Vor einiger Zeit hat Onkyo wieder die Bühne der HiFi-Elektronik betreten und zahlreiche neue Produkte vorgestellt. Mit dem Onkyo Muse Y-50 haben wir eine der Neuheiten in der Vorstellung. Jener Verstärker zeigt sich als kompaktes Gerät mit Class-D-Technik und allerlei, aktueller Streaming-Ausstattung (AirPlay 2, Tidal Connect uvm.) – was das Gerät darüber hinaus noch zu bieten hat, klärt der nachfolgende Testartikel.
Die neuen Onkyo Muse Serie beinhaltet gleich neue Streaming-Vollverstärker. Dabei handelt es sich um den Onkyo Muse Y-40 und um den Onkyo Muse Y-50, der hier Kern dieses Artikels ist. Beide Geräte haben das markante neue Design sowie eine zentrale Display-Anzeige in Form einer Titel-Darstellung erhalten, können digitale VU-Meter sowie die Wiedergabeinhalte aus den Streaming-Diensten darstellen – also eine state of the art Darstellung wie man so schön sagt.
Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seine Wiederauferstehung gefeiert – mit der Icon P-80 und dem M-80 hatten wir auch schon die erstklassige Vor- und Endstufen-Kombination im Test vorgestellt. Nun folgen die „kleineren“ Ausführungen, die sich selbst eher im digitalen Bereich und der smarten Zuspielung von Musikinhalten sehen. Bei der neuen Muse Serie handelt es sich um 2-Kanal-Netzwerk-Vollverstärker, mit unterschiedlichen Leistungsansätzen. Der Onkyo Muse Y-50 kommt mit volldigitalen Schaltungen und Axing-Verstärker mit Class-D -Technik daher und soll mit Hochstrom-MOSFET-Transistoren ausgestattet.
Ein großes Erkennungsmerkmal stellt das zentrale Display dar, dass 5,46-Zoll misst und selbstredend eine Farbdarstellung mitbringt. Man kann zwischen Titelinhalten oder einem digitalen VU-Meter wählen. Die beiden Drehregler, jeweils für die Eingangsquelle und der Lautstärke verantwortlich, sind effektvoll beleuchtet.
Leistungsmäßig können wir hier mit 250 Watt pro Kanal an 4 Ohm rechnen. Unter der Haube steckt der sogenannte Axing-Class-D-Aufbau mit MOSFET-Ausgangsstufe, die wir uns auch noch im Detail anschauen werden. Wie es sich für einen aktuellen Netzwerk-Vollverstärker gehört, bietet dieser auch eine App-Steuerung sowie eine Einmessmethodik bzw. Raumkorrektur. Darüber hinaus zählen noch drei analoge Cinch-Eingänge, noch ein koaxialer Digitaleingang, eine Phono-Stufe für MM- und MC-Tonabnehmer sowie ein HDMI-Port mit ARC-Unterstützung zur Ausstattung. Ebenfalls vorhanden sind eine Ethernet- und WLAN-Schnittstelle, die den Zugriff auf gängige Streaming-Dienste wie Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Chromecast und AirPlay 2 ermöglichen.
| Receiver im Überblick | |
| Bezeichnung | Onkyo Muse Y-50 |
| Preis | 1499,- EUR (UVP) |
| Garantie | 2 Jahre |
| Hersteller-Homepage | https://onkyo.com/ |
| Maße | 350x99x337mm (BxHxT) |
| Gewicht | 4,9 Kg |
| Design | 2-Kanal |
| Video-Anschlüsse | USB-A, HDMI In, HDMI Out, RJ-45 |
| Audio-Anschlüsse | Digital Audio In (koaxial), Digital Audio In (optisch), 3x Stereo Line In (RCA), Phono In (RCA), Pre Out (RCA), Sub Out (RCA), Kopfhörer (6.35mm Klinke) |
| Leistung | 2x 125W (8Ω), 2x 250W (4Ω) |
| Sonstige Features |
Apple AirPlay 2, Google Cast, Qobuz Connect, Roon Ready, Spotify Connect, Tidal Connect |
| Tuner | Internetradio |
Wie schon einleitend geschrieben, setzt man beim Design ganz bewusst neue Akzente: Lautstärkeregler und Lüftungsgitter sind mit dem traditionellen japanischen „San Kuzushi“-Muster versehen und greifen damit gezielt kulturelle Wurzeln der Marke auf. Die Verarbeitung mit Aluminiumfront und solider Gehäusestruktur ist auf Langlebigkeit und mechanische Stabilität ausgelegt. Die Front präsentiert sich clean und aufgeräumt, wenige Schalterelemente sorgen für die zentrale Steuerung. Links befindet sich der Power-Button sowie ein 6,3 mm Klinkenstecker für Kopfhörer.
