Test: Cambridge Audio AXC35 und AXA25

Cambrdige Audio AXC35 und AXA25 newsMüssen HiFi-Komponenten teuer sein um eine klanglich überzeugende Darbietung abzuliefern? Ganz klar nein! Mit dem Cambridge Audio AXC35 und AXA25 hatten wir eine CD- und Verstärker-Kombi in der Vorstellung, die mit einem Anschaffungspreis von rund 500 Euro eine absolut beeindruckende Leistung in den Hörraum gezimmert hat. Audiophiles High End zum Low End Preis – wow!

 

 

Zugegeben, die Superlative lasse ich für die nächsten Absätze im Wörterbuch. Aber das, was Cambrdige Audio vor einiger Zeit mit der neuen AX-Serie auf die Straße gebracht hat (wir berichteten), richtet sich eben an jene Käufer / Hörer, die eben nicht dem Wahn nach immer mehr (im Sinne des Anschaffungspreises) gieren und bodenständiges HiFi suchen. Selbstredend muss man an einigen Punkten Abstriche machen, aber müssen es denn immer gleich 20 Kilogramm schwere Aluminiumblöcke sein, in der die Technik verbaut wurde? Besser klingen muss es dann letztlich auch nicht einmal unbedingt.

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Nochmal ein kurzer Abriss zur vorstelligen AX-Serie. Diese besteht im Kern aus sieben Komponenten, zwei CD-Spieler (AXC25, AXC35), sowie fünf Verstärker mit unterschiedlichen Ausstattungsstufen. Unser AXA25 stellt dabei das untere Ende dieser Reihe dar. Preislich staffeln sich speziell die Verstärker, von 250 Euro bis hin zu 599 Euro (AXR100D). Den größten Kritikpunkt möchte gleich zu Beginn nennen, der AXA25 hat leider keine Volumenregelung per Fernbedienung integriert bekommen, warum ist mir persönlich nicht nachvollziehbar (…) aber gehen wir einmal weiter im Text. Denn ich weiß ja bereits vor dem Schreiben dieser Zeilen, was der Gute zu leisten im Stande ist.

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Der zweite Partner im Bunde ist der AXA25, der sich im Vergleich zum etwas besser ausgestatteten AXA35 nur marginal um einen speziell ausgewiesenen digitalen Ausgang unterscheidet. Der zweite Punkt ist der Preisunterschied von circa 100 Euro, hier kann also jeder selbst entscheiden, ob diese Ausstattungsmerkmale einem den Aufpreis wert sind. Beim Verstärker hingegen ist die Sachlage ganz einfach und schnell erklärt, man bekommt hier einen, rein auf die Funktionen reduzierten, sehr puristischen Verstärker geboten. So viel kann ich aber schon jetzt verraten, dass Gerät ist zwar verhältnismäßig einfach gehalten, aber keinesfalls minderwertig verarbeitet wie man es evtl. vermuten würde. Die Bilder geben bereits Aufschluss darüber, dass die beiden vorstelligen Komponenten einen sehr tollen Eindruck hinterlassen haben. Zu den klanglichen Fähigkeiten komme ich dann auch gleich (…)

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Der AXA25 Verstärker ist schnell erklärt – ausschließlich mechanische Schalter zieren hier die Front. Die Bedienung erfolgt komplett analog, eine Fernbedienung liegt also nicht bei. Jetzt kann man es sich drehen wie man möchte, der eine spricht evtl. von Purismus, der andere davon, dass es keinesfalls mehr zeitgemäß ist. Ich würde ich da auch wohl zu letzterer Fraktion zählen, verschenkt das Gerät so nochmals mehr Potenzial um in die „Budget-Hall-of-Fame“ aufgenommen zu werden. Basic-Features wie die Treble-, Bass- und Balance-Justage können hier analog vorgenommen werden. Gleiches gilt auch für die Eingangswahl. Die Basisdaten sind an sich auch einen Blick wert. Mit 2x 25 Watt an 8 Ohm kann der kleine Verstärker eine solide Grundleistung vorweisen. Mit insgesamt 5,1 Kilogramm ist er auch kein Schwergewicht, wovon ich Eingangs geschrieben habe.

