Wie schon einleitend erwähnt, greifen die Lautsprecher das Design der ehrwürdigen Marshall Amps auf und möchten einen Hauch von analoger Röhre auch unterwegs ermöglichen, jedenfalls optisch. Das gelingt auch sehr gut, bietet der Tufton doch eine hervorragende Qualität mit stimmig eingesetzten Materialien. Der Überzug aus Kunstleder wurde exzellent auf das stabile MDF-Gehäuse aufgebraucht und wird durch Kunststoffecken an den problematischen Ecken erstklassig vor schlimmeren Beschädigungen geschützt. Das Ganze wird farblich in einem schwarz matten Farbton gehalten und bietet ein sehr angenehmes Anfassgefühl. Passend dazu gesellt sich das Bedienpanel mit seinen drei Drehreglern. In Zeiten, in denen man überall auf berührungsempfindliche Oberflächen stößt, sind diese analogen, aber wertigen Drehregler eine gern genommene Abwechslung. Die Gummierung an den Seiten der Drehpotis hilft bei der Griffigkeit und unterstreicht diesen Eindruck.
Neben der Regulierung der Lautstärke, dienen die konisch zulaufenden Regler der Anpassung des Bass- bzw. Hochtonbereichs. Dazu kommt noch eine Bluetooth-Taste für das Pairen mit einem mobilen Geräts. Das war es auch schon an Steuerungselementen am Lautsprecher selbst. Einfache Funktionen wie Play / Pause oder Skip sucht man am Tufton vergebens. Übrigens lässt der Marshall Tufton im Bluetooth-Modus von zwei Benutzern gleichzeitig nutzen, so dass man sich ein Battle in der besseren Musikauswahl liefern kann (…) Charakteristisch für die Marshall-Geräte ist das stabile Metallgitter in der Front, welches die Schallwandler vor Beschädigung schützt und den typischen Look der Marke erzeugt. Dazu trägt auch der stolz präsentierte Marken-Schriftzug seinen Teil zu bei, der bei den mobilen Modellen aus weißem Kunststoff gefertigt ist. Das Gitter ist in einem sehr robusten Metallrahmen mit ringsum exakt passenden Spaltmaßen eingelassen und unterstreicht die Wertigkeit des Lautsprechers.
Rückseitig geht es weniger spektakulär zur Sache. Hier dominiert eine große Kunststoffplatte, die neben dem Stromanschluss und analogen 3,5mm Klinke-Zugang, nur den Blick auf den rückwärtig abstrahlenden Mitteltöner erlaubt. Achso, den Bassreflex-Port wollen wir natürlich nicht unterschlagen, wo wir dann auch schon bei der Technik wären. Im Gegensatz zu vielen anderen mobilen Lautsprechern, basiert der Tufton auf einem echten 3-Wege-System und wird von insgesamt vier Class-D Endstufen angetrieben. Ganze 40 Watt stellt die Endstufe für den Subwoofer bereit, für die beiden Breitbänder (Mitteltöner) stehen je 15 Watt zur Verfügung und der Hochtöner kann auf eine 10 Watt Endstufe zurückgreifen.
Als Besonderheit befindet sich ein zusätzlicher Mitteltöner auf der Rückseite des Lautsprechers, um dem Hörer ein 360° -Stereo-Klangerlebnis bieten zu können. Diese ganze Technik sitzt in einem MDF-Gehäuse, welches sehr robust ist und eine hohe Stabilität mitbringt, gleichzeitig aber auch für das hohe Gewicht von fast fünf Kilogramm sorgt. Übrigens besitzt der Tufton ein sehr hochwertigen Tragegriff, der im Inneren mit Samt ausgekleidet ist und für einen sicheren Transport des schweren Lautsprechers sorgt. Aber muss man das zwingend? Auch wenn der Tufton einen Akku spendiert bekommen hat, gehört er eher zu den Geräten, die auf Terrassen oder in Gärten für die akustische Untermalung Platz nehmen.

sauberer und wertiger Aufbau für einen mobilen Lautsprecher
Denn für spontane Ausflüge, wie z. B. mit dem Rad zum See, ist der Tufton nicht nur zu schwer, sondern auch schlicht zu groß. Mit knapp 35 Zentimeter in der Höhe passt er gerade so in wirklich große Rucksäcke, aber dann auch weiter nichts. Dazu kommt eine einfache IPX2-Zertifizierung (Schutz gegen schräg fallendes Tropfwasser im Winkel bis 15°), welche auch gegen eine Partybeschallung am Badestrand oder Pool spricht. Aber dafür gibt es dann ja den Stockwell II, der dank IPX4-Zertifizierung mit Spritzwasser zurechtkommt und auch deutlich handlicher ist. Optisch ist der Marshall Tufton ein Knaller. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber überzeugend in seiner hochwertigen Verarbeitung und robusten Struktur. Ob der Tufton auch im „Einsatz“ überzeugt und wie er klanglich unterwegs ist, klärt die folgende Seite.
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