Optisch geht Pylon Audio mit ihrer neuen Ruby 25 einen komplett anderen Weg, als wir das bei der Diamond-Serie gesehen haben. Mit einem Echtholz-Eichenfurnier ist die Oberfläche sehr rustikal gehalten, die Kombination aus einem per Hand aufgetragenen Ölwachs und erstklassigen Furnieren bildet zwar eine spezielle, aber sehr wertige Optik. Neben der hier gezeigten dunklen Oberfläche, die sich im übrigen Charcoral schimpft, können die Ruby 25 in aktuell 10 weiteren Farbvarianten erworben werden. Das massive Gehäuse ist von Pylon nicht angewinkelt, wie es noch in der Diamond-Serie der Fall ist, sondern bietet ein rechteckiges Zuhause der Elektronik und thront auf vier schlichten aber stabilen Metallfüßen. Wer hier Spikes oder andere Aufstellmöglichkeiten nachrüsten möchte, kann die vorhandenen Füße einfach abschrauben und das eingesetzte Metallgewinde dementsprechend nutzen.

Ruby 25 mit Echtholz-Furnier in 11 unterschiedlichen Farben
Mit einem Lebendgewicht von knapp 19 Kilogramm und einer Höhe von knapp einem Meter, unterstreicht die Ruby 25 zwar ihre massive Bauweise aber ist dabei recht schlank von ihren Dimensionen bemessen. Wer jetzt meint aufgrund der Preisklasse Abstriche bei der Verarbeitung machen zu müssen, den müssen wir enttäuschen denn die Verarbeitung ist erstklassig gelungen. Das Furnier ist ohne Stöße oder sichtbare Kanten aufgebraucht, der ganze Korpus wirkt wie aus einem Stück Holz gefertigt. Selbst bei der Rückseite, wo manche Hersteller schon „aufgeben“, führt man das wertige Erscheinungsbild rigoros zu Ende. Das die Polen über ein wirklich gutes Know How in puncto Gehäusebau verfügen, ist auch deutschen Lautsprecherschmieden nicht verborgen geblieben. So lässt z. B. die in Brilon ansässige Firma Audio Physic teilweise ihre Gehäuse von Pylon Audio fertigen. Sicherlich keine schlechte Idee, wenn man sich die Qualität der abgelieferten finalen Produkte ansieht.

Wabenstruktur des Tiefmitteltöner
Im Gegensatz zur der von uns schon vorgestellten Diamond-Serie, kommen bei der Ruby 25 grundsätzlich selbst entwickelte bzw. leicht modifizierte Schallwandler zum Einsatz. Mit dem Pylon Audio PST-120.6, die eigene Bezeichnung des Hochtöners, sitzt im oberen Bereich des Gehäuses der zuständige Spielpartner wenn es um die Frequenzen im oberen Band geht. Diese wird auch in der Sapphire 25 von Pylon Audio eingesetzt und ist im Prinzip eine umgelabelte Seas 27TDC Kalotte aus der Prestige Serie. Beim Tiefmitteltöner greift Pylon Audio aber in das eigene Regal und dieser trägt den Firmennamen Pylon Audio PSW17.8 EXA. Dieser setzt auf einen Aluminium Korb und die Membrane wurden mittels Resol-Gummi aufgehangen.
Der 17 Zentimeter große Membran besteht aus einem innovativen japanischen Material namens Endumax, dass sich durch eine hohe Festigkeit und geringes Eigengewicht auszeichnen soll. Endumax ist ein ultrahochmolekulares Polyethylen und kommt im Tiefmitteltöner in einer gewebten Verbindung mit Polypropylen daher. Dieses Material bietet laut Hersteller ein optimales Gleichgewicht zwischen innerer Dämpfung und Steifigkeit, wobei das spezifische Gewicht der Membran geringer ist, als bei einer Membran auf der Basis von Glasfaser oder Zellulose. Pylon Audio ist einer der ersten Hersteller weltweit, der die Endumax-Technologie in einer Lautsprecherkonstruktion einsetzt. Wer sich noch mehr über dieses Material in Verbindung zum Lautsprecherbau informieren möchte, sollte sich den Artikel von unseren Kollegen www.audioexpress.com (englisch) näher anschauen.
Alle verbauten Schallwandler zusammen sollen ein Frequenzband von 38 – 20.000 Hertz abbilden können und besitzen eine Nennleistung von 100 Watt. Die etwas eigenwilligen Schutzgitter um die Chassis sind optisch sicherlich nicht jedermanns Sache. Bieten aber einen perfekten Schutz für etwaige Beschädigungen, da sie wirklich sehr fest in ihrer Steifigkeit sind. Zugleich unterstreichen sie das etwas unorthodoxe Design welches man hier realisiert hat. Dass die Polen sehr konsequent in ihrer Ausführung sind, haben wir schon mit der erstklassig furnierten Rückseite gesehen. Daher wundert es auch nicht, dass auch der Bassreflex-Port mit dem gleichen Schutzgitter ausgestattet wurde. Abnehmen lassen sich diese Gitter leider nicht, das hätte uns persönlich besser gefallen aber es ist eben die Designsprache der Ruby 25.

der Bassreflex-Port besitzt auch ein metallisches Schutzgitter
In der optischen Gestaltung sollten wir noch das exzellente Anschlussterminal nicht unerwähnt lassen. Dieses sitzt auf einer Art Plakette auf der Rückseite die alle technischen Daten nochmals zusammenfasst. Die Verschraubungen können locker mit Kabeldurchmesser von 4mm umgehen, nehmen aber auch Bananenstecker für die Kommunikation entgegen. Optisch sicherlich etwas gewagt, aber ein eigenständiges Auftreten der Ruby 25. Wer in dem Lautsprechermarkt noch auffallen möchte, muss eben etwas aus der Masse herausstechen. Qualitativ sind die Ruby 25 jedenfalls erstklassig umgesetzt, das Furnier wurde exzellent aufgetragen und alles stimmig als auch massiv verarbeitet. Sollten sie jetzt auch noch so extravagant klingen, wie sie aussehen, könnte das interessant werden.
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