Lautsprecher

Test: KEF LSX Wireless-Lautsprecher

 

Detailansicht

Schon die schicke Verpackung mit dem integrierten Tragegriff, weg vom tristen braunen Umkarton, zeigt das KEF mit den LSX einen breiten Markt ansprechen möchte, der sich nicht nur an den audiophilen HiFi-Anwender richtet. Diesen Eindruck unterstreicht auch das ausgepackte System selbst, wenn es vor einem auf dem Schreibtisch steht. Auch wenn sich das kompakte aktive Stereosystem klar als Produkt der britischen Manufaktur zu erkennen gibt, was natürlich auch auf den eingesetzten Uni-Q Treiber zurückzuführen ist, spricht die Optik eine deutlich moderne und frischere Sprache und identifiziert die LSX klar als ein Lifestyle Produkt, welches auch jüngeres Publikum ansprechen soll. So sind die Lautsprecher, wie schon die LS50, wieder in interessanten Farbkombinationen erhältlich, aber zusätzlich bekleidet man die LSX mit einem Textilgewebe. Und hier setzt man nicht auf irgendeinen "Stoff", sondern auf die Qualität der Manufaktur Kvadrat. Bis auf die weiße Variante, die wieder eine Hochglanz-Lackierung aufweist, sind alle anderen Farbvarianten mit einem farblich abgestimmten Textilgewebe aus dem dänischen Hause überzogen. Das 1969 gegründete und international renommierte Design-Unternehmen entwirft seit Jahrzehnten z. B. Polstermöbel, Teppiche oder auch Akustikpaneele. Aber mittlerweile setzen immer mehr Hersteller aus dem Audiobereich auf diese Stoffbespannung, wie man es z. B. auch bei der Citation-Serie aus dem Hause Harman Kardon auf der IFA in Berlin sehen konnte.

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Aber kommen wir zurück zu den LSX. Dieses neue „textile Kleid“ steht den kompakten Lautsprechern wirklich sehr gut. Der von den KEF-Designern ausgewählte Dresscode hätte man besser nicht wählen können - würde man selbst als "Image Consulting Agentur" auftreten, so ließe sich der LSX ihre Kompetenz schon alleine wegen der Optik zusprechen. So einfach machen wir es dem System aber natürlich nicht, aber es lässt sich keinesfalls leugnen, das die neue Designsprache optisch erfrischt, weil auch einfach die Wertigkeit der eingesetzten Materialen stimmig ist. Die uns vorliegende Michael Young Signature Edition ist, wie der Name schon verrät, vom britischen Designer Michael Young farblich entworfen und mit einer Unterschrift von ihm signiert. Auch hier setzt man auf das hochwertige Textil aus dem Hause Kvadrat. Dieses umzieht den MDF-Korpus in einem leicht melierten oliven Farbton. Die Schallwand dagegen ist aus einem soliden und satinierten Kunststoff gefertigt und greift den olivgrünen Farbton in etwas dunklerer Ausführung auf. Damit auch Kantendispersionen keine Chance haben, wurde diese nach hinten deutlich abgerundet. Der Übergang von Schallwand zum Gehäuse verläuft von den Spaltmaßen sehr gleichmäßig und weißt eine hohe Passgenauigkeit auf, was die hohe Fertigungsqualität unterstreicht. Für den farblichen Kontrast sorgt dann die matt goldene Membran des Uni-Q bzw. der rote Hochtöner und für die cleane Erscheinung wurde auf sichtbare Montageschrauben verzichtet. 

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Unterschrift des britischen Designers Michael Young (Special Edition) - Textilbespannung aus der dänischen Manufaktur Kvadrat

Auch der Standfuß greift diese sehr stimmige Farbgebung auf und wurde in einem passenden Rotton gehalten, der neben vier gummierten Auflageflächen auch über ein integriertes Stativgewinde in ¼ Zoll verfügt, welches bspw. für ein sichere Befestigung an der Wand genutzt werden kann. Dieses doch sehr „mutige“ Design der Sonderedition ist in unseren Augen wirklich gelungen, Rot und Grün in dieser Variante zu kombinieren sieht nicht nur erstklassig aus, sondern bietet auch ein Design abseits des üblichen Einheitsbreis. Wer es weniger kontrastreich in der Farbgestaltung mag, hat ja mit den anderen Farben Weiß(matt), Schwarz(matt), Blau(satin) und Maroon-Rot(satin) auch Alternativen zu Auswahl, die aber nicht weniger schick daherkommen, sondern eine eher dezentere optische Sprache sprechen.  

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4 Zoll Uni-Q Treiber - Membrane sind je nach Farbvariante anders eingefärbt

Wie es sich natürlich für ein KEF-Produkt gehört, kommt auch in der LSX der Uni-Q-Treiber zum Einsatz. Diese Einpunktschallquelle ist in fast allen Lautsprechern des britischen Herstellers zu finden, wenn auch in angepasster Form, was nicht nur den Stolz dieser Eigenentwicklung unterstreicht, sondern auch die flexible Einsatzmöglichkeit dieser Chassis. Der hier eingesetzte 4-Zoll große Uni-Q-Treiber setzt sich aus einem 19mm Hochtöner und 115mm Tiefmitteltöner zusammen. Beim Material der Hochtöner setzt man auf Aluminium und beim Tiefmitteltöner auf eine Magnesium / Aluminium-Legierung. Das Herzstück der KEF LSX Wireless arbeitet mit einer mittig sitzenden 19mm Aluminiumkalotte die für die Höhenwiedergabe zuständig ist und der ein auffälliges Dispersionsgitter mit „Flügeln“ vorgesetzt wurde. Bei der Wiedergabe des mittleren und tiefen Frequenzbereichs kommt eine äußere und größere matt goldfarbende 115mm Membran zum Einsatz. Der unbewegliche Teil zwischen der Hochtonkalotte und der eigentlichen Membranfläche des Tiefmitteltöners dient als Waveguide für den Hochtöner, wie auch die kleinen Nasen auf der Sicke deutlich machen. Diese charakteristische Doppelmembrankonstruktion ist nicht nur optisch ein Leckerbissen, sondern kann auch auf der technischen Seite mit einigen Raffinessen überzeugen. 

