Schon auf der High End in München war die Naim Mu-So 2 ein echter Hingucker. Jetzt so ausgepackt vor einem, hat sie davon nichts eingebüßt. Dass hochwertige Gehäuse aus massivem, eloxiertem Aluminium, die geschwungene, abnehmbare Frontblende und das elegante Bedienfeld erzeugen eine sehr wertige Optik. Mit dieser modernen Gestaltung sollte das HiFi-System sich nicht nur einfach in ein bestehendes Umfeld integrierbar machen, auch den weiblichen Audio-Fans sollte das schicke Erscheinungsbild zusagen. Denn dank der austauschbaren Frontblende, bleibt das "eigentliche" System optisch inkognito und kann sogar durch verschiedene Farbvariationen an das vorhandene Mobiliar angepasst werden, was will Frau mehr (…) Wer es lieber technisch mag, kann natürlich die Abdeckung auch ganz abnehmen, wir meinen aber damit verliert das Mu-So 2 deutlich an Charme, so schick wie die geschwungene Frontblende ist.
Um etwas die Formsprache aufzulockern, wurde in dem kantigen Gehäuse ein rundes Bedienfeld eingelassen. Aber da ja normal jeder kann, hat sich Naim auch hier etwas Besonderes überlegt. So ist der große Drehregler mit „intelligenten“ LEDs besetzt und beleuchtet damit immer nur das Feld, welches gerade aktiv bzw. genutzt wird. Heißt, nutzt man auf dem exzellenten Touchpad den oberen Bereich, wo sich die selbst definierbaren Presets befinden, wird auch nur dieser Bereich beleuchtet. Gleiches gilt für die elementaren Funktionen wie z. B die Quellenwahl oder Bluetooth, die sich im unteren Bereich befinden. Dreht man am Regler, um die Lautstärke zu verändern, wird logischerweise der komplette Acrylring ausgeleuchtet. Im einleitend genannten Video ist dies auch nochmal schön zu sehen.
Der Drehregler ist zusätzlich mit einem Näherungssensor ausgestattet, der die dezente Effektbeleuchtung automatisch aktiviert, sobald sich jemand dem Bedienfeld nähert. Diese Umsetzung der Bedienung ist schon fast „sexy“, wenn man das so nennen darf, und dank der perfekten Integration in die Aluminiumfläche auch hübsch anzusehen. Wer jetzt weniger auf dem Touchpad rumhantieren möchte und auch kein Freund von Apps ist, dem legt Naim noch eine Fernbedienung bei. Diese bietet den Zugang zu allen wichtigen Funktionen, wirkt aber sehr preiswert in der Haptik und möchte überhaupt nicht zum exzellenten Erscheinungsbild des Mu-so 2 Systems passen.
Dass komplette Konstrukt ruht auf einem transparenten Acrylsockel, der das Gehäuse optisch abrundet und ein beleuchtetes Firmenlogo spendiert bekommen hat. Zu erwähnen wäre rechts noch die leicht zugängliche USB-Schnittstelle, die durch externe Festplatten oder Speichersticks gefüttert werden kann. Ebenfalls daneben befindet sich der Reset-Button als auch eine Status-LED. Wer jetzt auf der Rückseite die Anschlüsse zur Audioübertragung sucht, sucht vergebens. Hier dominert der CNC-gefräste, perlgestrahlte und eloxierte Aluminiumkühlkörper. Dieser soll der Wärmeentwicklung der internen Leistungsverstärker Herr werden und an die Umgebung abgeben.
Unsere gesuchten Anschlüsse sind leicht angewinkelt in der Unterseite untergebracht. Neben dem notwendigen Stromanschluss befinden sich hier eine Ethernet-Schnittstelle, ein analoger Zugang in Form eines Klinkeanschlusses, ein digitaler Toslinkeingang und die im Vergleich zur ersten Mu-So-Version, neue HDMI-Schnittstelle mit ARC-Unterstützung, um das Mu-So 2 auch mit einem entsprechenden TV nutzen zu können. Wer jetzt eher auf kabellose Funktionen wert legt, dem steht neben einer modernen WiFi-Schnittstelle, die Hi-Res-Material von bis zu 384 kHz / 32Bit über die Luft empfängt, auch Bluetooth zur Verfügung. Bei den Streaming-Diensten setzt Naim auf Airplay 2, Spotify Connect, TIDAL, Chromecast und Webradio-Stationen. Aber dazu kommen wir im praktischen Teil noch genauer.
Optisch ist der Naim schon mal ein absolutes Highlight. Die verwendeten Materialen wurden gekonnt zu einem schicken All-In-One-System zusammengefügt, Aluminium und Acrylglas harmonieren sehr gut zusammen. Dazu gesellt sich eine dezente, steuerbare Beleuchtung, die das Touchpad und den Drehregler in den Vordergrund rückt. Wie sich das kompakte Soundsystem in der Praxis schlägt und ob es den wertigen Charakter auch bei der Klangwiedergabe beibehält, ist im folgenden Abschnitt festgehalten.
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