Das linke Drehrad fungiert hierbei als Quellenauswahl – bei Betätigung wechselt die Ansicht im Display und bietet eine optische Unterstützung zur Auswahl an. Das ist sehr ansehnlich und praktisch gelöst worden.
Auf der rechten Seite befindet sich der Volumenregler, nebst einer Display-Steuerung. Der Button fungiert als Schnellzugriff, um die Ansicht zwischen VU-Meter und anderen Inhaltsdarstellungen zu wechseln. Aber auch die Helligkeit kann hier abgestuft und sogar auch komplett ausgestellt werden. Ein Anzeigen des Displays ohne Beleuchtung des Hauptreglers ist ebenfalls möglich. Der Knopf fungiert als Redundanz, auf der Fernbedienung ist ebenfalls der „Dimm-Button“ vorhanden. Über den USB-Port lassen sich entsprechende Speichergeräte anschließen, worüber auch eine Wiedergabe möglich ist. Die Umsetzung dessen ist eher als „nett“ als sehr komfortabel zu bezeichnen. In der App kann man entsprechend durch die Inhalte wählen, wie auch am Display selbst. Andere Hersteller lösen dies hier ein wenig komfortabler und zügiger in der Umsetzung (Usability).
Das Anschluss-Panel ist sauber und übersichtlich ausgeführt. Darüber hinaus zählen noch drei analoge Cinch-Eingänge, noch ein koaxialer Digitaleingang, eine Phono-Stufe für MM- und MC-Tonabnehmer sowie ein HDMI-Port mit ARC-Unterstützung zur Ausstattung. Ebenfalls vorhanden sind eine Ethernet- und WLAN-Schnittstelle, die den Zugriff auf gängige Streaming-Dienste wie Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Chromecast und AirPlay 2 ermöglichen. Ein Subwoofer-Vorverstärkerausgang sowie hochwertige Lautsprecherklemmen runden die Konnektivität ab.
Digitale Anzeige – VU‑Meter und Wiedergabeinhalte sind möglich – der Anwender hat die freie Wahl
Doch was steckt unter der Haube des Verstärkers? Der Axing-Class-D-Aufbau mit MOSFET-Ausgangsstufe bringt einen doch recht luftigen Aufbau mit sich. Die verbaute Digitaltechnik bietet aber mit den genannten 250 Watt pro Kanal an 4 Ohm vergleichsweise viel Leistung. Der Y-40 kostet rund 600 weniger und bietet „nur“ die halbe Leistung.
Sauberer Aufbau der einzelnen Bereiche im Inneren des Verstärkers
Der Aufbau selbst ist sehr sauber und ordentlich ausgeführt. Selbstredend weiß man als Käufer, worauf man sich einlässt (…) das geringe Gewicht suggeriert aber schon im Vorfeld, dass hier kein Ringkerntrafo erwartet werden kann. Dennoch kann man nicht wegsprechen, dass der ein oder andere eine gewisse „Enttäuschung“ erfahren dürfte, sollte er ins Innere des Gehäuses blicken – bezogen auf die „Masse“ der verbauten Komponenten. Wie in vielen Bereichen heutzutage, hat sich auch im HiFi-Bereich viel auf Effizienz getrimmt.
Damit haben wir die grundlegenden Eindrücke eingesammelt und waren bereit für den Praxistest des Gerätes – mehr auf der nächsten Seite.
Das Gerät funktioniert im Sinne der Bedienung hervorragend. Darüber hinaus vermittelt der Verstärker eine gewisse, einfache Zugänglichkeit, die ihn wenig kompliziert dastehen lässt. In Kombination mit der App ist die Anwendung einfach und verständlich, stabil in der Funktion und erzeugt ein angenehmes Gefühl. Für den Betrieb selbst haben wir uns für die ELAC Velac FS 407.2 entschieden.
Titelanzeige aus TIDAL heraus
Jene Lautsprecher sind in ihrer Grundausrichtung ebenfalls schon sehr harmonisch abgestimmt und agieren in den einzelnen Frequenzbereichen sehr wohlwollend und punktuell. Würde man dem Onkyo-Verbund eine Klangnote andichten wollen, dann diese: dass sie weich und harmonisch mit den angeschlossenen Nubert agieren. Schnelle Impulsgänge werden erstklassig umgemünzt und zaubern extrem detaillierte Facetten auf die Membranen bzw. in den Hörraum. Ob nun geringe Pegel oder aber dann im gehobenen Lautstärkesegment, die akustische Entfaltung kann man jeder Zeit heraushören.