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Uni-Q Treiber Aufbau (Foto: KEF)

Die Technik ist auch ein Punkt an dem KEF massiv geschraubt hat. Wo noch der Name LS50 Wireless ein wenig irreführend wahrgenommen wurde, da beide Lautsprecher immer noch per Kabel miteinander verbunden werden müssen, hat man bei der LSX jetzt Veränderungen vorgenommen. Die neuen LSX können weiterhin untereinander mittels einem Cat-6 Verbindungskabel bzw. RJ45-Ports kommunizieren, bieten aber auch eine reine kabellose Verbindung miteinander. Diese wird über einen integrierten proprietären 2,4 GHz Transmitter in Master und Slave realisiert. Über diese Art der Verbindung können beide Lautsprecher in einer Auflösung von 48 kHz / 24bit sich „unterhalten“. Sollte man doch lieber kabelgebunden unterwegs sein, steigt die mögliche Datenrate auf 96kHz / 24bit an.

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Da KEF mit einem Master und Slave System arbeitet, bietet sich auf der Rückseite ein unterschiedliches Bild bei Betrachtung beider Lautsprecher aus dem LSX-Set. Der Slave-Lautsprecher bietet hier nur die Master (Ethernet) Schnittstelle, eine LED für das M/S Wireless-Pairing und den nötigen 3-Blatt-Stromanschluss. Im Gegensatz zu den aktiven LS50, sitzen die Kühlkörper der LSX intern im Gehäuse, was das Gehäuse nach hinten nicht so ausladend macht. Die Master-Variante des LSX-Gespanns ist da auf der Rückseite etwas umfangreicher ausgestattet, schließlich dient sie als Schaltzentrale in dieser Kombination. Für die Kommunikation mit den Lautsprechern stehen dem Nutzer kabelgebundene Anschlüsse in optischer und analoger Natur zur Verfügung. In Zahlen bedeutet das ein optischer Toslink- und ein analoger Klinkeeingang sind vorhanden. Für eine kabellose Zuspielung stehen Bluetooth mit aptX und später folgt noch die Airplay 2 Konnektivität, aktuell wird diese noch validiert und soll Anfang 2019 per Update nachgeschoben werden. Für die Einbindung ins heimische Netzwerk kann man zwischen WLAN oder Ethernet-Kabel wählen. Wem der Tiefgang im Frequenzgang der kompakten LSX nicht ausreichen sollte, der kann dank einem Subwoofer-Ausgangs Abhilfe schaffen. Damit man auch z. B. einen Echo oder Chromecast direkt mit den Lautsprechern verbinden kann, hat KEF für eine integrierte USB-Stromversorgung gesorgt, die maximal 2 Ampere zur Verfügung stellen kann.

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aufgeräumte Rückseite mit innenliegenden Kühlkörper - Bodenplatte mit Schraubgewinde für die Wandmontage 

Für die Leistung setzt man bei der neuen Serie auf Class D-Technik für ihre Verstärkerkomponenten. Hier separiert der Hersteller die Leistung in zwei Frequenzbereiche. Für den Hochtonbereich ist ein 30 Watt Leistungsverstärker zuständig, wo hingegen der Tiefmitteltöner auf eine 70 Watt starke Endstufe zurückgreifen kann. Hier liegt auch klar die Stärke eines aktiven Lautsprechersystems. Die Leistungsmodule können vom Hersteller perfekt auf die Bedürfnisse der eingesetzten Chassis angepasst werden, jedes Frequenzband oder eben Schallwandler bekommt die richtige Portion an Impulskraft - so wird jederzeit das Optimum aus den Lautsprechern extrahiert. Das die wichtigen Kühleinheiten im Inneren der LSX untergebracht sind, zeigt auch wie effizient die hier genutzte Class-D-Technik arbeitet. Eine hohe Wärmeentwicklung konnten wir auch bei längeren erhöhten Pegeln nicht feststellen, somit arbeitet das System auch in der Praxis zuverlässig.  

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Optisch, wie auch technisch bieten die LSX viel neues. Das wirklich überzeugende Design wird von einer hervorragenden Verarbeitungsqualität unterstrichen, die mögliche Farbpalette bietet schön anzusehende Variationen und mit dem neuen Stoffgewand wurden auch neue Impulse in der fast tristen Lautsprecherwelt gesetzt. Technisch zeigt KEF ihre erste kabellose Kommunikation zwischen einzelnem Lautsprecher und stattet die LSX auch mit allerhand Schnittstellen aus. Aber all das zählt nichts, wenn es im Alltag nicht funktioniert oder klanglich behäbig umgesetzt wurde und genau das schauen wir uns auf den nächsten Seiten genauer an.


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