Die Verarbeitungsqualität, welche man hier umsetzt, entspricht ganz klar dem eigenen Anspruch und auch dem, was Kunden unter dem Buzzword „Reference“ vermittelt werden soll. Die Gehäuse werden in einem aufwendigen Druckgussverfahren herstellt, bei dem mehrere „Holzlayer“ unter viel Kraft und Wärmeentwicklung zusammenpresst, die dann in Summe die geschwungene Form ergeben. Selbiges bzw. ein ähnliches Verfahren wurde uns auch schon eindrucksvoll bei der DALI Kore präsentiert. Im Falle der Canton Reference wird aber nochmal mehr Aufwand in die Gehäuseproduktion gesteckt, da noch mehr Teile des Gehäuses auf diese Art und Weise gefertigt werden. Das in mehrere Richtungen geschwungenes Gehäuse als ist aber zugleich auch einer der großen Kostenpunkte in der Produktion. Man kann im Grunde sagen, dass der Lautsprecher keine geraden Kanten mehr beinhaltet.
Als Oberflächen bietet man drei verschiedene Ausführungen an. Zum einen das hier abgebildete Hochglanz-Schwarz, Mattweiß und in Kürze und ein Echtholzfurnier (Nussbaum), dass kürzlich ganz offiziell mit ins Programm aufgenommen wurde. Über weitere Farbvarianten wird intern auch noch gesprochen, mehr ist aber aktuell noch nicht spruchreif (…)
Die Reference 2 ist ein sehr potenter 3-Wege-Lautsprecher, der pro Stück stolze 62 Kilogramm auf die Waage bringt. Mit einer Höhe von 116 cm fällt dieser wunderschöne Standlautsprecher auch vergleichsweise „füllig“ aus und präsentiert sich schon als Designobjekt am gewünschten Aufstellort. Die verschiedenen Lackkleider sind zudem in der Lage, hier gänzlich andere Anmutungen, mit oder ohne Kontraste entstehen zu lassen. Das Mattweiße Finish wird mit einem schwarzen Sockel konturiert, während eben bei der Schwarzen Ausführungen, jene Details in den Hintergrund treten. Die Lackqualität der Hochglanzversion ist absolut erhaben und zeichnet sich durch eine hohe Tiefe aus, was man auch wunderbar im Gegenlicht erkennen kann. Wellenschlag oder dergleichen sucht man glücklicherweise vergebens. Um hier nochmal die Preiskeule zu schwingen: Eine Verarbeitung in diesem Segment hat auch perfekt zu sein, dass schaffen die Canton auf jeden Fall.
Die Bestückung des Gehäuses kann kurz und knapp mit BCT-Membran beschrieben werden. Ausgesprochen reden wir hier Black Ceramic Tungsten. Im einfachen Wortlaut übersetzt, verwende die Hessen hier eine weitere Evolutionsstufe der Keramik-Wolfram-Membran, die in ähnlicher Form schon bei der Karat GS (zum Test) verwendet wird. Natürlich auch hier wieder dunkel eingefärbt, was dem Chassis eine sehr spannende Anmutung verleiht. In oberster Position thront der Mitteltöner mit einem Durchmesser von 174 mm. Zwischen diesem und den beiden Tieftoneinheiten (2x 219 mm) befindet sich das 25 mm messende Hochton-Chassis. Gerade bei diesem sieht man noch deutlicher, wie man hier eine Wölbung integriert hat, die sich perfekt an die Front des gesamten Lautsprechergehäuseses anschmiegt. Gleiches gilt auch für die großen Schallwandler, die natürlich das Ziel verfolgen, akustische Vorteile dadurch zu gelangen.
An dieser Stelle können wir auch nochmal unser Interview mit Chef-Entwickler, Frank Goebel empfehlen:
Richtig interessant und flexibel wird es beim Blick auf die Rückseite hin zum Anschlussterminal. Nicht nur, dass hier ein extrem wertiges WBT-Nextgen Bi-Wiring Anschlussbereich vorbereitet ist, man kann als Anwender auch klangliche Veränderungen vornehmen. An jeder der neuen Reference-Modelle befinden sich für Schalter für die Hoch-, Mittel- und Tieftonjustage. Dabei handelt es sich jetzt nicht um physische Schalter, sondern um Kontakte, die per Brücke verbunden werden. Die entsprechenden Pegel können dann um 1,5 Dezibel entweder angehoben oder abgesenkt werden. Das dürfte sicher vielen Anwendern nochmal mehr ermöglichen, die Lautsprecher an die eigenen Räumlichen anzupassen bzw. auf die eigenen Präferenzen hin zu trimmen.
Der Sockel bekommt bei der Pioano-Lack-Ausführung wenig optische Gewichtung zugesprochen, erfüllt er aber dennoch eine akustische Aufgabe, wie wir sie schon von anderen Canton-Modellreihen kennen. Die Bassreflexöffnung ist sehr charmant nach unten ausgeführt und nicht sichtbar. Dazu muss man sich auf Bodenniveau begeben, um diese dann zu entdecken. Dank des thronenden Aufbaus, können die tiefen Frequenzen sehr harmonisiert in die Front und den Rückbereich wirken. Canton wäre nicht Canton, wenn man selbst hier eine gezielte „Schallströmung“ anvisiert hätte und genau das bewirken wollte.
Allein schon die optische Anmutung und die Verarbeitungsdetails sind herausragend. Elegant, modern und stilsicher. All diese Eigenschaften lassen sich mit großer Sicherheit dem Lautsprecher zuschreiben. Wie erhaben sich diese dann auch wirklich anhören, das haben wir dann im nächsten Schritt auf die Probe gestellt und die Erfahrungen detailliert auf der nächsten Seite festgehalten.
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