An dieser Stelle möchte ich vorne weg gleich nochmal den Verweis zum Surround-Test der Produktlinie nennen, in dieser mir die Bronze 200 schon sehr positiv aufgefallen sind. Losgelöst vom Center- und Rear-Speaker sowie dem Subwoofer, musste also unbedingt nochmal eine Einzelbetrachtung in Film und Musik erfolgen. Unbedingt erwähnenswert ist auch unsere verwendete Zuspielkette, die zugleich eine preislich verdammt interessante Lösung darstellt. Bestehend aus einem Cambridge Audio AXC35 CD-Spieler und dem AXA25 Vollverstärker. Letzterer hat mit seinen 2x 25 Watt (8 Ohm) kein „Kraftwerk“ in der Hinterhand, sollte aber dennoch für klangliches Erstaunen im Hörtest sorgen. Mit einem Komplettpreis von knapp 1400 Euro bekommt man hier eine sehr tolle Stereo-Konstellation geboten, die auch Preis-Leistungstechnisch extrem gut performt. Aber erstmal der Reihe nach…
Den grundlegenden Start habe ich aber noch einmal im Verbund mit dem Pioneer SC-LX701 aus dem Surround-Test begonnen und The Greatest Showmen gestartet. Wenn der Wolverine anfängt zu singen, kann es eigentlich nur klasse werden (…) Um den exakten Vergleich zu haben, wurde wechselweise der Center zu oder abgeschaltet. Das Ergebnis in diesem Fall war verblüffend. Klar, einen Center-Lautsprecher kann man in seiner mittigen Präsenz nicht wirklich ersetzen, aber der erzeugte Phantom-Center mitsamt seinem Stereodreieck ließ mich verdammt positiv aufhorchen. Enorm präzises und verständliches Abstrahlverhalten ließen die Sprachverständlichkeit und die Gesangseinlagen auf einem verdammt hohen klanglichen Niveau wieder. Das zwar nicht brachiale, nein eher sehr passend und dosierte Bassfundament, setze exakt und vor allem immer sehr zügig ein. Gerade die Eingangssequenz zum Start des Films erweckten auch nach dem x-ten Anschauen nochmals viel Lust, den Streifen zu Ende zu gucken.
Einen Genrewechsel durfte dann mit Le Mans 66 erfolgen. Dieser Streifen stützt sich ebenfalls auf dialoglastige Teile, wummert aber alle Nase lang auch einem richtig die Kraft eines V8 ins Gesicht. Neben den mitreißenden Autosequenzen in Form von Schaltvorgängen, immersiven Effekten die zugleich einfach nur intensiv und toll präsentiert werden, ist mir vollen das verdammt hohe Auflösungsvermögen in Erinnerung geblieben, welches im finalen Rennen zu erkennen gibt, als die Nacht hereinbricht und der Regen in der Boxengasse niederprasselt. Sehr beeindruckend für einen Lautsprecher in diesem Preissegment. Je nach Hörposition bzw. Hörraum sollte man auch ein wenig herumprobieren, ob man die Bronze 200 einwinkeln sollte oder nicht. Ein Patentrezept ließ sich in meinem Fall nicht ausmachen. Mit einem inneren Abstand von drei Metern zueinander bzw. einem Wandabstand von circa 30 Zentimeter wurden die Lautsprecher letztlich betrieben.
Bei der Musikwiedergabe ist die Vielfalt bekanntlich noch ein wenig umfangreicher. Hier kam dann die einleitend angesprochene Kombo von Cambridge Audio zum Einsatz. Für die Streaming-Schnittstelle wurde zusätzlich noch der allseits von uns verwendete ELAC Discovery Streaming-Server hinzugezogen. Befeuert mit DALIs CD Nr. 4 war ich vollends baff, was aus dieser Wiedergabekette für eine Potenz entsprang (…) An dieser Stelle muss ich jetzt wirklich aufpassen mich nicht in Superlativen zu verlieren, aber ohne zu übertreiben, dieses musikalische Verhalten habe ich absolut nicht erwartet. Das Detailreichtum mit dem Gitarrenriffs, Drum-Schlägen und wie die Stimme von Eva Cassidy in ihrem Ain't No Sunshine Cover dargeboten ist einfach nur bockstark. Der Tieftonanteil neigt erstaunlicher Weise so gut wie nie dazu, zu überdrehen, zu dröhnen oder zu verzerren. Wer die Lautsprecher dennoch in den Bereich bringt / bringen will, der möchte vermutlich nicht mehr „audiophil“, sondern nur noch Pegel. Pegel ist auch ein gutes Stichwort, dass ich gemeinsam mit dem leider nicht mehr unter uns weilenden Chester Bennington ausgelotet habe.
Mit Final Masquerade hatte Linkin Park einen der letzten Massenhits (…) der zugleich ein Beispiel aus musikalischer Sicht darstellt, wie man ein Drumset einleitend hervorheben kann. Unerwartet und „direkt ins Gesicht“, so überraschend kam die Potenz der Membranen bei mir an, wie ich sie sonst nur nur bei deutlich größeren Chassis gehört habe. Natürlich lief auch nochmal das komplette Album durch - The Hunting Party war der letzte große Weckruf in Form des "alten Linkin Park Stils". Auf Grund der Interpretation aller Beteiligten, E- und Bass-Gitarre, Keyboard und natürlich die unvergessliche Stimme von Chester, lassen die Bronze 200 sich ganz klar als "rockbar" in den Ausweis eintragen. In Summe kann man hier von einer vollends Genre-überzeugenden Leistung sprechen. Mehr gibt es nicht zu sagen – kommen wir zum Fazit.
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