Dank der guten Abstrahlcharakteristik musste ich die Lautsprecher nur minimal auf den Hörplatz einwinkeln und letztlich bin bei knapp 25 Zentimeter Wandabstand angelangt. Durch das „Downfiring-System“ können die Regallautsprecher auch recht wandnah aufgestellt werden, ohne dass der Tieftonbereich zu dominant wird. Interessant ist bei den „Kleinen“, dass sie einen schon recht potenten Verstärker benötigen, um das volle Potenzial abrufen zu können. An unserem Referenz AV-Receiver Yamaha RX-A3080 fühlten sie sich schon recht wohl, aber erst an unserer Onkyo M-5000R Endstufe wollten sie so richtig performen, gerade bei Zimmerlautstärke zeigte sich letztere Verstärkung als optimale Lösung. Der Yamaha wollte erst bei hohen Lautstärken so richtig zupacken.
Um reinzukommen fang ich erstmal langsam an und „fordere“ die Kompakten der mit der unplugged Version von Brick by Brick von Katy Perry. Hauptaugenmerk hier ist die Detailwiedergabe, denn mehr als eine Akustikgitarre und die zarte Stimme der Künstlerin gibt es nicht und somit direkt die Königsdisziplin, da Schwächen sehr schnell aufgezeigt werden. Aber von Schwächen brauchen wir gar nicht anfangen, denn so überzeugend, wie die ELAC Schallwandler agieren bin ich direkt im Song gefangen. Es ist beeindruckend wie die „Kleinen“ aus so „wenig“ Musik, soviel Gefühl herauskitzeln und jede feine Nuance akzentuiert abbilden. Die Stimmenwiedergabe und entspannte Akustikgitarre werden stimmig im Bühnenbild arrangiert und von einer hohen Detailwiedergabe begleitet. Das Klangbild besitzt eine fast greifbare Plastizität und gefällt mir ausgesprochen gut.

übrigens: ELAC hat mit dem CC281 auch einen passenden Center-Lautsprecher im Programm
Weiter geht es mit dem Purple Rain vom Künstler Prince. Auch hier holen mich die Solano vom ersten Ton der E-Gitarre ab und bieten einen kurzweiligen, aber spaßigen Funk-Ausflug. Besonders im Gedächtnis ist mir das schöne gestaffelte Bühnenbild bzw. die ausgeprägte Räumlichkeit hängengeblieben. Die Elemente lösen sich leichtfüßig von der Schallwand, bauen sich vor unserem Hörplatz strukturiert auf und bieten ein sehr ausgewogenes Klangbild. Auch der Detailgrad überzeugt mit einer sehr klaren, fein sezierten Abbildung. Dazu gesellt sich ein druckvoller Beat, der trotz kompakter Maße, dynamisch zu Werke gehen kann und auch höhere Pegel souverän meistert.
Abschließend bin ich mal etwas abseits der „normalen“ Musik unterwegs, denn mit Hans Zimmer geht es in das Filmmusik-Genre. Das Stück Dream is collapsing aus Inception, einer meiner Lieblingsfilme, startet es recht gemächlich, steigert sich aber immer weiter, bis es schlussendlich in einem Showdown mündet. Das Orchester und die Solano bilden ein perfektes Dreamteam, hier können die Lautsprecher ihre ganze Stärke ausspielen. Neben einem sehr fein aufgelösten und hoch detaillierten Klangbild überzeugen die kompakten Lautsprecher auch mit einer dynamischen, kraftvollen Soundkulisse, nicht ganz so kraftvoll wie die Vela BS 403, aber für einen Lautsprecher dieser Größe überzeugend. ELAC hat hier nicht nur einen schicken Lautsprecher konstruiert, auch die technische Ausstattung sorgt dafür, dass audiophile Charakterzüge mitschwingen, die mich als Redakteur beeindrucken. Gerade für Musik-Enthusiasten von hochauflösenden Audiodateien, die jedes Detail genießen möchten, eignen sich die Solano BS 283 besonders. Trotzdem ist den Kielern der Spagat aus Auflösung und harmonischem Klangbild gelungen, was die Regallautsprecher in keinster Weise anstrengend macht oder sie Töne überspitzt formuliert. Auch nach mehreren Stunden Musik genießen, klingen die norddeutschen Schallwandler harmonisch und drängen sich nicht in den Vordergrund, sondern liefern eine sehr ausgewogene, harmonische Soundkulisse. Mehr Worte bedarf es zu den klanglichen Qualitäten auch nicht.
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