Für die Aufstellung habe ich die JS-80 Bodenstative mitgeliefert bekommen, wo die L82 Classic perfekt zur Geltung kommen. Auch werden die Lautsprecher für eine bessere Ausrichtung auf den Hörer, leicht nach hinten geneigt. Für einen Kaufpreis von knapp 200,- Euro das Paar, sind die Stative war sehr massiv gefertigt, aber leider fehlt ein Kabelkanal für das Anschlusskabel und einer schöneren Optik. Ich würde empfehlen die JS-80 Stative grundsätzlich immer gleich mitzubestellen, besser und stimmiger kann man die Lautsprecher nicht präsentieren. Aber kommen wir zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben eines Audio-Redakteurs, dem Klangcheck.

JS-80 Boxen Stative passen gut zu den L82, leider ohne Kabelkanal
Verbunden hatte ich die JBL L82 Classic mit dem Harman Kardon Citation AMP und die JBL fühlten sich richtig wohl an dem kleinen Kraftpaket. Eine stimmige Kombination aus moderner Verstärkertechnik mit Lautsprechern aus der "Vergangenheit", zumindest optisch gesehen. Auch zeigt diese Kombination, dass die L82 Classic nicht so sehr fordernd sind für den Verstärker und auch mit „einfachen“ Verstärkern schon potent aufspielen. Wichtig ist, die L82 Classic müssen auf den Hörplatz eingewinkelt werden, wenn der Abstand so bei 2-3 Metern zum Hörer. Dann erreicht man eine sehr gute Stereobühne mit einer mittig platzierten Stimme oder beim Film schauen entsteht der sogenannte Phantom-Center.

Der Harman Kardon Citation Amp passt gut zu den JBL L82 Classic
Da die JBL mir suggerieren „Los gib es mir“ fange ich diesmal klanglich mit The Architect von Jean Michel Jarre an. Wie erwartet sind die L82 sehr dynamisch unterwegs und bringen einen saftigen Bassbereich mit, welchen ich aufgrund des Volumens auch erwartet habe, aber nicht unbedingt so kontrolliert. Der Mitteltieftöner ist stramm aufgehangen und agiert sehr präzise bei der Basswiedergabe, sehr druckvoll aber eher so Richtung Kickbass würde ich es beschreiben. Das steht gerade musikalischen Stücken sehr gut, wie auch dem elektronischen Meisterwerk des französischen Musikers. Richtig genial wird es mit Exit vom gleichen Album Welcome to the other side. Schnell und überaus detailreich feuern die kompakten Retroschallwandler mir den Beat und die Effekte um die Ohren, das wirkt nicht gekünstelt, sondern echt und macht den Track für mich als Redakteur zum echt spaßigen Erlebnis.

wertige Frequenzweiche im Inneren der L82 Classic
Fans von Jean Michel Jarre lieben ihn wegen seiner experimentierfreudigen Tracks, die viele Elemente enthalten und die JBL wissen wie man das klanglich auch gekonnt umsetzt. Die vielen Elemente arbeiten die Lausprecher akribisch bis in kleinste Details heraus, die Abstimmung zwischen Hochtöner und Mitteltieftöner ist gut gelungen, manchmal vergisst man das es sich nur um ein Zwei-Wege-System handelt. Sicherlich geht das etwas auf Kosten des Bassbereichs, damit die Mitten auch kontrolliert bleiben, muss der Bassbereich ein wenig beschnitten werden, wenn nur ein Treiber zum Einsatz kommt. Aber so schlimm empfand ich den „Kompromiss“ nicht, Bassbereich und Mitteltonbereich waren sehr ausgeprägt und wurden von mir harmonisch empfunden.
Aber nicht nur Schnelligkeit und Dynamik möchte ich den L82 attestieren, wenn Gefühle im Spiel sind wissen die JBL diese auch umzusetzen. So werden emotionale Songs wie von Norah Jones oder Gregory Porter mit sehr viel Leidenschaft wiedergegeben, agieren sehr kontrolliert in der Stimmenwiedergabe und arbeiten auch die einzelnen Stärken der Künstler bzw. der Künstlerin sehr explizit heraus. Beim Bühnenbildaufbau oder besser ausgedrückt, bei der Platzierung und Aufbau der Instrumente und Stimmen sind die JBL auch fähig ein homogenes Bühnenbild zu kreieren, wo die Stimme klar aus der Mitte kommt und alle weiteren Elemente darum sehr gut arrangiert werden.

hochwertige Detaillösung - Metallgewinde für die Schrauben des Mitteltieftöners JBL JW200PW-6
Sehr ähnlich verhält sich das auch beim Song Driving towards the Daylight von Joe Bonamassa. Die dominante Akustikgitarre und Stimme des Sängers sitzen so das mich die L82 ab dem ersten Ton haben und auf eine akustische Auszeit mitnehmen. Das später dazukommende Cello bestätigt den Eindruck, die JBL sind auch für Feinheiten gerne zu haben, so detailverliebt wie sie musizieren. Bei der Live-Aufnahme aus der Carnegie Hall entsteht ein deutliches „Ich bin dabei“ Gefühl, das Arrangement aus vielen Elementen baut sich vor meinem akustischen Auge auf und ich kann wunderbar orten was woher kommt und wie das Bühnenbild aussieht.
Mit Jack White und High Ball Stepper wird es dann nochmal richtig laut in meinem Hörraum und ich will wissen was die JBL so hergeben. Elektronische Gitarrensounds wo das Ohr hinhört und auch hier eine sehr stimmige „Sezierung“ des Stücks, aber nicht anstrengend, sondern sehr mit Bedacht, ohne den Hörer mit Details zu überfordern. Ab Minute zwei geht es dann richtig los und jawohl, hier haben mich die kleineren der Classic-Serie dann vollständig gepackt. Das Spektakel aus Dynamik, Effekten und Bass genieße ich in vollen Zügen, für einen „Regallautsprecher“ machen die L82 ihren Job sehr gut und unterstreichen den positiven Eindruck, den ich schon von den L100 Classic gewonnen hatte. Mehr gibt es denn auch nicht zu den Retro-Teilen aus Amiland zusagen und ich komme zum Fazit.
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