Grundsätzlich stellt sich immer die Frage, ob sich eine klanglich überarbeitete Version zu kaufen lohnt. Diese Frage lässt sich an dieser Stelle mit einem glasklaren Ja beantworten. Natürlich behaupten die Hersteller immer, das neue Produkt sei abermals besser als der Vorgänger (…) im Falle von ELAC gibt es zwei Faktoren, die hier deutlich reinspielen. Zum einen ist es der neue, überarbeitete JET 6-Hochtöner, der hier verbaut wurde, sowie die klangliche Verfeinerung im Vergleich zur Erstversion.
Schon bei unserem Test der Erstversion im Jahre 2018 (zum Artikel) konnten wir den Standlautsprechern eine unglaubliche Präzision und Größe in der akustischen Darstellung nachsagen. In den Jahren bis heute wurden aber auch bei ELAC weitere Modelle vorgestellt, welche die Vela in gewissen Phasen der Darstellung eher abhängen konnten. Mit dem heutigen Wissensstand und der bestehenden Konkurrenz lassen sich die 407.2 nochmals anders einordnen. Gemessen an der Größe können sie eher als kleine Standlautsprecher eingenormt werden, die aber gerade deshalb, in Proportion gestellt, ein enormes Leistungspotenzial bieten.
Wer in der Fülle, dem Tiefgang und bei der Bühnenpräsenz das nächste I-Tüpfelchen möchte oder schlichtweg einfach nur einen größeren Raum hat, der befüllt werden will, der greift zur größeren 408.2 oder gleich zur 409.2 – landet damit dann aber auch direkt in ganz anderen Preisgefilden.
Nichtsdestotrotz bleiben die Vela absolute Feingeister in ihrer Darstellungsgabe von Musiktiteln. Die exakte Herausarbeitung von Musikinstrumenten haben sie auch mit einem JET 6 nicht verlernt, ganz im Gegenteil. Die angestrebte Verbesserung lässt sich heraushören, so wirken etliche Detailbereiche nochmals detaillierter als gegenüber dem JET 5. Aber: So ehrlich muss man sein, dazu bedarf es wirklich einen 1:1-Vergleich, ansonsten ist dieses Unterfangen nur schwer zu realisieren respektive herauszuhören.
Am Beispiel von KALEO mit Way Down We Go haben wir ein Beispiel gefunden, aufzuzeigen, wie exorbitant präsent, greifbar und in der horizontalen wie auch vertikalen sich die Bühne vor dem Hörer aufbaut. Diese Eindrücke mischen sich mit einem erstklassigen empfundenen Lösen der Stimme von der Schallquelle, wobei Letztere gar nicht mehr direkt auszumachen ist. Auch jeweils 1,5 m neben dem Sweetspot ist die Bühne perfekt aus der Mitte herauszuhören. Die seichten Tieftöne runden perfekt die Darbietung ab.
Ähnlich beeindruckend habe ich Nils Lofgren in Erinnerung behalten. So ziemlich jeder hat Keith Dont’t Go schon einmal in der Live-Fassung gehört. Aber dieses Mal war ich erstaunt, wie nahe die Gitarren-Zupfer an einem dran waren. Jedes kleine Detail in der Darbietung des Künstlers ist dabei perfekt herauszuhören: kleine Klopfer an der Akustikgitarre, die Intensität an den Seiten in differenzierter Stärke auszumachen (…) – überraschend beeindruckend! Zum letzten Drittel hin nimmt der Song an fahrt auf und bedient bekannterweise auch die Tieftonfrequenzen, die hier punchig und punktgenau das Beschriebene flankieren. Besser geht es kaum noch!
Punchig ist auch ein gutes Stichwort: Dank des rückwärtigen Bassreflex-Systems sollte man den Lautsprechern auch ein wenig Platz zum Atmen geben. Die Schallwandler agieren erstaunlich potent für ihre Größe und können sehr beherzt zupacken. Eine enge Aufstellung könnte dafür sorgen, dass man das Umfeld ungewollt angeregt. Wie gesagt, mit Platz vor und daneben fühlen sich die Vela am Wohlsten.
Aber auch einen Satz heißer Ohren können die Kieler verabreichen. Mit Metallicas Lux Eterna beweist das Paar, dass auch extrem schnelle Impulssprünge zu realisieren sind. Die Instrumente sitzen punktgenau, die Stimme von James Hetfield wird perfekt vor dem Hörer aufgebaut und die ELAC verstehen es wunderbar, nicht dem musikalischen Vorsatz buchstäblich hinterherzueilen, sondern performen pari mit der Band – hervorragend!
Damit ist im Grunde alles gesagt und wir kommen auf der nächsten Seite zum finalen Fazit.
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