Mitgelieferte Fernbedienung – solide und bietet alle notwendigen Schalterelemente
Als Hörer hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Verstärker-Kombination hinterherhechelt, eher das Gegenteil ist der Fall. Wären die physikalischen Grenzen nicht ausgewiesen, ließe sich nach oben hin kein Limit setzen. Das macht Spaß, beruhigt (mit dem Wissen, es ginge immer noch mehr) und erfreut dank der herausragenden Darstellung in allen Frequenzfacetten. Wie so oft gilt aber auch hier, dass man im Idealfall eine Probesession beim hiesigen Händler einlegt und sich selbst davon überzeugt. Die abgebildete bzw. verwendete Kette hinterließ einen ausgezeichneten Eindruck. Mit einem Gesamtpreis von rund 6500 Euro darf man das aber offen gesagt auch erwarten.
Jetzt aber noch zu ein paar praktischen Anwendungsdetails. Die Feature-Liste die eingangs erwähnt wurde ist doch recht lang, allerdings bietet der Verstärker keine native Einbindung der Dienste an, sondern wird in den jeweiligen Apps „nur“ als Endgerät zur Verfügung. Das ist keinesfalls verwerflich und untermauert eher das unkomplizierte Anwendungsmuster, welches der Hersteller vermitteln möchte.
Unterschiedliche Darstellungsweise der VU-Meter (digital)
Die Onkyo Controller App funktioniert wirklich super, das muss vorneweg ganz klar gesagt werden. Eine schnelle und unkomplizierte Installation wird vom sofortigen Finden des angeschlossenen Netzwerkgerätes gefolgt. Das hinterlässt einen ersten positiven Eindruck. Die Steuerung, die Geschwindigkeit und das generelle Feeling der Anwendung machen einen sehr ausgereiften Eindruck, der absolut zu Ende gedacht erscheint.

Die Settings sind nicht überladen, bieten aber dennoch eine umfangreiche Menüsteuerung. Mittels Hotkey lassen sich Profile hinterlegen, entweder eine Quelle oder bspw. ein Radiosender. Das lässt sich dann auch über die Fernbedienung direkt abrufen. Das System greift dauerhaft ineinander, wie wir es schon auch bei der Volumenregelung geschrieben hatten. Allerdings könnte man auch urteilen, dass die Möglichkeiten mehr als überschaubar sind.

Als Streaming-Integrationen stehen alle erdenklichen Schnittstellen zur Verfügung. Für den Praxistest haben wir dann auf TIDAL Connect zurückgegriffen. Ist die Wiedergabe am Laufen, zeigt die Anwendung auch die jeweiligen Wiedergabetitel an. Eine direkte Steuerung aus der Anwendung heraus ist allerdings nicht ohne Weiteres möglich.
Mit der neuen Muse-Serie erweitert Onkyo das eigene bzw. neue 2-Kanal-Lineup sinnvoll. Wer bereit ist mehr auszugeben und auch deutlich mehr Leistung möchte, der sollte seine Blicke auf die ICON-Modelle (zum Testbericht) richten.
Wem aber ein kompaktes Gerät mit der Integration bzw. Ansteuerungsmöglichkeit aller aktuellen Streaming-Dienste sowie ein schickes und zugleich kompaktes Design wichtig ist, der wäre mit dem Onkyo Muse Y-50 genau richtig bedient. Wer es noch etwas günstiger (und mit weniger Leistung) haben möchte, der greift zum kleineren Y-40. Böse Zungen könnten behaupten, dass der hier vorgestellte Y-50 etwas zu teuer erscheint, bietet er doch „nur“ digitale Technik (…)
Jene Class-D-Endstufentechnik ist zugleich potent und kann auch mit größeren Standlautsprechern umgehen und adäquate Klangpräsentationen generieren. In Kombination mit der passenden Controller-App ist es auch möglich, gewisse Klanganpassungen am Gerät vorzunehmen. Auch ein Subwoofer lässt sich anschließen. Grundsätzlich bekommt man hier ein komplettes Anschluss-Board geboten – HDMI, Phono-Stage, wertige Lautsprecherklemmen uvm. Wären zu nennen.
Das Gebotene entspricht voll und ganz dem aktuellen Zeitgeist von HiFi‑Interpretationen. In Summe hinterlässt der Verstärker ein überzeugendes Bild. Wer kann, der sollte beim Händler seiner Wahl sich das Gerät einmal anschauen (...)
Onkyo Muse Y-50 Streaming Vollverstärker