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Die Front ziert, wie bei allen AX-Modellen von Cambridge Audio, eine dunkelgraue Aluminiumplatte. Die Rückseite ist bei beiden Testgeräten schnell besprochen. Der AXC35 (CD-Spieler) kommt mit zwei Cinch- und einem koaxialen Digitalausgang daher. Erfreulich ist auch, dass ist jeden Fall das zweiblättrige Stromkabel abnehmbar und gegen ein längeres oder kürzeres austauschbar ist. Beim AXA25 (Verstärker) sieht es dann selbstredend wieder ein wenig anders aus. Hier darf man jetzt kein High-End-Anschluss-Panel erwarten… Aber die Aufnahme von Bananensteckern wird erfreulicher Weise dennoch gewährleistet.

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Insgesamt bekommt man als Anwender vier analoge Eingangsquellen (via Cinch) zur Verfügung gestellt, sowie einen Pre-Out-Eingang. Das war es dann auch schon. Digitale Schnittstellen, oder gar eine Phono-Vorstufe wie der größere AXA35 bietet das Gerät leider nicht. An dieser Stelle tritt der vermutlich zweitgrößte Schwachpunkt des Gerätes ins Tageslicht. Neben der fehlenden Pegelanpassung via Fernbedienung, wäre gerade die Anschlussmöglichkeit eines Plattenspielers toll gewesen. Für 100 Euro mehr in der Anschaffung bekommt man diese beide Aspekte gelieferte und sogar noch ein paar mehr, aber dieses Gerät steht hier nicht im Fokus. Die Verarbeitung und Umsetzung auf der Rückseite ist wertig und führt nicht in die Richtung „Billigabklatsch“. Kommen wir nun zur Innenansicht der Gerätschaften.


 

 

Innenaufbau der Komponenten

Natürlich darf auch ein Blick unter den Rock nicht fehlen (…) Selbstredend ist in solchen Baugruppen immer viel umbauter Raum vorhanden, keine Frage. Erstaunlicher Weise hinterlassen die verbauten Platinen einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Beginnt schon mit der konsequenten Einhaltung der Platinenfarbe, ja klar, hat kein Einfluss auf die Leistung, aber hieran erkennt man schon gut, dass sich jemand mehr Gedanken gemacht hat als es ggf. notwendig gewesen wäre.

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Letztlich muss ich das Ganze aber auch nicht künstlich größer machen als es ist. Der Aufbau und die einzelnen Baugruppen sind sehr sauber ausgeführt, offenbaren keinerlei schlechte Verarbeitungsqualität und zeigen zugleich, dass Cambridge Audio mit der AX-Serieden absolut richtigen Weg geht – bezahlbares HiFi anzubieten. Die nachfolgenden Bilder sollen in diesem Zusammenhang für sich stehen.

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Praxisabschnitt

Getestet wurden die Komponenten genauso wie vorgesehen, nämlich mittels CD als Quellmedium. Dafür standen mehrere auserwählte Silberlinge zur Verfügung. Unter anderem die DALI CD Nr. 4 und Nr. 5, sowie einige meiner Lieblingsalben. Angeschlossen hatte ich die Cambridge Audio Gerätschaften an die Monitor Audio 200 (zum Testbericht). Diese Kombinationen, so sollte sich herausstellen, hämmerte mir, gemessen am Anschaffungspreis von insgesamt rund 1300 Euro ein Klangbild ins Gesicht, was zum einen stellenweise Systeme für weitaus mehr Geld nicht vermochten und ich zusätzlich auch in keiner Weise erwartet habe. Der Aha-Effekt war absolut beachtlich.

