Die PIEGA Ace 30 stellen die kleinsten Lautsprecher aus der Schweizer Lautsprecher-Manufaktur dar. Sind sie deswegen weniger gut? Auf gar keinen Fall! Wir haben uns die edlen Beschaller genauer unter die Lupe gelegt und die Ohren aufgespannt, was diese Produkte im Stande sind zu leisten. Viel Spaß beim Lesen.
Die ACE-Serie von PIEGA zählt schon seit langem zu den vermutlich bekanntesten Modellen, stellt sie doch zugleich auch den Einstieg in das Produktsortiment des Herstellers dar. In abgewandelter Form und ausgestattet mit Aktiv-Technik, gibt es auch noch die PIEGA ACE Wireless, die wir bereits umfangreich vorgestellt hatten. Damit lässt sich per Funkkanal ein komplexer Surround-Aufbau realisieren. Das ist aber nicht Thema dieses Artikels, sondern die Passiv-Version von der ACE 30. -> Mehr Infos direkt beim Hersteller <-
Preislich ordnet sich das Paar um die 1200 Euro ein, je nach Anbieter, gibt es das Paar auch schon etwas günstiger. Die Lautsprecher der Ace Serie werden im ebenso wertigen Strangpressverfahren gefertigt, wie die der noch höherpreisigen Modellreihen. Das bedeutet, dass die Gehäuse aus einem Stück Aluminium bestehen und daher extrem resonanzarm agieren und klanglich sehr potent aufspielen können – im Verhältnis der Größe versteht sich.
Neben den hier präsentierten gibt es innerhalb der Modellreihe noch einen ACE Center sowie die Standversion in Form der ACE 50. Der Center-Lautsprecher kostet 800 Euro und die ACE 50 als Paar sind mit 2600 Euro eingepreist. Wie auch schon die größeren Modellreihen, kann man diese Lautsprecher in den silbernen Ausführungen, sowie in Weiß oder Schwarz lackiert erwerben – natürlich gegen einen Aufpreis. Die passenden Stative kosten nochmals 320 Euro.
Wer eine sehr edel verarbeitete Lautsprecher-Serie für sein heimisches Umfeld sucht und dabei dennoch größtmögliches Klangvolumen erhalten möchte, der ist bei der PIEGA Ace Serie bestens aufgehoben.
Voll von den Produkten überzeugt: Alexander Greiner - CEO PIEGA und Martin Bühler - Brand Ambassador DACH
Alle wichtigen Eckdaten finden sich nochmals in der nachstehenden Tabelle aufgelistet:
| Lautsprecher im Überblick | |
| Bezeichnung | PIEGA Ace 30 |
| Preis | 1200,- EUR (Paarpreis) |
| Hersteller-Homepage | https://piega.ch/ |
| Maße | 450 x 210 x 310 mm |
| Gewicht | 25 kg pro Stück |
| weitere Daten | |
| Frequenzband | 50 – 40000 Hz (±3dB) |
| Empfindlichkeit | 87 dB/W/m @ 4 Ohm |
| empf. Verstärkerleistung | 20 - 150 Watt |
| Hochtöner | 1x AMT-1 |
| Tieftöner | 120 mm MDS |
| Gehäusematerial | Aluminium-Starnggussprofil mit Tension Improve Module 2 (TIM2) |
Je größer das Gehäuse, also dann beispielsweise bei der größeren Premium- oder Coax-Serie, hat man auch noch weitere Versteifungen im Gehäuse mit integriert (…) Der AMT-1 (Air Motion Transformer) wurde auch in dieser Serie integriert. Der Bändchenhochtöner mit der extrem leichten, 24 großen Membran und dem leistungsstarken Neodym-Magnetantrieb, möchte für einen luftigen und detailreichen Klang sorgen.
Flankiert wird das Ganze dann vom 120 mm großen MDS-Tiefmitteltöner, der bei Gefallen auch freigelegt und betrachtet werden kann. Aber noch einmal kurz zurück zum Hochtöner, der wie so vieles bei PIEGA, auch eine Eigenentwicklung ist. Den Frequenzbereich gibt man mit 50 Hz bis 40 kHz an. Beim Farbfinish sieht es so aus, dass die Modellreihe im bekannten Aluminium-Look, als schwarz eloxierte Lautsprecher oder mit einem weißen Lack-Finish angeboten wird. Dies gilt natürlich auch für die anderen Ausführungen, also den Center und die Standausführungen.
Die Verarbeitung ist absolut erhaben und makellos, wie man es sich auch für ein Lautsprecher-Bundle in diesem Preissegment wünscht. Die verschiedenen Farbausführungen können sich auch perfekt passend in die verschiedensten Gegebenheiten einfügen. Mit handlichen 3 Kilogramm pro Einheit thronen die Lautsprecher auf den eleganten Stativen. Als optimale Verstärkerleistung sollte das eigene Gerät im Bereich von 20 bis 150 Watt einzuordnen sein, damit fühlen sich die Lautsprecher gut behandelt.
