Eins vorweg, über die App kann man beide MRX-Boxen mit Hilfe des WiFi-Signals zu einem Stereo-Gespann koppeln und bekommt so deutlich räumlichere Wiedergabe, das die ausgewählten Musikstücke gleich „doppelt“ so viel Spaß machen. Da aber die meisten Nutzer diese Lautsprecher einzeln erwerben werden und das Platzangebot in einer Küche beispielsweise begrenzt ist, haben wir die Klangwiedergabe von nur einem Lautsprecher bewertet.
Da aktuell die Temperatur in Deutschland zu kalt ist um gemütlich auf der Terrasse zu entspannen, haben wir unseren Klangcheck im unseren Redaktionsräumen durchgeführt. Dem MRX-5 wäre in freier Wildbahn eh zu kalt geworden, denn Pioneer empfiehlt Temperaturen zwischen fünf und 35 Grad Celsius für einen stabilen Betrieb, außerhalb diesen Bereiches könnte er seinen Dienst quittieren. Wo wir schon bei der mobilen Variante des MRX-Lautsprechers sind, die Akkulaufzeit haben wir natürlich auch gemessen und konnten eine Laufzeit von knapp dreieinhalb Stunden ermitteln. Die gefahrenen Pegel lagen bei durchschnittlicher Zimmerlautstärke und Musik würde vom Smartphone mittels Bluetooth zugespielt. Bei Nutzung einer Multiroom-Schnittstelle und WLAN sollte dieser Wert sich noch weiter verkürzen, da der Energiebedarf dann deutlich steigen dürfte. Aber innerhalb von drei Stunden ist der MRX-5 wieder voll einsatzbereit und man kann frei von einer stationären Anlage wieder seiner Playlist lauschen. Wie bei den großen HiFi-Kollegen, ist auch bei der mobilen Variante eines Schallwandlers der Aufstellungsort nicht ganz unkritisch. Massive Untergründe wie zum Beispiel ein dickes Holzbrett oder eine massive Arbeitsplatte in der Küche sorgen meist für ein transparentes, präzises Klangbild mit einem etwas schwachen Tieftonanteil. Bei einer Aufstellung auf Möbelstücken mit etwas Raum für Resonanzen, könnte der Klang etwas an Klarheit verlieren aber dafür der Bassbereich steigen. Hier hilft nur Probieren über Studieren in der Aufstellung.
Um ein wenig den Retro-Ambitionen der Lautsprecher gerecht zu werden, widmen wir uns einem Lied von der göttlichen Roberta Flack aus dem Jahre 1970. Aber auch hier nehmen wir die in die Neuzeit transportierte Version, passend zur modernen Ausstattung der Schallwandler. Mit eindringlichen und gefühlvollen Vocals von Lauryn Hill schafften es die Fugees 1996, eine ganz neue Generation vom Klassiker Killing me softly aus den 70ern zu überzeugen. Diese Adaption versteht auch der Pioneer Lautsprecher umzusetzen und präsentiert den Hit in einer ansprechenden Darstellung, welche sich mit einer klar definierten Gesangstimme und für einen mobilen Lautsprecher eindrucksvollen Portion Bass auszeichnen kann. Wunderbar charmant ertönt die Künstlerin in unserem Büro, unterstützt von einem satten Beat und das überzeugend auch bei den hohen Pegeln.
Bisschen härter geht es mit den Jungs von Rise Against zu Werke und der Song A beautiful Indifference verlangt alles vom mobilen Lautsprechers ab. Trotzdem behält der Pioneer seine Souveränität und feuert uns ein kraftvoll dynamisches Geschehen entgegen, welches mit einer guten Detailliertheit versehen ist. Die Stimme von Tim McIlrath ist sehr stark ausgeprägt, wird aber gut in den melodischen Punk integriert und bildet ein gutes rhythmisches Gefüge. Spaßige Interpretation des Ganzen.
Ob im Pioneer Lautsprecher auch der "Geist der feinen Töne" wohnt, wollten wir mit der Kandace Springs und ihren gefühlvollen Song Soul Eyes herausfinden. Ja sicherlich fies für einen Lautsprecher dieser Kategorie, aber wir wollen doch nichts unversucht lassen ;) Wir müssen aber mit bedauern feststellen, die Wireless-Boxen können auch liefern, wenn es klanglich anspruchsvoll wird. Sicherlich ist die Wiedergabe der grandiosen Stimme von Mrs. Springs ausbaufähig und in der Klarheit etwas dumpfer als gewohnt. Aber für einen mobilen Lautsprecher ist das Klangbild durchaus überzeugend. Er wirkt stimmig - auch Klavier und Trompete werden gut gestaffelt im Hintergrund platziert, ohne dabei unterzugehen. Für einen entspannten Nachmittag auf einer Sonnenliege, dazu ein Gläschen feinst gegorener Saft der edlen Weinrebe, da kann der Lautsprecher durchaus klanglich unterstützend agieren ;).
Akustisch eine gelungene Vorstellung vom mobilen Lautsprecher Ensemble aus dem Hause Pioneer. Die Hoch- und Mitteltonbereich wird sehr ausgeprägt dargestellt, besitzt eine ausreichende Detailliertheit und auch die Staffelung von Instrumenten in verschiedene Ebenen funktioniert. Der Bassbereich ist für so einen kompakten Lautsprecher sehr ausgeprägt, aber nicht zu dominant und kann mit einem guten Timing punkten. Beide Lautsprecher bieten einen soliden Klangcharakter, der mit Hilfe des integrierten EQ oder dem Aufstellungsort seinen Bedürfnissen angepasst werden kann. Kommen wir zum abschließenden Fazit.
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