Cambridge Audio AXC35 AXA25 02

An dieser Stelle könnte ich jetzt auch gut damit beginnen den „Klang“ am Verstärker zu sezieren, was aber persönlich betrachtet, nicht wirklich mein Ding ist. Was man aber aus voller Überzeugung sagen kann, dass die beiden Cambridge Audio Geräte eine positiv gemeinte Stimmengewalt aus den Lautsprechermembranen pfefferten, was wirklich als imponierend zu beschreiben ist. Vielmehr ist es auch das Zusammenspiel aus Zuspielkette und Lautsprecher, dass hier in ein Weise harmonierte, was es so wohl nicht allzu oft anzutreffen gibt. Um dabei einmal zwei, drei Beispiele runter zu beten (…)

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Befeuert mit DALIs CD Nr. 4 war ich vollends baff, was aus dieser Wiedergabekette für eine Potenz entsprang (…) Das Detailreichtum mit dem Gitarrenriffs, Drum-Schlägen und wie die Stimme von Eva Cassidy in ihrem Ain't No Sunshine Cover dargeboten wird ist einfach nur bockstark. Der Tieftonanteil neigt erstaunlicher Weise so gut wie nie dazu, zu überdrehen, zu dröhnen oder zu verzerren. Selbstredend haben die jeweiligen Lautsprecher einen Löwenanteil daran, aber ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass auch im absolut oberen Pegelbereich dem AXA25 die Puste ausgeht. Die Dynamik und Kraft im Bassbereich sind sehr überzeugend anzusehen. Pegel ist auch ein gutes Stichwort, dass ich gemeinsam mit dem leider nicht mehr unter uns weilenden Chester Bennington ausgelotet habe. 

Monitor Audio Bronze 200 03

Mit Final Masquerade hatte Linkin Park einen der letzten Massenhits (…) der zugleich ein Beispiel aus musikalischer Sicht darstellt, wie man ein Drumset einleitend hervorheben kann. Unerwartet und „direkt ins Gesicht“, so überraschend kam die Potenz der Membranen bei mir an, wie ich sie sonst nur nur bei deutlich größeren Chassis gehört habe. Natürlich lief auch nochmal das komplette Album durch - The Hunting Party war der letzte große Weckruf in Form des "alten Linkin Park Stils". Auf Grund der Interpretation aller Beteiligten, E- und Bass-Gitarre, Keyboard und natürlich die unvergessliche Stimme von Chester, haben nicht nur die Monitor Audio Bronze 200 sich ganz klar als "rockbar" bewiesen, sondern auch der AXA25 und natürlich sein CD-Bruder, der AXC35 haben deutlich klargemacht, dass sie ordentlich Dampf für eine maximale Beschallung liefern können.

Monitor Audio Bronze 200 04

Schade ist natürlich die fehlende Pegelanpassung via Fernbedienung. So muss man wirklich für jede kleine Justage zum Gerät laufen und den Drehregler per Hand bedienen. Zweifelsohne gibt es genügend Befürworter dieser Handhabung, in Summe betrachtet, oder besser gesagt im Wohnumfeld ist dies mehr als nur hinderlich und nervig. Die übrigen drei Funktionsanpassungen im Bass-, Balance- und Treble-Bereich sind vollends spürbar und bringen auch einen gewünschten (positiven) Effekt mit sich.

Der CD-Spieler macht was er soll, er spielt die Silberlinge sehr solide wieder. Weiterschalten per Fernbedienung geht sehr zügig von Statten sowie auch das Vorspulen. Das allgemeine Betriebsgeräusch ist ebenfalls sehr angenehm und im Alltag nicht herauszuhören. Das dezente LC-Display gibt alle notwendigen Informationen wieder. Es ist nicht dimmbar und bleibt jeder Zeit in der gleichen Helligkeitsstufe, die generell aber sehr dezent ausgeführt ist. Einzig die Power-LED welche man auch beim AXA25 vorfindet, setzt hier einen farblichen Akzent. In Summe sehr solide und überzeugende Geräte die gefallen. Kommen wir zum Fazit.


