Kopfhörer

Test: Sennheiser HD BT 450 Wireless

Praxis- & Klangcheck 

Bei den technischen Angaben zum eingesetzten Schallwandler hält sich Sennheiser bedeckt, spricht nur von einem bespielbaren Frequenzband von 18-22.000 Hertz in dem geschlossenen Over-Ear-Kopfhörer. Die Zuspielung selbst wird über Bluetooth in der Version 5.0 realisiert, somit wird neben aptX auch aptX Low Latency unterstützt, was für Freunde von bspw. Spielkonsolen interessant sein dürfte, sorgt es doch für eine latenzfreie Audioübertragung in noch so hitzigen Gefechten. Aber auch zur Audioübertragung von TV-Signalen denkbar, um nachts nicht unbedingt die Nachbarn zu ärgern, vorausgesetzt das TV-Gerät besitzt solch eine Bluetooth-Schnittstelle. Die komplette Technik wird von einem 600mAh Akku gespeist, der eine Laufzeit von bis zu 30 Stunden inklusive aktiviertem Noise Cancelling ermöglichen soll. Das kann ich nicht komplett unterschreiben, bei mittlerer Lautstärke und aktivierten NC kam ich auf knapp 24 ½ Stunden, was trotzdem einen guten Wert darstellt.

Sennheiser HD BT450 Wireless 11k

Apropos Noise Cancelling, hier hat mich der Sennheiser etwas enttäuscht. Die Geräuschunterdrückung agiert etwas zurückhaltend, filtert zwar störende Umgebungsgeräusche wie Rauschen, Straßenbahnlärm oder Windgeräusche heraus, aber eben für mein Gusto nicht effektiv genug. Da ich persönlich NC Kopfhörer auch mal einfach aufsetze, um etwas Ruhe von der Umgebung zu haben, ohne Musik jetzt unbedingt abzuspielen, viel mir das besonders auf. Das machtne der JBL Live 650BTNC oder der AKG N700NC hörbar besser. Der Unterschied war dann mit zugespielter Musik nicht mehr ganz so gravierend, aber auch wahrnehmbar und da sich das NC nicht beim HD 450BT einstellen lässt, hinterlässt es bei mir einen leichten negativen Beigeschmack.

Dazu gesellt sich ein leichtes Grundrauschen, welches ohne Zuspielung von Audiomaterial hörbar ist aber nicht unbedingt störend wirkt. Etwas merkwürdig war der Umstand, dass der Kopfhörer bei einem Telefonat einfach das Noise Cancelling abschaltet und es sich auch nicht mehr aktiveren lässt während des Telefonats. Gerade bei diesem Anwendungsfall hätte ich gerne eine gedämpfte Geräuschkulisse, um den gegenüber besser zu verstehen (…) Kurz erwähnen sollte ich noch die Sennheiser Smart Controll App, die einen sehr einfachen EQ mitbringt und den Akkustatus anzeigt, aber eben auch nicht mehr, weswegen ich diese jetzt auch nicht weiter beleuchte. Etwas konträr zum nicht so überzeugendem Noise Cancelling, ist das Klangbild. Dieses hat mich von Sekunde eins abgeholt und ist für diese Preisklasse sehr harmonisch abgestimmt. Dabei ist es dem Sennheiser auch egal welche Musikrichtung man persönlich bevorzugt.

Sennheiser HD BT450 Wireless 12k
Größenvergleich zu AKG N700NC, Aiwa ARC-1 und Focal Chic Listen Wireless (v.l.n.r.)

So brachial und dynamisch er akustisch bei Slipknot agiert, so feingezeichnet und klar strukturiert liefert er das Unplugged Konzert von Katy Perry an meine Gehörgänge. Das Auflösungsvermögen befindet sich auf einem guten Niveau, was der Song Beautiful von Christina Aguilera unterstreicht. Er liefert im richtigen Moment für die nötige Gänsehaut, überspitzt die hohen Töne aber nicht, sondern schafft einen guten Kompromiss aus Auflösung und Hörbarkeit. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Live-Version von Brick by Brick von Katy Perry. Die detailliert hörbare Akustikgitarre fügt sich gut der herausragenden Stimme der Künstlerin, beides kommt homogen bei mir an und erzeugt ein klares Gefühl von „mehr davon“. Bei Titeln wie z. B. Unsainted von Slipknot kann der Sennheiser aber auch eine andere Seite zeigen. Dynamik und Kraftentfaltung sind stimmig, beim Bassbereich sitzt auch der Punch, auch wenn die Sennheiser in ihrer Werkeinstellung nicht richtige Bassmonster sind, mir persönlich gefällt die Abstimmung des Kopfhörers, weil der Tiefton eben nicht den komplette Raum einnimmt sondern genug Platz für die restlichen Frequenzbereiche lässt. Durch die aptX-Schnittstelle ist die Bandbreite etwas beschränkt, mehr als CD-Qualität ist nicht machbar, aber gerade dem Sennheiser hört man an, dass er gutes Quellmaterial benötigt, durch das gute Auflösungsvermögen. In meinen Augen bzw. Ohren hat hier Sennheiser etwas Potenzial verschenkt, aber zieht man die Preisklasse zur Bewertung heran, sicherlich ein verständlicher Schritt. Somit wäre ich mit dem praktischen wie auch klanglichen Part durch und komme zur abschließenden Beurteilung. 


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