Lautsprecher

Test: DALI Rubicon 2C

Praxistest / Klangcheck

Wer jetzt meint, dass ein solch umfangreiches System aus kabellosen Lautsprechern kompliziert zu installieren sei, den muss ich enttäuschen. Nachdem man die Lautsprecher an dem gewünschten Ort platziert hat, wird alles inklusive Hub mit Strom versorgt und dank der Pairing-Taste am Hub als auch Lautsprechern miteinander verbunden. Diese Kopplung geht innerhalb von Sekunden von Statten und man muss dem Hub bzw. den Lautsprechern nur mitteilen, welcher Lautsprecher rechts und welcher links zum Einsatz kommt. Dann kann es auch schon losgehen und verbundene Zuspieler können ihre Audiosignale an den Hub abgeben.

DALI Rubicon 2C 11k
gekoppelte Lautsprecher werden auf der Oberseite des HUBs grafisch abgebildet

Die Einrichtung des BluOS-Moduls erfordert dagegen z. B. ein Smartphone, ist aber dank des Einrichtungsassistenten auch „easy going“ und somit schnell erledigt. Auf das Betriebssystem BluOS möchte ich an dieser Stelle nicht nochmal genauer eingehen, ich habe das schon in vielen anderen Reviews ausführlich detailliert abgebildet. Seitdem hat sich auch nichts großartig verändert, außer das Amazon Music HD jetzt auch von der Software unterstützt wird . 

 

Ganz im Sinne eines Gentlemans werde ich die DALI erstmal behutsam ausführen, da kommt das Unplugged Album von Katy Perry ganz wie gerufen. Beim Song Brick by Brick geht es um Detailwiedergabe, denn mehr als eine Akustikgitarre und das zarte Stimmchen der Künstlerin wird nicht geboten - gerade Lautsprecher die etwas von sich halten, müssen hier mit guter Auflösung und stimmigen Bühnenabbildung punkten. Aber hier enttäuscht die Rubicon 2 C nicht und zeigt in dieser Königsdisziplin für einen Musiker, dass DALI ihr gekonnt musikalische Gene eingeimpft hat. So überzeugt wie ich seitdem Album von Katy Perry bin, so überzeugend ist auch die Vorstellung der Rubicon 2 C. Es ist fantastisch den neuen „Alten“ zuzuhören, die aus so „wenig“ Musik, soviel Gefühl herauskitzeln und jede feine Nuance klar abbilden können. Besonders beeindruckt bin ich von der räumlichen Wirkung der kompakten Regallautsprechern, die ein stimmiges „Mittendrin“ Gefühl erzeugen können und somit das Konzert in meinen Hörraum holen, mehr Anspruch habe ich auch nicht an einen Lautsprecher, klasse Vorstellung.  

DALI Rubicon 2C 12k

Sehr ähnlich verhält sich das auch beim Song Driving towards the Daylight von Joe Bonamassa, aus dem Album An Acoustic Evening. Auch hier ist eine dominante Akustikgitarre mit von der Partie, aber stimmlich diesmal männlich unterwegs und mich die Rubicon sofort von Anfang an auf eine akustische Reise mitnehmen. Das einsetzende Cello und plastische dargestellte Stimme runden den Eindruck nicht nur ab, sondern zeigen klar wie detailverliebt die DALI agieren können. Auch hier holen die Dänen alles raus und erzeugen, stimmig zur Live-Aufnahme aus der Carnegie Hall, ein „Ich bin dabei Gefühl“. So wird das Arrangement aus vielen Elementen wunderbar im Hörraum aufgebaut bzw. harmonisch zueinander abgebildet und von einem druckvollen, gut konturierten Bassbereich begleitet.

Mit Madama Butterfly und Cio-Cio-San von Giacomo Puccini wird es etwas klassisch, nicht unbedingt meine bevorzugte Musikrichtung, aber die Lautsprecher machen sie mir doch schmackhaft. Mit einem guten Verständnis für die korrekte Staffelung eines Bühnenbildes, sowie einer deutlichen und trotzdem harmonischen Differenzierung einzelner Instrumente, überzeugt und gefällt mir das Klangbild auf Anhieb. Die Stimmen der einzelnen Hauptprotagonisten sind schön herausgestellt, die des Chores klar im Hintergrund angesiedelt, zusammen für mich eine sehr stimmige Wiedergabe. Gerade die Leichtigkeit, wie sich die Elemente von der Schallwand lösen, ist erfrischend beim Zuhören.

DALI Rubicon 2C 13k 

Aber zu gemütlich sollen es sich die Rubicon 2 C natürlich nicht machen und so bemühe ich noch den leider schon verstorbenen Notorious BIG mir meine Jugend wieder etwas näherzubringen. Musik ist nämlich auch ein Erinnerungsanker und ich bin sofort in den Neunzigern auf dem Basketballplatz und renne kopfnickend über den Court. Ich kann mich aber nicht erinnern, Biggie früher so audiophil erleben zu dürfen, denn zu der Zeit sorgten größtenteils Ghettoblaster mit Tonnen an Mono-Zellen für die akustische Untermalung. Trotzdem sitze ich total entspannt in meinen Sessel und genieße den knackigen Bass, der von stimmigen Reimen flankiert wird und für richtig Stimmung im sonst recht „faden“ Arbeitsalltag sorgt. Ich nutze die Fernbedienung und befehle dem DALI Sound Hub die Lautstärke zu erhöhen, bei ca. 75% reicht es mir dann und ich genieße das Spektakel in vollen Zügen. Dabei imponiert die kontrollierte Darbietung, trotz saftigen Tieftonanteil, der so manch anderen Lautsprecher an die Grenzen treiben würde, Nicht so die Rubicon, sie bleiben auch bei hohen Pegeln immer Herr der Lage und überzeugen mit Präzision ohne ins Dröhnen abzurutschen, bieten einen kraftvollen dynamischen Tiefgang für einen Regallautsprecher.

Nach einigen Tagen der Beschallung, fällt es mir schwer das Set wieder einzupacken. Klanglich reichen die Lautsprecher locker um meine 32m² angemessen zu beschallen, fühlen sich mit keinem Genre überfordert. Ob heftige Bassattacken, fein aufgelöste Instrumente oder emotionale Stimmen, die Dänen verstehen die akustischen Aufgaben für Musik Enthusiasten, wie ich auch einer bin, ansprechend aufzubereiten. Besonders positiv ist auch die räumliche Wirkung hängen geblieben. Obwohl ich die Lautsprecher nicht auf den Hörplatz eingewinkelt aufgestellt habe, ist der Stereoeffekt sehr gut hörbar und das nicht nur am sogenannten Sweet-Spot, also genau mittig sitzend. Auch leicht abseits funktioniert das sehr gut mit dem Stereoeffekt, sodass auch andere im Raum anwesende Personen auf ihre Kosten kommen. Wäre ich bei einem Konzert, akustisch war ich das jedenfalls öfters mit den Rubicon 2 C, würde ich jetzt aufstehen und applaudieren. 


Anmelden

Aktuelle News

Aktuelle Testberichte