Wie schon auf der vorherigen Seite erläutert, sind die UB52 sehr anspruchslos was die Aufstellung betrifft, da der Bassreflexausgang nach vorne abstrahlt. Auch wenn die Lautsprechr über kompakte Abmessungen verfügen und im Einstiegssegment unterwegs sind, ist der erste klangliche Eindruck schon beeindruckend. Der Regallautsprecher agiert sehr „erwachsen“, so habe ich den Tiefgang und das homogene Klangbild nicht erwartet. Diesen Eindruck unterstreichen Musikstücke mit zarten Klavieranschlägen, kräftigen Trompeten und fokussierten Stimmen. Denn das Bühnenbild wird klar strukturiert aufgebaut, alles in Reihe und Glied angeordnet und mit einer musikalischen DNA interpretiert. Gerade bei langsamen Songs wie von Norah Jones, Diana Krall oder Gregory Porter überzeugt die Emotionalität, da Auflösung, Gefühl und Arrangement der einzelnen Ebenen gut miteinander harmonieren und das Gewissen etwas der Künstler gut transportiert. Im Bassbereich ist die UB52 nicht übermäßig aktiv, klare und druckvolle Bässe sind vorhanden, aber der richtige Tiefgang fehlt manchmal minimal. Aber das ist der Kompromiss mit dem nach vorne ausgeführten Bassreflex-Ports. Denn „Hilfe“ von bspw.. einer Wand ist nicht zu erwarten, dafür agiert die UB52 eben weniger kritisch bei der Aufstellung und ist im Bassbereich musikalisch kontrolliert unterwegs.
Diese Fähigkeit zeigt sich auch bei souligen bzw. rockigen Songs in meiner Playlist. Nicht nur das die kompakten Schallwandler kontrolliert agieren, sie reagieren dazu auch noch sehr schnell. Nimmt das Musikgenre Fahrt auf, werden auch die UB52 so richtig wach und musizieren vor sich hin, wie ich morgens nach vier Tassen Espresso brabbel... Sie sind klar und deutlich in der Aussprache sowie in allen Details eines Songs sehr genau unterwegs. Egal wie hektisch es wird, die kleinsten der Uni-Fi 2.0 Serie verschlucken sich nicht, sondern arbeiten alles mit völliger Ruhe akribisch ab, sodass ich das Klangbild sehr gut aufgelöst wahrgenommen habe. Nichts wirkt übertrieben anstrengend, sondern mit einem kleinen Schluck Zurückhaltung um eher Spaß zu haben, als in eine Analyse zu verfallen. Dazu gesellt sich ein dynamischer Bass, der mit einer klaren Kontur am Hörplatz ankommt, im Volumen aber etwas begrenzt unterwegs ist, trotzdem aber das gewählte Musikstück stimmig begleitet bzw. untermalt.
Bei elektronischen Tracks könnte der Bassbereich dem einen oder anderen vielleicht etwas zu „schwach auf der Brust“ sein, aber es ist und bleibt ein Regallautsprecher. Das was er liefern kann macht er gekonnt ohne das nicht vorhandene Volumen durch einen dominierenden Bass kaschieren zu wollen. Diese musikalische Abstimmung erwarte ich eher in höheren Preisklassen, „Brumm-Bass“ kann in dieser Preisklasse jeder, ich will hier keine Namen nennen, aber die Kunst liegt in der Abstimmung eines Lautsprechers und der ELAC UB52 fokussiert sich auf seine Fähigkeiten, die ihm physikalisch gegeben sind und versucht diese eben nicht auszuhebeln. Auch wenn ich persönlich kein Freund von übermäßig lauter Musik bin, können die UB52 das aber auch abbilden und sind auch bei sehr hohen Pegeln nicht aus der Ruhe zu bringen. Perfekt somit für den Einsatz in einem Heimkino geeignet.
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