 

 

Fazit

Wie im Laufe des Artikels eventuell durchgedrungen ist, war bzw. bin ich in Gänze von den beiden Geräten sehr (positiv) überrascht worden. Das Maß an klanglicher Leistung wurde in der Form keinesfalls erwartet. Mit den verwendeten Lautsprechern – Monitor Audio Bronze 200 – haben die beiden Cambridge Audio Geräte auch vermutlich das perfekte Matchup gefunden – und das nicht nur unter optischen Aspekten. Betrachtet man diese Bausteine allein, haben sie das Zeug dazu, als HiFi-Einstiegsempfehlung durchzugehen.

Der Cambridge Audio AXA25 stellt innerhalb der AX-Serie das kleinste Verstärkermodell dar. Mit seinen nominellen 250 Euro Anschaffungskosten, erscheint dieser verlockend günstig. Leider muss man zwei elementare Abstriche in Kauf nehmen. Zum einen ist es die nicht vorhandene Steuerung via Fernbedienung (Pegel, Quelle usw.) sowie auch die fehlende Phono-Vorstufe. Braucht man diese Funktionen nicht unbedingt, geht der Verstärker als No-Brainer durch und überzeugt zweifelsfrei. Wer eben genau diese Funktionen haben möchte, der greift zum rund 100 Euro teureren AXA35, der eben jene Funktionen innehat.

Unabhängig von diesen beiden Punkten ist die Leistung, Verarbeitung und das generelle Auftreten tadellos, klanglich sogar ausgesprochen erstklassig. Natürlich immer unter Berücksichtigung der Produktausrichtung und des Anschaffungspreises. Hier hat der Verstärker vollends glänzen können. Der Preisverlauf aus den einschlägigen Vergleichen offenbart, dass er auch schon mal unter 200 Euro zu haben war. Zu diesem Kurs eine klare Kaufempfehlung. Das Gerät ist u.a. auch bei Amazon verfügbar.

 

Cambridge Audio AXA25

günstiger Stereo-Verstärker mit überzeugendem PL-Verhältnis u. kleinen Schwächen, 29.04.2021
Pro
  • wertige Verarbeitung & modernes Design
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • haptische Regler wertig ausgeführt
  • dynamischer. kontrollierter Bassbereich
  • Kraftreservern auch für höhere Pegel
  • Bananenstecker-Montage
Contra
  • Pegel nur per Hand am Regler justierbar
  • keine Steuerung per Fernbedienung
  • u.U. fehlende Phono-Vorstufe

Cambridge Audio AXC35 AXA25 05

 

Beim CD Spieler, dem Cambridge Audio AXC35, muss eigentlich gar nicht so viel gesagt werden. Er bildet das perfekte Gegenstück zum Verstärker aus der AX-Serie und fügt sich ebenfalls nahtlos in das optische Konzept mit ein. Die Bedienung ist einfach, tadellos und reagiert auch sehr schnell. Die Wiedergabefunktion ist einwandfrei, die Verarbeitung im Generellen macht auch einen sehr guten Eindruck.

In der Anschaffung ist diese nicht ganz so günstig und rangiert um die 350 Euro. Wer die digitale Schnittstelle nicht benötigt, kann auch ohne Bedenken zum AXC25 greifen. Dieser ist aktuell mit ca. 220 Euro gelistet und absolut sein Geld wert. Wie man sieht, ist es durchaus möglich, für weniger als 500 Euro eine verdammt potente Stereokette aufzubauen, zuzüglich Lautsprecher versteht sich. In Summe haben beide Geräte deutlich überzeugt und sind unter den jeweiligen Umständen, eine absolute Kaufempfehlung. Wer mehr Geld ausgeben und auch deutlich mehr Funktionen möchte, der sollte sich einmal die größeren Verstärker der Cambridge Audio AX-Serie genauer ansehen. Den AXC35 kann man ebenfalls bei Amazon erwerben.

 

Cambridge Audio und AXC35

CD-Spieler zum fairen Kurs mit schicker Optik guter Verarbeitung, 29.04.2021
Pro
  • wertige Verarbeitung & modernes Design
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • haptische Schalter wertig ausgeführt
  • alle Funktionen auch via Fernbedienung nutzbar
Contra
Cambridge Audio AXC35 AXA25 09

 

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