Die Grundausstattung der A 45 vermittelt auf jeden Fall gleich vorne weg, in welche Richtung man hier als Hörer sich bewegen kann. Allein die schiere Große des Lautsprechers bzw. des Volumens will zum Ausdruck bringen, dass hier richtig Luft bewegt werden soll. Selbiger Aspekt wird auch noch von den drei 174mm Tieftonchassis untermauert. ABER gleich vorne weg, man sollte den Lautsprecher keinesfalls darauf reduzieren, wie ich dann im Klangcheck selbst unter Beweis gestellt habe. Als potente Zuspieleinheit diente auch dieses Mal wieder der NAD M33, der in seiner extremen Funktionsvielfalt und Leistung vermutlich nicht weiter beschrieben werden muss. Mancher Orts wird dem Verstärker auch eine gewisse analytische Tristheit nachgesagt, was ich aber auch bei den Canton nicht wirklich attestieren konnte.
Den Einstieg habe ich mit James Blake gewählt, der ja für seine extrem guten Abmischungen bzw. Aufnahmen aus dem Tonstudio bekannt ist. Mit dem Track Unluck wird eben besagter Punkt aus dem Weg geräumt, dass wir hier „Rotzköpfe“ vor die Nase gesetzt bekommen haben. Extrem punchig, punktuell und sehr gut dosiert sitzen auch bei diesem Song die Tieftoneinlagen. Zugleich aber auch mit einer Vehemenz, die sind bei entsprechenden Pegeln auch in die letzten Poren des Körpers frisst. Gleichermaßen überaus präsent und ausgeprägt präsentiert sich die aufgebaute Bühne, welche sehr nahe und sehr schön aufgelöst dargeboten wird. Gleiches Klangverhalten zeigt sich aber auch bei vielen anderen Songs die ebenso sehr gesanglastig sind und viele akustische Elemente beinhalten. Das gefällt mir verdammt gut, bringt eine gewisse Feingeistigkeit zum Entspannen mit, hat aber auch jeder Zeit die Power um richtig Gas zu geben.
Das wäre auch das Stichwort für die nächste Detailbetrachtung bei ich mir Kaleo zu Gemüte geführt habe. Die isländische Band weiß mit Songs wie Way Down We Go gesangliche Einlagen gepaart mit rockigen Anlagen umzusetzen, gleiches gilt aber auch für richtig rockige Titel wie No Good, die sehr dynamisch in Hörraum gezimmert werden. Hier spielen die Canton natürlich ihr großes Klangfundament wunderbar aus, was dank der großzügig dimensionierten 3-Wege-Bestückung fantastisch klingt. Instrumente werden sehr detailliert herausgearbeitet und die emotional gewaltige Stimme ebenso präsent in den Raum gepfeffert wie man es sich wünscht. Man könnte meinen, dass hier Details verloren gehen, dies ließ sich keinesfalls bestätigen, ganz im Gegenteil. Die A 45 legten eine richtig flotte Sohle hin.
Gleichermaßen kann man aber auch sehr ruhig und entspannt zu Werke gehen und Diana Krall und Reinkultur genießen, die gewohnt melancholisch auch über die Canton Lautsprecher ihre Emotionen freien Lauf lässt und man die Seele baumeln lassen kann, sollte das doch sehr kraftvolle Auftreten der zuerst genannten Songs nicht ganz den Geschmack treffen. In Summe lässt sich sagen, dass die A 45 ein sehr facettenreicher Lautsprecher ist, in so gut wie allen Genres extrem sicher im Auftreten daherkommt und sich klanglich keine Ausrutscher erlaubt. Made in Germany eben (…) Was mir allerdings aufgefallen ist, frei von jeglichen Messungen, dass hier eben der große Vorteil, auch ein gewisser „Nachteil“ sein KANN – je nach Musik-Genre. Was ich sagen will, dass der Bass ab einem gewissen Pegel doch präsenter wird, als mach einem lieb ist. Dadurch lassen sich nicht allerhöchste Pegel fahren, ohne dass man dabei klanglich Abstriche hinnehmen muss. Wobei dies vermutlich auch schon zu negativ klingt, als es wirklich gemeint ist.
Ein kurzer Filmcheck sollte natürlich auch noch von Statten gehen, dass habe ich einmal mehr mit The Edge of Tommorow vollzogen. Hier durften die Schallwandler, passend zum Film, ihre schiere Leistungsfähigkeit ausspielen. Diese gewaltige Cinemabühne wird extrem immersiv in den Raum transportiert, dass auch ohne Probleme eine Ortung von Geräuschquellen möglich ist – je nach dem wie der Film eben abgeschmischt ist. Extrem klare Dialoginterpretationen werden ebenso cineastisch aufgebarbeitet wie eben die actionreichen Sequenzen. In Summe absolut Kinoblockbuster tauglich, aber auch für den wöchentlichen Tatort geeignet. Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass die Canton A 45 auf den ersten Blick zwar sehr „gewaltig“ daherkommen und in der Tat auch sind, aber im Grunde genommen alle Bereiche ausgezeichnet wiedergeben und darstellen können. Gepaart wird all dies mit einer gewissen Klangcharakteristik, die sich in Musik sehr angenehm darstellt und gerade auch bei Filmen, ein sehr cineastisches Flair versprüht. Die Lautsprecher haben wahrlich Spaß gemacht und gefallen mir ausgesprochen gut. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie ein Surround-Aufbau performen wird. Kommen wir damit zum abschließenden Fazit.
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