Handfertigung der Mittel-Hochtoneinheit für die Master-Line
Auf der Rückseite befinden sich die kleinen Bassreflex-Öffnungen, womit man dann letztlich auch bei der Aufstellung ein wenig spielen und sein perfektes Setup finden kann. Wie wir wissen, lässt sich damit die „Dicke“ des Tieftons dosieren und Kompaktlautsprecher mitunter potenter klingen, als sie wirklich sind. Das Anschlussterminal ist in der selben Verarbeitungsqualität umgesetzt, wie auch die restlichen Detailbereich des Lautsprechers.
Das passende Stativ ist in Schwarz und Silber erhältlich und passt zum Lautsprecher. Es ist ebenfalls aus eloxiertem Aluminium gefertigt und dank der schlanken Form des Ständers, präsentiert sich das Konstrukt sehr zurückhaltend im Raum. Schönes Detail: An der Oberseite ist ein Moosgummi aufgebracht, sodass durch das Verschrauben des Lautsprechers mit dem Stativ keine Kratzer entstehen können.
Elegante Rundungen sowie sicherer Stand mit den optionalen Stativen
Auf der nächsten Seite geht es dann weiter zum Praxisbereich und unseren Klangeinschätzungen.
Die ACE 30 sind sehr kompakte und überschaubare Lautsprecher. Wie auch schon bei der Premium 301 Gen2 hatten wir attestiert, dass die bekannte Klang-DNA von PIEGA, auch hier in jeder Faser wiederzuerkennen ist. Gleichermaßen lassen sich die Ace 30 auch beschreiben.
Man muss es sich so vorstellen, dass die Lautsprecher, gemessen an ihrer Baugröße, phänomenal gut performen. Ob nun im tadellos gestaffelten Bühnenaufbau, der hochpräzisen Verständlichkeit oder sogar auch im Tiefton, der sehr wohl vorhanden ist. Diese beispielhaften Parameter kann man von deutlich größeren Modellen ableiten und nach unten hin staffeln. Im Zuge des Ace 30 Tests standen uns die COAX 411 und die Premium 301 Gen2 gleichermaßen für einen Direktvergleich zur Verfügung – die Ähnlichkeiten, proportional gesehen, sind wirklich verblüffend.
Man darf jetzt natürlich keine Heimkino- oder gar HiFi-Atmosphäre erwarten, wie sie deutlich größere Gehäuse vermitteln können. Wer aber wirklich sehr dezente und kleine als auch edle Lautsprecher sucht, der wird hier bestens bedient. In der Tat ist der Markt überschaubar aufgestellt, wenn es um Endkundenprodukte in dieser Größe sowie der dargestellten Leistung geht. Ein weiterer Einsatzweck ist im Übrigen auch als Surround-Speaker denkbar. Dass das bereits innerhalb des PIEGA-Universums umgesetzt wird, haben wir uns schon im Artikel der ACE-Serie im Wireless Heimkino-Verbund genauer angesehen und angehört.
Aber noch einmal ganz konkret zur Ace 30 zurück, die wir im reinen Stereo-Betrieb mit den abgebildeten Stativen im Einsatz hatten. Man bekommt eine wirklich differenzierte und klar gestaltete Bühnenstaffelung geboten. Trotz des vergleichsweise geringen Gehäusevolumens treten die Lautsprecher sehr potent auf und können auch größere Räume adäquat beschallen. Vermutlich sind die potenziellen Kunden darauf aus, sehr hochwertige und edle Schallwandler zu erwerben, aber gar nicht letzte akustische „Gewalt“ zu erlangen.
Die fein aufgelösten Hochtonpassagen fügen sich auch sehr gut in das bereits mehrfach angeschnittene PIEGA-Credo ein. Hier hat man herstellerseitig eine sehr homogene, unaufgeregte und perfekt passende Abstimmung gefunden, die zu jeder Zeit überzeugen konnte. Damit kommen wir auf der nächsten Seite zu unserem finalen Fazit.
Die Ace 30 Lautsprecher im Einzelnen ergeben ein erstklassiges Audio-Setup, welches nicht mit den gewohnten Dimensionen daherkommt, aber dafür klanglich größer aufspielt, als es die reinen Abmessungen vermuten lassen. Das liegt zum einen an dem extrem wertigen Aluminiumgehäuse, welches im aufwendigen Strangpressverfahren hergestellt wird, zum anderen aber auch an der akustischen Bestückung mit AMT und potenten Mittel- und Tieftonchassis.
Sicherlich sind dies keine Einstiegspreise, dafür bekommt man aber ein erstklassig funktionierendes Soundsystem und eine edle Anmutung. Wie auch schon in den deutlich hochwertigeren Modellreihen des Schweizer Herstellers gesehen und von uns attestiert, hat man auch hier wieder alle DNA-Aspekte mitbedacht, welche die Manufaktur aus Högen auszeichnen.
Preislich muss man mit rund 1200 Euro für die Lautsprecher rechnen. Die lackierten Versionen in Schwarz oder Weiß kosten etwas mehr. Die im Artikel vorgestellten Stative kosten als Paar ebenfalls nochmal 360 Euro.
Das Gesamtpaket ist in der klanglichen Summe und dem Ansatz, ein möglichst kompaktes System zu erhalten, aber dennoch auf möglichst wenig Leistung zu verzichten, recht stimmig – auch wenn der Preis ganz klar zum oberen Anschaffungssegment zählt.
PIEGA Premium 301 Gen2