Hat man mit zwei Mann die nuBox 483 aus der stabilen Umverpackung befreit, steht vor einem ein Standlautsprecher, der mit seinen 85 Zentimeter nicht wirklich hoch ist, aber durch die 25 Zentimeter in der Breite doch einen massiven Auftritt hinlegt. Dazu trägt auch das Gewicht von knapp 20 Kilogramm pro Lautsprecher bei.
Wir haben von Nubert die nuBox 483 mit der Dekorfolie in Makassar-Ebenholz und lackierter Schallwand in Schwarz erhalten. Den Standlautsprecher gibt es noch in einer komplett weißen oder schwarzen Variante, wo der Korpus auch mit einer Dekorfolie bezogen und die Schallwand lackiert wurde. Trotz Einsteigerserie ist unsere Ebenholz-Variante sehr hochwertig gestaltet, das Design ist sicherlich Geschmackssache, für uns aber mal eine wirklich gelungene Alternative zu den anderen Varianten am Markt.
Das nachgeahmte Ebenholz wird gut von der aufgebrachten Folie imitiert, ist auch an den Kanten sehr sauber verklebt. Bietet zusammen mit der schwarz lackierten Front einen schönen Kontrast und interessantes Farbbild. Jedem sollte klar sein, das in dieser Preisklasse kein echtes Furnier möglich ist, schon gar nicht in Ebenholz. Aber Nubert hat das wirklich gut umgesetzt und bei genügend Abstand zum Lautsprecher eine stimmige Imitation geschaffen.
Die schon angesprochene Schallwand ist mit einer seidenmatten Lackierung versehen und wurde auf den massiven Korpus, der zwischen 19-38mm starkes MDF beherbergt, aufgesetzt. Mit dieser sind die zwei eingesetzten Chassis verschraubt. Auch die Aufnahmebuchsen für die mitgelieferten Frontgitter wurden auf der Schallwand untergebracht. Beim Schallwandler setzt Nubert das Vertrauen in die gleichen Chassis, wie sie auch schon beim Regallautsprecher 383 aus gleicher Serie zum Einsatz kommen. Der Hersteller hat das Gehäuse auf einen Standlautsprecher vergrößert und stellt dem 22-Zentimeter großen Tiefmitteltöner nun mehr Volumen, für einen besseren Tiefgang zur Verfügung. Der für die nuBox 483 exklusiv gefertigte 22-Zentimeter-Tiefmitteltöner, ist laut Nubert sehr verzerrungsarm, besitzt die wichtige Impulsgenauigkeit und dank dem strömungsgünstigen Design werden Kompressionseffekte vermieden. Wie auch schon bei der A-700 ähnlich gesehen, besitzt auch der Polypropylenmembran der nuBox 483 große Hub-Fähigkeiten und sollte im Bassbereich mit ausreichend Tiefgang überzeugen können. Das gilt es aber später im Klangcheck zu überprüfen.
Im Zweiwegsystem stellt man dem Tiefmitteltöner eine 25-Millimeter-Seidenkalotte zur Seite. Dieser Hochtöner rundet das Frequenzband in den oberen Bereichen ab, bietet eine mit Ferrofluid gekühlte Schwingspule und dank der bedampften Rückkammer harmoniert der Hochtöner wunderbar mit dem Tieftöner beim Frequenzübergang, so jedenfalls die Theorie. Zusätzlich hat die Seidenkalotte eine optimierte Frontplatte spendiert bekommen, die in ähnlicher Form auch in den nuLine- und nuVero-Serien zum Einsatz kommt und für ein gleichmäßiges Rundstrahlverhalten sorgt. Diese Kombination aus Seidenkalotte und Tiefmitteltöner soll laut Datenblatt einen Frequenzbereich von 35 – 22.000 Hertz abbilden und eine Nennbelastbarkeit von 160 Watt entfachen können. Angesteuert wird dieses 2-Wege-System von einer, in dieser Preisklasse wirklich hochwertigen Frequenzweiche. Alle Bauteile sind sauber verlötet, die Weiche ist mit Folienkondensatoren bestückt und besitzt sogar eine sich selbstständig zurücksetzende Schutzschaltung, sollte eine Überlastung anliegen.
Die zweistöckig angeordnete Technik der Weiche wurde hinter dem Bi-Wiring-Terminal untergebracht, welches den getrennten Anschluss von Hochton- und Tief/Mitteltonbereich erlaubt. Auch hier waren wir positiv überrascht, welche Wertigkeit Nubert dem Käufer bietet, liegt der Stückpreis immerhin unter 280,- Euro. Aber als wäre das nicht schon genug, steht dem Nutzer sogar eine leichte Klangkorrektur zur Verfügung. Mittels eines Kippschalters lässt sich der Hochtonbereich von „Neutral“ auf „Brillant“ stellen und somit auf die persönliche Präferenz ausrichten. Erstklassige Ausstattungsmerkmale in diesem Preisgefüge.
Für den sicheren Stand sind bei der nuBox 483 am Gehäuseboden vier Metallfüße mit einer Filzoberfläche vormontiert. Wer lieber Spikes, Rollen oder andere Möglichkeiten nutzen möchte, dem stehen vier Buchsen mit einem M 8 Gewinde zur Verfügung. Damit die beiden Treiber vor neugierigen Kindern oder Haustieren geschützt sind, liefert Nubert zwei Frontabdeckungen mit. Diese sind, Preisklassen untypisch, solide gefertigt und halten für eine langfristige Nutzung sogar Metallstifte für die Montage bereit.
Optisch und von der Verarbeitung her sind die nuBox 483 schon mal eine Ansage. Die Imitation eines Ebenholz ist gut gelungen, sicherlich bietet die Folie keine Tiefe oder echte Holzstrukturen, aber aus einer guten Distanz ist das optische Bild stimmig und steht mit der seidenmatten Schallwand in einem passenden farblichen Kontrast. Auch die Ausstattung weiß zu überzeugen. Hochwertige Treiber, eine aufwendige Weiche inklusive Schutzschaltung, die Möglichkeit der Klanganpassung im Hochtonbereich, ein Bi-Wiring-Terminal, verstellbare Füße und eine stabile Frontabdeckungen haben wir in dieser Preisklasse noch nicht zusammen angetroffen. Aber all das zählt nicht, wenn dieser Eindruck von Nubert nicht akustisch untermauert werden kann. Kommen wir zum Klangcheck.
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