale Endstufe deutlich platzsparender agieren. Die Endstufe besitzt auf dem Papier eine Ausgangsleistung von 70 Watt pro Kanal bei 8 Ohm oder 140 Watt pro Kanal bei 4 Ohm. Technics setzt auf einen dreigeteilten Blockaufbau der Elektronik und isoliert die Eingangssektion von der Verstärkersektion sowie auch dem Netzteil. Das soll Interferenzen zwischen den verschiedenen Sektionen verhindern und in einer hohen Klangreinheit münden.
Da alle analogen Signale in digitale gewandelt werden müssen, verbaut Technics einen A/D Wandler aus dem Hause Texas Instruments. Der Burr-Brown PCM1804 sorgt dafür, dass der Verstärker auch 192 kHz/24-Bit Audiosignale digitalisieren kann. Gemessen am Entwicklungsstand ist der Chip aber auch schon ein recht betagtes Modell. Warum Technics auf ein Modell zurückgreift, welches schon im November 2001 vorgestellt wurde, konnten wir nicht herausfinden. Bei den Formaten unterstützt der SU-G700 Verstärker PCM-Material von bis zu 384 kHz / 32 Bit und DSD-Material von bis zu 11,2896 MHz.
Das Netzteil sitzt links im komplett abgeschirmten Bereich und ist ein sogenanntes Hybrid-Schaltnetzteil. Dieses soll sich vor allem durch einen sehr rauscharmen Betrieb auszeichnen. Das will man durch eine Fixierung der Schaltfrequenz erreichen, die wiederrum klangschädliche Rauschkomponenten entgegenwirken soll. Zusätzlich ist die letzte Stufe des Schaltnetzteils mit einem Längsregler ausgestattet, welcher die Ausgangsspannung stabilisieren soll. Um auf verschiedene Lautsprecher reagieren zu können, entwickelten die technischen Konstrukteure bei Technics das sogenannte Load Adaptive Phase Calibration, kurz LAPC. Hierbei wird ca. drei Minuten lang ein Testsignal von den angeschlossenen Lautsprechern abgestrahlt. Dabei wird das Amplituden- und Phasenverhalten analysiert und durch einen Optimierungs-Algorithmus geleitet. Dieser durch die digitale Signalverarbeitung berechnete Algorithmus kann das Amplituden- und Phasenverhalten beeinflussen und soll im Ergebnis zu einem Klangbild mit präziser Räumlichkeit führen.
Von der technischen Seite fährt Technics beim SU-G700 einiges auf, jedenfalls auf dem Papier hört es sich alles wunderbar an. Leider bietet der Verstärker keine Wireless-Kommunikation oder gar ein Bluetooth-Modul, eine kabelgebundene RJ45-Steckmöglichkeit ist ebenfalls nicht mit vorhanden. Bei einem Produkt das im Jahre 2017 vorgestellt wurde scheint dies nicht mehr wirklich zeitgemäß zu sein. Alternativ kann man mit kleinen Budget mittels Adapter, wie den erst kürzlich von uns vorgestellten Yamaha WXAD-10 Streaming-Adapter den Weg in den Multiroom- bzw. Streaming-Betrieb beschreiten.
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