In einer sicheren Kartonage wurde der Thorens vom Paketboten bei uns abgegeben. Wie bei Plattenspielern in dieser Preisklasse üblich, kommt das Gerät in zerlegter Form beim Käufer an und muss mithilfe der Bedienungsanleitung zusammengesetzt und richtig konfiguriert werden. Dafür liegen alle Bauteile sorgfältig sortiert im Karton und nach ungeübten 20 Minuten sollte der Plattenspieler seinen Dienst antreten können. Damit man auch direkt loslegen kann, liegt dem Thorens TD 201 alles an Kabel im Lieferumfang bei und man benötigt nur noch einen Verstärker und ein Paar Lautsprecher und schon kann der Vinyl Genuss losgehen.
Trotz dem angepeilten Einsteigersegments hat sich Thorens beim Design nicht lumpen lassen. Die schwarze Hochglanz-Chassis wirkt sehr hochwertig, besitzt eine exzellentes Lackfinish und hohe Verarbeitungsqualität. Für den Korpus nutzt Thorens ein vibrationsarmes MDF in Verbindung von mehrschichtigem Lackschichten und bietet dadurch eine strapazierfähige Oberfläche, die aber Staub bzw. Fingerabdruck anfällig ist.
Die größtenteils dominierende Farbe Schwarz wird nur durch den glänzenden Rand des aus Aluminiumguss hergestellten Plattentellers aufgelockert. Aluminium-Tonarm, Bedienelemente und die aus einem flexiblen Material hergestellten Standfüße besitzen dagegen eine matte Oberfläche und runden das dezente aber wertige Erscheinungsbild gekonnt ab. Wie schon der kürzlich vorgestellte ELAC Miracord 50, setzt Thorens beim TD 201 auf einen zahnlosen Riemenantrieb, der von einem Gleichstrommotor angetrieben wird.
Für ein gutes Resonanzverhalten des Tellers hat sich Thorens eine eigene Dämpfungsmaßnahme einfallen lassen. Im Rand des Plattentellers wurde eine Ring eingepasst, der den Teller weniger schwingen lässt. Der Gummi-Riemen befindet sich schon "aufgezogen" auf dem Aluminiumguss-Plattenteller und muss mit dem Finger durch eine runde Öffnung mit der Riemenwelle verbunden werden. Auch die Montage des mitgelieferten MM-Tonabnehmersystem Audio-Technica (AT3600L) ist einfach in der Umsetzung. So ist das System schon auf einem Headshell vormontiert und muss nur mit der Buchse am Tonarm verbunden und durch eine Mutter verriegelt werden. Für den Einstieg sollte das beiliegende System AT3600 völlig reichen, es stellt ein solides und beliebtes Einsteigersystem dar und kann auch einfach ersetzt werden, sollte es den klanglichen Ansprüchen nicht genügen. Die Nadel selbst ist mit einem Diamanten im sphärischen Schliff von 0,6 Millimetern ausgestattet und sollte mit einer empfohlenen Auflagekraft von 3,5 Gramm betrieben werden.
Montiert sitzt das Ganze an einem geraden Tonarm aus Aluminium, der zum richtigen Ausbalancieren das mitgelieferte Gegengewicht benötigt. Dieses wird am Ende des Tonarms aufgeschraubt und unter zu Zuhilfenahme der Bedienungsanleitung exakt ausgerichtet. Dieses gesamte Konstrukt ist sehr wertig ausgeführt und bietet eine stimmige Verarbeitungsqualität für diese Preisklasse. Abschließend wird noch die leicht getönte Kunststoffhaube, mittels zwei Befestigungsklemmen, mit dem Plattenspieler verheiratet und dem Genuss der eigenen Schallplattensammlung steht nichts mehr im Wege.
Bei den Bedienelementen zeigt sich der TD 201 klar seiner Firmenzugehörigkeit, so ist der Wahlhebel für die Umdrehungsgeschwindigkeit und für die Start- bzw. Stopfunktion klar als Thorens-Element erkennbar und auch bei anderen Modellen in dieser Form wiederzufinden. Auch die Rückseite des TD 201 ist aufgeräumt und klar strukturiert gestaltet, viel gibt es aber auch nicht unterzubringen. Am auffälligsten dürfte wohl der Pre-Amp-Schalter sein, der die eingebaute Phonovorstufe aktiviert bzw. deaktiviert. Der Rest ist übliche Kost eines Plattenspielers, neben dem analogen Cinch-Ausgang, ist hier noch die Netzteilbuchse zu finden. „Oberflächlich“ betrachtet ist der TD 201 mit seinen knapp vier Kilogramm ein Leichtgewicht im Segment der Vinyldreher. Bietet aber eine sehr gute Verarbeitungsqualität in dieser Preisklasse und kann optisch auch zum Hingucker im Wohnzimmer avancieren. Kommen wir zum Praxistest und unserem Klangcheck.
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