Wie für einen Bluetooth-Kopfhörer üblich, muss dieser erstmal mit einem geeigneten Gerät gekoppelt werden, welches in meinem Fall ein Huawei P30 Pro ist. Durch die aptX-Kompatibilität bietet der Arc-1 eine Übertragungsrate in CD-Qualität und der Amazon Music HD Account sorgt für die nötige Unterstützung bei der Musikauswahl. Bevor ich mich aber der Klangqualität widme, kurz etwas zur Akkulaufzeit. Die versprochenen 20 Stunden konnte ich nicht ganz erreichen. Das ist auch immer schwierig, da solche Angaben immer ohne gewählte Lautstärke etc. vom Hersteller propagiert werden. Aber ich konnte knapp 17,5 Stunden bei gehobener Lautstärke erreichen, ein Wert, der mich jedenfalls zufriedenstellt und für die meisten Einsätze ausreichen sollte. Da Akkus vom Werk nicht gleich die volle Kapazität bereitstellen, könnte/müsste sich die Laufzeit noch etwas steigern mit zunehmenden Ladezyklen, dass zu untersuchen würde aber den Rahmen sprengen. Was während des zweiwöchigen Testzeitraums auch aufgefallen ist, der Kopfhörer ist bequem und macht auch nach mehreren Stunden noch Spaß. Die von Aiwa eingesetzte Polsterung ist gut gewählt, die Bügel üben einen angenehmen Druck aus, der den Kopfhörer sicher auf dem Kopf hält, auch wenn man mal nach unten schaut. Dabei isoliert er auch gut die Außengeräusche, so dass ich mich im hektischen Straßenverkehr schon konzentrierter bewegen musste. Aber ich will ja Musik hören und dem Straßenlärm entfliehen und somit ein Übel was ich gerne in Kauf nehme.
Bei der Bedienung muss ich etwas zurückrudern. Hatte ich noch auf der vorherigen Seite angenommen, der ARC-1 würde Titel nicht skippen können, hat mich die Praxis eingeholt. Neben den sofort ersichtlichen Funktionen bieten die Tasten noch weitere Funktionen. Mittels Powerbutton kann man die Wiedergabe Pausieren bzw. wieder Starten, durch ein kurzes Drücken. Drückt man zweimal auf den Einschaltbutton erweckt man in meinem Fall den Google Assistent zum Leben. Wer in der Wiedergabe vor oder zurück möchte, drückt einfach die Lautstärketasten zwei Sekunden lang und schon kann man sich durch die Playlist navigieren. Mit wenigen Bedienelementen das Maximale erreicht. Aber genug zum Umgang mit dem Kopfhörer, der klangliche Aspekt ist immer noch das Hauptkriterium eines Kopfhörers. Damit ich mich schon mal etwas aufwärme für das heute Abend anstehende Volbeat Konzert in der Lanxess Arena, bleib ich in dem Genre und steige mit Papa Roach und dem Song Between Angels and Insects gleich mal ordentlich ein, ruhig kann eben jeder. Dank des sicheren Halts des Kopfhörers, kann ich die Aufwärmphase mit Headbangen und skurrilen Moves beginnen und akustisch unterstützt mich der Aiwa dabei eindrucksvoll. Der ARC-1 ist oben rum gut abgestimmt, klar und deutlich bei der Stimmenwiedergabe und bietet im Hochton- und Mitteltonbereich eine gute Auflösung, so dass z.B. das Hi-Hat vom Schlagzeug auch detailliert wahrgenommen werden kann. Teilweise ist dieses minimal überspitzt abgebildet, aber alles im Rahmen und keinesfalls nervig. Überraschend dynamisch habe ich den Tiefbereich wahrgenommen. Dieser ist kraftvoll und durchaus dominant, aber übertönt die anderen Bereiche nicht und driftet nicht in eine unsaubere Wiedergabe ab. Sondern ist prägnant, präzise und rundet den Song mit passenden Tiefgang gekonnt ab.
Etwas epischer wird es mit Hans Zimmers Pearl Harbor Orchestra Suite (Live). Auch wenn der Film vielleicht etwas kitschig ist, der Score war herausragend, was auch die Golden Globe Nominierung unterstreicht. So bietet diese orchestrale Ausarbeitung eine immense Wirkung auf dem Aiwa Kopfhörer. Die Stimmung wird sehr gut transportiert, kraftvoll getragen von einem guten Bassfundament und sehr leicht, wenn die Gesangsstimmen und Seiteninstrumente einsetzen. Sicherlich fehlt es hier und da etwas an Fingerspitzengefühl für die sehr feinen Töne, aber in dieser Preisklasse klingt der Aiwa schon sehr gut und überzeugt mit einer stimmigen Auflösung in den einzelnen Frequenzbereichen. Ich hab mich querbeet durch die Genres und Epochen gehört und kann abschließend behaupten, der Aiwa besitzt musikalische Fähigkeiten und einen Sinn für Details. Ob man jetzt eher ruhigere Titel wählt mit z.b. Whitney Houston oder Robert Plant oder es richtig zur Sache kommen lässt mit z.B. Metallica. Er ist jederzeit souverän unterwegs, bildet feine Klänge genauso ernsthaft ab, wie er mit dem Bassbereich überzeugt. Die gesamte klangliche Abstimmung hat mir gut gemundet. Somit komme ich zur abschließenden Beurteilung.
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